Die Grundidee von Poka Yoke in der Produktion


Hausarbeit, 2019
25 Seiten, Note: 2,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Gegenstand und Ziel derArbeit
1.3 Methodische Vorgehensweise
1.4 Aufbau der Arbeit

2. Theoretische Begriffsdefinitionen
2.1 Poka Yoke - Herkunft, Bedeutung und Zielsetzung
2.2 Grundelemente des Poka Yoke Systems
2.3 Produktion - Begriffsabgrenzung und Definition
2.3.1 Auftragsorientierte Einzelfertigung
2.3.2 Massenproduktion
2.3.3 Mass Customization
2.3.4 Fehlerpotentiale im Produktionsumfeld

3 Optimierungspotentiale durch Poka Yoke in der Produktion
3.1 Poka Yoke für unterschiedliche Produktionstypen
3.1.1 Auftragsorientierte Einzelfertigung
3.1.2 Massenfertigung
3.1.3 Mass Customization
3.2 Praxisbeispiele für Poka Yoke Erfolge
3.3 Kritik an der Poka-Yoke-Systematik im Produktionsumfeld

4. Schlussbetrachtung

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1 Darstellung des Produktionsprozesses

Abbildung 2 Produktorientierte Poka Yoke Lösungen

Abbildung 3 Fehlerquelle Bereitstellung und Montage

Abbildung 4 Poka Yoke Fehleridentifikationsmöglichkeiten

Abbildung 5 Poka Yoke Montagearbeitsplatz

Abbildung 6 Schrittfolgenüberwachung in der Fließfertigung

Tabellenverzeichnis

Tabellel Fehlerpotentialmatrix

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

Der Wettbewerbsfaktor Qualität hat sich neben anderen Faktoren wie Kosten und Zeit sowie Flexibilität und Kundenzufriedenheit in den letzten Jahren als progressi­ves Erfolgskriterium herausgestellt (vgl. Binner 1996, S. 1). Schwellenländer wie China und Indien erweisen sich aufgrund neuer Produkte und einer verbesserten Produktionsqualität zunehmend zu ernsthaften Konkurrenten auf dem internationa­len Markt (vgl. Spiegel Online 2009). Die Folge ist, dass der Terminus Qualität sich damit nicht mehr allein auf die Produktqualität bezieht. Aus diesem Grund wurden umfassende Qualitätskonzepte entwickelt, die sich über alle Unternehmensaktivitä­ten sowie Produkt- und Produktionsprozesse erstrecken. Damit diese Qualitätskon­zepte greifen können, bedarf es einem Umdenken des Managements sowie der ge­samten Belegschaft.

1.1 Problemstellung

Der Spruch „Errare humanum est, sed in errare perseverare diabolicum“ (Hierony­mus; Seneca, Epistulae morales Vl,57,12; Cicero, Orationes Philippicae 12,2) - zu Deutsch: „Irren ist menschlich, aber auf Irrtümer zu bestehen ist teuflisch“, impliziert bereits die Erkenntnis einen Null-Fehler-Standard zu erheben. Ein Null-Fehler Prin­zip und somit eine 100-prozentige Qualität wird von der Mehrheit der Individuen in Bezug auf ihre Berufstätigkeit als unrealistisch und unerreichbar angesehen. Diese Einbildung führt zu einem generellen Spielraum gegenüber Fehlern und wird dadurch bestärkt, dass angenommen wird, dass das Management in jedem Produk­tionsprozess eine gewisse Quantität an Fehlern einkalkuliert. Die breite Akzeptanz der Existenz von Fehlern bedarf einer Sensibilisierung, dass Fehler ein Scheitern charakterisieren. Simultan dazu muss eine Motivation in den Köpfen der Menschheit geschaffen werden, dass es durchaus realistisch ist, Fehler gänzlich zu vermeiden. Dahingehend bedarf es eines Konzeptes, dass Individuen geschuldete Fehlhandlun­gen, die mitunter zu fehlerhaften Erzeugnissen führen können, präventiv unterbin­det. Diesen Beitrag versucht die Total Quality Management Strategie Poka Yoke zu erfüllen. Infolgedessen ist zu klären, welche Optimierungspotentiale sich durch das Poka Yoke Konzept in der Produktion und spezifisch bei verschiedenen Produkti­onstypen in Bezug auf die Produktionsprozesse ergeben, um menschliche Fehl­handlungen Fehler zu reduzieren bzw. ganz zu vermeiden.

