Qualitatives Experiment als Forschungsmethode


Hausarbeit, 2019

19 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Qualitative Forschung
2.1 Vergleich qualitative und quantitative Forschung
2.2 Ablauf der qualitative Forschung
2.3 Qualitative Forschungsmethoden
2.4 Qualitätskriterien qualitativer Forschung

3 Qualitatives Experiment
3.1 Das qualitative Experiment als Forschungsmethode
3.2 Regeln des qualitativen Experiments
3.3 Techniken des qualitativen Experiments
3.4 Stellenwert des qualitativen Experiments

4. Praxistransfer Durchführung Experiment

5. Zusammenfassung

Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Die Hausarbeit mit dem Titel „Qualitatives Experiment als Forschungsmethode“ befasst sich mit qualitativen Forschungsmethoden im Allgemeinen. Im Verlauf der Arbeit wird insbesondere auf Besonderheiten und die Durchführung des qualitativen Experiments eingegangen. Ebenfalls wird versucht, eine Frage auf die Antwort zu erhalten, ob und wieso qualitative Experimente scheinbar weniger diskutiert und angewandt werden, als dies bei quantitativen Experimenten der Fall zu sein scheint.

Zunächst wird allgemein auf die wissenschaftlichen Forschungsmethoden eingegangen. Damit sind sowohl die qualitativen, als auch die quantitativen Forschungsmethoden gemeint. Durch eine Gegenüberstellung sollen Gemeinsamkeiten und Unterscheide einer qualitativen zu einer quantitativen Forschung herausgearbeitet werden und dadurch voneinander abgegrenzt werden, sodass der Leser anschließend neue Forschungsmethoden selbst zuordnen kann.

Anschließend an diese Abgrenzung der qualitativen Forschung zur quantitativen Forschung, bezieht sich die weitere Arbeit ausschließlich auf qualitative Forschungsmethoden. Zunächst erfolgt ein Einblick in den Ablauf von qualitativen Forschungen. Dabei soll aufgezeigt werden, welche Schritte der Forscher bei einer qualitativen Forschungsmethode zu unternehmen hat und in welcher Reihenfolge dieser vorzugehen hat. Ebenfalls soll geprüft werden, ob der Forscher bei der Durchführung von qualitativen Forschungen gewisse Standards einzuhalten hat, damit die Forschung den wissenschaftlichen Ansprüchen entspricht. Bei der Aufzählung der verschiedenen Methoden werden bei weitem nicht alle genannt, die in der qualitativen Forschung existieren, da der Umfang dieser Arbeit bei weitem nicht ausreichen würde. Daher wird sich diese Arbeit mit den in der Literatur häufigsten Methoden beschäftigen. Auf das qualitative Experiment selbst wird zu diesem Zeitpunkt noch nicht eingegangen, da es zu einem späteren Zeitpunkt genauer erläutert wird.

Als nächstes wird auf die Qualitätskriterien, oder auch Gütekriterien genannt, von qualitativen Forschungen eingegangen, die für eine wissenschaftlich korrekte Forschung notwendig sind. Auch hier werden nur die Qualitätskriterien genannt, die in der Literatur am häufigsten beleuchtet werden, da es auch hier eine große Anzahl gibt, wovon einige mehr, einige weniger in der Literatur diskutiert werden.

Im weiteren Verlauf steht das qualitative Experiment als Forschungsinstrument im Vordergrund. Dazu wird zunächst erklärt, wie durch das qualitative Experiment Daten gewonnen werden können. Anschließend folgen Regeln, die bei einem qualitativen Experiment beachtet werden sollten, um möglichst viele und auch hochwertige Forschungsergebnisse zu erzielen. Nachdem auch die Regeln des qualitativen Experiments betrachtet wurden, werden einige Techniken vorgestellt, die bei der Durchführung eines Experiments angewandt werden können, um aus dem Experiment eine Vielzahl neuer Erkenntnisse ziehen zu können. Darauf folgt noch die Betrachtung des aktuellen Stellenwerts eines qualitativen Experiments in der Wissenschaft bzw. in der Literatur. Meist liest man von Experimenten quantitativer Natur und wenn überhaupt nur selten von qualitativen Experimenten. Es soll an dieser Stelle geprüft werden, ob und warum das qualitative Experiment tatsächlich wenig diskutiert wird oder dies nur ein subjektiver Eindruck ist.

Um die bisher gewonnenen theoretischen Kenntnisse zu vertiefen wird im nächsten Teil der Arbeit versucht, das erlangte Wissen an einem Beispiel darzustellen. Dabei wird darauf eingegangen, wie ein qualitatives Experiment ablaufen könnte und worauf zu achten ist.

Zuletzt erfolgt eine Zusammenfassung der behandelten Thematik.

