Bob Dylans Einfluss auf die Generation der 68er-Bewegung


Hausarbeit (Hauptseminar), 2019
20 Seiten

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Junge Gesellschaft: SDS und Hippies
2.1 Die 68er Studentenorganisation SDS im Hinblick auf ihre Ziele und Ideen
2.2 Die Hippies

3. Songanalyse: „The Times They Area Changin’”: Ein transnationaler und utopis cher Song
3.1 Ein kurzer Blick auf den Vietnam Krieg
3.2 The Times They Are a Changin’- Ein utopischer Song?
3.3 The Times They Are a Changin’- Ein transnationaler Song

4. Bob Dylan lehnt eine führende Rolle als Protesti erender ab

5.Schluss

6. Quellenverzeichnis

1. Einleitung

Die 68er Jahre gelten als eine Epoche des studentischen Aufstandes. Zeitgleiche Ereignisse wie der Vietnam Krieg wurden abgelehnt und man forderte ein sofortiges Beenden des unerklärten Krieges. Auch der Rassismus wurde abgelehnt und die Gleichberechtigung für schwarze Menschen bekam immer mehr Zuspruch. Es wurde allgemein ein weltweiter Wandel der Gesellschaft propagiert. Allen voran geht der Musiker Bob Dylan. Seine Songs „Blowin‘ In The Wind“ und „The Times They Are a Changin’” gelten als Vorzeigelieder der Protestbewegung.

Schaut man aber genauer hinter den Kulissen, merkt man das sich der „Jugendaufstand“ quasi aufteilt: Es gibt Opportunisten, die einfach nur mitmachen, weil es jeder macht (oder aus Karrieregründen) und auf der anderen Seite sind diese, denen daran wirklich etwas am Herzen liegt. Auf dem ersten Blick wird man auch annehmen, dass Bob Dylan eine Führungsperson dieser Bewegung war, allerdings distanzierte er sich lieber von dieser weltweiten Jugendbewegung. Man wird also auch annehmen, dass Bob Dylan lediglich ein Opportunist sein könnte. Diese Hausarbeit soll aber das Gegenteil zeigen: Bob Dylan wurde von der Gesellschaft und von den Medien falsch aufgegriffen, da er in seinen Songs eine beobachtende Rolle einnimmt aber keine protestierende. Ein weiterer Aspekt, dass in dieser Hausarbeit thematisiert wird ist die SDS und die Hippies. Es wird sich herausstellen, dass beide Gruppen theoretisch dieselben Ziele haben, diese allerdings anders durchsetzen. Diese unterschiedlichen Gruppierungen der jungen Gesellschaft, sollen nicht nur die Gesellschaft an sich analysieren, sondern auch auf Bob Dylans fehlende Einstellung als Führungsperson vorbereiten.

Für die Erarbeitung der Charakterisierung der SDS und der Hippies wurde hauptsächlich das Buch „1968 : von Texten und Theorien aus einer Zeit euphorischer Kritik“ von Thomas Hecken und „1968 im Spiegel der Presse : die divergierenden Reaktionen deutscher und amerikanischer Printmedien auf die deutsche Protestbewegung und die Bürgerrechtsbewegung in den USA“ von Lutz Korndörfer benutzt. Beide Bücher analysieren zudem den allgemeinen Zustand der 68er und betrachten dabei auch die Gesellschaft. Es wird auch eine Quelle mit der dreiundneunzigsten Broadside Ausgabe aus Juli/August 1968 zur Analyse von Bob Dylans Charakter aus Sicht von Alan Weberman (er hat Bücher über Bob Dylans Songs geschrieben) genommen. Wichtig ist hierbei auch Bob Dylans eigene Perspektive zu erarbeiten. Dazu hat sich Bob Dylans selbst geschriebene Biographie geeignet. Durch eigene Ausführungen und fremden Ausführungen zu dem Thema wieso Bob Dylan keine Führungsperson sein wollte wurde die Arbeit erleichtert, um potenzielle Gegensätze herauszufinden. Auch Robert Sheltons Buch über Bob Dylan galt als wichtiges Buch, um auf Meinungen andere Musiker zu Bob Dylan hinzuweisen. Es wurde also mit der Hilfe des Buches die Friedensprotestlerin Joan Boaz, mit der Bob Dylan eine Beziehung hatte, in Betracht bezogen. Durch ihre Ausführungen über Bob Dylan konnte man eine weitere Perspektive von Bob Dylans Charakter in Erfahrung bringen. Letztendlich konnte man mit Robert Sheltons Werk und Alan Webermans Ausführungen die in der Hausarbeit analysierten Songs „Blowin‘ In The Wind“ und „The Times They Are a Changin‘“ besser verstehen. Alle anderen in der Hausarbeit benutzen Werke gelten als weitere Hilfsmittel, die zu den bestimmten Untersuchungsaspekten weitere Ausführungen bescheren konnten.

