Mittlerweile ist zwar jeder zweiten Führungskraft die Bedeutung der Digitalisierung für das Unternehmen bewusst, bei der Umsetzung im Arbeitsalltag bestehen aber oft Diskrepanzen und sogar Ratlosigkeit. Das Ziel dieser Arbeit sind Erkenntnisse über die veränderten Anforderungen an die Führungskraft, um die Herausforderungen des digitalen Wandels bewältigen zu können. Dazu werden die Veränderungen bei den grundlegenden Aufgaben einer Führungskraft analysiert. Dabei sollen folgende Forschungsfragen beantwortet werden: Welche Implikationen hat die Digitalisierung von Geschäftsprozessen für die Führungsaufgaben und auf das Führungsverhalten von der Führungskraft? Welche Kompetenzen werden für eine erfolgreiche Führung im digitalen Zeitalter vom Digital Leader benötigt? Der Schwerpunkt dieser Arbeit richtet sich dabei ausschließlich auf den deutschen Markt. Dabei werden die Fragen zudem branchenunabhängig und sowohl für Klein-, Mittel- als auch für Großunternehmen beantwortet.
Aktueller denn je lässt sich diese Aussage auf die gegenwärtigen und zukünftigen Veränderungen der Gesellschaft anwenden. Die Menschheit steckt mitten in der Digitalisierung. Sei es das Smartphone, das Shoppen im Internet oder das bargeldlose Bezahlen an der Kasse: Die Digitalisierung ist mittlerweile ein fester Bestandteil des Alltags. Doch nicht nur im privaten Umfeld führt der digitale Wandel zu tiefgreifenden Veränderungen, sondern auch in der Wirtschaft und Arbeitswelt. Getrieben durch technologische Entwicklungen und Innovationen wie Cloud Computing, Big Data, künstliche Intelligenz und Internet der Dinge verändern sich nicht nur Dienstleistungen und Produkte, sondern auch interne Strukturen. Arbeitsabläufe und Prozesse der Unternehmen sind zunehmend automatisierter, virtueller und flexibler. Unternehmen sehen sich durch die Digitalisierung mit einem Paradigmenwechsel konfrontiert, der in internationalen Debatten vielfach als "zweites Maschinenzeitalter" oder im deutschsprachigen Raum auch als "vierte industrielle Revolution" beziehungsweise "Industrie 4.0" bezeichnet wird. Zwar sind die Anforderungen an die Unternehmen von Branche zu Branche verschieden, jedoch sind sie in einem Aspekt alle gleich: Der digitale Wandel erfasst alle Unternehmensbereiche, ob Vertrieb, Marketing, Logistik oder Fertigung.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung der Arbeit
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Personalführung in Unternehmen
2.1.1 Definition und Führungsaufgaben
2.1.2 Klassische Führungstheorien
2.1.3 Neuere Führungstheorien
2.2 Digitalisierung
2.3 Digital Leadership
3 Untersuchungsrahmen
3.1 Mentales Modell
3.2 Methodik
4 Untersuchung
4.1 Auswirkungen der Digitalisierung auf die Arbeitswelt
4.1.1 Automatisierung und Prozessdigitalisierung
4.1.2 Flexibilisierung, Virtualisierung und Dezentralisierung
4.2 Digital Leadership
4.2.1 Veränderung der Führungsaufgaben und des Führungsverhaltens
4.2.2 Fähigkeiten und Kompetenzen eines Digital Leaders
4.3 Kritische Reflektion
4.4 Erfolgskriterien
5 Ergebnisse
5.1 Zusammenfassung
5.2 Limitationen
5.3 Implikationen für die Praxis
5.4 Implikationen für die Forschung
5.5 Ausblick
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, die veränderten Anforderungen an Führungskräfte durch den digitalen Wandel zu analysieren und aufzuzeigen, welche neuen Führungsaufgaben und Kompetenzen für eine erfolgreiche Bewältigung der digitalen Transformation im deutschen Unternehmenskontext erforderlich sind.
- Analyse der Auswirkungen der Digitalisierung auf Prozesse und Arbeitsstrukturen.
- Untersuchung der Veränderung klassischer Führungsaufgaben durch digitale Technologien.
- Identifikation essenzieller Kompetenzen für sogenannte Digital Leader.
- Bewertung der Rolle des Digital Leader für den Unternehmenserfolg.
- Kritische Reflektion der Herausforderungen und Erfolgskriterien bei der digitalen Transformation.
Auszug aus dem Buch
4.2.1.1 Veränderungen vorantreiben
Die Führungskraft gilt weiterhin bei unternehmerischen Veränderungsprozessen als Dreh- und Angelpunkt. Demnach impliziert der Aufgabenbereich einen Anstoß der digitalen Transformation sowie deren dauerhafte Verankerung im Unternehmen. Dies setzt voraus, dass die Führungskraft Offenheit gegenüber Neuem sowie die Überwindung von Gewohnheiten und gegebenenfalls Traditionen zeigt. Dennoch sollte die Führungskraft nicht übereilt auf den digitalen Wandel reagieren und mit der Implementierung der Digitalisierung von Geschäftsprozessen unbedacht handeln.
