Green Finance und Green Investments. Chancen und Herausforderungen neuer Geschäftsmodelle


Fachbuch, 2020

72 Seiten

Anonym


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung
1.2 Vorgehensweise und Aufbau der Thesis

2 Theoretische Grundlage
2.1 Green Finance - Begriffsdefinition
2.2 Historische Entwicklung von Green Finance
2.3 Differenzierung von Kapitalanlagen

3 Green-Finance-Markt
3.1 Akteure auf dem Green-Finance-Markt
3.2 Anlageansätze

4 "Green Investments" für den Finanzsektor
4.1 Bedeutung von "Grünen Investments" für die Finanzbranche
4.2 Grüne Geschäftsmodelle
4.3 Regulierung in Europa
4.4 Chancen für "Green-Finance"
4.5 Herausforderungen für den Green-Finance-Markt

5 Fazit

6 Anhang

Literatur- und Quellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

1.1 Problemstellung und Zielsetzung

Der Klimawandel findet statt! Dieser lässt sich anhand der Ergebnisse vieler Klimaforscher und Studien belegen.[1] – Tauende Gletscher, Gefährdung der biologischen Artenvielfalt oder vermutlich vermehrte Naturkatastrophen sind wenigen Folgen daraus.[2] Die globale Erwärmung verändert die Welt, in der wir leben. Seit der Industrialisierung haben sich die Co2-Werte fast vervierfacht und für den globalen Kohlenstoffdioxid-Anstieg ist größtenteils der Mensch verantwortlich.[3] Trotz allem sehen viele Verbraucher nicht ein, ihren Konsum und Lebensstil einzuschränken[4], dabei könnten sie längst die Produktionsrichtung der Industrie bestimmen.[5] Sowohl die Gesellschaft als Ganze, wie auch die Politik und die Wirtschaft sind aufgefordert, eine Green Economy zu schaffen, „…eine Wirtschaftsweise im Einklang mit natürlichen Grenzen“.[6] Durch das Pariser Klimaabkommen und Gipfeltreffen der UN im Jahr 2015 wurden die Meilensteine für eine grüne Wirtschaft gesetzt.[7] Für die Verwirklichung einer Green Economy sind enorme Investitionen notwendig. Akteure des Finanzsektors stehen daher vor großen Herausforderungen bzgl. der Umsetzung des Klimaabkommens und der Bereitstellung der Geldmittel.[8] Finanzintermediäre werden besonders herausgefordert, denn die letzte Finanzkrise (2008) hat bei vielen Anleger Spuren hinterlassen. Vor diesem Hintergrund können Kreditinstitute die Gelegenheit nutzen das Vertrauen der Investoren durch ethisch-ökologisch vertretbaren Finanzanlagen zurückgewinnen – Green Finance ist das Schlagwort. Sie steht für die Finanzierung und Förderung von Umwelt- und Klimaprojekten, sowohl für private als auch öffentliche Investments.[9] Green Finance ist ein wichtiger Baustein für die Wiederherstellung eines klimafreundlichen Ökosystems und kann einen wesentlichen Beitrag zur Transformation hin zu einer nachhaltigen Gesellschaft leisten. Die vorliegende Bachelor Thesis soll erläutern ob, weshalb und in welchem Ausmaß Green Investments sinnvoll sind deren Bedeutung der für den Klimawandel gewonnen werden. Im Fokus der Untersuchung werden sich in erster Linie die ökologischen und nachhaltigen Kapitalanlagen der Finanzbranche befinden.

