Faktoren regionaler Wirtschaftsgestaltung


Ausarbeitung, 2019
28 Seiten, Note: 1,3

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung. 3

2. Grundlegende Abhandlung der Gegebenheiten. 4

2.1. Natürliche Märkte. 4

2.2. Marktgrößen. 5

2.3. Märkte und politische Macht 6

2.4. Wissen in Märkten. 7

2.5. Menschen, Mobilität und Beheimatung. 8

3. Zentrale Prinzipien des Wirtschaftens. 10

3.1. Ökonomische Sinnhaftigkeit 10

3.2. Lernen durch Erfahrung. 11

3.3. Skalierung. 12

3.4. Wachstum und Wirkungsgrad. 14

3.5. Pluralität und wirtschaftliche Kennzahlen. 16

4. Aspekte der Regionalisierung. 17

4.1. Energieerzeugung und Nutzung. 17

4.2. Rohstoffe. 19

4.2.1. Organische Rohstoffe / Biologische Rohstoffe. 19

4.2.2. Anorganische Rohstoffe / Technische Rohstoffe. 21

4.3. Verkehrsinfrastruktur 23

4.4. Medien im öffentlichen Raum.. 25

5. Abschlussbetrachtung. 26

Quellenverzeichnis. 27

1. Einleitung

Die Grundstruktur unserer Gesellschaft fußt auf dem Verständnis der selbstorganisierenden Kräfte. Angefangen bei dem klassischen „Angebot und Nachfrage“, ist die selbstorganisierende Arbeitsweise der gesellschaftlichen Mittel eines der zentralen Organisations- und Erfolgsmuster unserer marktwirtschaftlich orientierten Gesellschaft. Die Eigenmotivation von Individuen ermöglicht einen kreativen Findungsprozess, der Probleme wesentlich spielender und effizienter löst, als dies durch intentionale und geplante Prozessführung (top-down) möglich ist. Das Prinzip der vielen Köpfe ist zentral für die Innovationsfähigkeit unserer Gesellschaftsform (vgl. Radermacher, 2012, S. 19). Das fehlende oberste Planungselement sorgt gleichzeitig dafür, dass diese demokratische Grundordnung stets davon ausgeht, dass sie unfertig ist (vgl. Augé, 2015, S. 31). Fortentwicklung ist jeder pluralen Gesellschaft eingeschrieben.

Deshalb haben wirklich demokratisch organisierte Gesellschaften das immanente Bedürfnis, die gesamte Bevölkerung der Erde zu bilden. Denn je besser dies gelingt, desto besser kann sich das selbstorganisierende Potential der Menschen entfalten. Aus politisch-herrschender Sicht müssen für diese Entwicklung „nur“ die richtigen Rahmenbedingungen geschaffen werden, damit sich die unzähligen Findungsprozesse der Individuen zu nützlichen Konstellationen zusammenfinden können. Die Gewaltenteilung in Legislative, Judikative und Exekutive aller Rechtsstaaten bildet heute den fortschrittlichsten Rahmen, um stabile und verlässliche Rahmenbedingungen für die Marktfindungsprozesse sicherzustellen, ohne einzelnen Gruppierungen einen zu starken Einfluss auf deren Veränderung zu geben. Gleichzeitig müssen sich bestimmte Rahmenbedingen für eine sich ändernde Gesellschaft ebenfalls verändern lassen. Während die Judikative dabei abwägen muss, welche dieser angestrebten Veränderungen grundlegende Veränderungen am Gesamtsystem vornehmen und welche „nur“ den Handlungsspielraum innerhalb dieses System betreffen, ist es die Aufgabe der Legislative eben diesen Handlungsspielraum zu gestalten. Vor diesem Hintergrund der Legislative sind die SDBs zu lesen. Die SDGs benennen keine konkreten Zustände, sondern sind so formuliert, dass die Legislative für ihre Rahmengestaltungen Zielstellungen erhält.

Im Rahmen dieser Arbeit stellt sich die Frage, wie die Rahmenbedingungen zu gestalten sind, um das elfte Ziel der SDGs zu ermöglichen. Dafür werden im Folgenden zunächst grundlegende Eigenschaften von Märkten diskutiert, bevor auf spezifischere Teilaspekte regionaler Wirtschaftsmaßstäbe eingegangen wird.

2. Grundlegende Abhandlung der Gegebenheiten

Eine Diskussion um eine optimale Gestaltung der Märkte muss zwangsweise von einem Standpunkt ausgehen, der optimale Rahmenbedingungen abwägt, statt sich mit der eigentlichen Lösungsfindung des Marktes zu beschäftigen. Das Eingreifen über Gebote und Verbote muss, da es den Findungsprozess des Marktes einschränkt zwangsweise den gestaltenden Ansätzen unterlegen sein. Eine Ausnahme zu diesem Grundsatz bilden Gesellschaftsbereiche, die nicht unter marktwirtschaftlichen Aspekten zu behandeln sind. Im Sinn der sozialen Marktwirtschaft fallen drunter alle Lebensbereiche, denen wir absprechen effizient sein zu müssen. Dazu gehören dem Common Sense nach junge, alte und kranke Menschen, aber auch die Diskussion um ein Bedingungsloses Grundeinkommen ließe sich unter diesem Aspekt verstehen. Konzepte wie die ökosoziale Marktwirtschaft versuchen in den Grundsatz des schützenswerten ökologische mit marktwirtschaftlichen Grundsätzen zu vereinbaren.

Um dieses Feld ein wenig aufzuleuchten, sollen im Folgenden zunächst grundlegende Prinzipien beschrieben werden, nach denen sich die Gestaltung von Märkten immer ausrichten muss, unerheblich davon, ob es von den Gestaltenden berücksichtigt wurde oder nicht. Zentral in dieser Abhandlung ist die Differenzierung zwischen der Macht von Märkten und der politischen Macht.

2.1 Natürliche Märkte

Der Blick in die Menschheitsgeschichte vernachlässigt in der Regel die geographischen Gegebenheiten, die den Menschen früher wie heute einen Rahmen dafür stellen, was ihnen im Groben möglich ist und was nicht (vgl. Marshall, 2017, S. 8). Lokalitäten, Gebiete, Landschaften, Regionen und Kontinente sind alle gleichermaßen durch ihre physikalischen Gegebenheiten voneinander getrennt oder zwangsweise aneinandergefügt. Auch wenn der Mensch durch verschiedene Technologien immer weitere Barrieren überwindet, so bleiben sie doch im Wesentlichen über die Jahrtausende bestehen.

Gebirge, Wüsten, Dschungel, klimatisch extreme Gebiete, karge Steinlandschaften und Meere sind natürliche Barrieren, die Landschaften voneinander trennen. In diesen Fällen ist es unerheblich, ob die Regionen weit voneinander entfernt liegen oder nur durch schwierig zu überwindene Hindernisse voneinander getrennt sind; immer nimmt es größere Mühen in Anspruch zueinander zu kommen als zu Nachbarn, die nicht durch solche Barrieren abgeschirmt sind. Zu den wichtigsten Techniken, die der Mensch entwickelt hat, gehört der Gütertransport auf dem Wasserweg, denn auf diese Weise war der Gütertransport auf dem Wasser zu allen Zeiten einfacher und damit günstiger als auf einem vergleichbaren Landweg. Deshalb dienen Flüsse nicht nur als natürliche Grenzen, sondern bringen, sofern sie schiffbar sind, Regionen auch dichter zusammen.

Die Geographie entscheidet auf diese Weise im Wesentlichen darüber, welche Gebiete natürlicherweise als zusammengehörig gelten können und welche nicht. Einerseits können günstige geographische Konstellationen die Ausgangsbedingung für Handel und Wohlstand bilden und andererseits kann eine geographisch nachteilige Position die Entwicklung vorteilhafter menschlicher Entwicklung entscheidend behindern. Dazu kommt, dass geographische Trennung in der Menschheitsgeschichte immer auch kulturelle Trennung und damit unterschiedliche Entwicklung bedeutet hat. Die erneute Vermischung hat in der Vergangenheit, wie in der Gegenwart, neben einer deutlichen Bereicherung durch Vielfalt auch immer soziale Spannungen und Konflikte mit sich gebracht, die für die Entwicklung ebenfalls nicht zu unterschätzende Schwierigkeiten bedeuten können. Aus diesem Grund ist in der Vergangenheit, insbesondere von imperialistischen kolonialisierenden Kräften, eine unvorteilhafte nationale Grenzziehung, sowohl in geographischer als auch in kultureller Hinsicht, immer wieder als Gewaltinstrument der Schwächung und Unterdrückung eingesetzt worden (vgl. Marshall, 2017, S. 137 ff.).

Dieses Grundverständnis gilt es zu berücksichtigen, wenn von regionalen Beziehungen die Rede ist, denn abseits von den bloßen Maßstäben der „einfachen“ Entfernung über einen ebenen Landweg, wird in vielen Teilen der Welt die „Normalität der Entfernung“ durch die geographisch-physikalische Gegebenheit vorbestimmt. Diese Gegebenheiten lassen sich nur in Einzelfällen durch zentralisierte Großbauprojekte abändern und dann auch nur, um wieder neue Gegebenheiten zu formen.

