Darlegung der Equity-Methode


Seminararbeit, 2019
15 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung - Fragestellung und Ziel der Arbeit

2 Theoretische Grundlagen und Anwendungsbereich
2.1 Übersicht der Beteiligungsformen
2.2 Merkmale assoziierter Unternehmen

3 Anwendung der Equity-Methode
3.1 Grundkonzept der Equity-Methode
3.2 Erstmalige Anwendung
3.2.1 Zeitpunkt der erstmaligen Anwendung
3.2.2 Bewertungsmethode
3.3 Fortschreibung
3.4 Beendigung der Equity-Methode

4 Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Stufenkonzeption

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1 Fortschreibung des Equity-Wertes

Abkürzung Erklärung

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung - Fragestellung und Ziel der Arbeit

Der Normgeber schreibt in den §§ 290 ff. HGB die Erstellung eines Konzernabschlusses ergänzend zu den Einzelabschlüssen der Unternehmen vor. So besteht der Konzernabschluss aus den Einzelabschlüssen des herrschenden Mutterunternehmens bzw. des beteiligten Un- ternehmens und mindestens eines beherrschten Tochterunternehmens bzw. eines assoziierten Unternehmens. Für die Unterscheidung zwischen einem herrschenden Mutterunternehmen und einem beteiligten Unternehmen auf der einen Seite und der Unterschied zwischen einem beherrschten Tochterunternehmen und eines assoziierten Unternehmens ist eine Besonder- heit in der Begrifflichkeit der Equity-Methode und wird in den folgenden Abschnitten erläu- tert. Für den Konzernabschluss gilt dabei der sogenannte Einheitsgrundsatz: „Im Konzern- abschluss ist die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der einbezogenen Unternehmen so darzustellen, als ob diese Unternehmen insgesamt ein einziges Unternehmen wären, § 297

Abs. 3 HGB (kurz: § 297 III HGB).“ Zwar besteht ein Konzern aus rechtlich selbstständigen Unternehmen, deren Einzelabschlüsse immer nur die wirtschaftliche Lage des jeweiligen (Tochter)-Unternehmens zeigen, jedoch müssen die Sachverhalte nach dem Einheitsprinzip neu betrachtet und bewertet werden. Dies führt im Konzernabschluss stellenweise zu einem anderen Ansatz und einer anderen Bewertung von Vermögensgegenständen und Schulden als in dem einzubeziehenden Einzelabschluss. Unter der Maßgabe der wirtschaftlichen Ein- heit werden so ähnliche Sachverhalte nicht mehr unterschiedlich betrachtet und andere Sach- verhalte neu bedacht. Ebenso müssen Geschäfte zwischen den Konzernunternehmen anders betrachtet werden, so dass diese sich nicht mehrfach in der Konzernbilanz wiederfinden. Während der Einzelabschluss nach HGB unter anderem dem Zweck der Feststellung des Jahresergebnisses und des Leitmotives des Gläubigerschutzes dient, gilt die Informations- vermittlung des Konzernabschlusses als wesentliches Ziel1. So basiert die Steuerbilanz auf den Einzelabschlüssen nach HGB und nicht auf den Konzernabschluss. Neben der Vollkon- solidierung, Quotenkonsolidierung und der einfachen Behandlung von Beteiligungen als An- lagevermögen stellt die Equity-Methode ein besonderes System der Beteiligungsbewertung mit bestimmten Konsolidierungsschritten dar. Ausschlaggebend für die Einbeziehung eines (Tochter)-Unternehmens ist die jeweilige Intensität des Einflusses des Mutterunternehmens auf das (Tochter)-Unternehmen.

