Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Psychology - Work, Business, Organisation

Arbeitsbezogene erweiterte Erreichbarkeit und psychische Beanspruchung

Zum Einfluss von Persönlichkeit und dem psychologischen Vertrag

Title: Arbeitsbezogene erweiterte Erreichbarkeit und psychische Beanspruchung

Bachelor Thesis , 2019 , 42 Pages , Grade: 1,00

Autor:in: Naemi Reimeir (Author)

Psychology - Work, Business, Organisation
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Diese Arbeit befasst sich mit der arbeitsbezogenen erweiterten Erreichbarkeit. Die arbeitsbezogene erweiterte Erreichbarkeit umfasst die Kontaktierung von ArbeitnehmerInnen außerhalb ihrer Arbeitszeiten. Diese Erreichbarkeit kann eine zusätzliche Beanspruchung für ArbeitnehmerInnen bedeuten. Das Beanspruchungserleben wird mithilfe einer Irritationsskala erhoben. Bei dieser werden zwei Aspekte unterschieden: Die emotionale Irritation und die kognitive Irritation. Die kognitive Irritation umfasst das Nicht-Abschalten-Können nach der Arbeit und die emotionale Irritation kann mit der agitierten Gereiztheit gleichgesetzt werden. Der Einfluss von Persönlichkeit und psychologischem Vertrag wird ebenfalls untersucht. Alle Daten wurden mithilfe eines Fragebogens erhoben. Nach der Datenbereinigung umfasste die erhobene Stichprobe 187 ProbandInnen. Zur Prüfung des Zusammenhangs zwischen der emotionalen Irritation bzw. kognitiven Irritation und der Häufigkeit der Kontaktierung wurde
die Korrelationsanalyse nach Pearson durchgeführt. Zur Prüfung des Einflusses der Persönlichkeit und des psychologischen Vertrags wurde eine Moderationsanalyse durchgeführt. Es zeigte sich ein signifikanter positiver Zusammenhang zwischen der kognitiven Irritation und der Häufigkeit der Kontaktierung. Die Verletzung des psychologischen Vertrags scheint keinen Einfluss auf die Beanspruchung der arbeitsbezogenen erweiterten Erreichbarkeit zu haben. Jedoch zeigte sich ein Moderationseffekt des Persönlichkeitsmerkmals Neurotizismus auf den Zusammenhang zwischen der Häufigkeit der Kontaktierung und der emotionalen Irritation. Personen mit hohen Werten in Neurotizismus zeigten eine höhere emotionale Irritation bezüglich der Häufigkeit der Kontaktierung. Diese Ergebnisse verdeutlichen, dass im Bereich der arbeitsbezogenen erweiterten Erreichbarkeit neue Maßnahme gesetzt werden sollten, um ArbeitnehmerInnen zu entlasten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretischer Hintergrund

2.1 Theorien über die Balance von Arbeit und Privatleben

2.2 Das Belastungs- und Beanspruchungskonzept

2.3 Arbeitsbezogene erweiterte Erreichbarkeit als Belastung

2.4 Das Konzept des psychologischen Vertrags

2.5 Modelle der Persönlichkeit

3. Forschungsfrage und Hypothesen

4. Methodik

4.1 Stichprobe

4.2 Durchführung der Datenerhebung

4.3 Erhebungsinstrumente

4.3.1 Erreichbarkeit

4.3.2 Persönlichkeit

4.3.3 Perceived Psychological Contract Violation

4.3.4 Beanspruchung

4.4 Auswertungsverfahren

5. Ergebnisse

5.1 Reliabilität der Skalen und Interkorrelationen

5.2 Kontrollvariablen

5.3 Hypothesenüberprüfung

6. Diskussion

6.1 Interpretation der Ergebnisse

6.2 Limitationen

6.3 Conclusio und weitere Untersuchungen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der arbeitsbezogenen erweiterten Erreichbarkeit außerhalb der regulären Arbeitszeit und dem erlebten Beanspruchungsgrad von ArbeitnehmerInnen, unter Berücksichtigung moderierender Effekte durch die Persönlichkeitsstruktur sowie den psychologischen Vertrag.

  • Einfluss von arbeitsbezogener erreichbarkeit auf kognitive und emotionale Irritation
  • Moderierende Rolle der Persönlichkeitsmerkmale (insb. Neurotizismus)
  • Bedeutung des psychologischen Vertrags für das Beanspruchungserleben
  • Unterschiede zwischen Persönlichkeitstypen (Resilient vs. Overcontrolled)
  • Implikationen für betriebliche Gesundheitsförderung und Arbeitszeitgestaltung

