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Theorien der internationalen Beziehungen. Altes Gedankengut oder innovative Ideen?

Sozialkonstruktivismus und kritische Theorie an den drei Traditionen von Martin Wight

Title: Theorien der internationalen Beziehungen. Altes Gedankengut oder innovative Ideen?

Term Paper , 2005 , 19 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Anonym (Author)

Politics - Political Theory and the History of Ideas Journal
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Martin Wight, ein Dozent der internationalen Beziehungen, Mitglied des „British Committee“, sowie der Begründer der Englischen Schule, hat in seinen Vorlesungen erstmals die drei Traditionen der internationalen Theorien formuliert, die nach seinem Tod von seinen ehemaligen Studenten als Buch unter dem Namen „Martin Wight, International theory: the three traditions“ erschienen sind. In seinen Überlegungen über die internationale Politik und die vorherrschenden Theorien unternimmt er den Versuch, die drei führenden Schulen zu klassifizieren und die Kontinuität dieser aufzuzeigen. Dabei werden zwei wesentliche Tatsachen über die Theorien der internationalen Beziehungen formuliert. Erstens, dass es keinen „Körper“ der internationalen Theorie gibt, sondern, dass sich die einzelnen Theorieschulen gegenseitig bedingen und durchkreuzen, und zweitens, dass die neuen Theoretiker aus alten Ideen schöpfen, so dass die neuesten Theorien lediglich eine Akzentverschiebung im alten Denken, nicht jedoch eine neue, eigenständige Theorie darstellen.1Ausgehend von dieser Annahme, werde ich im folgenden den Sozialkonstruktivismus nach Alexander Wendt und die kritische Theorie nach Andrew Linklater, die zum post-positivistischen Lager der internationalen Theorien gehören, anhand von Wights Traditionen untersuchen um zu überprüfen, ob sich seine Behauptungen bestätigen oder ob diese modernen Theorien wirklich einen selbständigen, neuen und gradlinigen Strang bilden. Angefangen mit einer kurzen Einführung in die wesentlichen Merkmale und die Hauptaussagen der einzelnen Schulen, werde ich anhand der Aussagen über die menschliche Natur, die internationale Gesellschaft, den Nationalstaat sowie die Außenpolitik und das internationale Recht, die modernen Theoretiker den jeweiligen Traditionen von Martin Wight zuordnen und überprüfen, ob sich diese ähneln, um im Fazit zu diskutieren, wo es Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen den alten und den neueren „Denkern“ gibt und inwiefern Wights Aussage gerechtfertigt ist oder nicht.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Schlüsselmerkmale und Hauptvertreter der einzelnen Theorien

2.1 Die Englische Schule und Martin Wight

2.2 Der Sozialkonstruktivismus und Alexander Wendt

2.3 Die Kritische Theorie und Andrew Linklater

3. Altes und Neues in den modernen Theorien- Sozialkonstruktivismus sowie die Kritische Theorie und die drei Traditionen

3.1 Die menschliche Natur

3.2 Die internationale Gesellschaft

3.3 Der Nationalstaat

3.4 Die Außenpolitik

3.4.1 internationale Zusammenarbeit

3.4.2 Diplomatie

3.5 Internationales Recht und Ethik

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, ob moderne Theorien der internationalen Beziehungen, speziell der Sozialkonstruktivismus nach Alexander Wendt und die Kritische Theorie nach Andrew Linklater, tatsächlich innovative Ansätze darstellen oder lediglich eine Akzentverschiebung innerhalb der klassischen Traditionen von Martin Wight vollziehen.

  • Klassifizierung der internationalen Theorien nach Martin Wights drei Traditionen
  • Analyse der post-positivistischen Ansätze von Alexander Wendt und Andrew Linklater
  • Vergleich der theoretischen Aussagen zu Menschenbild, internationaler Gesellschaft und Nationalstaat
  • Untersuchung der außenpolitischen Aspekte wie Diplomatie und internationale Zusammenarbeit
  • Kritische Bewertung der Eigenständigkeit moderner Theorien gegenüber traditionellem Gedankengut

Auszug aus dem Buch

3.1 Die menschliche Natur

Mit seiner optimistischen Sichtweise sieht der Revolutionist den Menschen als ein gutes und freies Wesen, das allerdings im wahren Leben, ob nun durch ein Herrschaftssystem oder durch bestimmte Normen, „in Ketten gehalten“ und eingeschränkt wird, was seine freie Entfaltung und ein vernünftiges Leben behindert. Die Kritische Theorie teilt die gleiche Sichtweise der menschlichen Natur, indem sie die vorherrschenden Exklusivsysteme auf nationaler und internationaler Ebene, die bestimmte Menschengruppen ausschließen, kritisiert und dafür „kämpft“, mehr Autonomie und Gleichberechtigung für alle Menschen auf der ganzen Welt durchzusetzen.

Die Rationalisten heben die Spannungen in der menschlichen Natur hervor. Menschen handeln oft unterschiedlich, was zum einen auf Lernprozesse zurückzuführen ist und zum anderen auf die damit verbundene menschliche Rationalität, wenn es darum geht, seine Bedürfnisse und Interessen zu verwirklichen. Unter diesem Gesichtspunkt wägt der Mensch ab, was er will, wie er es will und wie es am besten zu verwirklichen ist, wodurch er durchaus in der Lage ist, Kompromisse einzugehen und zu kooperieren. Sozialkonstruktivisten argumentieren, wenn auch mit manchmal veränderten Begrifflichkeiten, ähnlich. Durch die Festlegung der Rollenmerkmale Freund-Feind-Rivale, die fließend ineinander übergehen, wird die Spannung in der menschlichen Natur durch diese Rollenvielfalt verdeutlicht. Dass Akteure in einem Kommunikationsprozess ihre Interessen austauschen und angleichen um zu einem Konsens zu kommen und dass Lernprozesse, die durch wiederholte Kommunikation und Kooperation einhergehen, einen Identitätswandel bedingen, spricht dafür, dass der Mensch ein rationales Wesen ist, das selbstständig seine Handlungen entwirft und koordiniert.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in Martin Wights drei Traditionen der internationalen Theorie und Formulierung der Forschungsfrage zur Eigenständigkeit post-positivistischer Ansätze.

2. Schlüsselmerkmale und Hauptvertreter der einzelnen Theorien: Detaillierte Vorstellung der Englischen Schule, des Sozialkonstruktivismus sowie der Kritischen Theorie und deren jeweilige Hauptvertreter.

3. Altes und Neues in den modernen Theorien- Sozialkonstruktivismus sowie die Kritische Theorie und die drei Traditionen: Detaillierter Vergleich der Ansätze hinsichtlich ihrer Konzepte zu Mensch, Gesellschaft, Nationalstaat und Außenpolitik.

4. Fazit: Kritische Schlussbetrachtung, inwieweit moderne Theorien durch die Einbindung alter Denker lediglich als Neukontextualisierungen und nicht als völlig neue eigenständige Theorien zu bewerten sind.

Schlüsselwörter

Internationale Beziehungen, Martin Wight, Sozialkonstruktivismus, Alexander Wendt, Kritische Theorie, Andrew Linklater, Englische Schule, internationale Gesellschaft, Nationalstaat, Außenpolitik, Diplomatie, Internationale Theorie, Traditionen, Globalisierung, Identitätsbildung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, ob moderne internationale Theorien wie der Sozialkonstruktivismus und die Kritische Theorie wirklich innovative, eigenständige Ansätze sind oder ob sie lediglich auf altem Gedankengut basieren.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Arbeit fokussiert sich auf das Menschenbild, die Struktur der internationalen Gesellschaft, die Rolle des Nationalstaates und die Ausgestaltung von Außenpolitik, Diplomatie und internationalem Recht.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, den Sozialkonstruktivismus und die Kritische Theorie anhand der von Martin Wight formulierten drei Traditionen zu untersuchen und deren Innovationsgehalt kritisch zu hinterfragen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin verwendet eine komparative Analyse, bei der die Konzepte von Wendt und Linklater mit den Traditionen von Wight verglichen werden, um Kontinuitäten und Brüche aufzuzeigen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden die Theorien systematisch in Kategorien wie „menschliche Natur“, „internationale Gesellschaft“ und „Außenpolitik“ unterteilt und hinsichtlich ihrer Übereinstimmung mit klassischen Denktraditionen geprüft.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Kernbegriffe sind Internationale Beziehungen, Sozialkonstruktivismus, Kritische Theorie, Identitätsbildung, Traditionen, Außenpolitik und Souveränität.

Wie bewertet die Autorin Alexander Wendts Beitrag?

Wendt wird als Theoretiker gesehen, der die drei Traditionen Wights mit soziologischen Begriffen untermauert, jedoch keine originären Lösungen für Probleme wie die aktive Veränderung staatlicher Identitäten zur Kriegsvermeidung liefert.

Was kritisiert die Arbeit an Andrew Linklater?

Kritisiert wird die starke Fixierung auf die westlich geprägte repräsentative Demokratie, wodurch andere kulturelle und religiöse Identitäten in den Hintergrund treten und Gefahr laufen, instrumentalisiert zu werden.

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Details

Title
Theorien der internationalen Beziehungen. Altes Gedankengut oder innovative Ideen?
Subtitle
Sozialkonstruktivismus und kritische Theorie an den drei Traditionen von Martin Wight
College
http://www.uni-jena.de/  (Politikwissenschaft)
Course
Politische Philosophie der internationalen Beziehungen
Grade
2,0
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2005
Pages
19
Catalog Number
V50503
ISBN (eBook)
9783638467094
ISBN (Book)
9783656757511
Language
German
Tags
Theorien Beziehungen Gedankengut Ideen Eine Untersuchung Sozialkonstruktivismus Theorie Traditionen Martin Wight Politische Philosophie Beziehungen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2005, Theorien der internationalen Beziehungen. Altes Gedankengut oder innovative Ideen?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/50503
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