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Der erste Ku-Klux-Klan als präfaschistische Organisation

Titel: Der erste Ku-Klux-Klan als präfaschistische Organisation

Seminararbeit , 2019 , 29 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Dimitri Dikhel (Autor:in)

Geschichte - Amerika
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Arbeit beschäftigt sich mit dem ersten Ku-Klux-Klan und thematisiert die Frage, inwieweit dieser eine präfaschistische Organisation darstellt. Trotz der begrenzten Applikabilität des Faschismusbegriffs vor dem zwanzigsten Jahrhundert scheint der erste Ku-Klux-Klan die Kriterien, die ein "Faschistisches Minimum" ausmachen, weitgehend zu erfüllen. Die Werke, die einem Manifest des KKK am nächsten kommen, sind die Verordnung von 1867 und der Kloran (1915), der die Entstehung des zweiten Ku-Klux-Klans einläuten sollte und die Verordnung stellenweise Wort für Wort übernahm.

Diese Regelwerke weisen mehrere für den Faschismus charakteristische Merkmale auf: Der Drang nach nationaler Palingenese, das Selbstverständnis als "Opfer" des Pluralismus, eine dem "Newspeak" nicht unähnliche Rhetorik, sowie der Glaube an die Notwendigkeit starker Anführer. Diese Zusammenhänge sollten auch Verbündeten und Gegnern des Klans nach Auftreten faschistischer Massenbewegungen in Europa auffallen. Jedoch wurden die Definitionsmerkmale des Faschismus von dessen Praxis als Regierungsform abgeleitet, nicht von so etwas wie einer faschistischen Theorie. Da die einzigen übergreifenden Eigenschaften, die faschistischen Selbsterläuterungen laut Robert Paxton entnommen werden können, eine autoritäre Gesinnung und eine sozialdarwinistische Weltanschauung sind , ist es sinnvoller, Schlüsse aus der Umsetzung des Faschismus zu ziehen. Den ersten Ku-Klux-Klan, der keine legitime politische Macht innehatte, auf seine Ähnlichkeiten zu faschistischen Regierungen hin zu untersuchen, kann problematisch sein, weshalb es vermutlich angemessener wäre, den Geheimbund als "präfaschistisch" einzuordnen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Ku-Klux-Klan von Pulaski bis Stone Mountain

3. Die faschistische Ideologie

3.1. Der italienische Faschismus bis zum Zweiten Weltkrieg

3.2. Das Faschistische Minimum

4. White Hoods and Blackshirts

4.1. Der Ku-Klux-Klan als faschistische Organisation: Kontemporäre Stimmen

4.2. Das Faschistische Minimum und der Ku-Klux-Klan: Überschneidungen und Unterschiede

4.3. Die Problematik des Vergleichs

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die These, ob der erste Ku-Klux-Klan als eine präfaschistische Organisation klassifiziert werden kann. Dabei wird analysiert, inwieweit die Ideologie, Rhetorik und organisatorische Struktur des Klans mit den Kriterien des sogenannten „Faschistischen Minimums“ korrespondieren, obwohl der Klan keine formale politische Regierungsmacht innehatte.

  • Historische Entwicklung des ersten Ku-Klux-Klans von seiner Gründung in Pulaski bis zur Entstehung des zweiten Klans in Stone Mountain.
  • Auseinandersetzung mit der faschistischen Ideologie, insbesondere dem italienischen Faschismus und dem Konzept des „Faschistischen Minimums“.
  • Analyse der Ähnlichkeiten und Unterschiede zwischen der Rhetorik des Klans und europäischen faschistischen Bewegungen sowie die Rezeption des Klans durch Zeitgenossen.
  • Diskussion der methodischen Problematik, faschistische Kriterien auf eine Geheimgesellschaft im Amerika des 19. Jahrhunderts anzuwenden.

Auszug aus dem Buch

4.2. Das Faschistische Minimum und der Ku-Klux-Klan: Überschneidungen und Unterschiede

Bereits stilistisch mutet der KKK als eine Form des Faschismus an. Entsprechend Umberto Ecos Beobachtung, dass das faschistische Auftreten „einem Spiel nicht unähnlich“ sei, begann der Klan als „humoristischer“ Verband, obwohl dessen strenge Geheimhaltung bis hin zur Zensur des eigenen Namens in der Verordnung von 1867 den Klan fast als eine der geheimen Verschwörungen erscheinen lässt, mit dem der Urfaschismus normalerweise besessen ist.