2 Qualitative Forschung

2.1 Vergleich qualitative und quantitative Forschung

Die qualitative Forschung ist besonders gut für die Erforschung von völlig neuen Methoden oder Erfahrungen geeignet. Anders als bei den quantitativen Methoden, bei denen eine Hypothese benötigt wird, um diese zu überprüfen, wird zu Beginn einer qualitativen Forschung keine zuvor festgelegte Hypothese benötigt. Eine vorab festgelegte Hypothese kann bei dieser Forschungsform sogar nachteilig sein, da dadurch unter Umständen Einschränkungen durch eine bereits vorhandene Theorie entstehen. Um solche Einschränkungen von vorneherein zu minimieren und den Forschungsprozess so flexibel für neue Erkenntnisse wie möglich zu halten, ist der qualitative Forschungsprozess weniger standardisiert als der quantitative Forschungsprozess. Im Vordergrund der qualitativen Forschung steht, den Sinn in etwas zu verstehen, wodurch der Prozess frei von Einschränkungen sein soll, wie beispielsweise mögliche Ergebnisse durch Rationalität einzuschränken. Dies bedeutet jedoch nicht, dass bei einer qualitativen Forschung rein objektiv vorgegangen wird. Für die Erkenntnisgewinnung kann auch eine subjektive Wahrnehmung des Forschers in einem gewissen Grad eine Rolle spielen.1 Auch wenn eine qualitative Forschung Einschränkungen vermeiden möchte, ist eine Standardisierung, um Zuverlässige und Valide Daten zu erhalten, im gewissen Rahmen zulässig.2

Nach der Durchführung einer qualitativen Forschung können die gewonnenen Erkenntnisse in einer Hypothese formuliert werden. Die Überprüfung dieser aufgestellten Hypothese fällt anschließend wieder einer quantitativen Forschungsmethode zu.3

Voraussetzung für die qualitative Forschung ist die Stichprobengröße, sowie deren Zusammensetzung. Die benötigte Anzahl liegt bei etwa 20 bis 200 Stichproben und ist damit weniger als bei einer quantitativen Forschung. In der qualitativen Forschung könnte die Stichprobengröße ebenfalls erweitert werden, dies ist allerdings überhaupt nicht gewünscht, da der Gewinn an neuen Kenntnissen mit steigenden Stichproben abnimmt. Für ein optimales Ergebnis sollte die Zusammensetzung der Teilnehmer vielfältig, aber der Fragestellung angepasst sein.4

Die quantitative Forschung hingegen ist darauf ausgelegt, repräsentative, allgemeine Muster oder Modelle für bestehende Fragestellungen, bzw. Hypothesen herausarbeiten und zu bestätigen oder zu widerlegen, was ein Vorliegen einer aufgestellten Hypothese notwendig macht und ein gewisses Vorwissen des Forschers vorrausetzt. Der Fokus liegt auf dem Messen verschiedener mathematischer Operatoren, wobei das Verfahren sehr stark standardisiert ist, was sich beispielsweise an dem Verlauf und der Reihenfolge von Fragen in einem Interview oder Fragebogen wiederspiegelt. Durch die standardisierte Messung, die bei allen Teilnehmern identisch sein muss, können repräsentative Aussagen getroffen und Beziehungen, sowie statistische Zusammenhänge, aufgezeigt werden.5 Weiterhin wichtig für die Aussagekraft einer quantitativen Forschung ist, dass der Forscher bei seinen Untersuchungen unabhängig und objektiv vorgeht, da sonst das Ergebnis verfälscht werden kann.6

Aufgrund der hohen Standardisierung ist ein Wissen über die Aufstellung von Inhalten und Beurteilungskriterien notwendig, die beispielsweise für die Erstellung eines Fragebogens nötig sind. Die Stichprobe ist deutlich größer, als bei der qualitativen Forschungsmethode und wird mittels Zufallsauswahl, Quotenauswahl oder einer anderen repräsentative Auswahlmethode festgelegt.7

Die qualitative und quantitative Forschungsmethode sind somit also nicht gegensätzlich, sondern bieten eine Ergänzung zur jeweils anderen Methode.8

2.2 Ablauf der qualitative Forschung

Der Ablauf der qualitativen Forschung wird in der Literatur unterschiedliche beschrieben. Der Forschungsablauf kann so beispielsweise in fünf Phasen gegliedert werden. In diesem Modell beginnt der qualitative Forschungsablauf mit der Problembenennung, woraufhin Gegenstandsbenennung, Durchführung bzw. Anwendung der gewählten Forschungsmethoden und eine Auswertung folgen. Die letzte Phase nach dieser Methode ist die Verwendung der erlangten Ergebnisse.9

Es gibt auch detaillierter dargestellte Abläufe. Demnach wird die qualitative Forschung in zehn Punkten untergliedert. Zuerst erfolgt die Definition der Fragestellung, wodurch ein grober Forschungsrahmen vorgegeben wird, was überhaupt erforscht werden soll.

