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Abseits der Geschlechterbinarität. Trans* & Transidentität

"Abweichende" Geschlechtsidentität und zeitgemäße Sexualerziehung im Biologieunterricht

Título: Abseits der Geschlechterbinarität. Trans* & Transidentität

Tesis (Bachelor) , 2017 , 57 Páginas , Calificación: 1,3

Autor:in: Melina Gerdtz (Autor)

Didáctica - Biología
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Das biologische Geschlecht von Neugeborenen in Deutschland wird direkt nach ihrer Geburt festgeschrieben, da sie aufgrund der aktuellen Rechtslage zwingend einem der Personenstände - weiblich oder männlich - zugeordnet werden müssen. Diese dichotome Zuweisung von Geschlechtlichkeit an Individuen, inklusive der eigenen Person, spielt in den meisten modernen Kulturkreisen eine so dominante Rolle, dass sie als elementare, soziale Ordnungskategorie die Lebenswelt in vielen Bereichen beeinflusst.

Es sollte trotz alledem jedoch mittlerweile weithin bekannt sein, dass es eine Vielzahl von Menschen gibt, die sich nicht mit diesen, durch eine binäre Geschlechterordnung geprägten Konzepten identifizieren können und/oder wollen. Diese Personen werden im aktuellen fachsprachlichen Diskurs als Transidente oder Trans* (veraltet und alltagssprachlich auch Transsexuelle) bezeichnet, und demonstrieren ein breites Spektrum von Identitäten, Lebensweisen und Konzepten, die über die Zweigeschlechternorm hinausgehen, auch solche, die sich nicht geschlechtlich verorten (lassen) möchten.

Aktuell findet dieses gesellschaftlich immens polarisierende Spektrum der menschlichen Lebens- und Ausdrucksweisen jedoch oft nur in sehr geringem Umfang und teils umstritten Einzug in den schulischen (Biologie-)Unterricht und in die integrierte Sexualerziehung. Insbesondere jedoch in Anbetracht der zum Teil immensen Diskriminierung und Nichtanerkennung Transidenter im öffentlichen Leben, der häufig bestehenden Verunsicherung und Ratlosigkeit im sensiblem Umgang mit dieser Thematik und nicht zuletzt des potenziell großen Bildungs- und Reflexionsanlasses speziell in Bezug auf die meist selbstverständliche, naturalisierte Hinnahme der Zweigeschlechtergesellschaft und dem Verständnis von Geschlecht generell, wohnt der Thematisierung von Trans* ein signifikanter pädagogischer Wert inne. Worin dieser pädagogische Wert genauer besteht und warum das Themenfeld der Transidentität und Trans* relevant für eine zeitgemäße Sexualerziehung im Biologieunterricht ist, wird in dieser Arbeit thematisiert.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1. Ausgangslage und Problemhintergrund

1.2. Erkenntnisinteresse

1.3. Methodik und Vorgehensweise

2. Theoretischer Rahmen und Begriffsdefinitionen

2.1. Identität

2.2. Geschlecht und Geschlechtsidentität

2.2.1. Biologische Perspektive ~ Sex

2.2.2. Soziologisch-reflexive Perspektive ~ Gender

2.2.3. Kritik an der Sex-Gender-Dichotomie

2.3. Trans* & Transidentität

2.3.1. Trans* & Transidentität und die Geschlechterbinarität

2.3.2. Problematik der Psychopathologisierung

3. Relevanz für eine zeitgemäße Sexualerziehung im Biologieunterricht

3.1. Schule als institutioneller Ort der Sozialisation und Identitätsentwicklung in Relation zu Trans*

3.2. Aufgaben der allgemeinen Sexualerziehung in der Schule anhand des Beispiels des Bundeslandes NRW

3.3. Integration von Trans* in den Biologieunterricht – Notwendigkeit und Chancen.

4. Ausblick & Diskussion

5. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Relevanz der Thematik Trans* und Transidentität für eine zeitgemäße Sexualerziehung im Biologieunterricht, mit dem Ziel, Sensibilität zu schaffen und notwendige Aufklärungsarbeit zu leisten, um Diskriminierung abzubauen und eine diskriminierungsfreie Lernumgebung zu fördern.

  • Grundlagen der Identität und Geschlechtsidentität aus biologischer und soziologischer Perspektive.
  • Kritische Auseinandersetzung mit der Zweigeschlechterbinarität und der Pathologisierung von Transidentität.
  • Die Rolle der Schule als Ort der Sozialisation und Identitätsentwicklung.
  • Analyse der Sexualerziehung am Beispiel Nordrhein-Westfalens.
  • Notwendigkeit und Chancen der Integration von Trans*-Themen in den Biologieunterricht.

Auszug aus dem Buch

2.3.2. Problematik der Psychopathologisierung:

Die Medizin sowie die Psychologie genießen, wie die Naturwissenschaften auch, eine große Wissensautorität in der westlichen Gesellschaft (vgl. PALM 2013). Als gesund oder „normal“ gilt nach medizinischen Gesichtspunkten, eine Person die körperlich zweifellos männlich oder weiblich ist sowie eine dazu passende, eindeutige Geschlechtsidentität etabliert hat. Abweichungen von dieser Norm werden psychopathologisch als Krankheit definiert und somit auch als behandlungsbedürftig aufgefasst (vgl. HOLZLEITHNER/ DANIELCZYK 2004).

