Ziel dieser Arbeit ist es, die durch den Einsatz des Poka Yoke Konzeptes entstehenden Optimierungspotentiale in Hinblick auf die Produktionsprozesse bei verschiedenen Fertigungstypen aufzuzeigen. Der Fokus wird dabei auf die Optimierungspotentiale im Bereich der auftragsorientierten Einzel- und Massenfertigung sowie auf den Fertigungstyp Mass Customization gelegt. Anschließend werden dazu erfolgreiche Poka Yoke Erfolge erläutert und visuell dargestellt. Dem gegenüber steht eine kritische Würdigung des Poka Yoke Konzeptes hinsichtlich des Einsatzes in der Produktion. Dem Leser soll eine strukturierte, nachvollziehbare und allgemein verständliche Einführung in die Thematik gegeben werden. Andere Disziplinen und Einflussvariablen aus dem Qualitätsmanagement sowie aus dem Bereich der Produktion werden in dieser Arbeit aufgrund des vorgegebenen Rahmens und der fehlenden Relevanz nicht betrachtet.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Gegenstand und Ziel der Arbeit
1.3 Methodische Vorgehensweise
1.4 Aufbau der Arbeit
2. Theoretische Begriffsdefinitionen
2.1 Poka Yoke - Herkunft, Bedeutung und Zielsetzung
2.2 Grundelemente des Poka Yoke Systems
2.3 Produktion - Begriffsabgrenzung und Definition
2.3.1 Auftragsorientierte Einzelfertigung
2.3.2 Massenproduktion
2.3.3 Mass Customization
2.3.4 Fehlerpotentiale im Produktionsumfeld
3. Optimierungspotentiale durch Poka Yoke in der Produktion
3.1 Poka Yoke für unterschiedliche Produktionstypen
3.1.1 Auftragsorientierte Einzelfertigung
3.1.2 Massenfertigung
3.1.3 Mass Customization
3.2 Praxisbeispiele für Poka Yoke Erfolge
3.3 Kritik an der Poka-Yoke-Systematik im Produktionsumfeld
4. Schlussbetrachtung
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht das Qualitätskonzept Poka Yoke und dessen Optimierungspotentiale in verschiedenen Produktionsumgebungen, um menschliche Fehlhandlungen bei der Fertigung zu reduzieren oder vollständig zu vermeiden.
- Historische Entwicklung und philosophischer Hintergrund von Poka Yoke
- Funktionsweise und technische Grundelemente des Poka Yoke Systems
- Analyse von Fehlerpotentialen in verschiedenen Produktionstypen
- Anwendungsszenarien in der Einzel-, Massen- und Mass-Customization-Fertigung
- Kritische Würdigung der Wirksamkeit und Grenzen von Poka-Yoke-Systemen
Auszug aus dem Buch
2.2 Grundelemente des Poka Yoke Systems
Der folgende Abschnitt zeigt die Grundelemente des Poka Yoke System auf, welches grundsätzlich aus drei Merkmalen besteht: dem Detektions-, dem Auslöse- und Regulierungsmechanismus.
Unter Detektionsmechanismen können alle Arten von Sensoren und Sensorsystemen verstanden werden, die in vielfältiger Ausprägung eingesetzt werden können. Dieser Mechanismus gibt an, wann und wo Fehler bzw. Fehlhandlungen auftreten. Beispiele dafür wären: End- und Näherungsschalter, Sensoren für die Position, Dimension, Form und Temperatur, Vibration, Farbe, Strom, Zähler, Zeitüberwachungseinrichtungen, Lesegeräte für Barcodes oder RFID-Chips.
Der Auslösemechanismus, der sich im Einzelnen in drei Methoden unterscheidet, beschreibt die Art und Weise nach welcher Methode ein Fehler in einem Prozess identifiziert wird. Die drei Methoden werden als Kontakt-, Konstantwert- und Schrittfolgenmethode bezeichnet. Die Kontaktmethode zeigt Fehler durch geometrische und physikalische Größen auf, die z. B. mittels Sensorsystemen erkannt werden. Konstantwert- bzw. Fixwertmethoden detektieren Fehlhandlungen die durch Über- oder Unterschreiten eines definierten Vorgabewertes auftreten. Durch den Einsatz von mechanischen Zähleinrichtungen werden beispielsweise vergessene Montageteile und der daraus entstehende Fehler erkannt. Bei der Schrittfolgenmethode werden Fehler durch die Überprüfung vorher definierter Standardbewegungsabfolgen mittels technischer Hilfsmittel wie End- oder Näherungsschalter erkannt.
