Die Arbeit setzt sich mit Möglichkeiten und Grenzen der Verbindung von Deutschunterricht mit Literaturgeschichte in der Sek. I an Gymnasien auseinander. Dabei werden aktuelle didaktische Modelle einander gegenübergestellt sowie eine Praxisempfehlung gegeben. Die Hausarbeit zeigt Problematiken und Möglichkeiten des Einbezugs von Literaturgeschichte in den Deutschunterricht in der Sekundarstufe I an Gymnasien auf. Theoriebezüge werden hergestellt und erörtert.
Inhaltsverzeichnis
Literaturgeschichte - langweilig?
Was ist Literaturgeschichte?
Warum Literaturgeschichte im Unterricht?
Literaturgeschichte und Kerncurriculum
Methoden der Vermittlung von Literaturgeschichte
Literaturgeschichte in der Sek. I?
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung und didaktische Implementierbarkeit von Literaturgeschichte im Deutschunterricht der Sekundarstufe I. Ziel ist es, unter Berücksichtigung entwicklungspsychologischer Voraussetzungen der Lernenden sowie aktueller bildungspolitischer Anforderungen (Kerncurricula), Konzepte zu evaluieren, die einen produktiven und handlungsorientierten Zugang zur Literaturgeschichte ermöglichen, fernab von reinem Faktenlernen.
- Wahrnehmung und gesellschaftliche Bedeutung von Literaturgeschichte
- Analyse literaturgeschichtlicher Kompetenzen im hessischen Kerncurriculum
- Vergleich didaktischer Modelle zur Vermittlung (z.B. „Schneisen“-Konzept)
- Entwicklungspsychologische Voraussetzungen der Schüler in der Sekundarstufe I
- Strategien zur Verknüpfung von Literaturgeschichte mit moderner Kompetenzorientierung
Auszug aus dem Buch
Literaturgeschichte - langweilig?
Die Literaturgeschichte findet sich des Öfteren im Verdacht, „[a]ntiquiert, traditionell und langweilig“ zu sein und Schülerinnen und Schülern in einem wenig handlungsorientierten Unterrichtsablauf vor allem Zahlen, Daten und Namen zu präsentieren. Nichtsdestotrotz finden sich literaturhistorische Themen in den aktuellsten Lehrplänen und in den seit 2003 parallel existierenden Kerncurricula noch immer zur Genüge. Und das aus gutem Grund. Hermman Korte schreibt:
Indem wir literarische Texte vor dem Horizont ihrer Zeit begreifen, können wir Damals und Heute zueinander in Beziehung setzen und dadurch unsere eigene Lebenswirklichkeit als etwas Gewordenes und Teil des historischen Wandels (besser) verstehen.
Die Tatsache, dass Literaturgeschichte augenscheinlich mehr ist als pures Faktenwissen, zeigt sich auch in den Bildungsstandards für die Sekundarstufe I, in denen festgeschrieben ist, dass die Schülerinnen und Schüler bereits mit älteren Werken - vermeintlichen Klassikern - konfrontiert werden sollen und erste literaturhistorische Kenntnisse erwerben sollen. Zu der Frage, inwiefern es überhaupt sinnvoll beziehungsweise möglich ist, Schülerinnen und Schülern in niedrigeren Klassenstufen mit eben diesen Texten zu konfrontieren, existieren verschiedene Meinungen und ebenso über die Art und Weise, wie dies geschehen kann.
Zusammenfassung der Kapitel
Literaturgeschichte - langweilig?: Dieses Kapitel reflektiert das oft negative Image der Literaturgeschichte als reine Ansammlung von Daten und begründet deren anhaltende Relevanz durch den Bezug zur heutigen Lebenswirklichkeit.
Was ist Literaturgeschichte?: Es werden verschiedene Definitionen aus Lexika und Fachliteratur diskutiert, wobei insbesondere die Funktion der Literaturgeschichte als Kollektivgedächtnis und Teil der Erinnerungskultur hervorgehoben wird.
Warum Literaturgeschichte im Unterricht?: Das Kapitel erörtert didaktische Ziele, wie die Identitätsentwicklung, das historische Bewusstsein und die Arbeit an alternativen Lebensentwürfen durch die Auseinandersetzung mit literarischen Texten.
Literaturgeschichte und Kerncurriculum: Die Analyse der hessischen Lehrpläne zeigt auf, dass der Kompetenzbegriff genügend Raum lässt, um literaturgeschichtliche Inhalte bereits in der Sekundarstufe I zu thematisieren.
Methoden der Vermittlung von Literaturgeschichte: Hier werden didaktische Ansätze wie das Schlagen von „Schneisen“ (Nutz) und das forschende Lernen durch die Arbeit mit mehreren Werken (Fingerhut) gegenübergestellt.
Literaturgeschichte in der Sek. I?: Dieses abschließende Kapitel bewertet die Umsetzbarkeit der vorgestellten Methoden unter Berücksichtigung des Entwicklungsstandes der Schüler in den Klassen fünf bis zehn.
Schlüsselwörter
Literaturgeschichte, Deutschunterricht, Sekundarstufe I, Literaturdidaktik, Kerncurriculum, Kompetenzorientierung, Literaturgeschichte vermitteln, Historisches Bewusstsein, Erinnerungskultur, Exemplarisches Lernen, Leseverstehen, Literatur, Epochen, Schulalltag, Didaktik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie Literaturgeschichte im Deutschunterricht der Sekundarstufe I sinnvoll und motivierend vermittelt werden kann, ohne in ein veraltetes, rein faktenbasiertes Schema zu verfallen.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Es werden das Bild der Literaturgeschichte, didaktische Theorien, Vorgaben aus dem Kerncurriculum und konkrete unterrichtsmethodische Ansätze für jüngere Schüler analysiert.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Arbeit möchte klären, wie man den Literaturgeschichtsunterricht modern gestalten kann, damit er trotz der Komplexität für Schüler der Sekundarstufe I produktiv und anschlussfähig bleibt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Literaturanalyse, bei der fachdidaktische Konzepte und aktuelle bildungspolitische Vorgaben (Kerncurricula) kritisch verglichen und bewertet werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Definition von Literaturgeschichte, deren didaktischen Nutzen, die Anforderungen der Lehrpläne sowie verschiedene methodische Konzepte zur Implementierung dieses Wissens im Unterricht.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Literaturdidaktik, Kompetenzorientierung, historisches Bewusstsein, exemplarisches Lernen und Schülermotivation.
Warum ist die Unterscheidung zwischen Sekundarstufe I und II so wichtig?
Weil jüngere Schüler in der Sek. I entwicklungspsychologisch andere Voraussetzungen für Textanalyse und Abstraktion mitbringen als Oberstufenschüler, weshalb Methoden der Sek. II nicht ohne Anpassung übernommen werden können.
Welche Rolle spielt das „Schneisen“-Konzept von Maximilian Nutz?
Es dient als moderner Gegenentwurf zum chronologischen Durchlauf der Literaturgeschichte, indem es exemplarische Schwerpunkte setzt, um das historische Verständnis ohne Überfrachtung zu fördern.
Inwiefern ist der „Lehrerraum“ laut dem Autor begrenzt?
Der Autor weist darauf hin, dass die Lehrperson bei jüngeren Schülern stärker steuernd eingreifen muss, da diese noch nicht in der Lage sind, komplexe literaturtheoretische Probleme der Epochenbildung vollkommen selbstständig zu lösen.
- Arbeit zitieren
- Tim Strohmeier (Autor:in), 2013, Literaturgeschichte im Deutschunterricht der Sekundarstufe I, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/505416