Herausforderungen der collapsed states und des Terrorismus für die Weltpolitik


Hausarbeit, 2017
14 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Begriffserklärungen

2. Collapsed states
2.1 Entstehung von einem collapsed state
2.2 Fragile States Index
2.3 Demokratieförderung
2.4 Beispiel Äthiopien

3. Terrorismus
3.1 Collapsed States als Grundlage für Terrorismus
3.2 Der Grund für Terrorismus
3.3 Neuer Terrorismus
3.4 Folgen und Konsequenzen des Terrorismus

4. Fazit

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Nicht zuletzt durch Anschläge wie dem 11. September, oder zeitlich, als auch räumlich näher gelegen, in Paris oder Berlin erhalten die Begriffe „collapsed states“ und „Terrorismus“ eine immense Bedeutung. Die vorliegende Hausarbeit zeigt die Herausforderungen auf, die diese zwei Begriffe in ihren Facetten mit sich bringen. Nachdem ich die in dieser Arbeit behandelten Begriffe bestimme und erkläre, folgt zunächst das Thema Collapsed States. Dabei wird zunächst ein Index, um genauer zu sein der Fragile States Index, aufgezeigt, um die aktuelle Weltlage, hinsichtlich der collapsed states, darzustellen. Daraufhin folgt ein Abschnitt über die Demokratieförderung, der vor allem die Probleme dieses Prozesses aufzeigt. Um einen verständlicheren Blick auf diesen Prozess möglich zu machen, behandelt die vorliegende Arbeit das Beispiel der Demokratieförderung in Äthiopien. Dabei geht es um geschichtliche Herausforderungen und Ansätze, die sich auf das Thema Demokratieförderung beziehen. Der Terrorismus ist das zweite Hauptthema, das in dieser Arbeit behandelt wird. Ein Verknüpfen der collapsed states und des Terrorismus dient hierbei zugleich als Herstellung eines Zusammenhangs, als auch als Einleitung. Daraufhin wird aufgezeigt, welchen Beweggrund Terrorismus heute hat. Ein Abschnitt zum neuen Terrorismus rundet dieses Thema ab. Der Grund für diese Themenwahl ist eine Interessenbildung für Terrorismus und collapsed states, die sich durch das aktuelle Weltgeschehen entwickelt hat.

1.1 Begriffserklärungen

Um eine universell verständliche Arbeit sicherzustellen, ist die Definierung der Begriffe collapsed state und Terrorimus nötig. Es folgt zunächst die Definition des collapsed states, daraufhin die des Terrorismus. Eine ausführliche Definition dieser Begriffe ist nötig, da die Komplexität des riesig ist und die Definitionen bereits als umstritten wirken. „It refers to a situation where the structure, authority (legitimate power), law, and political order have fallen apart and must be reconstituted in some form, old or new."1 Der „state collapse” ist also eine Situation, in der der Staatsapparat zerfällt, beziehungsweise zerfallen ist. Struktur, Handlungskraft, Gesetz und Ordnung sind zerfallen und müssen wieder aufgebaut werden. „On the other hand, it is not necessarily anarchy. Nor is it simply a byproduct of the rise of ethnic nationalism: it is the collapse of old orders, notably the state, that brings about the retreat to ethnic nationalism as the residual, viable identity."2 Anarchie ist also kein unbedingt auftretendes Erscheinungsmuster und es ist ebenfalls nicht zwingend ein Produkt von Nationalismus. Der Nationalismus ist in solchen Situationen in gestärkter Form aufzufinden, da der Zerfall des Staates diesen erst stärkt. „Indeed, one hypothesis to be pursued is that when the state collapses, order and power (but not always legitimacy) fall down to local groups or are up for graps. These ups and downs of power then vie with central attempts to reconstitute authority. For a period, the state itself, as a legitimate, functioning order, is gone.”3 Ein oft auftretendes Phänomen in solchen Staaten ist die steigende Macht lokaler Gruppen oder Banden. Die zentrale Macht des Landes steht durch versuchten Machtzurückgewinn daraufhin oftmals im Konflikt mit diesen Gruppen. Die Definition von Terrorismus ist umstritten, da diese in anderen Ländern oder Kontinenten anders ausfallen könne. Diese Arbeit geht von der Definition von Andreas Bocks Werk Terrorismus. Dieser wird hierbei durch vier essenzielle Merkmale bestimmt: „(…) a) Als politische Gewalt, die b) Zwang ausübt, indem sie c) Angst und Schrecken (Terror) verbreitet, weil sie d) grundsätzlich jeden verletzen und töten kann“4

