Die Programmatik und Mittel von Jean Pauls "Rede des toten Christus vom Weltgebäude herab, dass kein Gott sei"


Hausarbeit (Hauptseminar), 2019

23 Seiten, Note: 1,3

David Prelle (Autor)


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einführung

2 Kurze Einteilung in Sinnabschnitte und Zusammenfassung

3 Hintergrund & Programmatik des Textes

4 Mittel der „Rede“ und ihre Effekte

5 Schlussfolgerung

6 Quellen- und Literaturverzeichnis

1 Einführung

Die 1797 veröffentlichte „Rede des toten Christus vom Weltgebäude herab, dass kein Gott sei“ 1 von Johann Paul Friedrich Richter, der seit 1792 den Autorennamen Jean Paul verwendete,2 ist ein derart imposantes Werk, dass seine Wirkungsgeschichte weit über das Jahrhundert seiner Veröffentlichung hinaus geht: Mit der Übersetzung in mehrere Sprachen wird die „Rede“ Einzug in die Weltliteratur halten und besonders in Frankreich sollte die Veröffentlichung einer sinnverändernd gekürzten Fassung eine ganze Reihe von Autoren und Dichtern inspirieren und ihnen ausdrucksstarke Bilder und Motive stiften.3 Diese beschränken sich nicht nur auf die Literatur, sondern die „Rede“ „präfiguriert und verdichtet überdies Bilder und Motive, die den europäischen 'Nihilismus' von Nietzsche und Kierkegaard bis Baudelaire begründen sollten.“ 4 Dieser Einfluss sowohl auf Poetik, als auch Philosophie lässt eine der „Rede“ innewohnende Verknüpfung dieser vermuten. Nicht nur diese Ambivalenz macht die „Rede“ so komplex, die folgende Betrachtung darf sich jedoch auf diese beiden Gebiete fokussieren, um Programmatik und Bewerkstelligung zu beleuchten und schlussendlich einen Deutungsversuch vorzunehmen. Dazu wird nach einer Rekapitulationdes Hintergrundes aus diesemeine Programmatik abgeleitet werden, danach sind die in der „Rede“ verwendeten Mittel und ihre Effekte zu analysieren. Schlussendlich werden beide Teile kombiniert betrachtet um eine Deutung der „Rede“ vorzunehmen.

2 Kurze Einteilung in Sinnabschnitte und Zusammenfassung

Die Voraussetzung für ein Verständnis dieser Betrachtung ist selbstverständlich die Lektüre der „Rede“ selbst, die im folgenden in Sinnabschnitte eingeteilt wird, deren Inhalt nur kurz umrissen werden kann: Jean Paul stellt der eigentlichen Vision einen Vorbericht voraus, getrennt von der Erzählung durch ein Asterisk.5 In diesem nennt er persönliche Motivationen, die Rede zu verfassen und gibt Rezeptionsanweisungen.6 Darauf folgt die Erzählung selbst, die wiederum ebenfalls mit einer Einleitung beginnt, in der Jean Paul zum einen auf eine Hypertextualität verweist (dazu mehr im folgenden Kapitel), zum anderen den Rezipienten implizit auffordert, sich auf die Vision einzulassen, indem er die kindliche Phantasie und die daraus entspringende Angst als wertvolles Werkzeug zur Annäherung an die Realität darstellt („Lasset uns sogar die dunkeln peinlichen Träume als Halbschatten der Wirklichkeit!“7 ).8 Im anschließenden Absatz beginnt die Vision und es wird die schaurige Szenerie gezeichnet.9 Danach tritt der tote Christus auf und verkündet den Toten auf die Frage: „'Christus! ist kein Gott?'[...][-] 'Es ist keiner.'“ 10 Folgend berichtet er von seiner Suche und die Toten lösen sich auf.11 Im nächsten Sinnabschnitt (wohlbemerkt: nicht Absatz!) treten die toten Kinder vor Christus und fragen nach dem Vater, woraufhin Jesus ihnen eröffnet: „'Wir sind alle Waisen, ich und ihr, wir sind ohne Vater.'“ 12 Daraufhin löst sich die bis dahin geschilderte Szenerie auf,13 bevor Christus im darauffolgenden Abschnitt einen längeren Monolog hält.14 Schlussendlich wird die totale Dekonstruktion der Visionswelt beschrieben, dann wacht der Erzähler auf15 und bringt seine Freude darüber zum Ausdruck, dass er alles nur geträumt hat und er Gott wieder anbeten kann.16

