Die IT der Firma K. steht vor der Herausforderung, ihren Beitrag zum Unternehmenserfolg zu ermitteln und sich als wertschöpfender Bereich darzustellen. Mit dieser Arbeit wird ein Weg gefunden, den Wertbeitrag der IT für K. zu ermitteln, um anhand aussagekräftiger Kennzahlen zunehmende IT-Investitionen und -Kosten rechtfertigen zu können.
Digitalisierung als eines der wichtigsten Ziele für viele Unternehmen und somit ein wichtiges Ziel für die Unternehmens-IT bringt eine steigende Entwicklung der IT-Budgets mit sich. 80 Prozent der befragten CIOs von Industrieunternehmen rechneten mit prozentual steigenden IT-Budgets für die Jahre 2018 und 2019, zum Teil sogar im zweistelligen Bereich. Die Verwendung der IT-Budgets für das sogenannte Tagesgeschäft, also Betrieb, Wartung und Pflege, ist dabei eher rückläufig, wohingegen die Verwendung für Innovationen deutlich zunimmt. Als Ziel der Investitionen sind hierbei vor allem die Entwicklung neuer, innovativer Produkte, Services zur Effizienzsteigerung sowie eine erhöhte Endkundenzufriedenheit zu nennen. Der dabei entstehende Kostendruck stellt den CIO eines Unternehmens nun vor die Aufgabe, die Stellung der IT vom Kostenfaktor hin zum Werttreiber zu fördern. Die Wertorientierung erfordert hierbei enge Verknüpfungen der IT mit den Geschäftsprozessen und vor allem den Unternehmenszielen. Die Ausrichtung der IT-Strategie an den Unternehmenszielen ist die Hauptaufgabe der IT-Governance und lässt sich somit von der Corporate Governance ableiten.
Auch die IT der Firma K. hat die unter anderem digitalisierungsbedingten Mehrkosten vor der Geschäftsführung zu rechtfertigen. Hierfür benötigt K. zunächst das richtige Verständnis und die sachgemäße Differenzierung der IT-Kosten. Zudem fehlen Methoden und Verfahren zum Ermitteln des Wertbeitrags der IT, aber auch aussagekräftige Kennzahlen und Key Performance-Indikatoren, um den Wertbeitrag zu steuern und zu steigern. K. Anlagenbau ist Weltmarktführer im Bereich Späneförderer und Filter. Auch im Bereich Pumpen und Spänezerkleinerer ist K. sehr gut aufgestellt. Mit speziellen Lebensmittelpumpen und Transportbändern erweiterte K. im Jahr 2013 sein ohnehin breites Produktportfolio. Neben Umsatzwachstum zählt mittlerweile auch die Entwicklung zur "Smarten Fabrik" zu den Zielen des Unternehmens, wobei die Digitalisierung ein gern gesehenes Mittel zur Vereinfachung und zur effizienten Gestaltung von Prozessen darstellt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung
1.3 Vorgehensweise
2 IT – Vom Kostenfaktor zum Werttreiber
2.1 IT-Governance
2.1.1 Definition
2.1.2 Bereiche der IT-Governance
2.2 Wertbeitrag der IT
2.2.1 Grundlagen
2.2.1.1 Begriffsdefinition
2.2.1.2 Rolle des IT-Controllings
2.2.2 Wertentstehung
2.2.2.1 Wie entsteht der Wertbeitrag in der IT?
2.2.3 Ermittlung und Steuerung des Wertbeitrags
2.2.3.1 Messbarkeit und Zurechenbarkeit
2.2.3.2 Mögliche Kriterien Wertbeitragsmessung
2.2.3.3 Methoden zur Ermittlung des Wertbeitrags
2.2.3.3.1 Methoden zur Bewertung der IT
2.2.3.3.2 Methoden zur Bewertung von IT-Investitionen/-Projekten
2.2.4 Steuerung des Wertbeitrags
2.2.4.1 IT-Kennzahlen
2.2.4.2 Steigerung des Wertbeitrags
3 IT – Vom Kostenfaktor zum Werttreiber am Beispiel der Firma K.
3.1 Ist-Zustand
3.2 Soll-Zustand
3.3 Die K.-IT als Werttreiber
3.3.1 IT- Governance von K.
3.3.2 Die Rolle des IT-Controllings bei K.
3.3.3 Wertentstehung durch die K.-IT
3.3.4 Möglichkeiten zur Wertermittlung für K.
3.3.4.1 Messbarkeit und Zurechenbarkeit
3.3.4.2 Mögliche Kriterien für die IT bei K.
3.3.4.3 Methoden zur Ermittlung des Wertbeitrags
3.3.4.3.1 Methoden zur Bewertung der K.-IT
3.3.4.3.2 Methoden zur Bewertung von IT-Investitionen/-Projekten für K.
3.3.4.4 Steuerung des Wertbeitrags
3.3.4.4.1 Kennzahlen
3.3.4.4.2 Ansätze zur Steigerung des Wertbeitrags der K.-IT
4 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den IT-Wertbeitrag theoretisch und analysiert diesen am Beispiel der K. Anlagenbau GmbH, mit dem Ziel, einen Weg für die IT aufzuzeigen, sich vom reinen Kostenfaktor zum strategischen Werttreiber zu entwickeln.