Anschließend erfolgt die Entscheidung, welche Methoden zur Datenerhebung verwendet werden, woraus dann im dritten Schritt die Vorgehensweise in Form eines Leitfadens, beispielsweise ein Interviewleitfaden, entwickelt wird. Als nächstes hat nach diesem Ablauf eine Schulung zu erfolgen. Diese bezieht sich, je nach Methode, auf einen oder mehrere Interviewer, Beobachter oder ähnliche. Anschließend erfolgt die Anwerbung von Teilnehmern. Im sechsten Schritt erfolgt die Durchführung, die sorgfältig und mittels Protokoll festgehalten wird. Sind alle Daten erfasst, erfolgt im siebten Schritt die Auswertung, Zusammenfassung und Komprimierung dieser Daten, bevor die Daten unter Punkte acht erschlossen und interpretiert werden. Zum Ende des qualitativen Forschungsablaufs werden die Ergebnisse zusammengestellt und können bei Bedarf Präsentiert werden.10

2.3 Qualitative Forschungsmethoden

Bei einer qualitativen Forschung können verschiedene Methoden zur Datenerhebung angewandt werden. Am verbreitetsten sind die Befragung, die Beobachtung und die Inhaltsanalyse. Es gibt aber noch einige mehr.11 Die soeben genannten Methoden sind Oberbegriffe, hinter denen eine Vielzahl von Arten der verschiedenen Methoden steht.

Befragungen können persönlich oder telefonisch durchgeführt werden. Weiterhin werden Befragungen in Leitfaden-Befragungen, narrativen Interwies und schriftlichen Befragungen unterschieden, die sowohl bei Einzelpersonen, als auch bei Gruppen, zum Beispiel durch Gruppendiskussionen, durchgeführt werden können. Bei einer Leitfaden- Befragung wird zuvor eine feste Reihe von Fragen festgelegt, die der befragten Person gestellt werden. Das narrative Interview hingegen verzichtet auf feste Fragen und einen starren Ablauf der Befragung. Dies bietet den Vorteil, dass der Teilnehmer ohne Unterbrechungen frei erzählen kann, wodurch verstärkt eigene Erfahrungen in die Befragung eingebracht werden. Die schriftlichen Befragungen werden mittels Fragebögen durchgeführt. Diese Fragebögen müssen vor Beginn der Befragung erstellt werden und dürfen nach Beginn der Forschung nicht mehr verändert werden, um diese anschließend korrekt auswerten zu können. Erhalten die Teilnehmer verschiedene Fragebögen, ist eine Verfälschung des Ergebnisses möglich.12

[...]


1 Vgl. Flick, U. et al., Handbuch Qualitative Sozialforschung, 1991, S. 3 f.; Flick, U. et al., Qualitative Forschung – Ein Handbuch, 2017, S. 24 ff.

2 Vgl. Flick, U. et al., Handbuch Qualitative Sozialforschung, 1991, S. 3 f.

3 Vgl. Mayring, P., Qualitative Inhaltsanalyse, 2003, S. 16 ff.; Flick, U. et al., Handbuch Qualitative Sozialforschung, 1991, S. 3 f.

4 Vgl. Winter, S., Quantitativ vs. Qualitativ, 2010, o. S.

5 Vgl. Flick, U. et al., Handbuch Qualitative Sozialforschung, 1991, S. 3 f.; Vgl. Mayring, P., Qualitative Inhaltsanalyse, 2003, S. 16 ff.; Flick, U. et al., Qualitative Forschung Ein Handbuch, 2017, S. 24 ff.

6 Vgl. Flick, U. et al., Qualitative Forschung Ein Handbuch, 2017, S. 24 ff.

7 Vgl. Winter, S., Quantitativ vs. Qualitativ, 2010, o. S.

8 Vgl. Flick, U. et al., Handbuch Qualitative Sozialforschung, 1991, S. 3 f.

9 Vgl. Atteslander, P., Methoden empirische Sozialforschung, 2010, S. 21.

10 Vgl. Winter, S., Quantitativ vs. Qualitativ, 2010, o. S.

11 Vgl. Mayring, P., Qualitative Sozialforschung, 2002, S. 66 ff.; Kromrey, H., Empirische Sozialforschung, 2009, S. 325 ff., Kühl, S. et al., Handbuch Methoden Organisationsforschung, 2009, S. 32 ff., Atteslander, P., Methoden empirische Sozialforschung, 2010, S. 73 ff.

12 Vgl. Mayring, P., Qualitative Sozialforschung, 2002, S. 72 f.; Atteslander, P., Methoden empirische Sozialforschung, 2010, S. 141 ff.

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Qualitatives Experiment als Forschungsmethode
Hochschule
FOM Essen, Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Hochschulleitung Essen früher Fachhochschule
Veranstaltung
Wissenschaftliche Methoden - Qualitativ
Note
1,7
Autor
Jahr
2019
Seiten
19
Katalognummer
V505330
ISBN (eBook)
9783346054807
ISBN (Buch)
9783346054814
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Qualitatives Experiment Forschungsmethode, Qualitätskriterien, Qualitatives Experiment, Forschungsmethoden, Durchführung
Arbeit zitieren
Alexander Möller (Autor), 2019, Qualitatives Experiment als Forschungsmethode, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/505330

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