2. Collapsed states

2.1 Entstehung von einem collapsed state

Das Entstehen eines collapsed states kann aus vielen Gründen die gegenwärtige Situation eines Staates werden. Der folgende Abschnitt zeigt die relevantesten Theorien und Ansätze auf und erklärt diese ebenfalls. Mögliche Ursachen sind, außenpolitisch gesehen, militärische Eroberungen oder politische Verschmelzungen mehrerer Staaten. Innenpolitische Ursachen können unter anderem Machtkämpfe im eigenen Lande sein. Die Meinungen, welche Ursachen vorherrschend sind, gehen weit auseinander.5 Auffallend ist, dass das Phänomen eines kollabierten Staates oftmals in der dritten Welt auftritt. „Berühmte Vertreter“ sind Somalia oder der Kongo.6 Ein Blick auf die wesentlichen Gründe für einen collapsed state lässt schnell die Beziehung zwischen Gesellschaft und Staat in den Vordergrund treten.7 Eine nicht gegebene Passform ist eine weitere, oft gebrauchte, These. Es handelt sich hierbei um die Passform der Gesellschaft und der etatistischen Form, also dem staatlichen Handlungsfeld, beziehungsweise der Zuständigkeit des Staates. Diese Passform sei vor allem in afrikanischen Staaten nicht vorhanden. Ein Charakteristikum, das oftmals bei collapsed states zu beobachten ist, ist die “captured autonomy”, die wie folgt beschrieben wird: „Such states are autonomous in the sense that they are not significantly constrained by forces outside of the state apparatus; yet the state is captured in the sense that the elite controlling the state is exploiting that control for benefit of its own narrow interests.“8 Der Staat handelt also in erster Linie für die eigenen Interessen, nicht für die der Gesellschaft. In einem funktionierenden Staat muss eine Verknüpfung zweier Punkte gegeben sein. Der erste Punkt ist das Vorhandensein einer angemessenen Autonomie. Punkt zwei beinhaltet die Verflechtung von Staat und dem produktiven Sektor. Collapsed states hingegen erfüllen diesen zweiten Punkt nicht, höchstens nur in geringem Maße. Eine weitere Argumentation, nämlich die des imperialismustheoretischen Ansatzes lautet, dass die maßgebende Entwicklung, die zu der jetzigen Situation führte, auf das Handeln der internationalen Akteure zurückzuführen ist. Ursachen für den Zerfall der Staaten seien hierbei die Demokratiesierung, Good Governance und Strukturanpassungsprogramme.9 Eine weitere Ansicht besagt, dass ein Interessenverlust von den großen Staaten an den heutigen collapsed states die Ursache sei. Transfers seien beschnitten worden und somit ein steiniger Weg für die kleineren Staaten gelegt.10 Wie am Anfang beschrieben gibt es Befürworter und Gegner der genannten Theorien. Eine allgemeine Ursache, die sich auf alle Fälle beziehen lässt, gibt es nicht. Mit Betracht auf die stark unterschiedlichen Fälle, wie den Gewaltexzessen in Sierra Leone oder der prekären Stabilität in Somalia ist das allerdings nicht verwunderlich.11