1.2 Vorgehensweise und Aufbau der Thesis

Angesichts des verlangten Umfangs des Themas wird eine Eingrenzung notwendig sein. Das Thema dieser Arbeit wird im Folgenden aus der aktuellen politischen Klimadebatte heraus so eingeschränkt, dass hier besonders die positiven Effekte von Green Finance als Strategie zur Förderung von nachhaltigen Produkten auf dem Finanz­sektor aufgefasst werden. Die vorliegende Bachelorarbeit gliedert sich in fünf Teile. In Kapitel 2 erhält der/die Leser/in eine kleine Einführung in die Entstehung und Bedeutung von Green Finance sowie verwandte Begriffe wie Sustainable Finance oder ethisch-ökologische Geldanlagen. Der/Die Leser/in soll dabei eine Grundidee von grünen Kapitalanlagen erhalten, die im Folgenden für das Verständnis erforderlich ist. Das Kapitel endet mit einer Abgrenzung von Green Finance von den klassischen Geldanlagen. Im weiteren Verlauf von Kapitel 3 werden die Akteure auf dem Green-Finance-Markt kurz vorgestellt und deren Anlageansätze näher beleuchtet. Kapitel 4 verdeutlicht die Wichtigkeit von Green-Finance-Modellen sowie die Chancen und Herausforderungen im Finanzsektor. Das Fazit bildet mit einer Schlussbewertung und einem Ausblick auf die künftige Entwicklung der Branche den Schluss der Thesis.

2 Theoretische Grundlage

2.1 Green Finance - Begriffsdefinition

Es gibt bisher noch keine einheitliche Definition bzw. Abgrenzung für den Begriff Green Finance. Dies ist u. a. dem Umstand geschuldet, dass viele Publikationen nicht versuchen, den Begriff zu definieren – wie z. B. die International Finance Corporation (IFC). Auf der internationalen Ebene werden die Begriffe Environmental Finance und Climate Finance häufig in ähnlicher Form genutzt.[10] Viele Marktteilnehmer definiert Green Finance sehr kontrovers und verhindert eine einheitliche Klassifizierung.[11] Ein umfassenderer Überblick kann durch die folgende Abbildung von Dr. Nannette Lindenberg, Ökonomin der Deutschen Institution für Entwicklungspolitik, vermittelt werden. Trotz unterschiedlicher Meinungen definiert die Ökonomin Green Finance wie folgt: „Green Finance – ein positiver Wandel auf dem Weg der Weltwirtschaft zu Nachhaltigkeit – steht für die Finanzierung öffentlicher und privater Investitionen und staatlicher Politiken, die grüne Initiativen stärken. Ihre zwei Hauptaufgaben sind die Internalisierung externer Umweltkosten und die Reduzierung der Risikowahrnehmung, um umweltfreundliche Investitionen zu fördern.“[12] Daraus lässt sich sagen, dass Green Investments einen positiven Nebeneffekt auf die Umwelt und Gesellschaft mit sich bringt. Diese Aussage wird im Folgenden am Beispiel der grünen Geldanlagen als Alternative am Kapitalmarkt näher beleuchtet.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2.2 Historische Entwicklung von Green Finance

Eine nachhaltige und gesunde Weltwirtschaft beginnt mit individuellem Gewissen und verantwortungsbewusstem Wirtschaften. Eine Auseinandersetzung mit den Klima- und Sozialfragen, die die Menschen auf der ganzen Welt betreffen, erfordert mehr. Es gibt zwei wesentliche Motivationsanstöße, die das Green Finance und die nachhaltigen Investments in den letzten Jahren vorangetrieben haben. Zum einen durch das Gipfeltreffen der Vereinten Nationen im September 2015. Alle Staaten der Welt haben sich mit der Agenda 2030 in den kommenden 15 Jahren auf die Umsetzung des Fahrplans für eine nachhaltige und lebenswertere Zukunft verpflichtet. Die Sustainable Development Goals (SDGs) definieren die 17 globalen Ziele und 169 Unterziele der umfangreichen Agenda 2030, die erstmalig „…alle drei Dimensionen der Nachhaltigkeit – Soziales, Umwelt, Klima – gleichermaßen“ berücksichtigt, siehe Abbildung 2.[13] Zum anderen unterzeichneten 195 Länder wenige Wochen danach das Pariser Abkommen (COP 21).[14] Die Nation einigten sich die globale Erwärmung auf 2 °C festzusetzen, 1,5 °C werden idealerweise als Ziel gesetzt. Dies gelingt allerdings nur durch Senkung der Treibhausgas-Emissionen. Die Beschränkung der Treibhausgabe setzt dabei nicht nur enormes Kapital voraus[15], sondern auch eine grundlegende Umstrukturierung in wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Bereichen wie z. B. die nachhaltige Stadtplanung oder der Einsatz von erneuerbaren Energien. Eine Mitwirkung und Zusammenarbeit aller Länder ist die Voraussetzung, um den Fahrplan für eine nachhaltigere Zukunft bis 2030 gewährleisten zu können.[16] „In der Praxis bedeutet das die radikale Dekarbonisierung unserer Wirtschaftssysteme und grundlegende Veränderungen in der Finanzwelt: Green Finance ist das Schlagwort.“[17] Green Finance bietet Investoren die Möglichkeit, in ethisch-ökologische Projekte zu finanzieren, um eine Rendite zu erzielen und zugleich einen Beitrag zur Verbesserung der nächsten Generation zu leisten.[18]