Infolgedessen sollten Vorüberlegungen vorgenommen werden, inwieweit die digitalen Tools die Geschäftsprozesse verbessern und in welchem Umfang jeder Prozess automatisiert werden soll und kann. Prozesse mit vielen Verzweigungen und unterschiedlichen Anwendungsumgebungen weisen eine enorme Komplexität auf und erfordern einen erhöhten Einrichtungs- und Pflegeaufwand. Daher bewährt es sich, zunächst Prozesse zu digitalisieren, die klare Ablaufregeln kennen und eine hohe Bedeutung mit dem erklärten Ziel der Effizienzsteigerung für das Unternehmen aufweisen.
Der ausschließliche Einsatz von neuen Technologien zur Veränderung von Geschäftsprozessen ist insuffizient. Für eine erfolgreiche Umsetzung der Digitalisierung sind die Mitarbeiter eine der wichtigsten Bausteine im Unternehmen. Die Aufgabe der Führungskraft ist es, die Identifikation und Begeisterungsfähigkeit für den digitalen Wandel im Unternehmen zu erwirken. Dabei spielt die Vermittlung des Sinnes und Zweckes hinsichtlich der Verwendung der digitalen Tools eine bedeutsame Rolle. Darüber hinaus muss die Führungskraft den Wandel vorleben und die neuen Veränderungen annehmen und nutzen, um die Bereitschaft der Mitarbeiter zu erhöhen. Dabei gibt die Führungskraft entsprechend Hilfestellung und fungiert als Vorbild, um im Endeffekt die Mitarbeiter in den Wandel mitzunehmen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz des digitalen Wandels ein, stellt die Problemstellung einer mangelnden digitalen Strategie in Unternehmen dar und formuliert die Forschungsfragen der Arbeit.
2 Theoretische Grundlagen: Hier werden die theoretischen Fundamente der Personalführung, Digitalisierung sowie das Konzept des Digital Leadership definiert und wissenschaftlich eingeordnet.
3 Untersuchungsrahmen: Dieses Kapitel erläutert das methodische Vorgehen sowie das Mentale Modell, das den strukturellen Aufbau der Untersuchung bildet.
4 Untersuchung: Im Hauptteil werden die Auswirkungen der Digitalisierung auf Arbeitswelt und Führung analysiert, die zentralen Führungsaufgaben reflektiert und die benötigten Kompetenzen eines Digital Leaders erörtert.
5 Ergebnisse: Das abschließende Kapitel fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen, diskutiert Limitationen und leitet Implikationen für die Unternehmenspraxis sowie zukünftige Forschungsansätze ab.
Schlüsselwörter
Digitalisierung, Digital Leadership, Personalführung, Digitale Transformation, Führungskraft, Veränderungsmanagement, Digitale Kompetenzen, Arbeit 4.0, Prozessdigitalisierung, Mitarbeiterführung, Unternehmenskultur, Effizienzsteigerung, Virtuelle Zusammenarbeit, Führungskompetenzen, Digitaler Wandel.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich kritisch mit der Rolle und den Anforderungen an Führungskräfte im Kontext der fortschreitenden Digitalisierung und Transformation von Unternehmen.
Welches sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen umfassen Personalführungstheorien, die technologischen Treiber der Digitalisierung sowie deren Auswirkungen auf Führungsaufgaben, Kompetenzanforderungen und die Unternehmenskultur.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, Erkenntnisse über die veränderten Anforderungen an Führungskräfte zu gewinnen, um die Herausforderungen des digitalen Wandels aktiv und erfolgreich zu bewältigen.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?
Die Untersuchung basiert auf einer deduktiven Vorgehensweise, wobei nationale und internationale Veröffentlichungen, Fachliteratur und empirische Studien herangezogen werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Auswirkungen der Digitalisierung auf die Arbeitswelt, die Anpassung der Führungsaufgaben, die Rolle des Digital Leaders sowie die notwendigen neuen Kompetenzen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Die Arbeit ist insbesondere durch Begriffe wie Digital Leadership, Transformation, Führungskompetenzen, Mitarbeiterentwicklung und Prozessdigitalisierung gekennzeichnet.
Warum ist das "Mentale Modell" für die Arbeit wichtig?
Es dient als konzeptioneller Untersuchungsrahmen, der die Arbeit in die Bereiche situative Einflüsse, das Gestaltungsfeld der Führung und die zu messenden Erfolgskriterien unterteilt.
Warum ist der "Digital Leader" laut Arbeit so wichtig für Unternehmen?
Der Digital Leader ist entscheidend, um die digitale Vision voranzutreiben, Ängste bei Mitarbeitern abzubauen und die Unternehmenskultur erfolgreich an die neuen digitalen Gegebenheiten anzupassen.
- Arbeit zitieren
- Christopher Höhn (Autor:in), 2019, Digital Leadership. Welche Kompetenzen werden im digitalen Zeitalter von einer Führungskraft erwartet?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/505149