2 Theoretische Grundlagen und Anwendungsbereich

2.1 Übersicht der Beteiligungsformen

Die einschlägigen Paragraphen des HGB kennen vier Formen der Konzernbeteiligung. Diese Formen unterscheiden sich darin, inwieweit das (Mutter)-Unternehmen beherrschend bzw. einflussnehmend auf das (Tochter)-Unternehmen oder auf die Beteiligung einwirken kann. Unter Letzteres sind meist kleinere Beteiligungen aber auch zur Weiterveräußerung gehal- tene Unternehmen zu verstehen.2 Das HGB kennt zur Einteilung in die vier verschiedenen Beteiligungsformen das Kriterium des beherrschenden Einflusses3, das Kriterium der ge- meinsamen Führung4 und das Kriterium des reinen (unwesentlichen) Beteiligungsbesitzes5. Ist ein Tochterunternehmen zu 100 Prozent im Besitz des Mutterunternehmens, so wird die Tochter vollständig konsolidiert. Bei geringerem Besitzanteil erfolgt eine Quotenkonsolidie- rung entsprechend der prozentualen Anteile am Eigenkapital der Tochter. Im Falle einer Be- teiligung unter 50 Prozent wird die Equity-Methode angewandt, die unterhalb der 20 Prozent- Marke durch eine Bewertung der Anteile nach Anschaffungskosten bzw. dem niedrigeren beizulegenden Wert gemäß dem Niederstwertprinzip angesetzt wird. Dies erfolgt insbeson- dere dann, wenn die Beteiligung unter der Position Umlaufvermögen bilanziert wird. Zur Darstellung der einzelnen Formen der abnehmenden Einflussnahme kann die sogenannte Stufenkonzeption herangezogen werden.6

Abbildung 1: Stufenkonzeption

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an Behringer, Konzernrechnungslegung, 2014, S. 56.

2.2 Merkmale assoziierter Unternehmen

Gemäß der oben dargestellten Stufenkonzeption folgt nach der Vollkonsolidierung und der Quotenkonsolidierung die nächstniedrigere Stufe in der abnehmenden Intensität der Einfluss- nahme die Equity-Methode. In Abgrenzung zu den Begriffen Tochterunternehmen und ein- facher Beteiligung spricht das HGB bei der in der Equity-Methode einbezogenen Unterneh- men von den sogenannten assoziierten Unternehmen.7 Damit ein assoziiertes Unternehmen vorliegt, muss einerseits das Kriterium der Beteiligung gemäß § 271 I HGB, und andererseits das Kriterium der maßgeblichen Einflussnahme erfüllt sein.8 Der Einfluss des beteiligten Unternehmens auf die Geschäfts- und Finanzpolitik eines assoziierten Unternehmens ist niedriger als bei einer Tochter unter gemeinsamer Führung. Im Gegensatz zu reinem Betei- ligungsbesitz ist der Einfluss beim assoziierten Unternehmen jedoch größer. Das HGB be- zeichnet dies als maßgeblichen Einfluss.9 Als Indikatoren für das Vorliegen eines maßgebli- chen Einflusses auf ein assoziiertes Unternehmen können z.B. Einsetzung von Führungsper- sonal, Einbeziehung an der Geschäfts- und Finanzpolitik, intensive Geschäftsbeziehungen aber auch Austausch von Knowhow gelten.10 Dieser maßgebliche Einfluss wird widerlegbar bei einem Anteil von 20 Prozent vermutet. Unterhalb der 20-Prozent-Marke wird die Betei- ligung in der letzten Stufe der Stufenkonzeption eingeordnet und somit nicht mehr die Equity-Methode angewendet. Zudem wird zwischen dem beherrschenden Einfluss beim Ge- meinschaftsunternehmen und dem maßgeblichen Einfluss beim assoziierten Unternehmen unterschieden. Unternehmen, die unter den Voraussetzungen des § 311 HGB fallen, werden als typisch assoziierte Unternehmen bezeichnet. Unter untypisch assoziierte Unternehmen werden solche bezeichnet, die aufgrund von Wahlrechten, wie z.B. aus dem § 310 I HGB resultierend, aus der Voll- bzw. Quotenkonsolidierung herausfallen. Tochterunternehmen, welche gemeinsam mit einem anderen, nicht Konzernunternehmen geführt werden, nennt man Gemeinschaftsunternehmen. Je nach Ausnutzung des Wahlrechts ist bei diesen unty- pisch assoziierten Unternehmen die Equity-Methode auch anzuwenden.11

