Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem Thema der Qualitätsicherung in der Wirtschaftsprüfung und in Industrieunternehmen. Neben grundsätzlichen Einführungen in die Qualität in den jeweiligen Branchen beschreibt diese Arbeit vor allem das QSS (Qualitätssicherungssystem) in der Wirtschaftsprüfung nach dem neuen IDW EQS 1 und das der Industrieunternehmen nach DIN EN ISO 9000 ff. und wirft am Ende einen Blick auf die Unterschiedlichkeiten und Gemeinsamkeiten.
Das deutsche Sprichwort "Gute Ware lobt sich selbst" ist heute aktueller denn je. Zweifelsfrei streben die meisten Unternehmen nach Gewinnen und möchten in ihrem Tun wettbewerbsfähig sein und bleiben. Hierfür wichtig sind eindeutig die Faktoren Kosten und Zeit, gleichwohl ist die Qualität ein sehr wichtiger Erfolgsfaktor. Diesem soll in dieser Arbeit besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden. Die Qualität hängt wesentlich damit zusammen, ob ein Unternehmen am Markt bestehen kann, denn der Kunde ist nur dann mit dem Produkt zufrieden, wenn er mit dessen Qualität zufrieden ist und die Qualität auch fortbesteht. In der Literatur werden viele Wege zur Qualitätssteigerung diskutiert. Unumgänglich bleibt neben der Frage der Qualitätssteigerung die Frage der Qualitätssicherung. Eine hohe Qualität kann nur dann Erfolg bringen, wenn sie auch konsequent verfolgt und gesichert wird. Dies wird durch das Qualitätsmanagement und genauer durch ein Qualitätssicherungssystem gewährleistet
Im Rahmen dieser Abschlussarbeit wird deshalb zuerst in den Beruf des Wirtschaftsprüfers eingeführt, um einen Einblick in die Arbeitsweise zu bekommen und damit ein besseres Grundverständnis für die Tätigkeiten in der Wirtschaftsprüfung zu erlangen. Anschließend wird der Begriff der Qualität in die Arbeit des Wirtschaftsprüfers mitaufgenommen und dargestellt, was die Qualität in der Wirtschaftsprüfung ausmacht. Im Anschluss werden die Anforderungen an ein QSS nach IDW EQS 1 dargestellt, woraufhin auch die Änderungen zu der VO 1/2006 aufgezeigt werden. Im weiteren Verlauf der Arbeit wird der Qualitätsbegriff bezogen auf Industrieunternehmen untersucht und die Anforderungen an ein QSS nach DIN ISO 9000 ff. erläutert. Zum Schluss werden die jeweiligen Anforderungen an ein QSS in der Wirtschaftsprüfung und in Industrieunternehmen verglichen. Eine kritische Würdigung mit Ausblick rundet die Arbeit ab.
Inhaltsverzeichnis
1. EINFÜHRUNG
2. QUALITÄTSMANAGEMENT IN DER WIRTSCHAFTSPRÜFERPRAXIS
2.1 TÄTIGKEITEN UND STELLUNG DES WIRTSCHAFTSPRÜFERS
2.2 QUALITÄT IN DER ERBRINGUNG VON PRÜFUNGSLEISTUNGEN
2.3 QUALITÄTSSICHERUNGSSYSTEM NACH IDW EQS 1
2.3.1 Wesentliche Inhalte
2.3.2 Vorbemerkungen
2.3.3 Definitionen und Prozess der Einrichtung, Durchsetzung und Überwachung eines Qualitätssicherungssystems
2.3.4 Regelungen zur Steuerung und Überwachung der Qualität in der Wirtschaftsprüferpraxis
2.3.5 Übereinstimmung mit ISQC 1 und ISA 220
2.4 WESENTLICHE ÄNDERUNGEN GEGENÜBER DER VO 1/2006
3. QUALITÄTSMANAGEMENT IN INDUSTRIEUNTERNEHMEN
3.1 QUALITÄT IN DER INDUSTRIE
3.2 QUALITÄTSSICHERUNGSSYSTEM NACH DIN EN ISO 9000 FF.
3.2.1 Grundlagen der Normenreihe
3.2.2 Anforderungen nach DIN EN ISO 9001:2015
4. VERGLEICH DES IDW EQS 1 MIT DIN EN ISO 9001:2015
5. ZUSAMMENFASSUNG
5.1 KRITISCHE WÜRDIGUNG
5.2 AUSBLICK
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht und vergleicht Qualitätssicherungssysteme (QSS) in zwei unterschiedlichen Branchen: bei Wirtschaftsprüfern nach dem neuen IDW EQS 1 und in Industrieunternehmen nach der Normenreihe DIN EN ISO 9000 ff. Ziel ist es, die Anforderungen an ein QSS in der Wirtschaftsprüfung darzustellen, die Unterschiede zur industriellen Qualitätssicherung aufzuzeigen und eine kritische Bewertung der neuen IDW-Regelungen vorzunehmen.
- Qualitätsmanagement in der Wirtschaftsprüfung
- Anforderungen des IDW EQS 1 an Qualitätssicherungssysteme
- DIN EN ISO 9001:2015 als Grundlage in Industrieunternehmen
- Vergleichende Analyse der beiden Qualitätssicherungsansätze
- Bedeutung von Unabhängigkeit und Berufspflichten in der Wirtschaftsprüfung
Auszug aus dem Buch
2.3.3 Definitionen und Prozess der Einrichtung, Durchsetzung und Überwachung eines Qualitätssicherungssystems
Im nächsten Teil des Standards werden einige Begriffe definiert. Auf diese wird an dieser Stelle nicht eigens eingegangen, jedoch an entsprechenden Stellen der Arbeit wieder aufgegriffen und dann definiert.