2. Die Junge Gesellschaft: SDS und Hippies

In dem ersten Kapitel soll auf der einen Seite die SDS und auf der anderen die Hippies genauer auf ihre Ziele und Ideale charakterisiert werden. Die SDS und die Hippies waren in den 68ern die maßgeblichen Formen von „Gruppen“ der jungen Generation. Dieser Schritt wird besonders wichtig sein, um in späteren Kapiteln Bob Dylans Einstellung über die Jugendlichen nachzuvollziehen, sowie auch die Analyse des bekannten Songs „The Times They Are a Changin‘“ von Bob Dylan. In diesem Kapitel wird zudem deutlich, dass die SDS und die Hippies in vieler Hinsicht ablehnend gegenüber der herrschenden Generation eingestellt waren. Trotzdem Unterschieden sie sich beide Gruppierungen in der Ausführung, etwas gegen die herrschende Generation zu tun.

2.1 Die 68er Studentenorganisation SDS im Hinblick auf ihre Ziele und Ideen

Zu den wohl bekanntesten Studentenvereinigungen zählte die sogenannte SDS1, die sowohl in den USA als auch in Deutschland während den 68ern existierte2. Diese Vereinigung richtete sich eher marxistischen Theoriediskussionen3, dennoch lehnte man den Kommunismus, der in der Sowjetunion praktiziert wurde ab. Außerdem kritisierte die SDS in den USA die Johnson Regierung, besonders wegen dem Vietnam Krieg und den „Imperialismus“4. Die SDS in Deutschland kritisierte ebenfalls ihre eigene Regierung, welchen sie als einen zu autoritären Staat charakterisierten5.

Als Ziele der SDS gehörte unter anderem die Demokratie der Mitwirkung, wo man Aktiv an der Politik teilnehmen kann, aber auch die Möglichkeit individuelle Probleme und Ansichten zu Gehör zu bringen und auch eine Gemeinschaft zu stiften6. Aber auch Gewalt als Politisches Mittel wurde nicht akzeptiert7. Laut Lutz Korndörfer sei auch das Überschreiten von bestimmten Regeln und Vorschriften auf einem begrenzten Maße ein weiteres Ziel der SDS8 gewesen. Dazu kam noch ein Beispiel zur Verdeutlichung eines weiteren Problems hinzu: Der amerikanische Soziologe C. Wright Mills schrieb in verschiedenen Briefen über seine Ansichten, dass unter anderem das amerikanische System einer großen Korrektur als einer kleinen unterzogen werden müsse und man auch die „widersprüchlichen, aber hoffnungsvollen antiamerikanischen bzw. antisowjetischen Bestrebungen in Kuba und Japan bzw. Ungarn und Polen unterstützen“ sollte9. Diese Ideen bzw. Vorschläge fanden außerhalb der SDS auch Studenten gut und beschlossen über Mills Schriften Hausarbeiten oder ähnliches zu schreiben10. Der Unterschied war allerdings, wie die repräsentativen Umfragen von Meinungsforschungsinstituten zeigten11, dass innerhalb der SDS Studentische Aktivitäten im Studium zum Beispiel Hausarbeiten über Mills Ansichten zu schreiben nur dazu da seien, um das persönliche Weiterkommen zu garantieren12. Nicht zuletzt stellt sich die Frage, ob große Ereignisse in der Musik in den 68ern wie das Woodstock Festival, das Newport Festival oder ähnliche Protest Charakter einnehmende Musik Festivals im Großen und Ganzen dazu da waren um eine vergnügliche Freizeitaktivität zu finden. Schließlich ist es schwer zu unterscheiden, ob jeweilige Protestsongs aus der „68er Periode“ aus kommerziellen Gründen geschrieben wurden und letztendlich nur ein Produkt der Nachfrage der Masse gewesen sind13 und ob der jeweilige Song wegen dem Text oder wegen der Melodie gehört worden ist oder einfach nur, weil der Song von praktisch jedem gehört wurde.

Wegen dem oben genannten Punkt das eigene Weiterkommen zu garantieren, trat auch die SDS ein. Die Studentenvereinigung sah dies nämlich kritisch und am Ziel der Universität verfehlt: Die Universität sollte sich nämlich als oberstes Ziel setzen dem Studenten eine Möglichkeit zu gewähren einen „bildenden und schöpferischen Charakter“ anzunehmen und nicht nur die Chance Status zu erwerben und Geld zu verdienen14.

Wichtig ist hier der Unterschied zwischen aktiven protestierenden und „Opportunisten“, die einfach diese Gelegenheit ausnutzen, um im Leben weiterkommen zu können. Dieser Unterschied ist unter anderem dafür wichtig, um Bob Dylan’s fehlende Einstellung als führende Protestperson zu verstehen.

