Die Fähigkeit zu Lesen ist eine elementare Voraussetzung, um am Alltag unserer Gesellschaft teilhaben zu können. Straßenschilder zu erkennen, Zeitungen und Bedienungsanleitungen zu lesen oder sogar das Durchsehen eines Facebook-Feeds, sind nur einige Beispiele, die ohne die Fähigkeit zu lesen nur sehr bedingt möglich wären. Zur Partizipation am gesellschaftlichen Alltag ist die Entwicklung einer mindestens rudimentären Lesekompetenz daher unabdingbar und muss dementsprechend bereits im frühen schulischen Alltag gelehrt und gefördert werden.
In den herausgegebenen Bildungsstandards der Kultusministerkonferenz für den Primarbereich werden daher auch die vier Teilbereiche im Kompetenzbereich "Lesen - mit Texten und Medien umgehen" als fundamentale Standards dargestellt.
Insbesondere im didaktischen Kontext muss hierbei beachtet werden, dass die Lesekompetenz für sich bereits ein vielschichtiges Konstrukt ist und aus mehreren Teilfertigkeiten auf verschiedenen Kompetenzebenen besteht.
Im Kontext einer Leseförderung spielt das Bewusstsein der Differenzierung einzelner Dimensionen von Lesekompetenz eine wichtige Rolle, wie anhand des "Mehrebenenmodell des Lesens" von Rosebrock & Nix anschaulich dargestellt wird.
Die vorliegende Hausarbeit konzentriert sich im Zuge einer intensiven Auseinandersetzung auf das Lesekompetenzmodell von Rosebrock & Nix und geht der Fragestellung nach, wie die dort dargestellten Dimensionen von Lesekompetenz in Leseaufgaben der Grundschule gefördert werden können.
Dazu wird zunächst ein theoretisches Fundament erarbeitet (2), in welchem der Terminus "Lesen" definiert und der Vorgang des Lesens detaillierter erläutert wird. Daraufhin erfolgt eine Beschreibung der Grundlagen von Lesekompetenz (3), eine Erarbeitung des "Mehrebenenmodell des Lesens" sowie eine Darstellung der Aspekte von Leseflüssigkeit. Im Abschnitt "Leseförderung" (4) werden zuerst kurz die Grundlagen der Lesediagnostik dargestellt, um daraufhin die Förderungsmöglichkeiten der einzelnen Dimensionen von Lesekompetenz genauer zu analysieren. Abschließend erfolgen einige exemplarische Lernaufgaben (5) sowie das Fazit (6).
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Theoretisches Fundament
2.1 Definition Lesen
2.2 Der Leseprozess von der Rekodierung der Laute bis zur semantischen Wortaufnahme
3 Lesekompetenz
3.1 Grundlagen der Lesekompetenz
3.2 Das Mehrebenenmodell des Lesens
3.3 Aspekte von Leseflüssigkeit
4 Leseförderung
4.1 Grundlagen der Lesediagnostik
4.2 Förderungsmöglichkeiten der einzelnen Dimensionen von Lesekompetenz
4.2.1 Förderung im Bereich der Prozessebene
4.1.2 Förderung im Bereich der Subjektebene
4.1.3 Förderung im Bereich der sozialen Ebene
5 Exemplarische Aufgaben für die Grundschule
6 Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht, wie die verschiedenen Dimensionen der Lesekompetenz in der Grundschule gezielt gefördert werden können, wobei das Mehrebenenmodell von Rosebrock & Nix als theoretische Grundlage dient.
- Grundlagen und Definition des Leseprozesses
- Struktur des Mehrebenenmodells des Lesens
- Bedeutung der Leseflüssigkeit und Lesediagnostik
- Fördermaßnahmen auf Prozess-, Subjekt- und sozialer Ebene
- Praktische Anwendung in exemplarischen Grundschulaufgaben
Auszug aus dem Buch
3.2 Das Mehrebenenmodell des Lesens
In der kegelförmigen Darstellung wird der Vorgang des Lesens in drei Dimensionen eingeteilt: Die Prozessebene, die Subjektebene und die soziale Ebene.