Im Anschluss an die Definitionen widmet sich der Standard dem Prozess der Einrichtung, Durchsetzung und Überwachung eines QSS. Verantwortlich für diese Tätigkeiten sind die in der Praxis tätigen Berufsangehörigen bzw. die Praxisleitung (Def.: „Praxisinhaber, Sozien einer Sozietät, Geschäftsführungsorgan bei WP-Gesellschaften, Partner einer Partnerschaftsgesellschaft.“). Von der Praxisleitung können trotzdem einzelne Aufgaben an fachlich geeignete Mitarbeiter delegiert werden. Wichtigster Punkt für das Funktionieren eines QSS ist die Angemessenheit und Wirksamkeit des Systems. Das bedeutet für die Angemessenheit mit hinreichender Sicherheit sicherstellen zu können, dass die Regelungen eingehalten werden. Nach IDW PS 200 Rdnr. 25 bedeutet hinreichende Sicherheit nicht absolute Sicherheit, die in der Abschlussprüfung nicht erreicht werden kann. Es verbleibt immer ein Risiko, dass ein wesentlicher Fehler im Jahresabschluss übersehen wird. Wirksam wird das QSS, wenn es von allen Mitarbeitern zur Kenntnis genommen wurde und angewendet wird.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINFÜHRUNG: Die Einleitung beleuchtet die Bedeutung von Qualität als Erfolgsfaktor und führt in die Relevanz der Qualitätssicherung in der Wirtschaftsprüfung sowie der Industrie ein.
2. QUALITÄTSMANAGEMENT IN DER WIRTSCHAFTSPRÜFERPRAXIS: Dieses Kapitel erläutert das Berufsbild, definiert Qualität in der Prüfungsleistung und detailliert die Anforderungen des IDW EQS 1 an ein Qualitätssicherungssystem.
3. QUALITÄTSMANAGEMENT IN INDUSTRIEUNTERNEHMEN: Hier werden die Grundlagen der Industrie sowie der prozessorientierte Ansatz der Norm DIN EN ISO 9001:2015 und das PDCA-Modell beschrieben.
4. VERGLEICH DES IDW EQS 1 MIT DIN EN ISO 9001:2015: Der Vergleich analysiert Unterschiede in der Verbindlichkeit, im Aufbau und in den inhaltlichen Schwerpunkten beider Standards.
5. ZUSAMMENFASSUNG: Dieses Kapitel enthält eine kritische Würdigung der neuen IDW-Regelungen und gibt einen Ausblick auf die zukünftige Entwicklung und Verbindlichkeit des Standards.
Schlüsselwörter
Qualitätssicherung, Qualitätssicherungssystem, Wirtschaftsprüfung, IDW EQS 1, DIN EN ISO 9001, Qualitätsmanagement, Abschlussprüfung, Berufsangehörige, Auftragsabwicklung, Nachschau, Prozessorientierung, PDCA-Modell, Risikomanagement, Berufspflichten, Unabhängigkeit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie Qualitätssicherung in der Wirtschaftsprüfung und in Industrieunternehmen strukturiert ist, und vergleicht die entsprechenden Standards miteinander.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Anforderungen an Qualitätssicherungssysteme nach dem IDW EQS 1 für Wirtschaftsprüfer und nach der ISO 9000er-Reihe für Industriebetriebe.
Was ist das primäre Ziel der Bachelorarbeit?
Ziel ist es, die spezifischen Anforderungen an die Qualitätssicherung in der Wirtschaftsprüfungspraxis darzulegen und die Unterschiede zu industriellen Qualitätsmanagementsystemen herauszuarbeiten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf der Analyse von Fachnormen, Gesetzestexten und einschlägiger Literatur basiert, um die unterschiedlichen Anforderungen an Qualitätssicherungssysteme zu vergleichen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Darstellung des IDW EQS 1, das Qualitätsmanagement in der Industrie sowie den direkten Vergleich der beiden Systeme hinsichtlich Aufbau, Verbindlichkeit und Inhalt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Qualitätssicherungssystem, IDW EQS 1, ISO 9001, Wirtschaftsprüfung, Auftragsabwicklung und interne Nachschau.
Warum ist eine Überarbeitung der alten VO 1/2006 durch den IDW EQS 1 notwendig gewesen?
Die VO 1/2006 konnte den neuen gesetzlichen Anforderungen an die Abschlussprüfung, etwa durch die EU-Abschlussprüferverordnung, nicht mehr in ausreichendem Maße gerecht werden.
Wie unterscheiden sich die Ansätze des EQS 1 und der ISO 9001 hinsichtlich ihrer Flexibilität?
Während der EQS 1 speziell auf die Bedürfnisse und Berufspflichten der Wirtschaftsprüfer zugeschnitten ist und den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit betont, bietet die ISO 9001 einen allgemeineren, prozessorientierten Rahmen, der branchenunabhängig für alle Unternehmen gilt.
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- Anonym (Autor:in), 2017, Qualitätsprüfung von Wirtschaftsprüfungsgesellschaften und Industrieunternehmen im Vergleich. Unterschiede und Gemeinsamkeiten von EQS1 und ISO9000, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/505087