1.2 Gegenstand und Ziel derArbeit

Der Gegenstand dieser Arbeit ist aus der Problemstellung im vorherigen Abschnitt ableitbar und kann in der folgenden zentralen Fragestellung formal dargestellt wer­den:

- Welche Optimierungspotentiale gewährt das Qualitätskonzept Poka Yoke in Bezug auf die Produktionsprozesse bei verschiedenen Fertigungstypen?

Aus der zentralen Fragestellung lassen sich im Nachgang folgende zu untersu­chende Teilfragen ableiten:

- Was ist Poka Yoke?
- Was ist die Produktion?
- Was sind Produktionsprozesse?

Ziel dieser Arbeit ist es, die durch den Einsatz des Poka Yoke Konzeptes entstehen­den Optimierungspotentiale in Hinblick auf die Produktionsprozesse bei verschiede­nen Fertigungstypen aufzuzeigen. Der Fokus wird dabei auf die Optimierungspoten­tiale im Bereich der auftragsorientierten Einzel- und Massenfertigung sowie auf den Fertigungstyp Mass Customization gelegt. Anschließend werden dazu erfolgreiche Poka Yoke Erfolge erläutert und visuell dargestellt. Dem gegenüber steht eine kriti­sche Würdigung des Poka Yoke Konzeptes hinsichtlich des Einsatzes in der Produk­tion. Dem Leser soll eine strukturierte, nachvollziehbare und allgemein verständliche Einführung in die Thematik gegeben werden. Andere Disziplinen und Einflussvariab­len aus dem Qualitätsmanagement sowie aus dem Bereich der Produktion werden in dieser Arbeit aufgrund des vorgegebenen Rahmens und der fehlenden Relevanz nicht betrachtet.

1.3 Methodische Vorgehensweise

Die vorliegende Seminararbeit ist der qualitativen Forschung zuzuschreiben und ba­siert auf einer Literaturrecherche (vgl. Töpfer 2012, S. 241). Dabei wurde aus ein­schlägigen Datenbanken auf wissenschaftliche und fachkundige Literaturquellen wie Fachbücher, Magazine und Journals aber auch auf zahlreiche Studien aus elektro­nischen Quellen und Medien zurückgegriffen. Um die Masse an Vorgefundener Lite­ratur einzugrenzen, wurde eine Relevanzbewertung anhand des Titels dieserArbeit vorgenommen. Im nächsten Schritt wurden die Inhaltsverzeichnisse Vorgefundener Fachbücher auf ihre Bedeutung hinsichtlich der Forschungsfrage geprüft. Das

Festlegen von Suchkriterien hat den Zweck, die Vorgefundenen Literaturquellen wei­ter einzugrenzen. Eine detaillierte Suche konnte durch die Bildung von Unterbegrif­fen ermöglicht werden. Die Vorgehensweise diente dazu eine literaturgestützte Re­flexion und Schlussfolgerungen vornehmen zu können. Die Objektivität der Aussa­gen wird durch die Angabe aussagekräftiger und überprüfbarer Quellen gewährleis­tet.

1.4 Aufbau der Arbeit

Die Seminararbeit umfasst insgesamt vier Kapitel, die die zentrale Forschungsfrage und deren Teilfragen beantworten sollen. Im Folgenden wird der Aufbau dieser Ar­beit erläutert. Im zweiten Kapitel dieser Arbeit wird zunächst ein fundamentales Ver­ständnis für den Themenkomplex Poka Yoke geschaffen. Dabei wird zum einen eine historische Einordnung und eine definitorische Abgrenzung vorgenommen und zum anderen der Fokus auf die Grundelemente von Poka Yoke gelegt. In Bezug auf den Unternehmensbereich der Produktion wird eine begriffliche Abgrenzung und Defini­tion aufgezeigt. Nachfolgend wird definitorisch auf die Produktionstypen auftragsori­entierte Einzelfertigung und Massenfertigung sowie auf die Mass Customization ein­gegangen. Des Weiteren werden die möglichen Fehlerpotentiale im Produktionsum­feld erläutert und visuell dargestellt.

Der Einsatz und die Optimierungspotentiale von Poka Yoke in der Produktion werden im dritten Kapitel fokussiert und illustriert. Zunächst wird individuell auf die unter­schiedlichen Fertigungstypen, der auftragsorientierten Einzel- und Massenfertigung sowie die Mass Customization, eingegangen. In Anlehnung dazu werden nachfol­gend erfolgreiche Beispiele aus der Praxis visuell dargestellt und erörtert. Eine kriti­sche Betrachtung der Poka Yoke Systematik im Produktionsumfeld schließt das dritte Kapitel ab. Abschließend wird im vierten Kapitel die gesamte Arbeit mit den wichtigsten Eckpunkten reflektiert und zusammengefasst.