2.2 Marktgrößen

Märkte ermöglichen den Austausch von Rohstoffen, Produkten und Dienstleistungen sowie Personen, Kapital, Ideen und vielem mehr. Das Prinzip des Marktes geht davon aus, dass jeder Marktteilnehmer das Vermögen besitzt sich selbst mit eigenen Ideen oder der eigenen Arbeitskraft am Markt zu versuchen und so durch eigene oder an fremden Unternehmungen teilhat. Die anderen Teilnehmer des Marktes entscheiden durch ihr Handeln wiederum, welcher individuelle Vorschlag mit welchem Geldwert zu bemessen ist. Dadurch wird er mit allen anderen Vorschlägen vergleichbar und relativ eingeordnet. Dabei steht zumindest allgemein betrachtet jede Aktion am Markt in ihrem relativen Umfeld zu anderen Aktionen ihrer Zeit und ihrem spezifischen Markt.

Darüber hinaus spielt aber auch die Marktgröße eine entscheidende Rolle für die Entwicklung eines Marktes. Denn, während eine Vielzahl von Menschen und Pluralität auch die Kreativität und damit die Lösungsfindung erhöht, ermöglicht die reine Anzahl von Menschen schon eine höhere Durchsetzungskraft eines Marktes gegenüber anderen. Zum einen bedeutet eine größere Kreativität auch eine schnellere Entwicklung in organisatorischer und technologischer Hinsicht, was wiederum zu einem Wettbewerbsvorteil führt, mit dem angrenzende Märkte und Regionen Schwierigkeiten haben. Zum anderen bedeutet die größere Anzahl an Kunden auch ein erhöhtes Aufkommen von Kapital, welches sich wiederum in einem größeren Vermögen zur Skalierbarkeit von Prozessen wiederspiegelt. In Vorgriff auf Kapitel 3.3. lässt sich formulieren, dass diese Regionen die Fähigkeit erlangen, Prozesse zu skalieren, die einen geringeren Skalierungsfaktor haben.

Beides führt dazu, dass die Entwicklungsfähigkeit von Regionen erheblich davon abhängt, in welchen relativen Gefüge sich Märkte im Vergleich zu ihrer Umgebung befinden. Dabei ist neben der geographischen Lage auch die Marktgröße, mit zahlungskräftigen Marktteilnehmern relevant sowie das Umfeld, auf das sich diese Märkte ausbreiten können.

2.3 Märkte und politische Macht

Abgesehen von der Potenz verschiedener Märkte, obliegt es der politischen Führung einer Region die Überschüsse, die von den Märkten hervorgebracht werden, wieder zu investieren. Dabei können die Überschüsse der Gemeinschaften entweder im Rahmen der „Symbolischen Ordnung“ in kulturellen Handlungen (vgl. Pfaller, 2014, S. 23–27) oder aber auch politisch-strategisch verwendet werden. In Bezug auf eine nachhaltige Regionalgestaltung, muss daher berücksichtigt werden, dass sich Regionen so zu Gemeinschaften zusammenfinden, dass sie mit ihren Partnern und Kooperationen möglichst in ein antifragiles Gefüge kommen, dass die Berechtigungen der Teilnehmer fair gestaltet. Diese Gefüge müssen vor diesem Hintergrund einen Gestaltungsrahmen aufweisen, der verhindert, dass einzelne Parteien ihre Marktüberschüsse zum Einsatz von überregionalen Machtinteressen einsetzen.

Eine wichtige Errungenschaft ist in diesem Zusammenhang das Verbot von Eroberungskriegen durch die UN-Charta (Art 2, Nr. 4). Gewaltanwendungen sind aber in Bezug auf Machteinflüsse nicht die einzige Möglichkeit die eigene Interessenssphäre zu erweitern. Eine wesentliche Möglichkeit zur Erweiterung des eigenen Einflussbereichs ist die Verhandlung von Handlungsverträgen, die bestimmte Verbindungen von Märkten begünstigt und andere ausschließt. Ein Problem dabei ist nicht nur die Präferenz bestimmter Handelspartner unter Ausschluss wirtschaftlich und ressourcenhaft schlecht ausgestatteter Regionen, sondern auch Handelsbeziehungen, die in sich eine Ungleichheit herstellen. Dazu gehören häufig politisch durchgesetzte Grenzöffnungen, die die einheimischen Märkte den globalen Industrien ausliefern sowie Handelsbeziehungen, die die konsequente Verschuldung eines der Handelspartner zur Folge haben.

Zur Sicherung des Bestehens nachhaltiger Strukturen ist es unablässig, dass neben der Festlegung, dass es zu keiner Gewaltanwendung kommen darf, auch eine globale Vereinbarung, nach welchen Standards Beziehungen auszusetzen und zu pflegen sind. Denn solange politische Interessensentwicklung die eigenen Machtansprüche aus wirtschaftlicher Überlegenheit versucht weiter auszubauen, solange werden die daraus entstehenden System instabil sein und mit der Verschiebung von technologischen Fortschritten, demographischer Bevölkerungsentwicklung, starker Migration und vielen anderen volatilen Veränderungen der Gegebenheiten starke strukturelle Probleme haben. Und eine solche Problemlage verlangt wieder nach einem veränderten Kräftegleichgewicht durch eine Neustrukturierung der Märkte. Dieses Konfliktpotenzial lässt sich nur durch eine Standardisierung für faire Handelsbeziehungen erreichen.

2.4 Wissen in Märkten

Märkte ermöglichen nicht nur den Austausch von Rohstoffen, Produkten und verschiedenen Dienstleistungen, sondern auch den Austausch von Personen, Kapital und Wissen. Die Freizügigkeit all dieser Faktoren führt auch zu einer Annäherung des Preisniveaus. Gleichzeitig führt die relative Natur der Märkte dazu, dass die eigenen Wettbewerbsvorteile (vereinfacht ausgedrückt das eigene implizite und explizite Wissen) essentiell für das erfolgreiche Bestehen an den Märkten sind. Für die Unternehmen selbst gilt: Je größer der Vorsprung im Wissen gegenüber der Konkurrenz ist, desto einfacher lässt sich die eigene Marktposition sichern und ausbauen. Eigenes Wissen ist für die Marktteilnehmer umso profitabler, desto weniger es bekannt ist.

Für die Gesamtbetrachtung eines Marktes oder einer Gesellschaft ist dies natürlich keine wünschenswerte Zielstellung, denn das Erfolgsrezept des demokratischen Marktes ist sein pluraler Kreativitätsprozess, der mit der Verbreitung von Wissen spielt. Funktional geprägte Patente sind unter diesem Gesichtspunkt eher kritisch zu betrachten, denn auch wenn sie im Prinzip eine Offenlegungsschrift sind, so verhindern sie doch ihre Abwandlung und Adaption im kreativen Spiel des Marktes. Funktional geprägte Patente gehen von Produkten aus, die einem ingenieurgetriebenen Entwicklungsprozess entstammen, der eine dinglich-technische Grundlage hat. Aber zunehmende Kundenorientierung und ausgeprägte Marktstrategien der Unternehmen, haben einen Entwicklungsprozess hervorgebracht, der sich immer stärker an Servicegedanken orientiert und seine Wertschöpfung aus ganzheitlichen Geschäftsmodellen gewinnt. Die Wertschöpfung des 21. Jahrhunderts wird nicht mehr rein produktgetrieben sein und in dem gleichen Maße können Patente eines produktorientieren Patentierungsprozesses die Potenz des Marktes unterdrücken.

Im Sinn eines kreativen Marktprozesses ist lässt sich außerdem argumentieren, dass nicht das Wissen selbst der einzige Garant für den Markterfolg ist, sondern auch die adäquate Zusammenstellung verschiedener Leistungen zu einem Gesamtprodukt von ggf. unterschiedlichen Anbietern. Die Sicherung von exklusiven Lieferverträgen verhindert unter diesem Gesichtspunkt einen kreativen Marktfindungsprozess und die Diffusion von Wissen. Im Vorgriff auf Kapitel 3.4. lässt sich formulieren, dass das Stabilisieren von unternehmerischen Strukturen den Markt fragilisiert. Ein kreativer demokratischer Markt lebt hingegen von unternehmerischen Strukturen, die sich selbst den Erfordernissen des Marktes anpassen. Für das Gesamtwohl lässt festhalten, dass Wissen umso gemeinnütziger ist, desto bekannter es ist. Dem Markt geht es zunehmend um kurzfristige und passgenaue Lösungen. Nicht umsonst verfolgt die Forschung zur Unternehmensorganisation die Zielstellung den Grad der Flexibilität/Plastizität/Agilität von strukturierten Prozessen weiter zu erhöhen.

2.5 Menschen, Mobilität und Beheimatung

Die Theorien zur Beheimatung von Menschen sind so zahlreich wie vielfältig. Auf der einen Seite legen uns Theorien im heidegger’schen Sinn zahlreiche Ausführungen um den Begriff der Heimat da, der für das menschliche Dasein konstituierend sei. Auf der anderen Seite lassen sich jedoch ebenso Theorien wie beispielsweise bei Baudrillard oder Han finden, die eine Theorie begründen, nach der die sinnbildenden Elemente nicht an einem Ort versammelt sein müssen, sondern sich durch vielfältige Repräsentation ein Ordnungsgefüge der Hyperebene ergibt.