2.2 Die Hippies

Es gibt neben der Bezeichnung des Wortes „Hippie“ eine Reihe an negativen Bezeichnungen wie „Beatniks“, „Gammler“, „Blindgänger“ und „Tagediebe“15 für diese Gruppierung. Laut Fiedler würden diese „jungen Verweigerer“ diesen „vertieften Wettbewerbsdrang“ den sie im Kapitalismus sehen, verneinen und allgemein eine innere Freiheit finden16 wollen. Die Hippies hätten als Aufgabe nicht ein neues Ich zu konzipieren, sondern sich selbst zu entdecken und besonders das Bewusstsein zu erweitern17. Zudem sei der Konsum von Drogen ein wichtiger Teil zur Selbsterfüllung, da dadurch die innere Ordnung zerstört werde und dies zu einer hedonistischen Lebensweise führen könne18. Es wird deutlich, dass diese Gruppierung eine eher spirituelle ist und sich mit der SDS im Wesentlichen bis auf die Forderungen auf eines Unterscheidet: Die SDS ist eher aktiv dabei diese Forderungen politisch umzusetzen19.

Der Hippie wird in Tuli Kupferberg’s Ausführungen als jemand beschrieben, der sehr weich sei20 und der durch seine Kleidung sein Körper als Instrument der Schönheit und Freude offenbare21. Auffällig ist, dass die Wörter „Hart“ und „Weich“ häufiger vorkommen und das das „weich werden“ eine wirklich besondere Rolle spielt, um ein Hippie zu sein. Beispielsweise sei der Koitus eine Möglichkeit, den Mann ständig „weich“ zu halten.

Neben dem „weich sein“ sei auch die Musik ein wichtiges Merkmal für den Hippie. Die Musik der Hippies wird als frei beschrieben und soll zum Tanzen einladen22. Durch die Musik könne der Hippie in einer Woche mehr Erfahrung haben, als ein alter Mann in einem ganzen Leben hätte23. Der Hippie hätte keine Blöße jederzeit und überall zu Tanzen und Musik zu hören, da seine Freude vor niemandem versteckt werden müsse24.

Schließlich gäbe es eine Verachtung für Politiker (und ihre Lügen) und allgemein für die herrschende „alte Generation“25. Es werde mit allen Mitteln versucht das Leben miteinander anders zu gestalten. Dies geschehe durch Meditation, Kommunenleben, Tribalisierung und Erziehung26. Es wurden aber auch Krankheiten, Armut, Diskriminierung, Langeweile, Mord und bedeutungslose Ideale wie Nation, Land, Flagge, Staat und Ehre abgelehnt27.

3. Songanalyse: „The Times They Are a Changin ’”: Ein transnationaler und utopischer Song

3.1 Ein kurzer Blick auf den Vietnam Krieg

In diesem Abschnitt geht es um eine kurze Beschreibung über den Krieg, der in Vietnam geführt wurde. Ein besonderes Augenmerk soll auf die stationierten Amerikaner in Vietnam liegen.

Unter vielen gesellschaftlichen Krisen, wie der zu der Zeit vorherrschende Rassismus gegen die schwarzen in den USA, bestimmten auch geführte Kriege die 68er Epoche. Unter einem dieser Kriege fällt sofort der Krieg ein, der in Vietnam für Rund 20 Jahre geführt worden ist. Der deutsche Philosoph Theodor W. Adorno selbst beschrieb den Krieg als Massenvernichtung auch von Frauen und Kindern gegen ein wehrloses Land. Er beschreibt weiter, dass es aus Sicht der Amerikaner eigentlich nicht einmal einen Grund gebe, diesen Krieg in Vietnam zu

[...]


1 Hecken, S.15

2 Laut Hecken unterschied sich die SDS bis auf den Namen (in Deutschland für „Sozialistischer Deutscher Studentenverband“ und in den USA für „Students for a Democratic Society“) nicht von den Zielen. S.15

3 Ebenda, S.15

4 Korndörfer, S.142

5 Ebenda, S.142

6 Hecken, S.17-18

7 Ebenda, S.18

8 Korndörfer, S.145

9 Hecken, S.16

10 Ebenda, S.17

11 Ebenda, S.17

12 Ebenda, S.17

13 Shelton, S.255 Schaut man sich beispielsweise die Musikbeziehung zwischen Bob Dylan und Joan Baez an, so gibt es unterschiedliche Meinungen: Eine darunter ist von Dave van Ronk (Sänger), der behauptet, dass diese Beziehung lediglich eine opportunistische sei, da Baez Ziel damit sei die pazifistische Bewegung zu retten, aber Bob Dylan selbst damit nichts zu tun haben wollte, aber dennoch Songs schrieb, die sogar führende Protestsongs aus der Zeit wurden.

14 Hecken, S.18

15 Ebenda, S.106

16 Ebenda, S.106

17 Ebenda, S.106

18 Ebenda, S.106

19 Ebenda, S.108

20 Ebenda, S.108

21 Ebenda, S.108

22 Ebenda, S.108

23 Ebenda, S.108

24 Ebenda, S.109

25 Ebenda, S.109

26 Ebenda, S.109

27 Ebenda, S.109

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Bob Dylans Einfluss auf die Generation der 68er-Bewegung
Hochschule
Universität Osnabrück
Autor
Jahr
2019
Seiten
20
Katalognummer
V505216
ISBN (eBook)
9783346055736
Sprache
Deutsch
Schlagworte
dylans, einfluss, generation
Arbeit zitieren
Ömer Ceyhan (Autor), 2019, Bob Dylans Einfluss auf die Generation der 68er-Bewegung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/505216

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