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Der Begriff „Nachhaltigkeit“ wurde bisher nur mit ökologischen, forstwirtschaftlichen Themen in Verbindung gebracht wie z. B. die nachhaltige Gewinnung von endlichen Ressourcen.[19] Die ursprüngliche Bedeutung geht auf den Schöpfer des Begriffes Hans Carl von Carlowitz im Jahr 1732 zurück. Carlowitz definiert die Nachhaltigkeit als langfristiges Resultat des heutigen Handelns und fordert mit seinem Zitat eine nachhaltige Nutzung des Rohstoffes Holz.[20] Das Wort Nachhaltigkeit wird auch in der sprachlichen Bedeutung als „sich auf längere Zeit stark auswirkend“[21] verwendet. Die Definition hat sich jedoch im gesellschaftlichen Kontext fundamental verändert.[22] Die Europäische Kommission beschreibt mittlerweile Nachhaltigkeit als „…eines der wichtigsten Arbeitsfelder“ und definiert diesen Begriff wie folgt: „Eine nachhaltige Entwicklung deckt die Bedürfnisse der heutigen Generationen ohne Beeinträchtigung der Möglichkeiten künftiger Generationen. In diesem umfassenden Konzept kommen wirtschaftliche, soziale und ökologische Aspekte zum Tragen, die sich gegenseitig verstärken“.[23] „Noch vor wenigen Jahren galt Sustainable Finance als Nischenthema, um das sich in Banken, Versicherungen oder in der Vermögensverwaltung nur wenige Mitarbeiter kümmerten“[24], heute steht Sustainable Finance auf der Prioritätenliste vieler Finanzdienstleister und gilt als Top-Thema, auch für die finanzpolitische Gesetzgebung.[25] Daraus lässt sich schließen, dass Investoren neben wirtschaftlichen Aspekten auch gesellschaftliche Verantwortung, etwa für Klima- oder Umweltprobleme übernehmen. Ökologische Grundgedanken der Anlagestrategiesetzung rücken somit weiter in den Fokus, wodurch die klassischen Anlageziele Rentabilität, Liquidität und Sicherheit, die gemeinsam das magische Dreieck bilden[26], mehr in den Hintergrund geraten.

