Diese Untersuchung befasste sich mit der Reanalyse von Daten, welche zu dem Thema Liebesstile und Beziehungsqualität erhoben wurden. Die Liebesstile nach Lee wurden mit einer Kurzskala des MEIL erfasst. Die Beziehungsqualität wurde in den Dimensionen Stabilität, Vertrauen und Zufriedenheit gemessen. Die sechsfaktorielle Struktur des MEIL konnte bestätigt werden; die dreifaktorielle Struktur der Beziehungsqualitätsskalen nicht. Für Eros zeigten sich erwartungskonform positive Zusammenhänge mit den Beziehungsskalen, während Ludus und Mania negative Zusammenhänge zur Beziehungsqualität aufwiesen. Frauen brachten mehr Mania zum Ausdruck, aber nicht mehr Storge und Pragma. Männer brachten mehr Ludus und Agape zum Ausdruck. Für keinen Liebesstil ließen sich signifikant höhere Werte im mittleren Erwachsenenalter messen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Theorie
2.1 Liebesstile
2.2 Bedeutung der Theorie der Liebesstile
2.3 Messinstrumente zur Erfassung der Liebesstile
2.4 Liebesstile und Beziehungsqualität – Überblick und Hypothesen
2.4.1 Zusammenhänge der Sekundärstile mit den Primärstilen.
2.4.2 Liebesstile und demographische Variablen.
3 Methode
3.1 Versuchspersonen
3.2 Variablen
3.2.1 MEIL-Kurzskala.
3.2.2 Variablen zur Messung der Beziehungsqualität.
4 Ergebnisse
4.1 Faktorenanalyse MEIL
4.1.1 Anzahl der zu extrahierenden Faktoren.
4.1.2 Faktorenextraktion.
4.2 Faktorenanalyse Beziehungsqualitätsskalen
4.2.1 Anzahl der zu extrahierenden Faktoren.
4.2.2 Faktorenextraktion.
4.3 Liebesstile und Beziehungsqualität - Ergebnisse
4.3.1 Korrelationen.
4.3.2 Multiple Regressionen.
4.3.3 Geschlecht als Moderator.
4.3.4 Zusammenhänge der Sekundärstile mit den Primärstilen.
4.3.1 Liebesstile und demographische Variablen.
4.3.2 Geschlechts- und Altersunterschiede in den Liebesstilen.
4.4 Clusteranalyse
5 Gesamtdiskussion
5.1 Bewertung der Untersuchung
5.2 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht durch eine quantitative Reanalyse bestehender Daten die Zusammenhänge zwischen den sechs Liebesstilen nach Lee und verschiedenen Dimensionen der Beziehungsqualität, unter Berücksichtigung demografischer Einflüsse und geschlechtsspezifischer Moderatoren.
- Faktorielle Überprüfung des Marburger Einstellungs-Inventars für Liebesstile (MEIL).
- Analyse der Beziehung zwischen Liebesstilen und Beziehungsqualität (Stabilität, Vertrauen, Zufriedenheit).
- Untersuchung von geschlechtsspezifischen Moderationseffekten auf die Beziehungsqualität.
- Prüfung demografischer Einflüsse (Alter, feste Partnerschaft, Kinder) auf die Liebesstile.
- Überprüfung der theoretischen Zusammensetzung von Sekundärstilen aus Primärstilen.
Auszug aus dem Buch
Spielerische Liebe (Ludus)
Die eigene Person wird als Verführer mit großem Erfolg beim anderen Geschlecht gesehen (Lee, 1977). Sexuelle Freiheit und Abenteuer sind kennzeichnend. Hierbei scheint es weniger um Qualität in der Liebe zu gehen, sondern mehr um die Quantität. Wechselnde Partnerschaften sowie parallel zu unterhaltende Liaisonen sind die Folge. Promiskuität entsteht mit wechselnden, zahlreichen, kurzlebigen Beziehungen, die Versteckspiele und Täuschungen verlangen. Der Ludus-Liebende verfolgt die spielerische Liebe mit dem Ziel, seine sexuellen Wünsche möglichst schnell zu befriedigen. Er kann in seinen Partnern durchaus romantische Gefühle wecken. Sein Stil ist aber eher der Vermeidende (Bierhoff & Rohmann, 2005).