3 Hintergrund & Programmatik des Textes

Die „Rede“ wird erstmalig veröffentlicht als Teil – genauer: als das erste von zwei Blumenstücken – in dem Werk „Blumen-, Frucht- und Dornenstücke oder Ehestand, Tod und Hochzeit des Armenadvokaten F. St. Siebenkäs im Reichsmarktflecken Kuhschnappel“ 17, abgekürzt „Siebenkäs“, im Jahre 1797. In der folgenden Beschäftigung mit der „Rede“ soll sie unabhängig von dem Werk betrachtet werden, in welchem sie ihre Veröffentlichung fand. Man wird möglicherweise erwidern, die Exzision eines Teiles vom vollständigen Werk würde eine verfälschte Darstellung und Behandlung des Teils forcieren. Darauf sei erwidert, dass Jean Paul das Buch ursprünglich als ein Potpourri verschiedener kurzer Geschichten geplant hat, die vollkommen unabhängig voneinander sein sollten.18 Vjin stellt die Vermutung auf, dass die Geschichte vom Siebenkäs ursprünglich eine kompaktere Form annehmen sollte, letztendlich aber an Umfang gewann und länger als die anderen Texte wurde.19 Darüber hinaus steht der vergleichsweise kurze Schaffensprozess des „Siebenkäs“20 im krassen Kontrast zu der peniblen und langjährigen Arbeit an dem Material, aus dem letztendlich die „Rede“ entstehen sollte: Vjin verortet – mit gutem Recht! – den Ursprung der Rede in einem kurzen Eintrag in einem Notizbuch mit dem Titel „Erfindungen“.21 Dort schreibt Jean Paul schon 1785: „Wie die Toden [!] Kirche halten, predigen“.22 Als Ursprung lässt sich diese kurze Notiz interpretieren, da sie erstmalig auf die Hypertextualität der „Rede“ verweist. Die Grundidee der Totenmesse nämlich stammt aus einer Hofer Lokalsage, in welcher eine Frau des Nachts die Dorfkirche aufsucht und erschrocken wahrnimmt, dass in der Kirche […] ein fremder Pfaffe Messe vor einer Gemeinde von Unbekannten [hält], 'theils ohne köpf, und unter denselben ettliche, die unlangst gestorben waren, die sie in ihrem leben wol gekant hatte.'23

Von einer unlängst verstorbenen Bekannten wird sie sodann beiseite genommen und ihr wird geraten, die Kirche schnellstmöglich zu verlassen, sobald der Priester wegguckt. Das gelingt ihr, nachdem sie sich von den sie festzuhalten versuchenden Gespenstern losreißen kann und die Kirche hinter ihr unter lautem Geräusch einzustürzen scheint.24

Das Jean Paul diese Sage aus Hof, wo er als Kind lebte, 25 kannte und diese starken Eindruck bei ihm hinterlassen haben mag, ist anzunehmen. So waren in dem Hause Richter Märchen und Schauergeschichten durchaus nicht verpönt und wurden dem jungen und solchen Angsteinflößungen sehr zugänglichem Jean Paul regelmäßig erzählt.26 Es liegt nahe, dass besonders diese Lokalsage bei Jean Paul einen bleibenden Eindruck hinterließ und ihn, wenn nicht bewusst, doch zumindest unbewusst noch Jahre später beschäftigen sollte.

Die nächste Etappe auf dem Weg zu der sorgsam konstruierten „Rede“ ist ein nachträglich mit der Überschrift „Schilderung des Atheismus. Er predigt, es ist kein Gott.“ versehener Entwurf vom 3. August 1789,27 in dem sich sowohl erneut der hypertextuelle Bezug zur Sage, als auch später in der „Rede“ aufkommende Motive erkennen lassen:

Wie ich zu Nachts den Geist in der Kirche predigen hörte – von der Eitelkeit aller Dinge – wie ich einen Freund sah darunter – wie die bösen und die guten aussahen – eine nach den bösen in die Luft schnappende und sich auf- und zuschließende Hand – an der Wand das gehende Rad der Zeit – ein heftig zitterndes Geripp – (oder so: die Todten aufgedeckt und die guten schlafend mit Träumen des Himmels; die bösen aufgewacht).28