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Stark in Verbindung mit Nachhaltigkeit steht der Begriff Unternehmens­verantwortung – auch bekannt als CSR.[27] CSR beschreibt im engeren Sinne „den spezifischen Beitrag, den Unternehmen zum nachhaltigen Wirtschaften, zur Nachhaltigkeit, leisten“.[28] Nicht zu verwechseln ist das Wort „social“ mit dem deutschen Wort „sozial“ im engeren Sinne.[29] Hierbei bezieht sich die Verantwortung der Unternehmen mehr auf das gesellschaftliche Umfeld insgesamt und weniger auf das soziale Umfeld. Im Jahr 1991 hat sich Carroll ausführlich mit dem Thema beschäftig und eine CSR-Pyramide aufgestellt. Ihrer Erklärung zufolge soll ein Unternehmen profitable Geschäfte betreiben, Gesetzesverstöße meiden und als ein guter, gewissenhafter Akteur gesellschaftliche Verantwortung übernehmen.[30] Überträgt man die Begriffe Green Finance und Nachhaltigkeit auf den Finanzmarkt, so sind die ESG-Kriterien – Environmental, Social und Governance – wiederzuerkennen. ESG werden häufig in drei Bereiche Umwelt, Soziales und Unternehmensführung untergeilt, entsprechend den englischen Ausdrücken. ESG hat seinen Ursprung aus dem Socially Responsible Investments (SRI) Bereich[31] und wird von ESG-Investoren zur Nachhaltigkeit­s­- und Investitionsbewertung herangezogen.[32] Der Bereich Umwelt befasst sich bspw. mit effizientem Umgang mit Energie und Rohstoffen. Der zweite Bereich deckt die sozialen und gesellschaftlichen Aspekte wie z.B. faire Bedingungen am Arbeitsplatz oder Entlohnung der Mitarbeiter. Der dritte Bereich beschäftigt sich mit Nachhaltigkeitszielen des Managements im Unternehmen. Tauchen aktive Investoren tiefer in den Green-Finance-Markt ein, so findet man häufiger die Begriffe Socially Responsible Investments, Responsible Investment oder Ethical Investment. „SRI ist der Oberbegriff für unterschiedliche Anlagekonzepte.“[33] Es handelt sich dabei um eine Kombination aus Rendite, sozialen und ökonomischen Zielen, die in Anlagekonzepten über die zukunftsfähigen Nachhaltigkeitswerte bestimmen.[34] SRI wird nochmals in streng nachhaltige und verantwortungsvolle Anlagen unterschieden. Die strenge Form berücksichtigt mehr als 200 ökologische, ethische und soziale Faktoren, wobei die verantwortungsvolle Variante nur einzelne Branchen wie die Rüstungsindustrie ausschließt. Unter Ethical Investment werden soziale, moralische und religiöse Werte verstanden, die Anleger auf ihre Anlageportfolios anwenden.[35] Letzten Endes führen alle Begriffe auf „den Investitionsprozess, der die ESG-Faktoren berücksichtigt“[36], zurück. Auf die Bedeutung von ESG-Kriterien auf Investitionsentscheidungen wird später ausführlicher zurückgekommen.

2.3 Differenzierung von Kapitalanlagen

Green Finance kann aus unterschiedlichen Anlageformen bestehen, die sich von den klassischen Anleiheformen kaum unterscheiden. Die einzige Abweichung liegt in der Mittelverwendung des Geldes. Das Kapital kann bspw. öffentlichen und privaten Investitionen dienen wie erneuerbaren Energien, der Prävention vor weiteren Luft- und Wasserverschmutzung oder dem Management von natürlichen Ressourcen, „…während Sustainable Finance darüber hinaus auch wirtschaftliche und soziale Nachhaltigkeitsaspekte abdeckt“.[37] Hinter Green Finance steckt jedoch mehr als nur die Kapitalbeschaffung und Förderung von nachhaltigen Investments. Green Finance deckt im Grunde genommen auch Themengebiete ab wie:

- Gestaltung des Finanzsystems auf umwelt- und klimagerechter Ebene,
- Management von Umwelt- und Klimarisiken in Finanzinstitutionen und
- sämtliche klimapolitischen Maßnahmen,