Genauso, wie sich in voneinander getrennten Regionen unterschiedliche Kulturen entwickelt haben, so werden die Menschen auch in Zukunft passende Theorien für ihre Lebensumstände entwickeln und sich ein passendes Bedeutungsgewebe spinnen, das das Miteinander geleitet und ordnet. Unabhängig von dem Ort auf der Landkarte richten sich Menschen ihre Umgebung als eine Örtlichkeit ein, in der sie mit Hilfe Vertrautem sich sinnstiftend orientieren können. Dabei scheint es entgegen der philosophischen Tradition nicht darauf anzukommen, dass sich die Orientierung an der Tradition vollzieht, sondern vielmehr, dass sich verschiedene kulturelle Orientierungsmuster nicht entgegenstehen bzw. miteinander gesellschaftlich unvereinbar sind.

Was früher durch traditionelle Weitergabe kulturell überliefert wurde, sucht sich in Zeiten von hoher sozialer Mobilität die Verbreitung durch digitale Netzwerke.

Byung-Chul Han spricht in diesem Zusammenhang von der Hyperkulturalität. Anstelle von historischem Erbe würden sich die Bezüge in die Welt durch Fenster in verschiedenste Weltbereiche öffnen, so dass die Bezüge rhizomartig herstellen (vgl. Han, 2005, S. 22). Heute seien dadurch nicht nur rhizomartige Beziehungen in verschiedene Welt- und Zeitbereiche möglich, sondern Situationen selbst haben die Möglichkeit ein Ensemble verschiedener Texturen zu sein (vgl. Han, 2005, S. 42). Das anschaulichste Beispiel hierfür sind Weihnachtsmärkte mit ihren vielfältigen Referenzen in Bezug auf die Hütten, die Musik, das Essen, die Getränke, Weihnachten und vieles darüber hinaus.

Statt klassischer Vorbilder wird Orientierung bei anderen Mitmenschen gefunden, die ähnliche Probleme bereits gelöst haben oder im Begriff sind diese zu lösen. Daher spielt eine stärkere Vernetzung für sich zugehörig fühlende Personen eine stärkere Bedeutung. Weiter wird dabei immer entscheidender sein, wie unmittelbar Erfahrungen und Ereignisse mitgeteilt werden können. Dies ist spätestens den Generationen, die mit der Selbstverständlichkeit des Internets aufgewachsen sind, eindeutig klar und hat ihr Welterleben deutlich zu den vorherigen Generationen verändert.

Eine sich deutlich schwieriger zu antizipierende Entwicklung ist, dass neben historischen Orten, die eine Verzweigung in die Geschichte und zu den sie belebenden Menschen zulassen, es mit dem wachsenden industriellen Maßstab der Infrastruktur immer mehr Nicht-Orte gibt (vgl. Augé, 2012, S. 83). In gewisser Weise bilden die Bahnhöfe, Autobahnen, Raststätten und all die anderen Nicht-Orte, die nicht zum Verweilen, sondern zum Passieren gebaut sind, das Pendant zum Hyperkulturellen Byung-Chul Hans (vgl. Augé, 2012, S. 106 und 110; und vgl. Han, 2005, S. 20)

Eine ausgearbeitete Theorie der Regionalität müsste sich in diesem Kontext weiter damit beschäftigen, dass sich menschliches Zusammenleben mit der Anzahl der zusammenlebenden Menschen verändert. So geht die klassische Annahme, wie der Begriff der Infrastruktur auch, von einem Netzwerk von Nicht-Orten aus, die anonyme Menschenmassen und Güter transportieren können. Während der Blick auf den einzelnen Menschen von Begriffen wie Heimat, Identität, Mobilität und Peer-Groups geprägt ist, gibt es keine schlüssige Antwort auf die Frage, nach welchen Kriterien die Maßstäbe für eine Standardisierung des Miteinanders notwendig ist. Das Leben in einer 2 Millionen Einwohner Metropole verlangt andere Regeln und Standardisierungen des Miteinanders als das Leben in einem 2000 Einwohner Dorf. Dennoch werden die Normen und Standardisierungen der Metropolen verwendet, um das Leben in den ländlichen Regionen zu lenken und zu bewerten. Oder würde man behaupten, dass für die Gestaltung das Zusammenlebens in Berlin und Pellworm die gleichen Standardisierungsanforderungen der Infrastruktur sinnvoll sind? Kein Wunder, dass die ländlichen Regionen im gleichen Maßstab als Strukturschwach gelten. Aber nach welchen Kriterien ließen sich hier einheitliche Maßstäbe entwickeln, die jeder Region ihre Eigenheiten belässt und ihre eigenen Handlungsspielraum der Entwicklung eher eröffnet, als verschließt?

3. Zentrale Prinzipien des Wirtschaftens

Ausgehend von den Prinzipien, die die Rahmung von Märkten gestalten, gibt es Grundsätze, die für die Akteure innerhalb des Marktgeschehens gelten und oftmals über deren relative Relevanz entscheiden. Denn abseits der eigenen Bewertung der Wirtschaftlichkeit, ist es in Märkten relevant, wie sich diese in Bezug auf andere Marktteilnehmer gestaltet. Diese Prinzipien werden im Folgenden beschrieben.

3.1 Ökonomische Sinnhaftigkeit

Auf einer Erde, auf der die benötigten Ressourcen knapp sind, stellt sich automatisch die Frage nach der optimalen Verteilung der vorhandenen Mittel. Dabei bewirken der technische Fortschritt und eine Marketing-orientierte Verkaufsstrategie, dass immer vielfältigere Einsatzmöglichkeiten für die Ressourcen bestehen und damit insgesamt der Bedarf an Ressourcen kumuliert steigt. Daraus ergibt sich oftmals eine gefühlte Verknappung der zur Verfügung stehenden Mittel und eine Verteilungsfrage trifft bei denjenigen, die eine Kürzung hinnehmen müssen auf Unverständnis. Besonders in den sozialen Bereichen tritt daher immer wieder eine Forderung auf, ökonomische Zielstellungen aus den Bereichen der sozialen Versorgung auszuschließen und damit abseits allen ökonomischen Abwägungen Leistungen zur Verfügung zu stellen.

Dass diese Forderung abwegig ist, hat Stefan Huster für den medizinischen Bereich herausgearbeitet, wenn er schreibt, dass „die beliebte Gegenüberstellung von Ethik und Ökonomie grundfalsch [sei]: Gerade weil Gesundheit so wichtig ist und die Mittel knapp sind, ist ihre effiziente Verwendung ethisch geboten“ (Huster, 2011, S. 47). Und in gleicher Weise verhält es sich mit anderen Bereichen, in denen über eine sinnvolle Mittelverwendung entschieden werden muss. Entgegen vieler (teilweise zu Recht) antiökonomisch-eingestellten Stimmen, ist eine wirtschaftliche Betrachtung stets ein Teil der Abwägungen, was in unterschiedlichen Lebensbereichen eine sinnvolle Verteilung ist.

Unabhängig des Betrachtungsgegenstandes lassen sich verschiedene Aspekte und Argumente dafür ins Feld führen, dass Maßstäbe von Prozessen groß oder klein gehalten werden sollten. Im Folgenden wird der Versuch einer ersten Kategorisierung dieser Grundsätze der Produktionskonzeption unternommen.

3.2 Lernen durch Erfahrung

Es liegt im Grundkonzept jeder unternehmerisch tätigen Organisation, dass sich die Unternehmensprozesse auf eine Produkt- oder Dienstleistungspalette spezialisieren. Die Wiederholung immer gleicher oder ähnlicher Prozesse führt dabei auf verschiedene Weisen zu Lerneffekten. Die basalste Annahme über Lernprozesse, ist die Beschreibung von Lernkurven. Dabei wird im Wesentlichen angenommen, dass es während der Wiederholung von gleichen oder ähnlichen Prozessen durch eine Trial-and-Error Methodik zu einer Verbesserung der ‚Ergebnisse‘ kommt. Eine grundlegende Lernfähigkeit wird neben dem Menschen auch Tieren unterstellt und teilweise sogar bei Pflanzen vermutet. Bezogen auf Organisationen könnte also durchaus davon ausgegangen werden, dass nicht nur die Menschen selbst in ihren Tätigkeiten besser werden, sondern auch, dass in den Absprachen und Arbeiten miteinander gewisse Fortschritte erreicht werden können. Gregory Bateson beschreibt darüber hinaus weitere Arten des Lernens, von denen besonders das Pronto- und das Deutero-Lernen hier interessant sind. Während das Pronto-Lernen beschreibt, dass und wie Lerneffekte von einem Kontext auch in ähnlichen Kontexten verwendet werden können, beschreibt das Deutero-Lernen einen Prozess, in dem ein Lerneffekt im Pronto-Lernen eintritt (vgl. Bateson, 2014, S. 229 ff.). Mit anderen Worten beschreibt das Deutero-Lernen ein Besserwerden im Lernen insgesamt.

In technisch-wirtschaftlichem Kontext wird hingegen eher von dem Erfahrungskurvenkonzept gesprochen, welches „unterstellt, dass die Entwicklung der Produktionskosten in Abhängigkeit von der kumuliert produzierten Menge steht. Es wird unterstellt, dass eine Verdopplung der kumulierten Menge zu einer potentiellen 15 % - 30 % Reduktion der in der Wertschöpfung enthaltenen, inflationsbereinigten Kosten führt“ (Kühnle & Wagenhaus, 2016, Fol. 53) . Anteile daran haben neben der gängigen „Lernkurve, bei der man von einem degressiv abnehmenden Zeitbedarf für sich wiederholende Arbeitsgänge ausgeht“, auch die „Spezialisierung und Reorganisation von Arbeitsaufgaben“ sowie „Produkt- und Prozessverbesserungen“ (Kühnle & Wagenhaus, 2016, Fol. 53) .

Im Sinn der ökonomischen Sinnhaftigkeit kann also formuliert werden, dass es sinnvoll sein kann, Unternehmen möglichst zentral Produkte herstellen zu lassen, damit durch das Lern- und Erfahrungskurvenkonzept möglichst rasch, möglichst große Effizienzgewinne auftreten und die benötigten Ressourcen pro hergestelltem Gut sinken. Andererseits lässt sich fragen, wie es um die Lernerfolge steht, wenn das Personal eine hohe Fluktuationsrate aufweist und die Erfahrung und damit das Wissen, welches primär implizit vorliegt, mit den MitarbeiterInnen das Unternehmen verlässt oder eine andere Stelle mit anderen Aufgaben besetzt. Daher lässt sich durchaus argumentieren, dass ein lokal verankertes Unternehmen eine stärkere persönliche Bindung zu seinen MitarbeiterInnen aufbauen kann und damit die Erfolge von Lern- und Erfahrungskonzepten langfristiger im Unternehmen verankert, als es in zentralisierteren projektorientierten unternehmerischen Maßstäben möglicherweise der Fall sein kann. Gleichzeitig steigt mit dem Maß der Zentralisierung auch das Maß der Spezialisierung seiner MitarbeiterInnen, so dass Wissen und Erfahrungen außerhalb der eigenen Spezialisierung weniger fruchtbar in spezialisierungsübergreifenden Tätigkeiten oder Absprachen genutzt werden kann. Mit anderen Worten haben kleinere Unternehmen den Vorteil, dass ganzheitlich erfahrenere MitarbeiterInnen sich ganzheitlicher für das Unternehmen einsetzen können, als dies in Unternehmen größeren Maßstabs und größerem bürokratischen Aufwand der Fall sein kann.

3.3 Skalierung

Ein anderer Aspekt ist die Frage nach der Skalierbarkeit der Produktionsprozesse. Wird die Sinnhaftigkeit eines Produktes nicht aus sich selbst heraus, sondern wie klassischerweise durch die Nachfrage am Markt bestimmt, so ist auch interessant, wie schnell auf Änderungen am Markt, vor allem auf eine Nachfrageerhöhung reagiert werden kann. Die Skalierbarkeit beschreibt diesen Kontext, ist aber als allgemeiner Begriff nicht eindeutig definiert.

In der Informatik und in der Betriebswirtschaft finden sich Definitionen, die sich in einigen, aber nicht in allen Bereichen decken (vgl. Wikipedia, 2019a). Die Betriebswirtschaftslehre versteht Skalierbarkeit im Kontext von variablen und fixen Kosten. Das heißt, unter Skalierbarkeit versteht sie die Möglichkeit, ohne die Steigerung der Fixkosten oder dem Tätigen von Investitionen ein Kapazitäts- oder Umsatzwachstum erreichen zu können. Als klassisches Beispiel hierfür werden immer wieder Internetplattformen oder Franchising-Konzepte genannt.

Im Gegensatz dazu lässt sich die Skalierbarkeit mit Hilfe des Skalierungsfaktors mit der Sinnhaftigkeit verbinden, indem sie umgekehrt gedeutet wird. Oftmals lassen sich bei einer Erhöhung des Leistungsfaktors effizientere Arbeitsmethoden zum Ressourceneinsatz finden, so dass es zur relativen Senkung des Ressourceneinsatzes kommt. Beispielsweise ist es einfacher ein Gericht für zwei Personen, als zweimal ein einzelnes Gericht zu kochen. Das bedeutet, dass sich in zentralisierten großen Maßstäben aufgrund größerer Produktionsmaßstäbe mit weniger relativem Ressourcenaufwand produzieren lässt.

Daher wird im Folgenden eine eigene Deutungsweise unternommen, die die wesentlichen Aspekte der Definitionen aus Informatik und Betriebswirtschaft berücksichtigt. Mit der Skalierbarkeit soll eine Eigenschaft eines Prozesses beschrieben werden, diesen in unterschiedlichen Maßstäben in einer artverwandten Weise ausführen zu können, ohne dabei wesentliche Prozesskriterien ändern zu müssen. Genauer lässt sich der Zusammenhang von erbrachter Leistung (als den produzierten Produkten) und dafür benötigten Ressourcen mit Hilfe des Skalierungsfaktors erläutern.

Der Skalierungsfaktor beschreibt den tatsächlichen Leistungszuwachs einer Gesamtperformance in Abhängigkeit von einer zusätzlichen Ressourceneinheit. Wenn eine Verdopplung des Ressourceneinsatzes eine tatsächliche Verdopplung der Leistungsfähigkeit des Systems bewirkt, ist der Skalierungsfaktor linear. Anders ausgedrückt ist bei einem linearen Skalierungsfaktor das Verhältnis aus gesteigertem Ressourceneinsatz und gesteigertem Leistungsvermögen des Systems gleich – ist das Verhältnis größer oder kleiner hat das System einen super-linearen oder sub-linearen Skalierungsfaktor. Die folgende Abbildung zeigt diesen Zusammenhang beispielhaft.

[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]

Abbildung I: Arten von Skalierungsfaktoren (nach Wikipedia, 2019b)

Welche Produkte sich in ihrer Skalierungsfähigkeit als super- oder sub-linear gestalten, hängt in aller erster Linie von dem Produkt selbst ab. Super-linear sind typischerweise medizinische und militärische Ausrüstung, pharmazeutische Mittel sowie (staatliche) Großprojekte wie bspw. Satellitensysteme. Sub-linear sind Produktionsbereiche in denen eine höhere Automatisierung nicht möglich, gewünscht oder sinnvoll ist, dazu zählen Handwerkskunst und ab einem gewissen Maß auch die Pflege. Insgesamt bleibt es jedoch schwierig bestimmte Produkte oder Branchen bestimmten Skalierungsfaktoren zuzuordnen, weil die Skalierbarkeit immer mit der verwendeten Technik und Organisationsweise zusammenhängt.

Bezogen auf die ökonomische Sinnhaftigkeit empfiehlt es sich, den betrachteten Gegenstand auch in Hinblick auf seinen Skalierungsfaktor zu betrachten und bei der weiteren Bewertung zu berücksichtigen, dass bei einem sub-linearen Skalierungsfaktor eine Zentralisation in der Regel keinen Sinn ergibt, super-lineare Skalierungsfaktoren hierfür jedoch Anlass geben könnten.

3.4 Wachstum und Wirkungsgrad

Neben den Faktoren, die die Wachstumsmöglichkeiten beschreiben, gibt es dem Wachstum inhärente Eigenschaften, die dem Maßstab und vor allem der Maßstabsänderung einen Rahmen der Sinnhaftigkeit vorgeben.

Hierzu sind vor allem die Arbeiten Frederic Vesters zu nennen, der mit seinem Konzept der Biokybernetik versucht einen Maßstab für gesundes Wachstum zu entwickeln. Er geht von einem komplexen Gesamtsystem aus, welches sich den klassischen linearen Denkprozessen in seiner Fülle entzieht. Um in einer solchen Welt nicht zu scheitern, müssten klassische lineare Handlungsmuster überwunden und kybernetische Abhängigkeiten anerkannt werden (vgl. Vester, 2015, S. 17). Zu diesen Abhängigkeitsmustern zählt unter anderem, dass ein System nur in Abhängigkeit mit seiner Umgebung wachsen kann (vgl. Vester, 2015, S. 70). Jedes Lebewesen steht in einer Beziehung zu der es umgebenden Welt und erfährt auf diese Weise eine Rückkopplung. Ändert sich das Größen- bzw. Einflussverhältnis einer Systemkomponente, so ändert dies das Systemgleichgewicht zu Gunsten oder zu Lasten einer Richtung. Im Extremfall verhindert es, dass sich ein neues Gleichgewicht einpendeln kann und Änderungen auch nicht über eine anpassende Veränderung der anderen Systemelemente kompensiert werden können. Im diesem zweiten Fall sähe sich das System zu einer internen Umstrukturierung gezwungen, bevor es weiterwachsen könnte. Erst im Anschluss wäre wieder Systemwachstum bzw. systemverträgliches Wachstum möglich (vgl. Vester, 2015, S. 82). Vester bemängelt, dass die menschlichen Entwicklungen deshalb so problematisch für das menschliche Lebensumfeld seien, weil bei der Konstruktion von Neuerungen nicht auf gesundes Wachstum Rücksicht genommen würde. Die Methode, die Vester zum Aufdecken dieser Strukturen entwickelt, ist die heute bekannte Sensitivitätsanalyse (siehe Vester, 2015, Kapitel 3). Insgesamt antizipiert Vester eine Entwicklungsphilosophie, in der sich Wachstums- und innere Umstrukturierungsphasen abwechseln müssen, um eine stabile und nachhaltige Entwicklung von Systemen zu ermöglichen (vgl. Vester, 2015, S. 82 und 160) . Die Phasen der inneren Umstrukturierung ändern innerhalb des Systems primär die eigenen Kommunikationsstrukturen (vgl. Vester, 2015, S. 71 und 119) . Ein Missachten dieser Umstände führt zur Instabilität und damit zur Rückentwicklung bzw. zum Kollaps des Systems (vgl. Vester, 2015, S. 72).

Eine verwandte weiterführende Überlegung zeigt Nassim N. Taleb mit seinem Konzept der Antifragilität auf. Er definiert Antifragilität als neuen Gegenspieler zur Fragilität und verweist den klassischen Gegensatz (die Robustheit) auf einen neutralen Platz zwischen diesen Extremen. Fragil ist, was durch äußere Einflüsse leicht beschädigt wird; robust ist, was durch äußere Einflüsse unbeeindruckt bleibt und antifragil ist, was durch äußere Einflüsse profitiert (vgl. Taleb, 2014, S. 57). Während Glas und Ton als äußerst fragil anzusehen sind, bedürfen lebende Systeme in einem bestimmten Maß der Belastung. Jeder Muskel und jeder Nerv verkümmern, falls sie nicht von Zeit zu Zeit einer Aufgabe nachkommen müssen. Mit diesem Konzept beschreibt Taleb die Stabilität von Systemen und plädiert für die Integration von Zufälligkeit in jegliche Planungsaktivitäten (siehe z.B. „nicht-antizipierbare Strategien“ Taleb, 2014, S. 107) . Denn unter Zunahme eines gesellschaftlichen Risikos kann Wirtschaftswachstum nicht als wirkliches Wachstum bezeichnet werden (vgl. Taleb, 2014, S. 228).

Kleine Unternehmen werden durch mangelnde Kapazitäten der Informationsbeschaffung und fehlende Möglichkeiten der internen Restrukturierung zum Spielball äußerer Einflüsse und können dem Druck ihres Umfeldes nicht immer standhalten. Sie sind fragil und spezifischen Risiken unterworfen. Größere (zentralisiertere) Unternehmen haben hingegen die Kapazitäten Informationen zu beschaffen und sich möglicherweise umzustrukturieren. Die Schwierigkeit besteht für sie darin, die relevanten Informationen aus allen möglichen verfügbaren Informationen herauszufiltern und zu deuten. Da der Umfang an relevanten Informationen für sie exponentiell größer als bei kleinen Unternehmen ist, kommt neben der Informationsfülle auch die Deutungsschwierigkeit hinzu. Dieser Prozess ist für sie essentiell, da sie sich den äußeren Einflüssen mindestens in dem Maß wiedersetzen müssen, wie sie nicht zur erforderlichen internen Umstrukturierung in der Lage sind. In dem Maß, in dem sie das nicht schaffen, sind sie fragil und neben den spezifischen Risiken auch systemischem Risiko in erheblichem Ausmaß ausgesetzt und für systemisches Risiko gibt es keine verfügbaren Daten oder Anzeichen.

Taleb beschreibt diesen Verhalt am Beispiel der Gastronomiebranche. Durch die Fragilität einzelner Gastronomiebetriebe habe die gesamte Branche die Fähigkeit sich schnell an Veränderungen anzupassen und sei daher selbst antifragil (vgl. Taleb, 2014, S. 103 f.). Die Fähigkeit innerhalb eines Systems fragile Elemente zu nutzen, um als System antifragil zu sein, ist demnach eine essentielle Fähigkeit, die allen lebenden Systemen innewohne (vgl. Taleb, 2014, S. 111). „Die Natur [bereitet sich] auf das vor, was es noch nie gegeben hat, sie geht davon aus, dass schlimmere Katastrophen möglich sind“ (Taleb, 2014, S. 77). Wie für die Wachstumsprozesse der Natur lässt sich für wirtschaftliche Wachstumsprozesse nach der Nachhaltigkeit des Wachstums fragen. Kurzfristiges Wirtschaftswachstum lässt sich einfach durch die Aufnahme von Schulden erzeugen, während Schulden gleichzeitig einer der stärksten Verursacher von Fragilität sind, da sie den Möglichkeitsraum zukünftiger Generationen stark einschränken (vgl. Taleb, 2014, S. 63 und 228). Dies gilt es zu berücksichtigen, wenn von einem nachhaltigen Wirtschaftssystem gesprochen wird, unabhängig davon ob sich das Wirtschaften auf globale oder lokale Maßstäbe bezieht.

3.5 Pluralität und wirtschaftliche Kennzahlen

Wirtschaftlich zu Denken bedeutet, die Welt aus einem bestimmten eingeschränkten Blickwinkel zu betrachten. Zu diesem Blickwinkel gehört in aller erster Linie die Dinge, Handlungen und Ideen der Welt in Handelswerten zu beurteilen und ihren intrinsischen Wert oder wie John Locke ihn nennt, den „intrinsic natural worth of anything“, unbeachtet zu lassen (zitiert nach Arendt, 2015, S. 197) . Die Werte der Dinge entstehen im wirtschaftlichen Sinn daher immer aus einem relationalen Gefüge, dass sich über die Handelsfähigkeit der Dinge ergibt und nicht aus den Dingen selbst heraus. Aus diesem Grund geht das wirtschaftliche Denken Hand in Hand mit dem Erstellen von Bilanzen einher, während die eigentliche Zielstellung ist, das Vorjahresergebnis stets erneut zu übertreffen (vgl. Weber, 2000, S. 13 und 16). Wie sehr dieses gelingt ist wiederum ausschlaggebend dafür, als wie erfolgreich einzelne Handlungen oder ein Unternehmen insgesamt anzusehen sind. Wirtschaftliches Denken betrachtet daher die Welt immer in dem Maße rational-pragmatisch, in dem es professionell ist.

Professionelles unternehmerisches Handeln bedeutet demnach nicht nur immer Option A anstelle von Option B zu wählen, wenn der monetäre Nutzen höher erscheint, ungeachtet anderer Werte, sondern auch für die Bewertung und Ausgestaltung sämtlicher Handlungsoptionen mathematische Optimierungsmethoden zu benützen. Auf diese Weise kann garantiert werden, dass dauerhaft wirklich die beste Alternative des betrachteten Modells gewählt wird, um den Nutzen zu maximieren. Mit dem Ausschließen der Pluralität aus aller wirtschaftlichen Bilanzierung und Wertebetrachtung wird gleichzeitig verhindert, dass die Optimierung etwas anderes als die monetär quantifizierbaren Kriterien optimiert. Entgegen der klassischen Zielstellungen von Optimierungsproblemen, können diese zwar unterschiedliche Zielkriterien in mehrdimensionalen Räumen verfolgen, hier jedoch niemals Kriterien mit einbeziehen, die sich der Kategorie der quantifizierenden Bilanzierung verwehren.

Diese Problematik verschärft sich in dem Maß, in dem Unternehmensgrößen steigen und sich spezialisierte Experten delegierter Teilprobleme annehmen. Eine fehlende Beziehung zum Rahmen der Gesamthandlung ist dabei genauso problematisch, wie eine ausgeprägte (wirtschaftliche) Professionalität, die Bezüge und Kriterien außerhalb ihres eigenen Fachgebiets für nicht-existent erklärt. In klassischen Unternehmensstrukturen steigt mit der Unternehmensgröße das Maß an Delegation und Spezialisierung innerhalb der eigenen Strukturen und damit auch die Schwierigkeit der Pluralität der Welt adäquat gerecht werden zu können.

4. Aspekte der Regionalisierung

Von den Rahmenbedingungen und den Wachstumsprinzipien der Märkte kommend, soll im Folgenden auf einzelne grundlegende Gesellschaftsbereiche eingegangen werden. Angesichts der Fülle der hier möglichen Themen sind nur wenige naheliegende Bereiche ausgewählt worden. Ohne Frage hätten die behandelten Bereiche ebenso gut andere sein können.

4.1 Energieerzeugung und Nutzung

Energie ist und bleibt Treibstoff unserer Gesellschaftsform. Ohne Energie für Transport und Produktion von Gütern lässt sich der Lebensstandard der westlichen Gesellschaft und derer, die ihnen nacheifern, nicht aufrechterhalten. Zugleich wird dieser Energiebedarf zu einem großen Teil aus fossilen Energieträgern gewonnen, die nach ihrer Verwendung das Erdklima beeinträchtigen. Daher ist das Ziel 12c der SDGs: „Stopp der Subvention fossiler Energieerzeugung“. Mit einer Umstellung auf regenerative Energieformen, ist aber auch eine Umstellung der gesamten bestehenden Energieversorgung notwendig.