Der von Eco als definitionsgebend erachtete „Newspeak“ ist vor Allem in den Neologismen des Klorans erkennbar: So werden hier Ämter wie „Klaliff“, „Kladd“ und „Klexter“ benannt und erklärt, der Aufbau eines „Klavern“ beschrieben und Versammlungen als „Klonklave[s]“ bezeichnet. Der Titel des Imperialen Hexenmeisters, so wie die selbstgewählte Bezeichnung „Invisible Empire“, sind Beispiele dafür, wie der Klan die „imperiale“ Selbstdarstellung vieler faschistischer Bewegungen teilt. Der Schriftsteller und Politiker Aimé Césaire (*1913 - †2008) beschreibt in seinem 1950 erschienenen Essay Über den Kolonialismus den Nationalsozialismus als importierte Kolonialherrschaft. Hierbei ist anzumerken, dass Moon-Kie Jung, der die Vereinigten Staaten als „imperial state“ klassifiziert, in Beneath the Surface of White Supremacy: Denaturalizing U.S. Racisms Past and Present (2015) die Unterdrückung von Afro-Amerikanern „[i]n a broad sense“ als koloniale Maßnahme einschätzt, auch wenn das Hauptmerkmal der Vereinnahmung souveräner Gebiete nicht gegeben ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung diskutiert die Problematik, Begriffe der Neuzeit unreflektiert auf die Antike anzuwenden, und führt in die Schwierigkeit der Definition des „Faschismus“ ein, insbesondere im Kontext des frühen Ku-Klux-Klans.

2. Der Ku-Klux-Klan von Pulaski bis Stone Mountain: Das Kapitel zeichnet die Gründung des ersten Klans 1866 in Pulaski, seine mythologische Struktur und die spätere Umgestaltung durch die Reconstruction Acts bis hin zum Übergang in den zweiten Klan 1915 nach.

3. Die faschistische Ideologie: Es erfolgt eine theoretische Einordnung des Faschismus, die den italienischen Faschismus unter Mussolini beleuchtet und das Konzept des „Faschistischen Minimums“ als analytisches Werkzeug einführt.

4. White Hoods and Blackshirts: Hier werden die Überschneidungen und Unterschiede zwischen dem Klan und europäischen Faschisten anhand kontemporärer Stimmen, organisatorischer Merkmale und ideologischer Aspekte sowie der methodischen Vergleichsproblematik detailliert untersucht.

5. Fazit: Die Arbeit schließt mit der Einschätzung, dass der Klan zwar wissenschaftlich präzise nicht als voll ausgeprägter Faschismus, aber aufgrund seiner Ideologie und Praxis als „präfaschistisch“ zu bewerten ist.

Schlüsselwörter

Ku-Klux-Klan, Faschismus, Faschistisches Minimum, Palingenese, Rassismus, Nationalismus, Reconstruction, Geheimbund, Totalitarismus, Präfaschismus, Ideologieanalyse, White Supremacy, Historischer Vergleich, Politische Gewalt, Kloran.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die historische und ideologische Verbindung zwischen dem ersten Ku-Klux-Klan und dem Phänomen des Faschismus, um zu bewerten, ob der Klan als eine präfaschistische Organisation eingestuft werden kann.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Arbeit fokussiert sich auf die Geschichte des Klans, die Definition faschistischer Ideologie (speziell das „Faschistische Minimum“), die Rolle von Propaganda und Selbstdarstellung sowie die theoretischen Herausforderungen beim Vergleich politischer Bewegungen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, zu erörtern, ob der erste Ku-Klux-Klan trotz fehlender staatlicher Machtbefugnisse aufgrund seiner Merkmale und Weltanschauung als „präfaschistisch“ bezeichnet werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt einen komparativen Ansatz, bei dem er historische Quellen des Klans (wie die Verordnung von 1867 und den Kloran) mit den Kriterien für Faschismusdefinitionen renommierter Historiker wie Robert Paxton oder Roger Griffin vergleicht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst der italienische Faschismus und das „Faschistische Minimum“ theoretisch erläutert, bevor diese Erkenntnisse auf den Klan angewandt werden, wobei auch kontemporäre Reaktionen auf den Klan und methodische Vergleichsgrenzen reflektiert werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist zentral durch Begriffe wie Ku-Klux-Klan, Faschismus, Faschistisches Minimum, Palingenese, White Supremacy und die methodische Diskussion über historischen Vergleich geprägt.

Warum ist der Begriff „präfaschistisch“ für den ersten Klan zentral?

Der Begriff wird gewählt, weil der Klan viele ideologische Merkmale mit dem späteren Faschismus teilt, aber keine legitime politische Regierungsgewalt innehatte und zu früh nach der Sklaverei entstand, um als klassisch faschistische Bewegung im Sinne der Historiker zu gelten.

Welche Rolle spielen die Quellen wie der „Kloran“ bei der Analyse?

Der Kloran dient als primäre Quelle für die Untersuchung der internen Weltanschauung, Rhetorik und der Selbstmythologisierung des Klans, wobei der Autor mahnt, diese Texte kritisch und unter Berücksichtigung der Autorintention zu lesen.

Ende der Leseprobe aus 29 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Der erste Ku-Klux-Klan als präfaschistische Organisation
Hochschule
Ruhr-Universität Bochum
Note
1,3
Autor
Dimitri Dikhel (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2019
Seiten
29
Katalognummer
V505845
ISBN (eBook)
9783346055378
ISBN (Buch)
9783346055385
Sprache
Deutsch
Schlagworte
USA Ku-Klux-Klan Nazis Faschismus Rassismus Diskriminierung Definition Pulaski Ideologie Präfaschismus
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Dimitri Dikhel (Autor:in), 2019, Der erste Ku-Klux-Klan als präfaschistische Organisation, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/505845
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Leseprobe aus  29  Seiten
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