3 Anwendung der Equity-Methode

3.1 Grundkonzept der Equity-Methode

Wenn die Bedingungen der oben beschriebenen Voraussetzungen des § 311 I HGB erfüllt sind, werden über der Equity-Methode die Beteiligungen an typisch und untypisch assoziier- ten Unternehmen in den Konzernabschluss einbezogen.12 Dabei ist die Anwendung der Equity-Methode für die typisch assoziierten Unternehmen verpflichtend. Im Gegensatz zu der Vollkonsolidierung und der Quotenkonsolidierung werden keine Vermögensgegenstände und Schulden und auch keine Aufwendungen und Erträge aus der Einzelbilanz des assoziier- ten Unternehmens in die Konzernbilanz übernommen. Die Equity-Methode beschränkt sich auf die Übernahme des Beteiligungswertes in die Konzernbilanz. Dieser Beteiligungswert am assoziierten Unternehmen besteht einerseits aus den Anschaffungskosten und anderer- seits aus der Veränderung des Eigenkapitalanteils bei dem assoziierten Unternehmen. Dabei wird die Beteiligung bei der Erstbewertung mit dem Buchwert angesetzt, wie sie bei dem beteiligten Unternehmen in der Einzelbilanz aktiviert wurde. Gemäß dem Anschaffungskos- tenprinzip darf der Erstansatz der Beteiligung in der Einzelbilanz die Anschaffungskosten nicht übersteigen. Entsprechend der Entwicklung des Eigenkapitals des assoziierten Unter- nehmens wird der Buchwert zu jedem Bilanzstichtag angepasst.13 Diese Anpassung des an- teiligen Eigenkapitals wird als sogenannte „Equity-Fortschreibung“ bezeichnet.

3.2 Erstmalige Anwendung

3.2.1 Zeitpunkt der erstmaligen Anwendung

Der Zeitpunkt für die erstmalige Anwendung der Equity-Methode wird im § 312 III S.1 HGB geregelt. Maßgeblich ist der Zeitpunkt, wann ein Unternehmen zu einem assoziierten Unter-nehmen wird. Dementsprechend wird zu diesem Zeitpunkt der Equity-Wert des assoziierten Unternehmens ermittelt. Kann der anzusetzende Equity-Wert nicht endgültig ermittelt wer-den, so muss der Wert gemäß § 312 III S. 2 HGB in den nächsten zwölf Monaten angepasst werden. Die Wertansätze sind so zu betrachten, als wäre der Wert von Anfang an bekannt. Der sich daraus resultierende Unterschiedsbetrag zwischen dem ersten unvollständigen An-satz und der spätestens nach zwölf Monaten zu erfolgender Anpassung ist erfolgsneutral zu erfassen.

Für den Ansatz des Eigenkapitalanteiles im assoziierten Unternehmen in der Konzernbilanz ist gemäß des § 312 VI S.1 HGB der jeweils letzte Jahresabschluss zu verwenden. Dies schließt die Verwendung von Zwischenabschlüssen des assoziierten Unternehmens nicht aus. Da hier der letzte Jahresabschluss ausreichend ist, kann es zu einer verfälschten Darstellung im Konzernabschluss kommen. Dies ist der Fall, wenn beispielsweise kurz nach einem Bi-lanzstichtag ein assoziiertes Unternehmen entsteht und der letzte Einzeljahresabschluss in der Konzernbilanz verwendet wird. Die wichtige Änderung am Eigenkapital durch die Be-teiligung wird erst in dem darauffolgenden Einzelabschluss dargestellt. Der Equity-Wert im Konzernabschluss wäre somit veraltet.14

[...]


1 Vgl. Ebert, M., Konzernabschluss, 2010, S. 12.

2 Vgl. § 296 HGB

3 Vgl. § 290 I S. 1 HGB

4 Vgl. § 310 I HGB

5 Vgl. § 296 HGB

6 Vgl. Behringer, S., Konzernrechnungslegung, 2014, S. 56.

7 Vgl. § 311 I S.1 HGB

8 ebd.

9 Vgl. § 311 I S.1 HGB

10 Vgl. Baetge, J., et al., Konzernbilanzen, 2011, S. 340.

11 Vgl. Küting, K., Weber, C., Konzernabschluss, 2012, S. 577.

12 Vgl. § 312 HGB

13 Vgl. Coenenberg, A., et al., Jahresabschluss, 2018, S. 716.

14 Vgl. Busse von Colbe, W., Konzernabschlüsse, 2010, S. 529.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Darlegung der Equity-Methode
Hochschule
FOM Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Frankfurt früher Fachhochschule
Note
1,7
Autor
Jahr
2019
Seiten
15
Katalognummer
V505310
ISBN (eBook)
9783346051783
Sprache
Deutsch
Schlagworte
darlegung, equity-methode
Arbeit zitieren
Agatino Puglisi (Autor), 2019, Darlegung der Equity-Methode, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/505310

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