- IT-Governance und strategische Ausrichtung der IT
- Methoden zur Ermittlung und Messung des IT-Wertbeitrags
- IT-Controlling und Kennzahlensysteme als Steuerungsinstrumente
- Analyse des Ist- und Soll-Zustands bei der K. Anlagenbau GmbH
- Ansätze zur Wertbeitragssteigerung durch IT-Investitionen
Auszug aus dem Buch
2.2.3.1 Messbarkeit und Zurechenbarkeit
Für eine sinnvolle Messung ist es unabdingbar, einen Bezug zu den Unternehmenszielen herzustellen. Es benötig einen kausalen Zusammenhang zwischen dem Messobjekt und den angestrebten Zielen. Messen lassen sich hierbei zum einen monetäre Kenngrößen, welche direkt quantifizierbar sind und zum anderen qualitative Kenngrößen, welche sich nicht direkt quantifizieren lassen. Quantitative Messgrößen werden jedoch aufgrund des Kostenbezugs von den Unternehmen favorisiert. Grundlegend ist es abhängig von der jeweiligen Organisation und den individuellen Zielen, welche Kenngrößen erhoben werden. Es besteht allerdings kein Zweifel, dass Messungen wichtige Erkenntnisse für eine angemessene Entscheidungsfindung liefern. In Bezug auf quantitative und qualitative Nutzeneffekte sehen Kesten, Schröder und Wozniak die Ermittlung von lediglich monetären Kenngrößen als nicht ausreichend. Sie sind der Meinung, dass zudem eine Berücksichtigung qualitativer Nutzeneffekte notwendig ist.
Als Hürden der Messbarkeit des IT-Wertbeitrags sind hierbei der Abstand zur Wertschöpfung, die Zurechenbarkeit, Datenbeschaffung und die zeitliche Verzögerung zu nennen. Der Abstand zur Wertschöpfung ist durch die Position der IT als eine unterstützende Funktion der Geschäftsprozesse begründet. Die geschäftsübergreifende Wirkung von IT-Maßnahmen sind hierbei der Grund für eine erschwerte Zurechenbarkeit und Datenbeschaffung. Auch der zeitliche Verzug zwischen der IT-Maßnahme und deren Auswirkung erschweren die Messung des Wertbeitrags.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Beschreibt die zunehmende Bedeutung der Digitalisierung und die daraus resultierende Notwendigkeit, IT von einem Kostenfaktor zu einem Werttreiber im Unternehmen zu entwickeln.
2 IT – Vom Kostenfaktor zum Werttreiber: Erläutert die theoretischen Grundlagen der IT-Governance, des IT-Controllings und verschiedene Methoden zur Ermittlung und Steuerung des IT-Wertbeitrags.
3 IT – Vom Kostenfaktor zum Werttreiber am Beispiel der Firma K.: Analysiert den aktuellen Status der IT bei der K. Anlagenbau GmbH und zeigt auf, wie diese durch Governance und Controlling zum Werttreiber werden kann.
4 Fazit: Fasst zusammen, dass die Ermittlung des IT-Wertbeitrags komplex ist, aber durch geeignete Scoring-Verfahren und Kennzahlensysteme erfolgreich gesteuert werden kann.
Schlüsselwörter
IT-Governance, Wertbeitrag, IT-Controlling, IT-Strategie, Werttreiber, Digitalisierung, Kennzahlen, IT-Management, Nutzwertanalyse, Information Capital Readiness, Geschäftsprozesse, Leistungsorientierung, Kostenorientierung, Messbarkeit, Effizienz
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie Unternehmen ihre IT von einem reinen Kostenfaktor in einen aktiven Werttreiber umwandeln können.
Welche zentralen Themenfelder behandelt das Werk?
Zu den zentralen Feldern gehören die IT-Governance, das managementorientierte IT-Controlling und die Identifikation von IT-Wertbeiträgen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, einen Weg für die Firma K. aufzuzeigen, wie der Wertbeitrag der IT ermittelt, gesteuert und gesteigert werden kann, um IT-Investitionen zu rechtfertigen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse zu IT-Governance und Controllings-Modellen sowie einer praxisorientierten Analyse bei der Firma K.
Was steht im Hauptteil im Fokus?
Der Hauptteil befasst sich mit theoretischen Ansätzen zur Messbarkeit, dem Einsatz von IT-Kennzahlen und der Übertragung dieser Konzepte auf ein spezifisches Industrieunternehmen.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie IT-Wertbeitrag, Leistungsorientierung, IT-Governance, IT-Controlling und Scoring-Verfahren charakterisiert.
Wie unterscheidet sich das IT-Controlling der Firma K. vom Idealzustand?
Die Firma K. orientiert sich aktuell primär kostenorientiert, während ein idealer Zustand eine Leistungsorientierung erfordert, die auch den strategischen Wertbeitrag misst.
Warum ist eine rein quantitative Messung des IT-Wertbeitrags bei der Firma K. schwierig?
Da die IT oft indirekte Wirkungen auf Geschäftsprozesse hat und qualitative Faktoren nicht ohne Weiteres in monetäre Einheiten umgerechnet werden können.
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- Marco Hartmann (Author), 2019, Der Beitrag einer IT-Abteilung zum Erfolg des Unternehmens. Wie lassen sich zunehmende Investitionen rechtfertigen?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/505734