Die Bereitschaft für eine durch Stabilität und Langfristigkeit geprägte Partnerschaft besteht nicht, und Zukunftspläne sind unwillkommen. Sexualität findet zum ausschließlichen Vergnügen statt und dient nicht der tiefgehenden gefühlsmäßigen Bindung. Es wird keine Nähe zugelassen (Lasswell & Lasswell, 1976). Vom Partner wird nicht erwartet, dass er sich öffnet. Gleiches wird von der ludisch liebenden Person auch nicht erfüllt. Dies geht einher mit nicht vorhandener Eifersucht oder Rivalitäten. Vom Partner wird allerdings auch genau diese Haltung erwartet. Die physische Attraktivität des Partners steht nicht im Vordergrund, sondern Selbstgenügsamkeit und nicht klammerndes Verhalten (Lee, 1977).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Bedeutung der Liebesforschung ein, stellt die Typologie von Lee vor und erläutert die Zielsetzung der Reanalyse empirischer Daten.
2 Theorie: Dieses Kapitel erläutert die sechs Liebesstile nach Lee, deren theoretische Herleitung sowie wissenschaftliche Messinstrumente und Hypothesen zur Beziehungsqualität.
3 Methode: Hier wird die Datenbasis, das Vorgehen bei der Datenbereinigung und die Beschreibung der verwendeten psychometrischen Skalen für Liebesstile und Beziehungsqualität detailliert dargestellt.
4 Ergebnisse: Dieses Kapitel präsentiert die Ergebnisse der Faktorenanalysen, Korrelationen, Regressionsmodelle zur Hypothesenprüfung sowie Cluster- und Gruppenvergleiche.
5 Gesamtdiskussion: Hier werden die Ergebnisse kritisch interpretiert, in den Kontext der Forschung eingeordnet sowie Implikationen und Ausblicke für die zukünftige Forschung formuliert.
Schlüsselwörter
Liebesstile, Beziehungsqualität, Reanalyse, MEIL, Eros, Ludus, Storge, Pragma, Mania, Agape, Faktorenanalyse, Regression, Partnerschaft, Vertrauen, Stabilität
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit einer empirischen Reanalyse von Daten zum Thema Liebesstile nach John Alan Lee und deren Einfluss auf die Qualität von Paarbeziehungen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Im Zentrum stehen die sechs Liebesstile (Eros, Ludus, Storge, Pragma, Mania, Agape) und deren Korrelation mit den Dimensionen Beziehungsstabilität, Vertrauen und Zufriedenheit.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es, die theoretische Struktur des MEIL-Fragebogens zu validieren, Hypothesen über den Einfluss der Liebesstile auf die Beziehungsqualität zu prüfen und mögliche Moderationseffekte durch das Geschlecht zu identifizieren.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewendet?
Es kommen explorative Faktorenanalysen, multiple und moderierte Regressionen, t-Tests sowie Clusteranalysen zum Einsatz, um die Daten statistisch auszuwerten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil umfasst die theoretische Fundierung der Liebesstile, die Beschreibung der methodischen Vorgehensweise bei der Datenaufbereitung sowie die detaillierte Darstellung und Diskussion der quantitativen Ergebnisse.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit am besten charakterisieren?
Die Arbeit lässt sich am besten über Begriffe wie Liebesstile, Beziehungsqualität, psychometrische Evaluation, Faktorenanalyse und Regressionsanalyse charakterisieren.
Welche Bedeutung hat der Ludus-Liebesstil für die Beziehungsstabilität?
Die Ergebnisse zeigen, dass hohe Ausprägungen im Ludus-Stil signifikant negativ mit der Stabilität einer Beziehung korrelieren und somit eher als instabil zu bewerten sind.
Wie unterscheidet sich der Einfluss von Eros und Mania auf die Zufriedenheit?
Eros wirkt als hochsignifikanter positiver Prädiktor für die Beziehungszufriedenheit, während Mania signifikant negativ mit der Zufriedenheit assoziiert ist.
- Arbeit zitieren
- Nicole Tanculski (Autor:in), 2016, Liebesstile und Beziehungsqualität. Reanalyse einer empirischen Befragung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/505831