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Der Emslandplan. Alleiniger Erfolgsfaktor für die wirtschaftlichen Aufholprozesse im Westen Niedersachsens?

Eine historische Untersuchung

Título: Der Emslandplan. Alleiniger Erfolgsfaktor für die wirtschaftlichen Aufholprozesse im Westen Niedersachsens?

Tesis de Máster , 2012 , 88 Páginas , Calificación: 1,15

Autor:in: Ingo Harmrolfs (Autor)

Historia de Alemania - Posguerra, Guerra Fría
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Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem wirtschaftlichen Erfolg des Emslandes am Beispiel des Emslandplanes. Dabei wird die Frage beantwortet, ob der heutige wirtschaftliche Erfolg des Emslandes allein mit Aufholprozessen in Folge der Strukturreformen und der planmäßigen regionalen Wirtschaftsförderung seit 1951 zu erklären ist. Es erfolgt zum einen eine regional-historische Beschreibung sowie eine regional-vergleichende Analyse grundsätzlicher Faktoren und Leitlinien des ökonomischen Strukturwandels und der nachholenden Industrialisierung im Emsland. Zum anderen – ebenfalls unter Einschluss regionaler Binnendifferenzierung – werden dominante Charakteristika raumbezogener Identität im Emsland, deren historische Wurzeln und deren ökonomisches Potenzial beschrieben.

Die wirtschaftliche Entwicklung im Westen Niedersachsens verlief in den vergangen zwanzig Jahren überaus dynamisch. Die Auswertung statistischer Daten des Untersuchungszeitraums 1994 bis 2004 sowie zuletzt die aktuelle Konjunkturanalyse 11.2011 des Landesbetriebs für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen (LSKN) zeigen, dass die Landkreise Ammerland, Cloppenburg, Emsland und Vechta landesweit das stärkste Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) und der Erwerbstätigenquote aufweisen. Dabei stellen sich folgende Fragen: Welche Faktoren waren und sind dafür verantwortlich, dass im Emsland eine dynamische ökonomische Entwicklung in Gang gesetzt werden konnte? Ist möglicherweise eine spezifische kulturelle Identität oder regionale Mentalität die Triebkraft der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung dort? Sind vor dem Hintergrund von Ungleichzeitigkeit Fähigkeiten bewahrt worden oder konnten aufgrund der Randständigkeit im Emsland Kompetenzen entstehen, die die Fähigkeit zum Aufholen bestärkten, die aufgrund des allgemeinen Fortschritts anderswo verschüttet sind und die heute zielführend genutzt werden können?

Extracto


1 Einleitung

1.1 Fragestellungen und Ziele dieser Arbeit

1.2 Begriffsklärungen

1.3 Methodische Zielführung und Forschungslage

2 Das Untersuchungsgebiet im Westen Niedersachsens

2.1 Region als Referenzfolie wirtschaftlicher Entwicklung

2.2 Definition der Untersuchungsregion Emsland

2.2.1 Konstitutive Gemeinsamkeiten und Abgrenzungen

2.2.2 Naturpotenzial, Landschaftsgliederung, räumliche Grundausstattung

2.2.3 Bevölkerung und Sozialstruktur

2.3 Die Landkreise Emsland und Grafschaft Bentheim heute

3 Wirtschaftliche Regionalentwicklung, Aufholprozesse und Evolutionsökonomik

3.1 Ein ökonomietheoretischer Rahmen für eine historische Untersuchung

3.1.1 Die Hervorhebung der sozialen Dimension für ein Mehrverständnis ökonomischer Veränderungsprozesse: das Analysemodell

3.1.2 Heutige Rahmenbedingungen regionaler Entwicklung

3.1.3 Nachholende Modernisierung und Schritthalten durch Imitation

3.2 Mögliche Bedingungsfaktoren für wirtschaftlichen Erfolg im Emsland

3.3 Aufholprozesse als Ergebnis staatlicher Förderung

3.4 Die Bedeutung informeller Institutionen für ökonomischen Fortschritt

4 Leitlinien der Wirtschaftsgeschichte und der Regionalentwicklung des Emslandes

4.1 Zurechtkommen wollen im Emsland des Mittelalters

4.2 Wirtschaft, Handel und Verkehr vor dem 20. Jahrhundert

4.3 Die Förderung und Erschließung des Emslandes

4.3.1 Moorkultivierung, Siedlung und Erschließungsversuche bis 1945

4.3.2 Der Emslandplan

4.3.3 Regionale Förderung im Vergleich

4.4 Die Obergrafschaft als Teil des Textilindustriegebietes Westmünsterland

4.5 Nachholende Ökonomisierung der Ressourcenverwendung

4.6 Regionale Ungleichzeitigkeit ökonomischer Entwicklungen

5 Dominante Charakteristika raumbezogener Identität im Emsland und ihr ökonomisches Potenzial

5.1 „mental maps“ und raumbezogene Identifikationen

5.2 Mentalitätsformung durch Sozialisation

5.2.1 Konstrukte der Charakteristika als „das Profil“ des Emslandes

5.2.2 Regionale Identität als räumlich-soziale Selbsteinschätzungen der Menschen

5.2.3 Kollektive Erinnerungen zwischen Ems und Vechte und ihre Abgrenzungen

5.3 Regionale Identität als Basis sozialen und ökonomischen Engagements vor Ort

6 Resümee

6.1 Vom „circulus vituosus“ zum „Positiv-Syndrom“

6.2 Regionale Kernkompetenzen und regionale Mentalitäten

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die wirtschaftlichen Aufholprozesse im Emsland und hinterfragt, ob der heutige wirtschaftliche Erfolg ausschließlich auf staatliche Strukturförderung zurückzuführen ist oder ob spezifische kulturelle Identitäten und regionale Mentalitäten als Triebkraft fungierten.

  • Historische Analyse des wirtschaftlichen Strukturwandels im Emsland.
  • Evaluation der Bedeutung des Emslandplans für die industrielle Entwicklung.
  • Untersuchung raumbezogener Identitäten als informelle ökonomische Institution.
  • Analyse von regionalen Mentalitäten und deren Einfluss auf Innovationsfähigkeit.
  • Vergleich der regionalen Entwicklung im Kontext der Theorie der Ungleichzeitigkeit.

Auszug aus dem Buch

4.1 Zurechtkommen wollen im Emsland des Mittelalters

Die in dieser Arbeit gestellte Frage nach den Aufholprozessen impliziert geradezu, dass das Attribut „rückständig“ gerechtfertigt ist. Denn aus welcher ursprünglichen Lage, wenn nicht einer rückständigen, könnte aufgeholt werden? Und dass das Emsland als wirtschaftlich „rückständig“ galt, entspricht nicht nur der landläufigen Einschätzung interessierter Beobachter, sondern findet sich auch in Literatur der Regionalgeschichtsforschung und Beiträgen versierter Praktiker der Emslanderschließung. Doch ist diese Wertung so zutreffend? Sahen die Menschen im Emsland sich als Bewohner eines Rückstandsgebietes? Im 21. Jh. wird die Zuschreibung „rückständig“ von Forschern vermehrt hinterfragt; z.B. stellt G. Steinwascher fest: „Naturräumliche Gegebenheiten wie im Emsland wurden im Mittelalter und in der frühen Neuzeit aber nicht mit der Wertung „rückständig“ charakterisiert. Hierzu fehlte jeder Maßstab. Sie waren schlicht nicht siedlungsfreundlich, ließen nur eine dünne Besiedlung zu.“

Diese Terminuskritik Steinwaschers aufnehmend ist also in dem folgenden historischen Grundriss nicht von Rückständigkeit die Rede, wenn der Blick auf die wirtschaftliche Entwicklung in Mittelalter und Frühe Neuzeit gerichtet wird. Für diese Periode wird hier der Begriff Siedlungswidrigkeit eingeführt.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung erläutert die wirtschaftliche Dynamik des westniedersächsischen Raums, definiert die Forschungsfragen und ordnet die Arbeit in den regionalhistorischen Kontext ein.

2 Das Untersuchungsgebiet im Westen Niedersachsens: In diesem Kapitel werden die Landkreise Emsland und Grafschaft Bentheim hinsichtlich Geografie, Bevölkerung und Sozialstruktur definiert, um ein Fundament für die weitere Analyse zu schaffen.

3 Wirtschaftliche Regionalentwicklung, Aufholprozesse und Evolutionsökonomik: Das Kapitel liefert den theoretischen Rahmen, indem es neoklassische Ansätze um Evolutionsökonomik und Institutionenökonomik erweitert, um Prozesse wie Nachholende Modernisierung zu erklären.

4 Leitlinien der Wirtschaftsgeschichte und der Regionalentwicklung des Emslandes: Dieser Abschnitt beschreibt chronologisch die wirtschaftliche Entwicklung vom Mittelalter bis zur Gegenwart und analysiert die Rolle staatlicher Förderung sowie des Emslandplans.