Diese, man möchte es fast Ideenskizze nennen, umreißt die Rahmenhandlung, die sich der oben genannten Sage entlehnt. In einem folgenden Entwurf, genannt „Todtenpredigt Shakespear“ 29 findet sich ein erster Versuch über den Inhalt der Messe selbst. Verzichtet Jean Paul bei der „Todtenpredigt“ noch auf eine die wörtliche Rede Shakespears umschließende Handlung, finden sich dennoch viele Motive und Bilder, die schlussendlich in der „Rede“ selbst vorkommen werden.30 Eine Verbindung der Rahmenhandlung mit dem Inhalt findet sich allerdings schon 1790 unter dem Titel „Des todten Shakespear's Klage unter todten Zuhörern in der Kirche, daß kein Gott sei“.31 Die „Klage“ bezeichnet erstmalig die konkrete Umsetzung von den vorausgegangenen Notizen und Entwürfen und darf als abgeschlossenesWerk verstanden werden, das große Ähnlichkeit mit der „Rede“ aufweist: Nicht nur werden erneut Motive und Bilder geschaffen, welche in der „Rede“ übernommen wurden.32 Jean Paul selbst scheint mit dieser Version seinen kreativen Schaffensprozess zunächst als abgeschlossen zu sehen, denn als „ernsthaften Zwischenakt“ fügte er diese seiner „Baierischen Kreuzerkomödie“ bei. 33 Das Manuskript wurde jedoch nie veröffentlicht, obwohl „Buchhändler [es] gelesen, es als Product des Witzes gelobt, als Waare aber von sich gewiesen [haben], da, wie sie sagen, uneingekleidete Satyren gantz und gar nicht verkaufbar sind“34. Dennoch versuchte Jean Paul im Zuge der unwahrscheinlich gewordenen Veröffentlichung des gesamten Manuskriptes, einzelne Texte der „Baierischen Kreuzerkomödie“ zu veröffentlichen und schickte die „Klage“ als einen von drei Texten an Johann Gottfried Herder mit der Bitte um eine Publikation. Allerdings wurden die Texte weder veröffentlicht, noch erhielt er eine Antwort von Herder.35 Trotz dieses Misserfolges lässt sich deduzieren, dass Jean Paul selbst mit der „Klage“ sehr zufrieden war. Nicht nur war eine Veröffentlichung geplant, sondern er setzte sich erneut dafür ein, nachdem diese fehlgeschlagen war und stellte den Text Herder zur Verfügung, dem er „schon damals die höchste Ehrfurcht und Verehrung entgegenbrachte“36.

Als Jean Pauls Verleger Matzdorff37 diesen 1795 um ein Werk für seinen Verlag bat, plante Jean Paul die lose Sammlung von kürzeren Geschichten, die oben schon erwähnt wurde, unter dem möglichen Titel „Blumen-, Frucht- und Dornenstücke“.38 In einem Notizbuch aus dem Jahre 1795 fand man eine Auflistung der elf Titel, die das Sammelwerk ursprünglich ausmachen sollten.39 Unter diesen elf Titeln findet sich auch der einer mutmaßlichen Überarbeitung der „Klage“: „Rede des Engels beim Weltgebäude“.40 Es ist anzunehmen, dass Jean Paul das Material noch einmal überarbeitet hat und nun ein Engel an die Stelle Shakespears gerückt ist und die Rede hält, die in der finalen Fassung Christus selbst halten wird. Zu dieser finalen Fassung kommt es dann schließlich auch in dem 1797 veröffentlichten Buch, was aufgrund der schon beschriebenen Ausdehnung der Siebenkäs-Geschichte nun nicht mehr als Sammelband verschiedener Geschichten zu verstehen ist. Mit der Erstveröffentlichung der betrachteten „Rede“ ist der Revisionsprozess dieser allerdings noch nicht abgeschlossen: Für eine zweite Auflage, die 1818 erscheinen sollte, verschob Jean Paul nicht nur die beiden Blumenstücke (die „Rede“ ist eines davon) vom Anfang des zweiten Bandes – die erste Auflage des Siebenkäs bestand aus drei, die zweite aus vier „Bändchen“41 – an dessen Ende,42 sondern überarbeitete den Text stellenweise in Hinblick auf Wortwahl und -reihenfolge bis hin zu ganzen Phrasen. 43 Es sei angemerkt, dass sich diese Betrachtung auf die zweite Auflage bezieht, wie auch die historisch-kritische Ausgabe von Kurt Schreinert den Text der zweiten Auflage druckt.44