Auszug aus dem Buch

4.3.4 Beanspruchung

Die erlebte Beanspruchung wird durch die Irritationsskala (IS; Mohr et al., 2005) erhoben. Die Skala erhebt zwei Primärfaktoren: Die kognitive Irritation (KI) und die emotionale Irritation (EI). Die Subskala kognitive Irritation wird durch drei Items erhoben (z.B: „Es fällt mir schwer, nach der Arbeit abzuschalten.“). Die Antwortmöglichkeiten entsprechen einer fünfstufigen Likert-Skala: „nein gar nicht“ (1) bis „ja genau“ (5). Die Subskala emotionale Irritation wird durch fünf Items erhoben (z.B: „Wenn andere mich ansprechen, kommt es vor, dass ich mürrisch reagiere.“). Es wird vermutet, dass die kognitive Irritation eine punktuelle arbeitsbezogenen Beanspruchung erfasst im Gegensatz zur emotionalen Irritation, die über den Arbeitskontext hinaus generalisierte Beanspruchung erfasst. Die interne Konsistenz der Skala für die gesamte Stichprobe von Mohr et al. beträgt α =.89. Die Skala zeigt nach sechs Monaten eine Retest-Reliabilität von r =.69, bei dreieinhalb Jahren r =.57 und bei sieben Jahren r =.28. Die Skala ist stabil genug, um von aktuellen Stimmungsveränderungen nicht beeinflusst zu werden. Bei der Validität zeigt sich, dass die kognitive Irritation im Gegensatz zur emotionalen Irritation mit dem Erleben von Arbeitsbelastungen zusammenhängt (KI: r =.17, p < 5; EI: r =.03, N = 196). Ein negativer Zusammenhang beider Primärfaktoren bildet die berufliche Selbstwirksamkeit (KI: r = -.19, p < .01; EI: r = -.26, p < .01, N = 196). Zudem zeigen sich positive Korrelationen zu psychosomatischen Beschwerden und zur Wahrnehmung von Depressivität (Müller, Mohr & Rigotti, 2004). Aufgrund der sehr unterschiedlichen Primärfaktoren erscheint eine separate Auswertung der Subskalen als sinnvoll, wie auch Müller et al. (2004) empfehlen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit beleuchtet den Anstieg psychischer Erkrankungen im Kontext einer zunehmend flexiblen Arbeitswelt und führt das Phänomen der arbeitsbezogenen erweiterten Erreichbarkeit ein.

2. Theoretischer Hintergrund: Es werden grundlegende Konzepte wie Work-Life Balance, Belastung und Beanspruchung, das Modell des psychologischen Vertrags sowie Persönlichkeitsmodelle (Big Five) theoretisch fundiert.

3. Forschungsfrage und Hypothesen: Basierend auf der Literatur werden spezifische Hypothesen zum Zusammenhang von Erreichbarkeit, Beanspruchung, Vertragsverletzungen und Persönlichkeitsmerkmalen abgeleitet.

4. Methodik: Beschreibung des Studiendesigns, der Stichprobe (N=187) sowie der eingesetzten psychometrischen Fragebögen und statistischen Analyseverfahren (Korrelation, Moderation, Clusteranalyse).

5. Ergebnisse: Darstellung der empirischen Befunde, die unter anderem einen signifikanten Zusammenhang zwischen kognitiver Irritation und Kontaktierungshäufigkeit zeigen, während andere moderierende Effekte differenziert betrachtet werden.

6. Diskussion: Interpretation der Ergebnisse im Lichte der vorangegangenen Theorien, Diskussion der Limitationen der Querschnittstudie und Ableitung von Empfehlungen für die Praxis.

Schlüsselwörter

Arbeitsbezogene erweiterte Erreichbarkeit, Psychische Beanspruchung, Kognitive Irritation, Emotionale Irritation, Psychologischer Vertrag, Persönlichkeit, Neurotizismus, Big Five, Work-Life Balance, Stress am Arbeitsplatz, Arbeitszeitflexibilität, Online-Befragung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie sich die berufliche Erreichbarkeit außerhalb der Arbeitszeit auf das Wohlbefinden und die psychische Beanspruchung von ArbeitnehmerInnen auswirkt.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Felder umfassen die arbeitsbezogene erweiterte Erreichbarkeit, die Stress- und Beanspruchungsforschung (Irritationsskala), Persönlichkeitspsychologie sowie die Bedeutung impliziter Erwartungen (psychologischer Vertrag).

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen der Häufigkeit von arbeitsbezogenen Kontakten in der Freizeit und verschiedenen Arten der Beanspruchung zu ergründen sowie zu prüfen, ob Persönlichkeitsmerkmale oder Vertragsverletzungen diesen Effekt verstärken.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Es wurde eine quantitative Querschnittstudie mittels Online-Fragebogen bei einer Stichprobe von 187 Personen durchgeführt, deren Daten mittels Korrelations-, Moderations- und Clusteranalysen statistisch ausgewertet wurden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil deckt die theoretische Fundierung der Begriffe ab, beschreibt das methodische Vorgehen bei der Datenerhebung und liefert eine detaillierte Auswertung der empirischen Ergebnisse und deren wissenschaftliche Diskussion.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist primär durch Begriffe wie Arbeitsbezogene erweiterte Erreichbarkeit, Psychische Beanspruchung, Neurotizismus, Kognitive Irritation und Psychologischer Vertrag gekennzeichnet.

Hat sich gezeigt, dass der psychologische Vertrag die Beanspruchung moderiert?

Nein, die Hypothesen, dass eine Verletzung des psychologischen Vertrags den Zusammenhang zwischen der Erreichbarkeit und der Beanspruchung moderiert, konnten in dieser Studie nicht bestätigt werden.

Welchen Einfluss hat das Persönlichkeitsmerkmal Neurotizismus auf die Ergebnisse?

Es zeigte sich ein signifikanter Moderationseffekt von Neurotizismus auf den Zusammenhang zwischen Kontaktierungshäufigkeit und emotionaler Irritation: Personen mit hohen Neurotizismus-Werten reagieren emotional empfindlicher auf wiederholte Arbeitskontakte.

Excerpt out of 42 pages  - scroll top

Details

Title
Arbeitsbezogene erweiterte Erreichbarkeit und psychische Beanspruchung
Subtitle
Zum Einfluss von Persönlichkeit und dem psychologischen Vertrag
College
University of Innsbruck
Grade
1,00
Author
Naemi Reimeir (Author)
Publication Year
2019
Pages
42
Catalog Number
V505811
ISBN (eBook)
9783346056610
ISBN (Book)
9783346056627
Language
German
Tags
Beanspruchung Belastung Arbeitspsychologie Mobile Erreichbarkeit Psychologischer Vertrag Persönlichkeit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Naemi Reimeir (Author), 2019, Arbeitsbezogene erweiterte Erreichbarkeit und psychische Beanspruchung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/505811
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  42  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint