Was ist Fundamentaltheologie


Zusammenfassung, 2005
4 Seiten, Note: 10 Punkte
Anonym

Leseprobe

Stundenprotokoll zur Sitzung am 25. 11. 2004 Thema: „Was ist Fundamentaltheologie?“

1.-allgemeine Beschreibung der Thematik

- Stichworte, die den Seminarteilnehmern zu Fundamentaltheologie einfielen:

- Fundament – Basis – Grundlagenforschung
-Rationalität
-Disziplin der katholischen Theologie
-Glaube im Allgemeinen

- In der Fundamentaltheologie geht es um den Nachweis der Rationalität des christlichen Glaubens, verbunden mit einer Klärung seiner Grundlagen. Diese Aufgabe kann entweder im Sinn einer rationalen Begründung oder einer rationalen Verantwortung des Glaubens liegen.

- Rationale Begründung: es ist rational gefordert zu glauben nicht glauben ist irrational
-rationale Verantwortung: es ist rational gerechtfertigt zu glauben

- Der christliche Glauben muss vernünftig sein bzw. darf nicht unvernünftig sein.

- da der Glaube vernünftig sein muss:

- darf er kein reiner Willkürakt sein und kann nur durch vernünftige Reflexion davor bewahrt werden
-dürfen die universalen Gültigkeits- und Wahrheitsansprüche des Glaubens nur auf vernünftige Weise erhoben werden

- Fundamentaltheologie ist somit Ausdruck einer kompromisslosen Verpflichtung auf die Wahrheit (was immer sich als solche zeigen wird). Inwiefern der Glaube vernünftig ist, bemisst sich daran, mit welcher intellektuellen Sorgfalt und Verantwortung dieser Verpflichtung auf die Wahrheit nachgegangen wird.

2.-Die Geschichte der Fundamentaltheologie

- das Anliegen der rationalen Klärung des Glaubens ist so alt wie das Christentum selbst

1. Petrusbrief 3,15: „Seid allezeit bereit zur Verantwortung jedem gegenüber, der von euch Rechenschaft fordert über die Hoffnung, die in euch lebt.“

- Anfang des 19. Jh. als Apologetik erstmalig eigenständige theologische Disziplin
-sie soll nun in der Zeit der Aufklärung die Vernunftmäßigkeit des römisch-katholischen Glaubens verteidigen (apologia = Verteidigung)
-zwei besondere Schulen:

- Tübinger Schule von Johann Sebastian von Drey (1777 - 1853)
-Wiener Schule von Anton Günther (1783-1863) und Johann Nepomuk Ehrlich (1810-1864)

- Fundamentaltheologie war in dieser Frühphase stark an den philosophischen Strömungen der Aufklärung und des Deutschen Idealismus orientiert
-später dann Einflüsse der Neuscholastik, gefördert durch das I. Vatikanische Konzil
-seit dem II. Vatikanischen Konzil Abkehr von der Neuscholastik ohne eine erneute Zuwendung in eine bestimmte Richtung

3.-Die Traktate der Fundamentaltheologie

- Die Aufgabenbereiche der Fundamentaltheologie liegen seit dem Renaissance-Theologen Pierre Charron (1541-1603) in drei demonstrationes (Beweisen):

3.1.-Demonstratio religiosa

- einem Atheisten muss zuerst die Existenz Gottes bewiesen werden
-heute unter den Begriffen Religion, Gottesfrage oder Religion und Religionskritik zu finden

3.2.-Demonstratio christiana

- war der Atheist nun überzeugt, dass Gott existiert, dann musste man ihn von der richtigen Form der Religion überzeugen
- heute unter den Begriffen Offenbarung in Jesus Christus oder Offenbarung zu finden

3.3.-Demonstratio catholica

- war nun der Glaube an Jesus Christus gesichert, galt es nun die katholische Kirche als die einzig wahre anzupreisen
-heute arbeitet man hier mit den Begriffen Kirche oder fundamentaltheologische Ekklesiologie