Was wird bezweckt mit jener – an dem Gesamtumfang dieser Abhandlung gemessenen – ausführlichen Auflistung der Etappen? Zunächst einmal darf es als Beweis Jean Pauls intensiver Beschäftigung resultierend in fortlaufenden Revisionen und Modifikationen des Inhalts und der ästhetischen Mittel der „Rede“ verstanden werden und durch die Offenlegung der Diskrepanz der zeitlichen Hinwendung Jean Pauls zu der „Rede“ einerseits und dem „Siebenkäs“ andererseits neben der ursprünglich geplanten Unabhängigkeit der Geschichten voneinander als Argument demjenigen entgegengebracht werden, der eine Ausgliederung der „Rede“ aus dem „Siebenkäs“ zu Analysezwecken als höchst fraglich bezeichnet,45 die unkomplizierte Replatzierung der „Rede“ vom Anfang des zweiten Bändchens an dessen Ende stärkt das Argument zudem.

Darüber hinaus gibt uns diese intensive Beschäftigung mit dem Material Aufschluss über Jean Paul selbst, der eine sehr innige Beziehung zu dem Text hatte. Dies belegt die der „Rede“ beigefügte Fußnote:

Wenn einmal mein Herz so unglücklich und ausgestorben wäre, daß in ihm alle Gefühle, die das Dasein Gottes bejahen, zerstört wäre: so würd' ich mich mit diesem meinem Aufsatz erschüttern und – er würde mich heilen und mir meine Gefühle wiedergeben.46

Diese Fußnote weißt dem Text eine für den Autor (und durch den Konjunktiv zwei eine dem Leser empfohlene) therapeutische Funktion zu, denn Jean Paul sieht sich regelmäßig mit Ängsten vor und Horrorvorstellungen von der Sterblichkeit einerseits,47 und der Gottlosigkeit andererseits48 konfrontiert. Für Jean Paul dürfen beide Vorstellungen überaus schrecklich gewesen sein. Barrata attestiert ihm „Todesangst und […] Zweifel an Unsterblichkeit“ 49 und unter der Annahme der Existenz Gottes erscheint ihm die Sterblichkeit widersinnig, er schreibt:

Die Tugenden, die Got und der Mensch ein halbes Jahrhundert mühsam aufgezogen, reisset der Tod mit Einem Nerven aus? Und dem Schöpfer stirbt und fault der Freund, […] und die Erde zieht unnütz um die Sonne mit Todten gefült, die Got liebte und verlor?50

Undso verfasst Jean Paul mehrere Aufsätze, die die Unsterblichkeit der Seele nicht etwa religiös, sondern anthropologisch, beziehungsweise philosophisch beweisen sollen.51

Als Verfechter der Unsterblichkeit52 stellt es für Jean Paul eine noch schrecklichere Vorstellung dar, es sei kein Gott. Als Beweis darf hier wohl die „Rede“ selbst angeführt werden, die die Verbindung von Unsterblichkeit und Gottlosigkeit schaurig darzustellen versteht. Eine Gewichtung der Tragweite einer Nichtexistenz des einen oder des anderen nimmt Jean Paul selbst vor: In dem Vorbericht der „Rede“ schreibt er: „Ich will mit geringern Schmerzen die Unsterblichkeit als die Gottheit leugnen[...]“.53

Was als Schauergeschichte bei dem diesen zugänglichen jungen Jean Paul Einzug in sein Bewusstsein fand, gewann mit der Zeit an Detail und vermischte sich mit abstrakteren Ängsten, die den erwachsenen Jean Paul beschäftigten. Diese Evolution der Ängste darf als Basis der „Rede“ angesehen werden. Jean Paul formuliert seine Schrecken aus und schafft eigenen Angaben nach gleichzeitig eine Hilfestellung zur Überwindung ebendieser.

Als eine weitere Motivation, die „Rede“ in ihrer finalen Form zu veröffentlichen, mag die gesellschaftliche Entwicklung gedient haben. Die Zeit um 1800 steht im Zeichen des Umbruchs; soziale und politische Revolutionen wie die Französische, der Verlust einer „metaphysisch- religiösen Geborgenheit“ und „die Konfrontation mit dem entgötterten Weltbild des französischen Materialismus.“54 Rehm bringt es auf den Punkt: Das 18. ist ein Jahrhundert,

[...]in dem trotz oder auch gerade wegen des rationalistischen Optimismus die Skepsis sich verstärkt und der Glaube bei stets anwachsender Glaubenssehnsucht an bindender Gewalt verliert[...].55

Wie bei der Suche nach der erstgenannten– intrinsischen – Motivation, die „Rede“ zu verfassen, bedarf es auch bei dieser zweiten eigentlich keines Blickes in die Sekundärliteratur, nennt Jean Paul diese in dem Vorbericht erneut explizit:

Auch hab ich die Absicht, mit meiner Dichtung einige lesende oder gelesene Magister in Furcht zu setzte, da wahrlich diese Leute jetzo […] das Dasein Gottes so kaltblütig und kaltherzig erwägen, als ob vom Dasein des Kraken oder Einhorns die Rede wäre.56

[...]