2.2 Fragile States Index

Um einen darüber Überblick zu verschaffen, welche Staaten in der heutigen Zeit als Collapsed State gelten, wird im Folgenden der „Fragile States Index“ behandelt. Es ist ein Ranking-System, das 178 Nationen beinhaltet.12 „The Fragile States Index (FSI) produced by the Fund for Peace (FFP), is a critical tool in highlighting not only the normal pressures that all states experience, but also in identifying when those pressures are pushing a state towards the brink of failure.”13 Es dient also vor allem als Identifizierungsmechanismus, um auf Staaten hinzuweisen, welche Gefahr laufen zu zerfallen. Drei Indikatoren sind gegeben, und zwar ökonomische, soziale und zuletzt militärische und politische. Zu dem sozialen Indikator gehören unter anderem demographischer Druck und Konflikte zwischen Menschengruppen. Ökonomische Punkte sind die ökonomische Ungleichheit, Armut und Defizite der Gesamtökonomie. Die Indikatoren des Militärs und der Politik sind die Legitimation und Sicherheit des Staates, sowie der sozialen Dienste.14 Um eine klarere Herauskristallisierung der einzelnen Status herbeizurufen, gibt es eine grobe Einteilung der einzelnen Staaten. Diese Einteilung reicht von „Very Sustainable“ bis zu „Very High Alert“. Das Rating besteht aus einer Zahl. Desto niedriger die Zahl, desto stabiler ist das untersuchte Land.15 Am „besseren“ Ende findet man im Jahr 2016 Finnland mit einem Rating von 18.8. Finnland gilt somit als sehr stabil. Am unteren Ende stehen Somalia (Very high Alert: Rating von 114), Süd Sudan (Very high Alert: Rating von 113,8) und die zentralafrikanische Republik (Very high Alert: Rating von 112,1). Diese Staaten gelten somit als instabilste Staaten in dem gegebenen Index. Weitere interessant Ratings sind die von Syrien (Very high Alert: Rating von 110,8), Afghanistan (High Alert: Rating von 107,9) und Deutschland (Sustainable: Rating von 28,6).16 Trends, einmal im Vergleich zum letzten Jahr (2015), als auch im Vergleich zu den letzen Jahren (2007-2016), sind hier ebenfalls aufgezeigt. Der folgende Abschnitt beschäftigt sich mit dem Vergleich zu 2007. Moldawien (Rating von 73,2; Verbesserung von -12,5), Kuba (Rating von 66,3; Verbesserung von -12,3) und Turkmenistan (-11,5) sind hier als die größten „Gewinner“ verzeichnet. Auch Deutschland zeigt eine deutliche Verbesserung, und zwar mit einer Verbesserung um Prozent. Auf der Gegenseite haben wir die Verlierer in diesem Rating. Dabei handelt es sich um Libyen (Rating von 96,4; Verschlechterung von

[...]


1 SAIS African studies library: Collapsed states. The disintegration and restoration of legitimate authority, Rienner, Boulder, Colo. 1995, S. 1

2 Ebd.

3 Ebd.

4 Bock, Andreas: UTB Profile. Bd. 3042: Terrorismus, Fink, Paderborn 2009, S. 22

5 Vgl. Spanger, Hans-Joachim: HSFK-Report. Bd. 2002,1: Die Wiederkehr des Staates. Staatszerfall als wissenschaftliches und entwicklungspolitisches Problem, Hess. Stiftung Friedens- und Konfliktforschung, Frankfurt am Main 2002, S. 4

6 Vgl. ebd.

7 Vgl. ebd., S. 9

8 Vgl. Evans, Peter B.: Princeton paperbacks: Embedded Autonomy. States and Industrial Transformation,Princeton University Press, Princeton, N.J 1995, S. 72

9 Vgl. ebd., S. 12

10 Vgl. ebd.

11 Vgl. ebd., S. 16

12 Vgl. J.J. MESSNER, NATE HAKEN, ET AL: Fragile States Index 2016: The Book 2016, URL:http://library.fundforpeace.org/fsi16-report [Zugriff: 28.03.2017], S. 3

13 Ebd., S. 12

14 Vgl. ebd., S. 12f.

15 Vgl. ebd., S. 3

16 Vgl. ebd., S. 6f.

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Herausforderungen der collapsed states und des Terrorismus für die Weltpolitik
Hochschule
Universität Duisburg-Essen
Note
1,7
Autor
Jahr
2017
Seiten
14
Katalognummer
V504893
ISBN (eBook)
9783346056054
ISBN (Buch)
9783346056061
Sprache
Deutsch
Schlagworte
collapsed states Herausforderung Terrorismus Weltpoilitik
Arbeit zitieren
Alexander Kalemba (Autor), 2017, Herausforderungen der collapsed states und des Terrorismus für die Weltpolitik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/504893

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