Der Regulierungsmechanismus zeigt auf, wie der Mitarbeiter über die Identifikation der Prozessanomalie informiert wird. Dies kann durch zwei verschiedene Ansätze geschehen. Der Eingriffsansatz, auch als harte Poka Yoke Lösung bezeichnet, greift bei Auftreten von Fehlern im Prozess aktiv ein und stoppt die Operation bzw. lässt diese nicht zu. Somit ist der Ort der Fehlerentstehung identisch mit dem Ort der Fehlerentdeckung und unterbindet damit die Fehlerfortpflanzung. Der Alarmansatz hingegen greift lediglich passiv in den Prozess mittels akustischer oder haptischer Signale ein und informiert den Mitarbeiter über einen bevorstehenden bzw. bereits entstandenen Fehler. Dieser Ansatz kann auch als weiche Poka Yoke Lösung angesehen werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Das Kapitel führt in die Thematik der Qualitätssicherung ein, definiert die Problemstellung der menschlichen Fehlbarkeit im Produktionsprozess und leitet die Forschungsfrage sowie das methodische Vorgehen ab.
2. Theoretische Begriffsdefinitionen: Hier werden die historischen Wurzeln von Poka Yoke, die Funktionsprinzipien sowie die Begriffsabgrenzungen zu verschiedenen Fertigungsarten (Einzelfertigung, Massenfertigung, Mass Customization) erläutert.
3. Optimierungspotentiale durch Poka Yoke in der Produktion: Dieses Kapitel analysiert die konkreten Anwendungsmöglichkeiten von Poka Yoke Systemen in verschiedenen Fertigungstypen, illustriert diese anhand von Praxisbeispielen und übt Kritik an der Systematik.
4. Schlussbetrachtung: Das letzte Kapitel reflektiert die Ergebnisse der Arbeit, fasst die Bedeutung von Poka Yoke für die Fehlerprävention zusammen und diskutiert die betriebswirtschaftlichen Herausforderungen bei der Implementierung.
Schlüsselwörter
Poka Yoke, Qualitätssicherung, Produktionsmanagement, Null-Fehler-Prinzip, Fehlhandlungsanalyse, Detektionsmechanismus, Fertigungstypen, Mass Customization, Prozessoptimierung, Sensortechnik, Arbeitsvorbereitung, Fehlervermeidung, Montage, Lean Production, Qualitätsmanagement
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Qualitätsmanagement-Konzept Poka Yoke und dessen Wirksamkeit bei der Reduzierung menschlicher Fehler im produktiven Umfeld.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Felder umfassen die Definition von Poka Yoke, die technischen Grundlagen zur Fehlererkennung und die praktische Anwendung in verschiedenen Fertigungsstrukturen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, die Optimierungspotentiale des Poka Yoke Konzepts in Hinblick auf die Produktion bei unterschiedlichen Fertigungstypen wissenschaftlich fundiert aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Seminararbeit basiert auf einer qualitativen Forschungsmethode unter Nutzung einer umfassenden Literaturrecherche in fachspezifischen Datenbanken.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst theoretische Begriffe definiert, bevor im zweiten Teil die spezifischen Anforderungen an Poka Yoke in Einzel-, Massen- und individualisierter Produktion (Mass Customization) analysiert werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Poka Yoke, Fehlervermeidung, Null-Fehler-Prinzip, Montagequalität und Prozessoptimierung.
Was unterscheidet den harten vom weichen Poka Yoke Ansatz?
Ein harter Ansatz (Eingriffsansatz) stoppt den Prozess bei Auftreten eines Fehlers automatisch, während der weiche Ansatz (Alarmansatz) den Mitarbeiter lediglich durch Signale über den Fehler informiert.
Warum ist Poka Yoke bei der Auftragsorientierten Einzelfertigung besonders anspruchsvoll?
Aufgrund der hohen Individualität und geringen Wiederholungsrate der Produkte ist der Implementierungsaufwand für standardisierte Poka Yoke Systeme oft betriebswirtschaftlich schwer zu rechtfertigen.
- Quote paper
- Marcel Dang Van (Author), 2019, Die Grundidee von Poka Yoke in der Produktion, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/505866