1 Nachfolgend abgekürzt als „Rede“.

2 Vgl. Schweikert 2006, 205.

3 Vgl. Becker 1991, 134, für Einfluss auf französische Literatur im 19. Jahrhundert Abschnitt 2 bei Becker 1991, -140.

4 Becker 1991, 130.

5 Siehe SW I,6: 248 zwischen Zeile 18 und 19. (SW steht für Jean Pauls sämtliche Werke, die römische Ziffer danach bezieht sich auf die Abteilung, die arabische auf den Band. Nach dem Doppelpunkt folgt Seitenzahl, durch ein Komma getrennt darauf die Zeilenangabe).

6 SW I,6: 247,5-248,18.

7 SW I,6: 248,30-32.

8 SW I,6: 248,19-249,2.

9 SW I,6: 249,3-249,37.

10 SW I,6: 250,2-3.

11 SW I,6: 250,5-23.

12 SW I,6: 250,25.

13 SW I,6: 250,26-251,2.

14 SW I,6: 251,2-252,6.

15 SW I,6: 252,7-16.

16 SW I,6: 252,17-26.

17 Siehe vollständigen Titel: SW I,6: 2.

18 Vgl. Vjin 1982, 13.

19 Vgl. Ebd.

20 Thiel gibt als Zeitraum 1795 bis zur Veröffentlichung 1797 an (Vgl. Thiel 2016, 38).

21 Vgl. Vjin 1982, 3.

22 Zitiert nach Schreinert, Einleitung SW I,6: LI. Eckige Klammern von Schreinert.

23 Müller 1996, 104.

24 Vgl. Ebd.

25 Vgl. Wölfel 1989, 7.

26 Vgl. Harich 1925, 27, vgl. Vjin 1982, 30.

27 Vgl. SW II,3: 400,o.Z.

28 SW II,3: 400,1-7. Klammern der besseren Lesbarkeit halber weggelassen.

29 Siehe SW II,3: 400,9-401,15. Folgend abgekürzt „Todtenpredigt“.

30 Darunter die abfallende Hand (SW II,3: 401,9-10), die sich in den sich ablösenden Armen (SW I,6: 249,33-34) wiederfinden, das menschliche Leben dargestellt als Seufzer der Natur (SW II,3: 401,6 und SW I,6: 251,16) sowie die symbolreiche Verbildlichung von Gott als Auge, respektive leere Augenhöhle (SW II,3: 401,14 und SW I,6: 250,14-16), um nur einige zu nennen.

31 SW II, 3: 163,26-166,3. Folgend abgekürzt „Klage“.

32 Beispielhaft sei hier allein auf den ersten Absatz der „Klage“ (SW II,3: 164,6-35) verwiesen, die mit der „Rede“ die Lokalität des Traumes, das Fehlen der Sonne, die Nennung der Uhrzeit mit folgendem Verlust der Zeit, Misstöne und personifizierte Schatten teilt – was die Gemeinsamkeiten nicht einmal erschöpft. Auf diese Motive wird im anschließenden Analyseteil eingegangen.

33 Vgl. Rehm 1947, 23.

34 Zitiert nach Berend, Einleitung SW II,3: XXIII.

35 Vgl. Ebd. Die Texte wurden allerdings nach Herders Tod in seinem Nachlass gefunden. Er hat sie dementsprechend erhalten (Vgl. Vjin 1982, 6).

36 Schreinert, Einleitung SW I,6: LII.

37 Nachdem Jean Paul „[...] im Juni 1792 [Karl Philip Moritz] das Manuskript der <em>Unsichtbaren Loge </em>mit der Bitte um Lektüre und buchhändlerische Vermittlung schickt[, antwortet Moritz] sofort[...]: Sein Schwager Matzdorff in Berlin nimmt das Buch in seinen Verlag.“ (Wölfel 1989, 10).