2. Theoretische Begriffsdefinitionen

Die nachstehenden theoretischen Begriffsdefinitionen sollen in Bezug auf die aus der zentralen Fragestellung abgeleiteten Teilfragen das Konzept Poka Yoke in Hin­blick auf die Definition an sich, den historischen Hintergrund sowie die dahinterste­henden Zielsetzungen charakterisieren. Des Weiteren werden die Poka Yoke Ein­richtungen vorgestellt und damit die nötigen Rahmenbedingungen für diese

Seminararbeit geschaffen. Ebenfalls werden in dem Unternehmensbereich der Pro­duktion die Definition der Produktion an sich sowie die verschiedenen Fertigungsty­pen Einzel- und Massenfertigung und Mass Customization charakterisiert. Abschlie­ßend für dieses Kapitel wird auf die Fehlerpotentiale im Produktionsprozess der ver­schiedenen Produktionstypen eingegangen.

2.1 Poka Yoke - Herkunft, Bedeutung und Zielsetzung

Der Begriff Poka Yoke wurde in den 1980er-Jahren erstmalig in Deutschland durch die Diskussion des heute bekannten Toyota-Produktionssystem (TPS) behandelt. Der japanische Ingenieur Shigeo Shingo, der das TPS mitentwickelte (vgl. Kamiske (Hrsg.); Sondermann 2013, S. 5) prägte den Begriff Poka Yoke bereits in den 1960er- Jahren nachhaltig (vgl. Kanbanize 2019). Das Wort „Poka“ kann im weiteren Sinne als unglücklicher Fehler übersetzt werden und das Wort „Yoke“ steht für vermeiden oder vermindern (vgl. Dickmann (Hrsg.) 2007, S. 39). Die zunächst gewählte Be­zeichnung „foolproofing“ (vgl. Kamiske (Hrsg.); Sondermann 2013, S. 7), was so viel wie narrensicher oder idiotensicher bedeutet, lehnte Shigeo Shingo ab. Er war der Auffassung, dass diese Bezeichnung ein Signal des mangelnden Respektes gegen­über den arbeitenden Menschen zur Folge hätte (vgl. Bruhn; Hadwich (Hrsg.) 2015, S. 173).

Poka Yoke charakterisiert ein aus mehreren Elementen existierendes Qualitätsprin­zip, welches menschliche Fehlhandlungen durch den Einsatz einfacher technischer Einrichtungen oder durch die intelligente Konstruktion von Produkten entscheidend reduziert oder gar undurchführbar macht (vgl. Bruhn; Hadwich (Hrsg.) 2015, S. 173). Die menschlichen Fehlhandlungen im Produktionsprozess sind dabei in zwei ver­schiedene Phasen zu differenzieren. Die erste Phase zeigt die Entstehung eines Fehlers auf, während in der zweiten Phase der Fehler bereits entstanden ist (vgl. Hirano 1992, S. 36). Je nachdem in welcher Phase die Poka Yoke Maßnahmen grei­fen sollen, dienen sie demnach entweder der Fehlervermeidung oder der Fehlerent­deckung (vgl. Górecki; Pautsch 2013, S. 84).

Das grundlegende Ziel des Poka Yoke Konzeptes in der Produktion ist es, Prozesse und Produkte so zu gestalten, dass menschliche Fehler ausgeschlossen werden können (vgl. qmBase 2019). Zu beachten ist, dass das Konzept allein nicht wert­schöpfend ist und lediglich als Mittel angesehen werden muss (vgl. Takeda, 1996, S. 295). Es sind die Produktionsprozesse, die die Qualität der Produkte beeinflussen. Poka Yoke Mechanismen sind demnach nur dafür verantwortlich, dass fehlerhafte Bauteile oder Produkte nicht zum nächsten Prozess weitergegeben werden (vgl. Dickmann (Hrsg.) 2007, S. 40) und dadurch können die Herstellkosten nachhaltig gesenkt werden. Eine Verbesserung der Prozesse ist dabei unerlässlich, da sonst die Fehler wiederkehrend auftreten würden (vgl. Takeda, 1996, S. 295).

[...]

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten

Details

Titel
Die Grundidee von Poka Yoke in der Produktion
Hochschule
FOM Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, München früher Fachhochschule
Note
2,3
Autor
Jahr
2019
Seiten
25
Katalognummer
V505866
ISBN (eBook)
9783346060136
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Poka Yoke, Produktion
Arbeit zitieren
Marcel Dang Van (Autor), 2019, Die Grundidee von Poka Yoke in der Produktion, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/505866

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