um einige Beispiele zu nennen. Neben Wertpapieren, Sparanlagen in Umweltfonds oder Genussscheinen, gehören grüne Anleihen zu einer der wichtigsten Anlageformen der Umwelt- und Klimafinanzierung auf dem Finanzmarkt.[38] Anleger, die in Green Bonds oder Sustainable Bonds investieren, profitieren doppelt. Anleger profitieren nicht nur von Zinsen (Rendite), sondern lassen ihr Geld auch nach nachhaltigen Regeln arbeiten. Denn der Anlageerlös fließt in verschiedene Klima- und Umweltprojekte.[39] Das Magische Dreieck erinnert daran, dass neben Liquidität und Sicherheit die Rendite ebenfalls eine wichtige Rolle spielt. Ein Teil der Befragten aus einer Online-Umfrage vom Bankenverband ist der Meinung, dass eine nachhaltige Finanzanlage weniger Rendite als die klassische Variante mit sich bringt.[40] Nein, „Im Gegenteil, die Renditen sind langfristig in der Regel gleich oder sogar besser, abhängig von der Art des Produktes.“[41] Ethische-ökologische Vorstellungen müssen nicht unbedingt zu Lasten der Performance stehen, denn schließlich muss nicht alles was grün ist, auch schlechter sein. „Dieser Zweifel hielt viele Anleger lange Zeit davon ab, sich bei der Titelauswahl von Nachhaltigkeitskriterien leiten zu lassen“.[42] Eine attraktive Rendite wird tendenziell mit einem höheren Risiko bezahlt. Dies gilt auch bei klassischen Kapitalanlagen. Aus diesem Grund ist es jedem Kapitalanleger selbst überlassen, in welche Finanzinstrumente er investiert, da grüne Finanzanlagen sich kaum von den herkömmlichen unterscheiden.

3 Green-Finance-Markt

3.1 Akteure auf dem Green-Finance-Markt

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Auf dem Green-Finance-Markt gehören private Anleger, institutionelle Investoren, Kreditinstitute, Internationale Finanzinstitutionen (IFI) wie die Zentralbank oder Aufsichtsbehörden zu den wichtigsten Playern auf dem Finanzmarkt. Der Finanzsektor spielt eine tragende Rolle für Länder, die sich in Richtung einer „inklusiven, ressourceneffizienten und treibhausgasarmen Wirtschaft“ transformieren möchten.[43] Es leuchtet unmittelbar ein, dass sich eine solche Strategie des Finanzsektors sich positiv auf die Verlangsamung des Klimawandels auswirken kann, für die finanzielle Mittel bereitgestellt werden.

3.1.1 Anleger

Institutionelle Investoren haben einen wesentlichen Einfluss auf den Finanzmarkt, wohingegen private Investoren nur eine kleine Gruppe der Anleger darstellen. Aus Afrika gibt es ein Sprichwort: „Viele kleine Leute in vielen kleinen Orten, die viele kleine Dinge tun, können das Gesicht der Welt verändern“.[44] Das KAGB differenziert Anleger in private, professionelle und semiprofessionelle Anleger, wobei die letzten beiden Anlegerarten zu den Institutionellen gehören.[45] In dieser Arbeit werden Anleger nochmals in klassische und grüne Anleger unterteilt, wobei hier die grünen Anleger von Interesse sind. Unter der Kategorie klassische Anleger fallen diejenigen, die nach Renditenmaximierung wirtschaften ungeachtet der Mittelverwendung. Im Unterschied dazu lassen grüne Anleger ihr Geld auch nach ethisch-ökologischen Regeln arbeiten. Private Anleger haben die Möglichkeit, ihr Kapital direkt oder indirekt anzulegen. Das Erwerben von Finanztiteln bei nachhaltigen Unternehmen, Finanzinstitutionen oder vom Bund ist eine direkte Anlage. Eine Investition über Finanzintermediäre wie Kreditinstitute oder Fondsgesellschaften, die wiederum in CSR Unternehmen anlegen, führt zum indirekten Weg.