- Diesen drei demonstrationes fügte man später aber noch eine vierte hinzu:

3.4.-De locis theologicis

- hier befasste man sich mit den Quellen der theologischen Erkenntnis

4.-Methoden- und Abgrenzungsprobleme

- der Glauben eines jeden Gläubigen muss nach innen, d. h. gegenüber sich selbst, aber auch nach außen, d. h. gegenüber Andersgläubigen begründet werden
- hierzu gibt es zwei Grundmotive der Fundamentaltheologie:

- das apologetische Motiv (rationale Verteidigung des Glaubens)
- das fundierende Motiv (rationale Grundlegung der Theologie)

- mit der Namensänderung von Apologetik zu Fundamentaltheologie fand eine Verlagerung zugunsten des zweiten Motives statt
-Fundamentaltheologie war nun als eine Art „Grundlagenforschung“ anzusehen
-die Fundamentaltheologie grenzt sich inhaltlich und methodisch deutlich von der Dogmatik ab, da die Dogmatik mit der loci theologici als Grundlage beginnen kann
-schwieriger ist hier schon die Abgrenzung zur Religionsphilosophie
-eigentlich ist der Inhalt der Religionsphilosophie deckungsgleich mit der demonstratio religiosa und die Methode ist auch dieselbe -a somit eine Abgrenzung meist unerwünscht

- zwei Konzeptionen:

- Religionsphilosophie als erstes Teilgebiet der Fundamentaltheologie
- Religionsphilosophie als grundlegendes Prinzip vor der Fundamentaltheologie

- die klassische Anordnung der Fundamentaltheologie zwischen der Religionsphilosophie und der Dogmatik funktioniert auf drei Grundlagen:

- keine Glaubensvorausetzungen
- extrinsezitische Methode der Neuscholastik

- Problem: der voraussetzungslose Glaube ist unbrauchbar, da der Glaube hierbei auf Gehorsam beruht
- muss historische und kulturelle Voraussetzungen beachten
- Abhilfe durch intrinsezitische Methode – Gott gibt nur soviel preis wie er will, Offenbarung als Selbsmitteilung

- instruktionstheoretisches Verständnis

5. Die Ausbildung der Lehre von den „Loci theologici“

- Frage: „Was gehört, was nicht zum Christenglauben; was ist das Wesensbestandteil und was Randerscheinung; wo liegt die „Deadline“, nach deren Passieren man nicht mehr katholisch ist?“
- in diesem Themenbereich muss der Dominikanertheologe Melchior Cano (1509-1560) genannt werden
- aufgrund der eben gestellten Fragen oder ähnlicher befasste sich Cano mit der Thematik und veröffentlichte die zehn Orte an denen sich seiner Meinung nach die „Heimstätten“ des göttlichen Offenbarungswortes sind:

I Loci theologici:

I.-Loci proprii

1. Propria et legitima theologiae principia

1.1. Heilige Schrift
1.2. Mündliche Überlieferung Christi und der Apostel

2.-Interpretativ und ableitend

2.1. Die katholische Kirche
2.2. Die Konzilien
2.3. Die Römische Kirche
2.4. Die Kirchenväter
2.5. Die Theologen

II.-Loci alieni

1.-Die menschliche Vernunft
2.-Die Philosophen
3.-Die Geschichte

[...]

Ende der Leseprobe aus 4 Seiten

Details

Titel
Was ist Fundamentaltheologie
Hochschule
Universität des Saarlandes  (Theologisches Institut)
Veranstaltung
Einführung in die Systematische Theologie
Note
10 Punkte
Jahr
2005
Seiten
4
Katalognummer
V505621
ISBN (eBook)
9783346055194
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Fundamentaltheologie
Arbeit zitieren
Anonym, 2005, Was ist Fundamentaltheologie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/505621

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