Am Anfang dieser Abhandlung stehen die -heim-Siedlungsnamen als solche. Ihre Charakteristika und Besonderheiten hinsichtlich Bildung, Verbreitung etc. sollen herausgestellt werden, um einen Abgleich meiner Ergebnisse mit diesen zu ermöglichen. Dem folgt der zentrale Teil der Arbeit, der Siedlungsnamenkatalog. In diesem werden alle aufgenommenen Siedlungsnamen etymologisch aufgeschlossen und besprochen.
Der Belegblock soll möglichst die gesamte Geschichte des Siedlungsnamens wiedergeben. Im Anschluss daran werden die gewonnenen Erkenntnisse ausgewertet und anhand von Karten dargestellt. Die Ergebnisauswertung geschieht unter Zuhilfenahme archäologischer, historischer und geographischer Erkenntnisse. Als Ergebnis erhoffe ich mir Aufschlüsse über das Alter, die geographische Lage und Spezifika der im Saar-Raum befindlichen heim-Siedlungen zu gewinnen. Weiter sind Erkenntnisse über die fränkische Bevölkerung vor Ort bzw. über die Namengeber der jeweiligen Ortschaften anzustreben. Am Ende dieser Untersuchung sollte ein möglichst umfassendes Bild der -heim-Namen des Saarlandes stehen, welches vorangegangene Untersuchungen stützt oder gegebenenfalls auch widerlegt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Forschungsüberblick
3. Die -heim-Namen
3.1. Siedlungsnamen
3.2. Die Siedlungsnamen auf –heim
3.2.1. Bedeutung
3.2.2. Sprachliche Form
3.2.3. Bildung der -heim-Namen
3.2.4. Lage
3.2.5. Verbreitung
3.2.6. Alter der -heim-Namen
3.3. „Das -ingen-/-heim-Problem, ein onomastischer Dauerbrenner“
4. Siedlungsnamen-Katalog
4.1. Anlage der Namenartikel
4.2. Katalog
5. Auswertung des Kataloges
5.1. Deskriptive -heim-Namen
5.2. Personennamen als Bestimmungswörter
5.3. Ertsnennung
6. Der Bliesgau
6.1. Geologie und Geographie
6.2. Besiedlung des Bliesgaus
6.2.1. Gräberfelder
6.2.2. Patrozinien
7. Schlussbemerkung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen der -heim-Siedlungsnamen im Saarland, mit besonderem Fokus auf den Bliesgau. Ziel ist es, ein möglichst umfassendes Bild dieser Ortsnamen zu gewinnen, ihre etymologische Herkunft und Bildungsweise zu analysieren sowie siedlungsgeschichtliche Zusammenhänge auf Basis archäologischer und historischer Erkenntnisse aufzuzeigen.
- Etymologische Analyse und Katalogisierung der -heim-Siedlungen im Saar-Raum.
- Untersuchung der Bildungsstrukturen (Personennamen vs. deskriptive Bestimmungswörter).
- Vergleich der Siedlungsdichte und Verbreitungsmuster, insbesondere im Bliesgau.
- Diskussion des onomastischen Verhältnisses zwischen -ingen- und -heim-Namen.
- Datierung der Siedlungsvorgänge durch archäologische Funde (Gräberfelder) und Patrozinien.
Auszug aus dem Buch
3.2.1. Bedeutung
Das GW -heim leitet sich ebenso wie got. haims f.; anord. heimr- m.; ae. hám m.; afr. hām m./n., hēm; as. hēm n.; ahd. heima f. und mhd. heim von germanisch *haima- m. ab, welches sich mit „Heim, Dorf, Welt“ übersetzen lässt. So tritt uns das Element in der Bedeutung „Heimat eines Stammes“ bereits in antiken Quellen entgegen. Es ist Bestandteil des Ländernamens Boi[o]haemum bzw. τό Βουίαιµον „Heimatland der Boier“ (mhd. Bēheim, nhd. Böhmen). Weiter findet es Gebrauch in von Ländernamen abgeleiteten Stammesnamen. *haima- liegt also eine ganz allgemeine Bedeutung zu Grunde. Adolf Bach hat sich in seiner „Deutschen Namenkunde“ für einen semantischen Unterschied zwischen ahd. heima bzw. as. hēm und dem got. *haims ausgesprochen. Karel Roelandts hat hierzu bereits 1965 festgestellt: „In sämtlichen [germanischen] Sprachen deutet haim- auf den ständigen Wohnsitz, es sei das Haus oder der Hof, das Dorf, oder sogar die Welt – kurz den Ort, wo man beheimatet ist“.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Siedlungsnamenforschung und Darlegung der Zielsetzung der vorliegenden Abhandlung.