Denn, da sich die „alten“ fossilen Rohstoffe nicht überall vor Ort finden lassen und deshalb teils über teilweise dubiöse politische Verstrickungen den Weg in die Abnehmerregionen finden müssen, bedarf es zur Organisation der Gesamtprojekte riesige Großinvestitionen mit zentralen Kraftwerken und Lieferstrukturen. Diese müssen aufgrund ihrer eigenen Struktur starre Abnehmerstrukturen stärken, die sich als Großabnehmer wiederum als verlässliche Partner in Energienetzwerk erweisen. Auf diese Weise hat eine auch politisch unterstützte Energieinfrastruktur zu einer Energielandschaft geführt, die Probleme hat, Energie bedarfsgerecht anzubieten. Denn zentrale Kraftwerke stehen oftmals nicht in Regionen in denen die Energie zentral benötigt wird und zum anderen hat ein Energieimport und ein konventioneller Kraftwerksbau über Jahrzehnte nicht dazu geführt, dass Energienutzer sich an den Orten niedergelassen haben, an denen durch natürliche Gegebenheiten leicht Energie produzieren lässt (Stichwort: Flexible Strompreistarife). Denn abseits der Energieeffizienzbetrachtungen spielt die Verfügbarkeit von Energie, die immer in Abhängigkeit von dem betrachteten Ort steht, eine viel erheblichere Rolle. Wer an einer regenerativen Energiequelle sitzt, die mehr Energie bereitstellt, als verbraucht werden kann, sorgt sich nicht um Energieeffizienz. Selbst im Sinn der Energienetze und den live an der Börse in Leipzig gehandelten Strompreisen wird deutlich, dass es Zeiten gibt, in denen zu viel Strom „vorhanden“ ist.

Mit der technischen Entwicklung der erneuerbaren Energien und der strikten Weigerung der bestehenden Großinvestoren der Stromkonzerne in diese zu investieren, hat sich ein entscheidender Vorteil der an Örtlichkeiten gebundenen regenerativen Energiequellen gezeigt. Sie sind in einem deutlich geringeren Investitionsmaßstab rentabel und damit auch für weniger potente Akteure und Investoren interessant (vgl. Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie, Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, Brot für die Welt, & Evangelischer Entwicklungsdienst, 2010, S. 325) . Daher ermöglichen sie Partizipation an der Energieerzeugung vor Ort, die ihre Gewinne nicht annonymisiert sondern personalisiert. Über die Identifikation mit der Energieerzeugung und dem Näherrücken der Versorgungsproblematik ließe sich für die Energieversorgung neben dem zeitlichen Faktor an der Börse genauso ein örtlicher Faktor mit in die Preisgestaltung einbeziehen. Vor allem vor dem sich als schwierig erweisenden Stromtrassenausbau scheint diese Option auch im Sinn der Regionalisierung eine mögliche Alternative, um unternehmerische Energienutzung an den Orten anzusiedeln, an denen ihre Rohstoffe verfügbar sind.

Wie die Konzessionsabgabenverordnung an die alten Strukturen fossiler Energieerzeugung angepasst ist und Energiegroßverbraucher zulasten aller anderen entlastet, könnte eine zukunftsfähige Energiepolitik Strompreise an die Gegebenheiten der regenerativen Energieerzeugung anpassen und den Strompreis abhängig von Zeit und Ort gestalten. Auf diese Weise wären Unternehmen im Vorteil, die sich für energetisch vorteilhafte Standorte entscheiden und Möglichkeiten entwickeln ihre Produktionsprozesse auf diese Volatilitäten zupassen zu können.

4.2 Rohstoffe

In absehbarer Zeit ist nicht davon auszugehen, dass die Zusammenhänge der Allgemeinen Relativitätstheorie, E=mc², in letzter Konsequenz angewendet werden können und Energie und Materie ineinander überführt werden können. Daher ist bei den Rohstoffen eine ähnliche Ausgangssituation, wie bei den fossilen Energieträgern zu beobachten. Die Rohstoffe sind ungleich verteilt und werden klassischerweise für ihre Nutzung über weite Strecken transporiert. Im Gegensatz zu den fossilen Energieträgern, werden andere Rohstoffe aber nicht primär verbrannt, so dass sie nach einer ersten Nutzung weiter vorhanden sind. Daher ist eine Diskussion über Rohstoffvorkommen und deren Verwendung unvollständig, wenn einzig von ihren natürlichen Lagerstätten oder Vorkommen ausgegangen wird. Nahezu alle Rohstoffe sind heute über den gesamten Globus in genutzter, verbauter und verbundener Form zu finden. Es ist in Zukunft also durchaus denkbar, dass ein Großteil der Rohstoffe nicht mehr aus der Natur gewonnen wird und damit an bestimmten geografisch vorherbestimmten Orten gewonnen werden muss, sondern dass Rohstoffgewinnung zukünftig durch Rückgewinnung erfolgen wird. Auf diese Weise betrachtet, lassen sich Rohstoffe in zwei Kategorien unterteilen.

4.2.1 Organische Rohstoffe / Biologische Rohstoffe

Organische Rohstoffe sind Rohstoffe, die sich biologisch in der Natur gewinnen lassen und wieder rückstandlos in einem vertretbaren Zeitraum unter natürlichen Bedingungen von der Natur zersetzt werden können. Organische Rohstoffe sind nachwachsende Rohstoffe und dadurch in ihrer theoretischen Menge nicht begrenzt, denn die Prozesse aus Wachstum, Verarbeitung, Nutzung und Zersetzung bilden einen nachhaltigen Kreislauf. Dieser Kreislauf entspricht den Nutzungsweisen der Natur und führt per se zu keinerlei negativen Auswirkungen, vorausgesetzt der betriebene Maßstab ist mit den regionalen Ökosystemen vereinbar. Das Nutzungskriterium für die Verwendung von organischen Rohstoffen ist die ökologische Nachhaltigkeit, unter Wahrung der Biodiversität (siehe SDG 14 und 15). Ein wesentliches ethisches Prinzip der organischen Rohstoffe ist, dass solange die ökologischen Kriterien eingehalten sind und es keinen Exklusivitätsanspruch gibt, es keinen Anlass zur effizienten Nutzung der organischen Rohstoffe gibt. Zumindest solange sie nicht mit anorganischen Rohstoffen verunreinigt wurden. Organische Rohstoffe lassen sich sorgenlos in die Natur zurückführen, deshalb können Produkte aus diesen Rohstoffen ohne besondere Warnhinweise benützt und entsorgt werden. Die Handlungsweisungen entsprechen in diesem Umgang nicht denen des Materials, sondern denen der Umgebung der Handlung und orientieren sich damit ausschließlich am handelnden Menschen sowie seiner gegebenen Umwelt.

Aus diesem Grund sind die regionalen Gegebenheiten relevant. Einige Gebiete eignen sich aufgrund ihrer Geographie besser oder schlechter zum Anbau bestimmter Pflanzen oder Rohstoffe als andere Gebiete, dass gilt beispielsweise für Weintäler, felsige oder bergige Regionen, Küsten mit Fischgründen oder Wälder.

Ernährung

Ein wesentlicher Schritt zur Begünstigung dieser nachhaltigen Strukturen sind Zollsysteme, die sich bei Jahreszeitenabhängigen Pflanzen oder Rohstoffen nach eben diesen Zyklen richten und damit nicht nur die auf diesen Ressourcen basierenden Wirtschaftssysteme schützen, sondern auch eine kurze und regional vernetzte Lieferkette begünstigen.

Das gilt insbesondere für Lebensmittel, deren Anbau sich häufig regional organisieren lässt. Ein wesentliches Problem sind hierbei überregionale Lebensmitteldiscounter und Supermärkte, die oft bis zu 95 Prozent der Lebensmittelversorgung der Bevölkerung unter sich aufteilen und nur äußerst begrenzte Ambitionen zu regionalen Strukturen zeigen (vgl. Thurn, Oertel, & Pohl, 2018, S. 36) . An diesem Beispiel wird unter anderem deutlich, dass Skalingeffekte zwar wirtschaftliche Überlegenheit bedeuten können, gleichzeitig die einseitige wirtschaftliche Fokussierung dabei aber zu einem Hindernis wird, nachhaltige regionale Strukturen begünstigen zu können. Denn die Vorschriften aus der Politik kommen nicht mehr von den dazugehörigen regionalen Institutionen, sondern von den Zentralinstanzen aus Brüssel und Berlin. Anstatt die Rahmenlinien aber nach regional begünstigenden Faktoren zu gestalten, haben zentral organisierte Unternehmen leichtere Einflussmöglichkeiten und lassen eine Lebensmittelpolitik als interessant erscheinen, die Standards setzt, die es kleineren Betrieben erschwert ihre Produkte auf den Markt zu bringen. Die hierfür verwendeten Instrumente sind neben strikten Qualitätsstandards auch Zertifizierungen, Hygienevorschriften, die sich an großen Maßstäben orientieren sowie Dokumentationspflichten (vgl. Thurn u. a., 2018, S. 51). Eine regional nachhaltige Lebensmittelversorgung bedarf daher zum einen einen gesetzlichen Rahmen, der ihre Unternehmensmaßstäbe ernst nimmt und sie vor übermächtig skalierten und überregionalen Unternehmen schützt und zum anderen ein regional definiertes Labeling, welches regionale Herkunft klar definiert und kennzeichnet (vgl. Thurn u. a., 2018, S. 37).

Neben diesen Faktoren spielt selbstverständlich die Frage nach den Essgewohnheiten eine immense Rolle. Tierische Produkte müssen auf dem Markt ihre intensive Erzeugungsleistung auch im Preis wiederspiegeln und dürfen nicht gleichwertig zu anderen einfacher und mit weniger Ressourcen produzierten pflanzlichen Lebensmitteln angeboten werden. Ein erster Schritt wäre die umgedrehte Mehrwertsteuerbegünstigung der heute mit sieben Prozent besteuerten Fleischprodukte zu den mit 19 Prozent besteuerten pflanzlichen Erzeugnissen (vgl. Thurn u. a., 2018, S. 108).

4.2.2 Anorganische Rohstoffe / Technische Rohstoffe

Anorganische Rohstoffe sind gänzlich anders als organische. Denn, während organische Rohstoffe oftmals einem starken zeitlichen Verfall ausgesetzt sind, haben anorganische Rohstoffe die Eigenschaft sich Upcyceln zu lassen. So lassen sich beispielsweise reine Metalle beliebig oft wieder einschmelzen und neu in Form bringen. Ihr Verfall ist die Durchmischung mit anderen Substanzen, die sich nicht wieder von ihnen lösen lassen. Anorganische Rohstoffe sind im Gegensatz zu organischen Rohstoffen nicht bzw. nur in Spuren in ökologische Prozesse eingebunden und sind oftmals erst durch den Menschen in die lebensweltlichen Bereiche eingebunden. Ihr natürliches Vorkommen hat sich ursprünglich auf wenige Lagerstätten begrenzt, während heute viele dieser Rohstoffe in zahllosen Produkten verbaut auf der ganzen Welt zu finden sind. Doch während sich die Rohstoffe durch verschiedene Technologien aus Gesteinen oder ähnlichem teilweise unter immenser Umweltbelastung herauslösen lassen, haben wir keine Möglichkeit die unterschiedlichen Materialien aus den Produkten zurückzugewinnen, die von Menschenhand gestaltet wurden. Denn die Beschreibung anorganischer Rohstoffe erfolgt hauptsächlich in ihrer Reinform. Von verschiedenen Reinformen ausgehend, werden dann definierte Mischformen hergestellt, welche sich nur schwierig wieder rückstandslos voneinander trennen lassen.

Mit anderen Worten lässt sich formulieren, dass die Produktion von Waren in der Regel nur deshalb stetig Rohstoffe aus natürlichen Vorkommen benötigt, weil es bisher keine Verantwortungsübernahme von Unternehmen für die von ihnen produzierten Güter gibt und auch im Nachhinein die Abfallentsorgung Rohstoffe als Abfall behandeln muss, da die einzelnen Produkte nicht mehr identifizierbar sind und keinerlei Anhaltspunkte bestehen, auf ihre Zusammensetzung rückschließen zu können. Auflagen bestehen, um einen sicheren Umgang mit vielen Produkten gewährleisten zu können, für den Zeitpunkt nach einer Nutzung erfordern die Auflagen maximal eine Einteilung in große Kategorien. Diese werden einerseits zentral (bspw. CE-Logo) oder durch Werkstoffhöfe der Kommunen festgelegt.

Designkultur und Ressourceneffizienz

Wir haben nicht in jeder Region natürliche Rohstoffvorkommen, aber in jeder Region, in der Menschen leben ein Abfallaufkommen. Also sollte unsere Designkultur diesen Sachverhalt auch widerspiegeln. Aber wie in Kapitel 2 dargelegt, sollte diese Änderung nicht über Verbote spezifischer Lösungen erfolgen, sondern Anreize bieten, die vorteilhaftere Produkte am Markt weniger vorteilhaften überlegen machen. In diesem Fall könnte eine solche Änderung über eine stärkere Inklusion einer erweiterten Variante der Produktökobilanzen erfolgen. Dabei müsste zu meinen bei der Produktentstehung stärker auf eine Weiter- und Wiederverwertung der Produkte geachtet werden und zum anderen müsste sich der Materialverbrauch, der letztlich in der Konstruktion festgelegt und nicht erst im Nutzen des Produkts entsteht, sich stärker im Produktpreis widerspiegeln.

Eine Möglichkeit diesem Ziel näher zu kommen, ist die immer stärker werdende Fokussierung des Servicegedankens in vielen Branchen. Während Produkte klassischerweise mit einer Einmalzahlung den Besitzer wechseln und auch viele Teile der Verantwortungsübernahme unschlüssig bleiben, übernehmen mehr und mehr Unternehmen sämtliche Service- und Wartungsarbeiten für ihre Kunden. Damit bleibt das Produkt und die von ihnen verwendeten Materialien im Besitz des Unternehmens und möglicherweise ist hier ein nächster Schritt für einige Unternehmen einen Materialfluss im eigenen Unternehmen zu etablieren, anstatt weiterhin einen Materialdurchsatz zu fokussieren.

In diesem Zug stellt sich dann eine neue Optimierungssituation in der Ressourceneffizienz. Während bei einem auf Materialdurchsatz basierendem Produktionsverständnis Materialeinsparung in den allermeisten Fällen vorteilhaft ist, auch wenn dafür aufwendigere Legierungen benutzt werden müssen, sind eben jene in einer Wiederverwertungskultur zu hinterfragen und abzuwägen. Unter dem Paradigma des Warendurchsatzes gilt, dass Ressourceneffizienz nicht vor Übermaß schützt.

Würden wir im Designprozess die Dinge nicht miteinander verunreinigen, ginge es nicht um die Frage, wie wir in Zukunft unseren Rohstoffbedarf bei knapper werdenden Vorkommen decken können, sondern welche Art von abführender Rohstoffversorgung brauchen wir und in welchem regionalen Maßstab werden die Rohstoffe gesammelt und zu neuen Produkten verwertet?

4.3 Verkehrsinfrastruktur

Verkehrsinfrastrukturen sind in vielerlei Hinsicht zentral für gesellschaftliche Entwicklung. Klassischerweise gilt die Verkehrsinfrastruktur als Voraussetzung für die Entwicklung ganzer Wirtschaftszweige ohne dabei zwischen verschiedenen Arten von Infrastrukturen und unterschiedlichen Paradigmen zu unterscheiden. Im Sinn einer Planung, die auf eine kurzfristige Erhöhung des Wirtschaftswachstums eines Landes abzielt, sind Infrastrukturen, die große Warenströme über weite Strecken ermöglichen von großem Vorteil. Denn das Wirtschaftswachstum lässt sich am einfachsten dadurch erhöhen, dass die Produktion von preisintensiven Massengütern um ein paar weitere Prozentpunkte gesteigert wird. Damit zeigt der Indikator Wirtschaftswachstum eine positive Veränderung an, ohne, dass sich an der Gesamtsituation der Gesellschaft großartig etwas verändert hätte.

Im Gegenteil, die Abhängigkeit von anderen Regionen ist durch entsprechende Infrastrukturen und die daraus folgende Verknüpfung gestiegen und das Gesamtgefüge fragiler, als vor diesem Wachstum. Denn die Investition in die Infrastrukturprojekte haben möglicherweise Schulden verursacht und gleichzeitig Investitionen in andere Projekte verhindert.

Wirtschaftswachstum ist als solches nur sinnvoll, wenn sich die Gesamtstruktur einer Gesellschaft diese Veränderung in gleichem Maß vollzogen hat. Denn wie sich beispielsweise symptomatisch mithilfe der ‚Fridays for Future‘ Demonstrationen zeigen ließe, ist Wirtschaftswachstum ohne die strukturellen Änderungen und unter Schuldenaufnahme nicht anderes, als kurzfristige Simulation einer gesellschaftlichen Entwicklung, die nicht stattfindet. Um es mit den Worten Frederic Vesters festzuhalten:

„In Wirklichkeit aber stellt unsere Praxis im Energiebereich in den letzten 150 Jahren seit der Industriellen Revolution, nämlich für die gleichen Grundfunktionen immer mehr Energie zu verbrauchen, im Grunde einen Rückschritt innerhalb der Evolution dar und ist mit den Gesetzmäßigkeiten der Biosphäre unvereinbar, deren "Fortschritt" genau umgekehrt verläuft. In der langen Sukzession der Arten wurden immer neue Wege entwickelt, um bei der Erledigung derselben Aufgabe mit weniger Energie auszukommen als vorher. Manchmal, wie beim Übergang von der Glykolyse (1 Mol Zucker als Primärenergie liefert 2 Mol "Strom") zur Zellatmung (1 Mol Zucker liefert 38 Mol "Strom") sogar mit gewaltigen Sprüngen. Die neue Spezies ist dadurch weniger abhängig von Umwelt und Nahrungsaufnahme und somit gegenüber anderen im Vorteil: Sie ist es, die in der Evolution weiterkommt.“ (vgl. Vester, 2015, S. 50)

Vor diesem Hintergrund lassen sich unterschiedliche Arten von Infrastrukturen unterschiedlich bewerten, denn niemand wird einen Flughafen errichten, um regionale Strukturen einfacher und schneller erreichen zu können. Genauso lassen sich Individualverkehr in Ballungszentren oder beim Güterverkehr Infragestellen. Während diese Themen allgemein bekannt sind und die politische Möglichkeit diese Probleme anzugehen nicht ausgegriffen wird, stellt sich die Frage nach alternativen Ansätzen regional begünstigende Infrastrukturen zu ermöglichen.

Ein Stichwort hierbei ist die ortsbezogene Internetsuche. Eine wesentliche Veränderung der letzten Dekade ist der erhöhte Kommunikationsfluss über digitale Medien, die nicht nur ein Austausch über spezifische Inhalte erlauben, sondern auch die marktwirtschaftliche Suche nach gewünschten Gütern und Dienstleistungen erheblich beschleunigt haben. Ein aktuelles Problem hierbei sind aber die vor allem amerikanisch dominierenden, global agieren Unternehmen, die aufgrund der hierbei frei werdenden Skalierungseffekte regionale Strukturen und Lieferbeziehungen zerstören. Das von ihnen erwirtschaftete Wachstum stellt in diesem Kontext in dem Maß, in dem es regionale Strukturen nachhaltig zerschlägt, einen Rückschritt dar. Schädlich sind diese Strukturen nicht deswegen, weil regional vor überregional geht, sondern weil erwirtschaftete Gewinne dieses Handels nicht in der Region verbleiben und sie die Region nicht damit weiterentwickeln. Damit partizipieren die lokal Ansässigen weder von dem monetären Gewinn, noch strukturell von den durch Skalierung und Technologien gemachten Erfahrungen, die die Großunternehmen nicht auf alle Regionen übertragen können. Gleichzeitig bleiben sie durch unternehmenspolitische Entscheidungen von Akteuren außerhalb der eigenen Einflusssphäre abhängig, während sie auf ihren eigenen Märkten mit Gütern konfrontiert sind, die von der Produktqualität ersten Grades leicht über und preislich unter den Gütern des heimischen Marktes angeboten werden. Diese Situation kann eine eigene innovative Entwicklung des Marktes nachhaltig verhindern. Ortsbezogene Internetsuche kann dabei helfen für die am Markt kundgegebenen Bedürfnisse regionale Anbieter zu finden. Auf diese Weise können vor allem in Ballungszentren widerstandsfähigere Märkte entstehen, die eine erweiterte Möglichkeit der Kundenspezifizierung bieten.

4.4 Medien im öffentlichen Raum

Das Recht im öffentlichen Raum Werbeflächen zu platzieren wird von den Kommunen in der Regel an einen zentralen Anbieter vergeben. Dieser hat übernimmt die Verwaltung und Organisation von Werbeflächen und fungiert gleichzeitig als Anbieter von Werberaum in der Öffentlichkeit gegenüber allen anderen Akteuren. Einerseits gewinnen die Kommunen ohne großen Aufwand eine feste Einnahmequelle und können sich gleichzeitig eines Organisationsaufwands entledigen. Andererseits fehlt ihnen jegliche Einflussnahme auf die in ihrer Stadt und damit von ihren Bürgern gesehener Inhalte.

Von einem anderen Standpunkt aus betrachtet, ist das Ansehen von Werbeinhalten gleichbedeutend mit einem Bezahlvorgang. Ein Unternehmen, dass Werbeinhalte platzieren möchte, ist bereit dafür Geld aufzuwenden. Am Beispiel von Internetwerbung lässt sich gut verdeutlichen, dass für die Vermittler dieser Werbeplätze die Möglichkeit besteht, ihren Nutzern anzubieten, entweder eine bezahlte Leistung von ihnen zu erwerben und ein werbefreies Medium nutzen zu können oder diese Leistung nicht zu erwerben und dafür ein Finanzierungsmodell über die Unternehmen zu verfolgen, die ihre Inhalte dort platzieren möchten. Für die Einzelperson ist das Ansehen von Werbung gleichbedeutend mit einem Bezahlvorgang, dies trifft im medialen Raum genauso zu wie im öffentlichen Raum.

Indem die Kommunen nun das Recht zur Verwaltung der Gestaltung des öffentlichen Raumes ein Stück weit aus der Hand geben, nehmen sie sich selbst die Möglichkeit zu kontrollieren, was sie selbst sehen und damit unterstützen wollen. Gleichzeitig fehlt ihnen dann die Möglichkeit lokale und regionale Unternehmen, kulturelle Angebote oder ähnliches zu unterstützen und zu fördern. Im Gegenteil, eine Förderung, die ein Publikmachen einer lokalen Veranstaltung hinausläuft, läuft dem eigentlichen Konzept der Monetatisierung des öffentlichen Raumes entgegen. Gleichzeitig fördert eine überregionale Verwaltung öffentlicher Räume eine zentrale Vergabe von Angebotsflächen, die dann wesentlich effizienter von überregionalen Anbietern mit reichhaltigen Budgets bespielt werden können, als von lokalen Akteuren, die lediglich lokale Reichweiten im Blick haben, sich darüber hinausgehende Werbeflächen aber weder Leisten können noch wünschen.

5. Abschlussbetrachtung

Das Konzept des regionalen Wirtschaftens ist ein Konzept, dass versucht dem Wunsch nach nachhaltigeren Versorgungsstrukturen Ausdruck zu verleihen. Gleichzeitig fehlt es an Ansätzen regionalen Strukturen einen nachhaltigen Bezugsrahmen zu geben, der sie in Bezug auf überregionale Konkurrenz wettbewerbsfähig macht.

Diese Arbeit hat in diesem Spannungsfeld grundlegende stets zu berücksichtigende Einflussfaktoren herausgearbeitet und versucht ein Denk-Paradigma zu zeichnen, welches den Fokus auf die Gestaltung von Rahmenbedingungen der Märkte legt. Mit diesem Paradigma wurde einerseits für die Notwendigkeit wirtschaftlichen Denkens in Situationen knapper Güter plädiert und andererseits Notwendigkeiten und Wege aufgezeigt, Situationen, in denen von knappen Gütern ausgegangen wird, perspektivisch aufzulösen. Dabei haben sich andere Wege Herangehensweisen an bestehende Probleme aufgezeigt, die die Problembeschreibung von einer nachgelagerten Symptombekämpfung zu einem proaktiven nachhaltigen Gestaltungskonzept verlagert haben.

Insgesamt bleiben die Ergebnisse dieser Arbeit eine einführende Beschreibung der gesamten Problemstellung. Keines der behandelten Themen wurde abschließend oder in seiner ganzheitlichen Fülle betrachtet. Dafür liefert diese Arbeit eine Übersicht über die Vielfältigkeit der anstehenden Herausforderungen und schärft gleichzeitig das Verständnis für eine andere paradigmatische Denkweise, die hilft die bestehenden Probleme zu denken und Lösungsansätze zu finden. Damit kann ein Weg aus einer Problemsituation gefunden werden, in der einerseits die erfolgreichen Unternehmen keine Möglichkeit haben grundlegende Veränderungen herbeizuführen, ohne dabei ihren Erfolg zu untergraben (vgl. Randers, 2014, S. 253) und andererseits ein ‚weiter so‘ zu keiner Erhöhung, sondern zu einem Abfallen der Lebensqualität führt (vgl. Kriener, D’Aprile, Bauer, & Buitenhuis, 2017, S. 109).

Denn, wenn die Rahmenbedingungen so gestaltet sind, dass sich überregionales Wirtschaften als ökonomisch überlegen herausstellt, dann werden überregionale Anbieter aufgrund ihrer super-linearen Skalierungsverhältnisse immer über die regionalen dominieren. Dann bleiben regionale Wirtschaftsbeziehungen persönliche Vorliebe von wenigen, die sich einem Marktgleichgewicht entgegenstellen und sich in den Augen der unternehmerisch rational handelnden, nur als eine Marktnische darstellen, die eine Vorliebe für eben jene regionale Produkteigenschaft haben und dafür bereit sind, einen kleinen Preisaufschlag zu zahlen.

Quellenverzeichnis

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28 von 28 Seiten

Details

Titel
Faktoren regionaler Wirtschaftsgestaltung
Hochschule
Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg  (Institut für Logistik und Materialflusstechnik)
Note
1,3
Autor
Jahr
2019
Seiten
28
Katalognummer
V505613
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Demokratie, Innovationsfähigkeit, Sustainable Development Goals, Markt, Natürliche Märkte, Lokalität, Marktgröße, Wissen, Ort, Hyperkulturalität, Regionalität, Prinzipien des Wirtschaftens, Ökonomische Sinnhaftigkeit, Lernen, Zentralisierung, Skalierung, Skalierungsfaktoren, Wachstum, Wirkungsgrad, Systemverträglichkeit, Kennzahlen, Erneuerbare Energien, Partizipation, Biologische Rohstoffe, Technische Rohstoffe, Ernährung, Designkultur, Verkehrsinfrastruktur, Medien im öffentlichen Raum, Nachhaltigkeit
Arbeit zitieren
Gunnar Dirks (Autor), 2019, Faktoren regionaler Wirtschaftsgestaltung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/505613

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