Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Zusammenhang zwischen der Bewegungsabhängigkeit und dem Flow-Erleben im Ausdauersport. Es werden die theoretischen Hintergründe näher beleuchtet und eine empirische Analyse in Form einer online Umfrage mit Ultra-Ausdauersportlern vorgestellt. Sport ist in der Gesellschaft ein großes Thema und dennoch wird die Abhängigkeit nur selten angesprochen oder mit anderen Konstrukten in Verbindung gebracht.
In unserer westlichen Gesellschaft scheint vielmehr der Bewegungsmangel anstelle des exzessiven Sporttreibens präsent zu sein. So vermag es durchweg positiv zu erscheinen, wenn es einem gelingt, körperlich aktiv zu sein. Gepusht von den Leitbildern fällt dabei kaum einem die dunkle Seite des Sports auf. Was, wenn die Aktivität krankhaft wird, wir nicht mehr in der Lage sind aufzuhören und pausenlos an nichts anderes denken als an die nächste Trainingseinheit?
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Verhaltenssucht
3. Sportsucht
3.1 Sportabhängigkeit versus Sportsucht
3.2 Ursachen und Erklärungsansätze
3.3 Symptomatik
4. Flow-Erleben
4.1 Intrinsische Motivation
4.2 Was ist Flow?
4.3 Die Komponenten des Flow-Erlebens
4.4 Ursachen und Erklärungsansätze
5. Der Zusammenhang von Flow und Sportabhängigkeit
6. Hypothesen
7. Studie
7.1 Messinstrumente und Datenauswertung
7.2 Studienablauf
7.3 Deskriptive Statistik
7.4 Hypothesenprüfende Ergebnisse
8. Diskussion
9. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht den Zusammenhang zwischen Sportabhängigkeit und dem Flow-Erleben bei Ultra-Ausdauersportlern, um zu klären, ob das Streben nach Flow als potenzieller Suchtfaktor fungiert. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, ob eine positive Korrelation zwischen beiden Konstrukten besteht und wie leistungsorientiertes Handeln mit Suchtsymptomen sowie dem Erleben von Besorgnis interagiert.
- Theoretische Fundierung von Verhaltenssucht und Sportsucht
- Analyse des Flow-Konstrukts und seiner psychophysiologischen Ursachen
- Empirische Untersuchung mittels Online-Umfrage bei Ultra-Ausdauersportlern
- Prüfung von Hypothesen zu Zusammenhang und Leistungsdruck
- Diskussion von Persönlichkeitsaspekten und Wohlbefinden im Sport
Auszug aus dem Buch
3.3 Symptomatik
Die Bewegungsabhängigkeit ist klinisch nicht eindeutig definiert, dennoch treten in den Studien der Vergangenheit häufig ähnliche Symptome im Zusammenhang mit der Sportsucht auf.
Entzugssymptome
Die Entzugserscheinungen gelten als wichtiges Kriterium der Sportsucht. Sie sind präsent, wenn die sportliche Aktivität über einen gewissen Zeitraum nicht ausgeführt wird (Bilke-Hentsch et al., 2014). Infolge physiologischer Entzugserscheinungen kann es zur muskulären Erschöpfung, Magen-Darm-Störungen, Kopfschmerzen und Schlafstörungen kommen (Breuer & Kleinert, 2009; Griffiths, 1997; Pritz, 2009). Des Weiteren sind psychische Entzugssymptome üblich. Hier berichten Studien vor allem von Depressionen (Bamber, Cockerill, Rodgers, & Carroll, 2003), Angstzuständen (Bamber et al., 2003; Breuer & Kleinert, 2009; Griffiths, 1997) und Reizbarkeit (Griffiths, 1997; Stoll et al., 2010).
Kontrollverlust
Der Kontrollverlust tritt ein, wenn der Betroffene die Häufigkeit oder Intensität der sportlichen Tätigkeit nicht reduzieren kann, obwohl er dies, aufgrund der Erkenntnis negativer Effekte, versucht (Bilke-Hentsch et al., 2014).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz des Themas Sportsucht in der modernen Gesellschaft ein und stellt die Forschungsfrage nach dem Zusammenhang mit dem Flow-Erleben dar.