38 Vgl. Schreinert, Einleitung SW I,6: IX.

39 Vgl. Vjin 1982, 9.

40 Siehe Schreinert, Einleitung SW I,6: IX. Schreinert merkt an, dass der Titel mit Tinte durchgestrichen wurde.

41 Vgl. Spazier 1840, 228.

42 Vgl. SW I,6: 5,10-15 (Vorrede von Jean Paul zur zweiten Auflage).

43 Vgl. Vjin 1982, 18-20. Hier findet sich auch eine genaue Gegenüberstellung der Veränderungen, die sich im Vergleich der zweiten Auflage aus 1818 zu der ersten Auflage aus 1797 finden.

44 Da ich mich auf die abgeschlossenste Version beziehen möchte, ist die erste Auflage für mich von geringerer Relevanz. Abgeschlossen ist der Text in der zweiten Auflage insofern, als dass der lange Revisionsprozess hier zu einem Ende kommt.

45 Unabhängig davon sei darauf hingewiesen, dass auch eine Analyse der Verbindungen zwischen „Rede“ und Ganzwerk durchaus ihre Daseinsberechtigung hat. Beispielhaft sei hier verwiesen auf einen Aufsatz von Müller, in welchem er Motive herausarbeitet, die sich sowohl in der „Rede“ als auch im „Siebenkäs“ finden: Müller 1992, -96.

46 SW I,6: 247,28-31. In der modernen Rezeption von Literatur hat es sich eingebürgert, Autor und Erzähler (auch: Lyrisches Ich) strikt zu trennen. (vgl. Spinner 1975, 1-2) Selbst wenn man diesem Trend grundsätzlich folgen mag, halte ich es in der Betrachtung der „Rede“ aufgrund der engen, darzulegenden Verbindung von Autor und Erzähler für unangebracht, ebenjene obzessiv auseinander halten zu wollen wie zwei Magneten, die sich eigentlich anziehen. Die strikte Trennung erschiene über weite Teile, besonders im Vorbericht, künstlich und erzwungen.

47 Siehe bspw. seinen Tagebucheintrag vom 15. November 1790: „Wichtigster Abend meines Lebens: denn ich empfand den Gedanken des Todes, dass es schlechterdings kein Unterschied ist ob ich morgen oder in 30 Jahren sterbe, dass alle Plane und alles mir davonschwindet und dass ich die armen Menschen lieben sol, die sobald mit ihrem Bisgen Leben niedersinken – der Gedanke gieng bis zu Gleichgültigkeit an allen Geschäften.“ (Zitiert nach Vjin 1982, 28-29).

48 Er schreibt in dem unvollendeten „Selina“: „Nimm Gott aus dem All: so ist alles vernichtet, jede höere geistige Freude, jede Liebe, und nur der Wunsch eines geistigen Selbstmords bleibe übrig und nur der Teufel und das Thier könnten noch zu existieren verlangen.“ (SW II,4: 485,6-9).

49 Barrata 1972, 43.

50 SW II, 3: 353,19-24.

51 Vgl. Müller 1994, 108.

52 „Auch in seiner rationalistisch-skeptischen Periode hielt er [...] an dem Unsterblichkeitsglauben fest“ (Berend, Einleitung SW III,7: VIII).

53 SW I,6: 247,17-18.

54 Becker 1991, 129.

55 Rehm 1947, 12.

56 SW I,6: 248,5-11.

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten

Details

Titel
Die Programmatik und Mittel von Jean Pauls "Rede des toten Christus vom Weltgebäude herab, dass kein Gott sei"
Hochschule
Universität Siegen
Note
1,3
Autor
Jahr
2019
Seiten
23
Katalognummer
V505159
ISBN (eBook)
9783346062000
ISBN (Buch)
9783346062017
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Jean Paul, Rede des toten Christus, Christus, Romantik, Atheismus, Johann Paul Friedrich Richter, Siebenkäs, Schwarze Romantik, Gothic Novel, Schauerroman, Vision, Visionsliteratur, Apokalypse, Weltuntergang, Traum, Albtraum, Jesus, Gott, Todtenpredigt Shakespear, Todtenpredigt, Schilderung des Atheismus, Rede des Engels beim Weltgebäude, Gottlosigkeit, Religion, Zweifel
Arbeit zitieren
David Prelle (Autor), 2019, Die Programmatik und Mittel von Jean Pauls "Rede des toten Christus vom Weltgebäude herab, dass kein Gott sei", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/505159

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