5 Dominante Charakteristika raumbezogener Identität im Emsland und ihr ökonomisches Potenzial: Das Kapitel untersucht die informelle Institution der regionalen Identität und Mentalität und deren Bedeutung als Faktor für wirtschaftliche Stabilität und Engagement.

6 Resümee: Das Resümee fasst die Ergebnisse zusammen, indem es den Wandel vom „circulus vituosus“ zum „Positiv-Syndrom“ beschreibt und die Bedeutung regionaler Kernkompetenzen hervorhebt.

Schlüsselwörter

Emsland, Emslandplan, Regionalentwicklung, Wirtschaftswachstum, Aufholprozesse, Institutionenökonomik, regionale Identität, Mentalitätsformung, Siedlungswidrigkeit, Strukturwandel, Evolutionsökonomik, Industrialisierung, Innovationsfähigkeit, Raumkonstruktion, Wirtschaftsgeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Masterarbeit?

Die Arbeit untersucht die wirtschaftliche Entwicklung des Emslandes und analysiert, welche Faktoren den Strukturwandel und den Aufholprozess seit dem 20. Jahrhundert ermöglicht haben.

Welche zentralen Themenfelder behandelt das Werk?

Zentrale Themen sind die Rolle der staatlichen Wirtschaftsförderung (Emslandplan), die Bedeutung historischer Standortfaktoren sowie der Einfluss von regionaler Identität und Mentalität auf das ökonomische Handeln.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit fragt nach den Faktoren für die dynamische ökonomische Entwicklung im Emsland und untersucht, ob regionale kulturelle Identität als Triebkraft für den wirtschaftlichen Erfolg dient.

Welche wissenschaftlichen Methoden kommen zum Einsatz?

Die Untersuchung folgt dem strukturalistischen Konzept der „Longue durée“ nach Fernand Braudel und nutzt eine chronologisch-darstellende Methode in Kombination mit ökonomietheoretischen Analysemodellen.

Was steht im Hauptteil der Arbeit im Fokus?

Im Hauptteil werden neben der Wirtschaftsgeschichte die Theorie der regionalen Entwicklung, das Konzept des wirtschaftlichen Aufholprozesses und die Analyse informeller Institutionen wie der regionalen Mentalität behandelt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Emslandplan, Aufholprozesse, regionale Identität, Siedlungswidrigkeit und Evolutionsökonomik.

Welche Rolle spielt die „Siedlungswidrigkeit“ in der Argumentation des Autors?

Der Begriff wird eingeführt, um das Emsland in der historischen Analyse nicht als per se „rückständig“, sondern als naturräumlich schwierig für die Besiedlung zu beschreiben.

Wie bewertet der Autor den Erfolg des Emslandplans?

Der Autor ordnet den Emslandplan als zentralen Bruch ein, der einen Aufwärtstrend ermöglichte, merkt jedoch an, dass auch binnenregionale Faktoren und soziale Netzwerke zum Erfolg beitrugen.

Welche Bedeutung haben „mental maps“ für die Region?

Diese dienen als kognitive Karten, die das Selbstverständnis der Bevölkerung prägen und zur Identifikation mit dem Raum beitragen.

Gibt es einen regionalen Vergleich in der Studie?

Ja, die Arbeit vergleicht die Emsland-Region mit anderen niedersächsischen Gebieten sowie im Kontext der regionalen Förderung auch mit Programmen wie dem „Programm Nord“ oder dem „Ostwestfalenplan“.

Final del extracto de 88 páginas  - subir

Detalles

Título
Der Emslandplan. Alleiniger Erfolgsfaktor für die wirtschaftlichen Aufholprozesse im Westen Niedersachsens?
Subtítulo
Eine historische Untersuchung
Universidad
University of Hannover  (Historisches Seminar)
Calificación
1,15
Autor
Ingo Harmrolfs (Autor)
Año de publicación
2012
Páginas
88
No. de catálogo
V505225
ISBN (Ebook)
9783346049674
ISBN (Libro)
9783346049681
Idioma
Alemán
Etiqueta
Emsland Wirtschaftsgeschichte Boomregion ökonomische Entwicklung regionale Identität Ungleichzeitigkeit
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Ingo Harmrolfs (Autor), 2012, Der Emslandplan. Alleiniger Erfolgsfaktor für die wirtschaftlichen Aufholprozesse im Westen Niedersachsens?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/505225
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