2. Forschungsüberblick: Zusammenfassung der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit Siedlungsnamen von den frühen Volksetymologien bis hin zu modernen Standardwerken.
3. Die -heim-Namen: Detaillierte linguistische Untersuchung der Bedeutung, Form, Bildung, Lage und Verbreitung von Siedlungsnamen auf -heim.
4. Siedlungsnamen-Katalog: Systematische Erfassung und Aufschlüsselung der existierenden sowie historischen -heim-Siedlungen im Saarland.
5. Auswertung des Kataloges: Analyse der gewonnenen Katalogdaten bezüglich deskriptiver Namen, Personennamen und der zeitlichen Einordnung der Erstnennungen.
6. Der Bliesgau: Geographische und siedlungsgeschichtliche Untersuchung des Bliesgaus als Hauptverbreitungsgebiet unter Einbeziehung archäologischer Funde.
7. Schlussbemerkung: Zusammenfassende Synthese der gewonnenen Erkenntnisse über die Datierung und den historischen Kontext der -heim-Siedlungen.
Schlüsselwörter
Siedlungsnamen, -heim, Bliesgau, Onomastik, Sprachgeschichte, Namenforschung, Etymologie, Frühmittelalter, Landesgeschichte, Siedlungsgeschichte, Personennamen, Fiskalgut, Merowingerzeit, Ortsnamen, Saarland.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Untersuchung und systematischen Erfassung der Siedlungsnamen auf -heim im saarländischen Raum.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zentrale Themen sind die Etymologie der Namen, deren Bildungsweisen, die geographische Verbreitung sowie die historische Einordnung der Siedlungstätigkeit in das frühe Mittelalter.
Was ist das primäre Forschungsziel?
Das Hauptziel ist es, einen umfassenden Katalog der saarländischen -heim-Siedlungen zu erstellen und durch Auswertung dieser Daten Erkenntnisse über Alter, Namengeber und Siedlungsstrukturen zu gewinnen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es handelt sich um eine onomastische Untersuchung, die durch die Analyse von historischen Belegreihen, sprachwissenschaftlichen Ableitungen sowie archäologischen und geographischen Zusatzinformationen ergänzt wird.
Was behandelt der Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil gliedert sich in eine linguistische Theorie zu -heim-Namen, einen umfassenden Katalog der einzelnen Ortsnamen mit Belegen und Analysen sowie die Auswertung dieser Daten unter Einbeziehung des Bliesgaus.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Onomastik, -heim-Siedlungsnamen, Siedlungsgeschichte, Saarland, Bliesgau und frühes Mittelalter beschreiben.
Welche Rolle spielt der Bliesgau in der Untersuchung?
Der Bliesgau wird besonders hervorgehoben, da dort eine auffällige Konzentration von -heim-Siedlungen vorliegt, die im Vergleich zum umliegenden Raum eine besondere siedlungsgeschichtliche Bedeutung aufweist.
Warum wird Ixheim im Katalog behandelt, obwohl es in Zweibrücken liegt?
Ixheim wurde in die Untersuchung aufgenommen, da es in einem unmittelbaren, engen Zusammenhang mit der großen Anhäufung der -heim-Namen im Bliesgau steht.
Welche Bedeutung haben die Gräberfelder für die Arbeit?
Archäologische Reihengräberfelder dienen als essentielles Hilfsmittel, um die Siedlungsnamen zeitlich einzuordnen und den festen Siedlungsbezug in der Merowingerzeit zu belegen.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2007, Die Siedlungsnamen auf -heim im Saar-Raum. Charakteristiken und Besonderheiten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/505592