Die Leseflüssigkeit wird dabei in der Prozessebene verortet, wo sich die hierarchieniedrigen Prozesse befinden. Diese kognitiven Fähigkeiten umfassen die elementaren geistigen Prozesse beim Lesevorgang, wie z. B. die Buchstaben-, Wort- und Satzerkennung durch Dekodierung sowie die lokale Kohärenzbildung, durch sinnbildende Verknüpfung der Satzfolgen.
Sobald diese hierarchieniedrigen Prozesse beherrscht werden, können die hierarchiehöheren Prozesse, wie z. B. die Bildung globaler Kohärenz oder das Erkennen von Superstrukturen gelingen. Kompetente Leser schaffen es nun den Text als Ganzes wahrzunehmen und Textsortenwissen zu aktivieren, so dass formale Gestaltungen, Textformen und Gestaltungsmittel wie z. B. Symbole "erkannt und damit erwartbar werden."
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Arbeit beleuchtet die Bedeutung von Lesekompetenz für die gesellschaftliche Teilhabe und führt in die Fragestellung zur Förderung im Grundschulkontext ein.
2 Theoretisches Fundament: Hier werden der Begriff des Lesens definiert und der komplexe informationsverarbeitende Prozess des Lesenlernen detailliert beschrieben.
3 Lesekompetenz: Dieses Kapitel erläutert die Grundlagen der Lesekompetenz sowie das Mehrebenenmodell des Lesens und die Bedeutung der Leseflüssigkeit.
4 Leseförderung: Es werden Grundlagen der Lesediagnostik sowie differenzierte Fördermöglichkeiten auf der Prozess-, Subjekt- und sozialen Ebene erörtert.
5 Exemplarische Aufgaben für die Grundschule: Anhand konkreter Arbeitsblätter wird analysiert, wie unterschiedliche Lesekompetenzdimensionen im Unterricht praktisch gefördert werden können.
6 Fazit: Die Arbeit resümiert, dass eine effektive Förderung auf fundierter Diagnostik basiert und die verschiedenen Ebenen des Lesens parallel einbeziehen sollte.
Schlüsselwörter
Lesekompetenz, Leseförderung, Mehrebenenmodell, Grundschule, Leseflüssigkeit, Lesediagnostik, Leseprozess, Prozessebene, Subjektebene, soziale Ebene, Lesemotivation, Literaturunterricht, Textverständnis, Dekodierung, Anschlusskommunikation
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der didaktischen Förderung von Lesekompetenz im Grundschulalter unter besonderer Berücksichtigung des Mehrebenenmodells des Lesens.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind der kognitive Leseprozess, die diagnostische Erfassung des Lesestands sowie gezielte Fördermaßnahmen in den Bereichen Prozessebene, Subjektebene und soziale Ebene.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es zu untersuchen, wie die verschiedenen Dimensionen von Lesekompetenz in der schulischen Praxis durch geeignete Leseaufgaben und -projekte gefördert werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse sowie einer exemplarischen Untersuchung von Aufgaben aus gängigen Grundschullehrwerken.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung des Lesebegriffs, die Vorstellung des Mehrebenenmodells von Rosebrock & Nix und eine detaillierte Analyse von Diagnose- und Förderansätzen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind unter anderem Lesekompetenz, Mehrebenenmodell, Leseflüssigkeit, Lesediagnostik und verschiedene didaktische Förderformen wie Lesestrategietrainings.
Wie unterscheidet sich die Prozessebene von der sozialen Ebene im Mehrebenenmodell?
Während die Prozessebene kognitive Fähigkeiten wie Dekodierung und Kohärenzbildung umfasst, fokussiert die soziale Ebene auf die Anschlusskommunikation in Familie, Schule und unter Gleichaltrigen.
Warum ist eine gute Diagnostik für die Leseförderung so entscheidend?
Sie bildet die Grundlage, um die individuelle Lernausgangslage des Kindes zu bestimmen und festzustellen, in welchen Bereichen (z. B. Technik, Motivation oder Verständnis) spezifische Schwierigkeiten vorliegen.
- Quote paper
- Moritz Köpp (Author), 2017, Lesen im didaktischen Kontext. Über die Förderung der einzelnen Dimensionen von Lesekompetenz in Lernaufgaben der Grundschule, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/505740