3.1.2 Nachhaltige Unternehmen

Unternehmen, die ethisch-ökologische Aspekte in ihrer Wertschöpfungskette aufnehmen, können nicht nur die Wettbewerbsfähigkeit verbessern, sondern auch langlebige Erfolgsgeschichten schreiben.[46] Nachhaltige Unternehmen, die bei strategischen Entscheidungen auch die künftigen Generationen als relevanten Stakeholder berücksichtigen, tun etwas Gutes für die Gesellschaft – „doing well by doing good“, ohne die Wertschöpfung zu vernachlässigen.[47] Genau solche Unternehmen werden von grünem Anlegern, die ethisch-ökologische Werte verfolgen, ausgewählt. Für eine Bewertung, wie nachhaltig und ethisch-ökologisch ein Unternehmen wirtschaftet, gibt es noch keinen einheitlichen Maßstab, daher „müssen Aufsichtsbehörden ein gemeinsames Verständnis von Nachhaltigkeit entwickeln, weil sie auf vergleichbarer Basis überprüfen sollen, ob sich Unternehmen nachhaltig verhalten“.[48] Verbraucher im Lebensmittelbereich haben die Möglichkeit, sich an Bio-Siegeln als Entscheidungsstütze zu orientieren. Bei der Auswahl von nachhaltigen Unternehmen gibt es kein objektives Gütesiegel für eine ökologisch einwandfreie Anlage. Im Allgemeinen werden folgende Kriterien von ethisch-ökologisch orientierten Anlegern herangezogen:

- Soziale Aspekte
- Rüstung
- Kernwaffen
- Energieerzeugung
- Menschenrechte
- Umweltaspekte.[49]

[...]


[1] Vgl. Schadwinkel, Alina (2017), https://www.zeit.de (abgerufen am 12.8.2019 - Dokument 42 der CD).

[2] O. V. (o. J.), https://www.umweltbundesamt.de (abgerufen am 11.8.2019 - Dokument 28 der CD).

[3] O. V. (o. J.), https://www.co2online.de (abgerufen am 12.8.2019 - Dokument 30 der CD).

[4] Vgl. Schäfer, Kristina (2019), S. 1.

[5] Vgl. Johannsen, Kai (2019a), S. 1.

[6] O. V. (2018), https://www.ecologic.eu (abgerufen am 13.8.2019 - Dokument 34 der CD).

[7] Vgl. Presse- und Informationsamt der Bundesregierung (2019), S. 1.

[8] Vgl. Nicolas Mackel (2019), S. 1; Johannsen, Kai (2019b), S.1.

[9] Vgl. Berensmann, Kathrin/Lindenberg, Nannette (2016), https://www.econstor.eu (abgerufen am 27.7.2019 - Dokument 2 der CD).

[10] Vgl. o. V. (2015), https://www.bmz.de (abgerufen am 9.8.2019 - Dokument 31 der CD).

[11] Vgl. Verbraucherzentrale (2019), https://www.verbraucherzentrale.de (abgerufen am 25.7.2019 - Dokument 43 der CD).

[12] Vgl. Berensmann, Kathrin/Lindenberg, Nannette (2016), https://www.econstor.eu (abgerufen am 27.7.2019 - Dokument 2 der CD).

[13] O.V. (2019), http://www.bmz.de (abgerufen am 3.8.2019 - Dokument 40 der CD).

[14] Vgl. Karl Ludwig Brockmann (2017), https://www.kfw.de (abgerufen am 21.7.2019 - Dokument 19 der CD).

[15] Vgl. o. V. (2019), https://www.wiwo.de (abgerufen am 22.7.2019 - Dokument 38 der CD).

[16] Vgl. o.V. (2019), http://www.bmz.de (abgerufen am 3.8.2019 - Dokument 40 der CD).

[17] Berensmann, Kathrin/Lindenberg, Nannette (2016), https://www.econstor.eu (abgerufen am 27.7.2019 - Dokument 2 der CD).

[18] Vgl. Werner, Thomas (2009), S. 37.

[19] Vgl. Hafenstein, Andrea (2016), S. 7.

[20] Vgl. Carlowitz, Hans Carl/Hamberger, Joachim (2013), S. 70.

[21] O.V. (o.J.) Duden, https://www.duden.de (abgerufen am 30.7.2019 - Dokument 8 der CD).