2. Verhaltenssucht: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen der Verhaltenssucht und differenziert zwischen stoffgebundenen und stoffungebundenen Abhängigkeitsformen.
3. Sportsucht: Hier werden Klassifizierungen der Sportsucht sowie deren Ursachen, Erklärungsansätze und spezifische Symptome detailliert diskutiert.
4. Flow-Erleben: Dieses Kapitel definiert das Flow-Erleben, dessen Komponenten sowie physiologische und psychologische Erklärungsansätze für das Auftreten dieses Zustands.
5. Der Zusammenhang von Flow und Sportabhängigkeit: Dieser Abschnitt analysiert theoretische Verbindungspunkte zwischen Suchtverhalten und dem Streben nach Flow-Erlebnissen im Sport.
6. Hypothesen: Hier werden auf Basis der vorherigen Literatur zwei zentrale Hypothesen zur Untersuchung des Zusammenhangs und der Besorgnis-Werte formuliert.
7. Studie: Dieser Teil beschreibt die methodische Vorgehensweise der empirischen Untersuchung, die eingesetzten Messinstrumente, den Studienablauf und die statistische Auswertung.
8. Diskussion: In diesem Kapitel werden die Ergebnisse der Studie kritisch hinterfragt, in den Kontext der Forschung gestellt und Limitationen benannt.
9. Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse der Bachelorarbeit zusammen und gibt Ausblicke auf zukünftigen Forschungsbedarf.
Schlüsselwörter
Sportabhängigkeit, Sportsucht, Flow-Erleben, Ultra-Ausdauersport, Bewegungsabhängigkeit, Suchtverhalten, intrinsische Motivation, Leistungsgedanke, psychische Gesundheit, Belohnungssystem, Suchtdiagnostik, empirische Studie, Besorgnis, Stressregulation, Persönlichkeitspsychologie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht die theoretischen und empirischen Zusammenhänge zwischen Sportabhängigkeit (Sportsucht) und dem psychologischen Flow-Zustand bei Ultra-Ausdauersportlern.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Themen sind die Entstehung von Verhaltenssüchten, die klinische Symptomatik der Sportsucht, die psychophysiologischen Grundlagen des Flows und die Rolle des Leistungsdrucks.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, den hypothetisierten positiven Zusammenhang zwischen Flow-Erleben und Sportsucht wissenschaftlich zu prüfen und zu analysieren, ob Abhängigkeit ein Prädiktor für Besorgnis ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Autorin führt eine quantitative Feldstudie durch, bei der 91 Probanden mittels webbasierter Fragebögen (EDS-21 und Flow-Kurzskala) befragt wurden.
Welche Inhalte werden im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil umfasst eine Literaturrecherche zu Sucht und Flow sowie eine empirische Untersuchung, die mittels deskriptiver Statistik und Varianzanalysen ausgewertet wird.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Die zentralen Begriffe sind Sportabhängigkeit, Flow-Erleben, Ultra-Ausdauersport, Leistungsdruck, psychische Grundbedürfnisse und Suchtprävention.
Gab es einen signifikanten Zusammenhang zwischen Flow und Sucht?
Nein, ein direkter positiver Zusammenhang zwischen dem Flow-Gesamtscore und der Sportabhängigkeit konnte in der Studie nicht nachgewiesen werden.
Welche Rolle spielt die Leistungsorientierung der Sportler?
Es zeigte sich, dass leistungsorientierte Sportler signifikant höhere Besorgnis-Werte und eine höhere Sportabhängigkeit aufwiesen als Sportler, die vorwiegend aus Spaß oder Gesundheitsgründen trainieren.
Unterscheiden sich abhängige von nicht abhängigen Sportlern?
Ja, die Studie bestätigt, dass abhängige Sportler im Vergleich zu asymptomatischen Probanden signifikant höhere Besorgnis-Werte aufweisen.
Was sind die Limitationen der vorliegenden Feldstudie?
Die Studie ist eine retrospektive Erhebung mit einer heterogenen Stichprobe, was die Kontrolle von Störvariablen erschwert und eine kausale Interpretation der Zusammenhänge einschränkt.
- Arbeit zitieren
- Pia Frischknecht (Autor:in), 2019, Flow-Erleben und Abhängigkeit im Ausdauersport. Wenn Sport zur Sucht wird, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/505515