Der sogenannte „Transsexualismus“, dessen Ursachen bis heute vollkommen ungeklärt sind (vgl. RAUCHFLEISCH 2007a; b; 2016, SENF 2014), wird nach der aktuell gültigen Definition der WHO (World Health Organization) als der Wunsch verstanden, als Angehöriger des anderen Geschlechtes zu leben und als solcher anerkannt zu werden. Dieser geht weiterhin meist mit Unbehagen und/oder dem Wissen über die nicht mit der Geschlechtsidentität als übereinstimmend geltenden Körpermerkmalen einher. Häufig besteht nach der Definition auch der Wunsch nach chirurgischer und/oder hormoneller Behandlung, um den eigenen Körper dem bestehenden Identitätsgeschlecht anzupassen (vgl.: WHO: ICD-10 Version 2010 - F64.0). Dabei lastet dieser derzeitigen Definition der WHO der üble Beigeschmack der Kategorisierung als „Störung“ an, da die Gruppe F64 der ICD-10 die psychischen Störungen der Geschlechtsidentität umfassen und als Krankheit verstanden werden (vgl. RAUCHFLEISCH 2016). Darum werden Bezeichnungen wie „transsexuell“ von Betroffenen auch aufgrund dieser Psychopathologisierung abgelehnt und stattdessen Terminologien wie transident oder trans* bevorzugt - wie es auch in dieser Arbeit der Fall ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Ausgangslage, Relevanz des Themas und Erläuterung der methodischen Vorgehensweise.

2. Theoretischer Rahmen und Begriffsdefinitionen: Fundamentale Begriffe der Identität, der biologischen und soziologischen Geschlechtlichkeit sowie eine Einführung in das Thema Trans*.

3. Relevanz für eine zeitgemäße Sexualerziehung im Biologieunterricht: Untersuchung der Schule als Sozialisationsraum und der Notwendigkeit einer inklusiven Sexualerziehung.

4. Ausblick & Diskussion: Reflexion über die methodische Erschließung und die Bedeutung für die universitäre Lehrerbildung.

5. Zusammenfassung: Zentrale Kernaussagen zur Bedeutung von Transidentität als Normvariante der menschlichen Identität.

Schlüsselwörter

Trans*, Transidentität, Geschlechtsidentität, Sexualerziehung, Biologieunterricht, Zweigeschlechtlichkeit, Sozialisation, Identitätsentwicklung, Diskriminierung, Pathologisierung, Gender, Geschlechterrollen, Inklusion, Normvariante, Menschenrechte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Thematik Trans* und Transidentität und deren Relevanz für eine zeitgemäße Sexualerziehung im schulischen Biologieunterricht.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit umfasst Identitätstheorien, die biologische und soziologische Konstruktion von Geschlecht, die Kritik an der Geschlechterbinarität und der Pathologisierung sowie pädagogische Konzepte zur schulischen Sexualerziehung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, für die komplexe Thematik zu sensibilisieren und aufzuzeigen, warum die Integration von Trans*-Themen im Biologieunterricht für eine diskriminierungsfreie und menschenrechtsorientierte Schule unerlässlich ist.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer systematischen Literaturrecherche nach Ebster/Stalzer basiert und durch heuristische Verfahren ergänzt wurde.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Rahmen zu Identität und Geschlecht sowie einen anwendungsorientierten Teil zur Bedeutung der Schule und zur Integration des Themas in den Biologieunterricht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Trans*, Geschlechtsidentität, Sexualerziehung, Biologieunterricht, Zweigeschlechtlichkeit und Pathologisierung.

Inwiefern beeinflusst die Schule die Identitätsentwicklung von Trans*-Schüler*innen?

Die Schule fungiert als wichtige Sozialisationsinstanz, die häufig unreflektiert heteronormative Geschlechterrollen reproduziert, was für Trans*-Schüler*innen zu Identitätskonflikten und Diskriminierung führen kann.

Warum wird die aktuelle Pathologisierung von Transidentität kritisiert?

Die Kategorisierung als „psychische Störung“ stigmatisiert Betroffene, ordnet sie außerhalb der „normalen“ Gesellschaft ein und kann den Zugang zu notwendiger Unterstützung erschweren oder diskriminierend wirken.

Final del extracto de 57 páginas  - subir

Detalles

Título
Abseits der Geschlechterbinarität. Trans* & Transidentität
Subtítulo
"Abweichende" Geschlechtsidentität und zeitgemäße Sexualerziehung im Biologieunterricht
Universidad
University of Münster  (Zentrum für Didaktik der Biologie)
Calificación
1,3
Autor
Melina Gerdtz (Autor)
Año de publicación
2017
Páginas
57
No. de catálogo
V505056
ISBN (Ebook)
9783346058669
ISBN (Libro)
9783346058676
Idioma
Alemán
Etiqueta
Trans* Trans Transidentität Geschlecht Genderwissenschaften Geschlechterbinarität
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Melina Gerdtz (Autor), 2017, Abseits der Geschlechterbinarität. Trans* & Transidentität, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/505056
Leer eBook
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