[22] Vgl. Johannsen, Kai (2019a), S. 7.

[23] Vgl. COMM/DG/UNIT (2017), https://ec.europa.eu (abgerufen am 30.7.2019 - Dokument 5 der CD).

[24] O. V. (2019), https://www.bafin.de (abgerufen am 22.7.2019 - Dokument 37 der CD).

[25] Vgl. o. V. (2019), https://www.bafin.de (abgerufen am 22.7.2019 - Dokument 37 der CD).

[26] Vgl. Görgen, Frank/Rosar, Maximilian (2013), S. 74.

[27] Vgl. Hafenstein, Andrea (2016), S. 8.

[28] O.V. csr-in-deutschland, https://www.csr-in-deutschland.de (abgerufen am 2.8.2019 - Dokument 6 der CD).

[29] Vgl. o.V.csr-in-deutschland, https://www.csr-in-deutschland.de (abgerufen am 2.8.2019 - Dokument 6 der CD).

[30] Vgl. Hafenstein, Andrea (2016), S. 8f.

[31] Vgl. o.V. (o. J.), http://www.nachhaltig-investieren.org (abgerufen am 12.8.2019 - Dokument 39 der CD).

[32] Vgl. o. V. (2019), https://www.wiwo.de (abgerufen am 22.7.2019 - Dokument 38 der CD).

[33] Lexikon der Nachhaltigkeit (2015), https://www.nachhaltigkeit.info (abgerufen am 5.8.2019 - Dokument 22 der CD).

[34] Vgl. Hafenstein, Andrea (2016), S.11.

[35] Vgl. Will Kenton (2019), https://www.investopedia.com (abgerufen am 5.8.2019 - Dokument 44 der CD).

[36] Hafenstein, Andrea (2016), S. 11.

[37] Karl Ludwig Brockmann (2017), https://www.kfw.de (abgerufen am 21.7.2019 - Dokument 19 der CD).

[38] Vgl. Karl Ludwig Brockmann (2017), https://www.kfw.de (abgerufen am 21.7.2019 - Dokument 19 der CD).

[39] Vgl- Johannsen, Kai (2019c), S. 2.

[40] Vgl. Bankenverband (2019), https://bankenverband.de (abgerufen am 24.7.2019 - Dokument 1 der CD).

[41] Schäfer, Kristina (2019), S. 1.

[42] Vgl. Riedel, Stefan (2019), S. 2.

[43] O. V. (2015), https://www.bmz.de (abgerufen am 9.8.2019 - Dokument 31 der CD).

[44] O. V. (o. J.), https://www.aphorismen.de (abgerufen am 8.8.2019 - Dokument 29 der CD).

[45] Vgl. EXPORO (abgerufen am 7.8.2019 - Dokument 10 der CD).

[46] Vgl. Wunder, Thomas (2017), S. 9.

[47] Vgl. Wunder, Thomas (2017), S. 19.

[48] O. V. (2019), https://www.bafin.de (abgerufen am 22.7.2019 - Dokument 37 der CD).

[49] Vgl. Werner, Thomas (2009), S. 45.

Ende der Leseprobe aus 72 Seiten

Details

Titel
Green Finance und Green Investments. Chancen und Herausforderungen neuer Geschäftsmodelle
Jahr
2020
Seiten
72
Katalognummer
V505835
ISBN (eBook)
9783960957584
ISBN (Buch)
9783960957591
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Green Finance, Sustainable Investments, Green Washing, Green Investments, Green Bonds, Grüne Investments, Nachhaltige Finanzierung, Nachhaltigkeit, Klimawandel, Grün, Geschäftsmodelle, Klimaabkommen, Pariser Abkommen, Kapitalanlage, Finanzbranche, Umweltschutz
Arbeit zitieren
Anonym, 2020, Green Finance und Green Investments. Chancen und Herausforderungen neuer Geschäftsmodelle, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/505835

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