Rassismus in Harry Potter. Wie in einer Zauberwelt das Dritte Reich zum Leben erwacht


Hausarbeit (Hauptseminar), 2016

39 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

1 Einleitung

Harry Potter ist unlängst auf dem Weg, sich zu einem „Klassiker der Kinderliteratur“1 zu etablieren. Sogar der Einzug in den hiesigen literarischen Kanon wird der siebenteiligen Bücherreihe in Aussicht gestellt,2 wenn auch deren Erfolg sowohl von der Autorin, Joanne K. Rowling, als auch von dem Verlagswesen keineswegs erahnt wurde.3 Selbst die Hörspiele erfreuen sich nach wie vor einer großen Beliebtheit4 und die zahlreichen Patente machten Rowling überdies zu einer der reichsten Frauen Großbritanniens sowie zu einer der beliebtesten Kinderbuchautorinnen überhaupt.5 Es sind jedoch bei Weitem nicht nur Kinder und Jugendliche, die sich an den Abenteuern des Zauberlehrlings erfreuen, denn mit einem Leseranteil von gut 40 Prozent wird der Mehrteiler auch von etlichen erwachsenen Personen rezipiert.6 Die Gründe hierfür fallen verschieden aus,7 doch die Beliebtheit scheint mitunter aus versteckten Hinweisen, Anspielungen und – meist philosophische – Fragenkomplexen zu resultieren.8 Der Schulleiter Albus Dumbledore etwa könnte als ein Äquivalent zu Platon angesehen werden, denn beide zogen sich nach Rückschlägen aus der Politik zurück und fanden ihre Bestimmung in Bereichen der Erziehung.9

Solche und weitere Themen10 wurden jedoch unlängst untersucht und analysiert, sodass es durchaus überrascht, dass Aspekte wie Rassismus und Rassenideologien bisweilen nur nebensächlich beleuchtet wurden. Rassistische Ansichten sind nämlich in der gesamten Harry-Potter-Reihe zu finden, indem dort zum Beispiel immer wieder eine Unterscheidung der Figuren anhand ihrer magischen Fähigkeiten beziehungsweise ihres Blutes getroffen wird: In Der Stein der Weisen wird bereits bei der ersten Begegnung zwischen Harry und Draco Malfoy die Ablehnung letzterer Figur gegenüber allen nichtreinblütigen Zauberern11 zum Ausdruck gebracht,12 in Die Kammer des Schreckens wird dieser Hass konkret auf Hermine übertragen, als diese aufgrund ihrer nichtmagischen Eltern als „dreckiges kleines Schlammblut“13 bezeichnet wird, und in Die Heiligtümer des Todes ist mit der „Registrierungskommission für Muggelstämmige“14 gar eine Behörde eingebracht, die sich mit der Erfassung und Exklusion nichtreinblütiger Zauberer befasst. Neben diesem offensichtlich rassenideologisch orientierten Ansatz sind in Harry Potter zudem grundsätzliche Gemeinsamkeiten mit der Geschichte und Entwicklung des Nationalsozialismus zu erkennen: Die Figur Voldemorts etwa ist leicht mit Adolf Hitler gleichzusetzen,15 das Jahr 1945 wird als das Jahr angegeben, in dem die „Dunkle Seite“16 gestürzt wurde und mit Formulierungen wie „Blutsverräter“17 und „Säuberungen“18 stößt selbst die Sprache an das Vokabular der Nationalsozialisten an. Die Absicht Rowlings, Rassismus in Verbindung mit der Geschichte des Dritten Reiches in ihrem Werk aufzugreifen, liegt also sehr nahe. Die folgende Arbeit soll sich mit ebendieser Absicht beschäftigen beziehungsweise deren genauere Struktur erläutern und versuchen, eine womöglich weitere „versteckte“ Leserbotschaft zu offenbaren. Hierzu wird in erster Linie die Gestaltung der Rassenideologie des Dritten Reiches, sprich die Vorstellung des arischen Führermenschen, mit der Zeichnung des fiktiven Pendants, also der Präsentation des reinblütigen Zauberers, verglichen. Da Erläuterungen bezüglich des Rassismusbegriffes und -konzeptes, deren genereller Aufgriff im Dritten Reich sowie bedeutsame geschichtliche Aspekte für das Verständnis des gesamten Themas allerdings unumgänglich sind, werden diese vorgeschoben und den ersten Teil der Arbeit ausmachen. Für den zweiten Teil ist demnach die eigentliche Analyse des Werkes vorgesehen, wobei der Aufgriff der rassenideologischen Elemente des Nationalsozialismus sowie dessen Geschichte ebenso Beachtung finden sollen wie weitere rassistische Elemente/Ideologien. Abschließend soll somit ein Deutungsmuster erschlossen werden, welches über den allgemein-summierenden Charakter eines Fazits hinausgeht.

Die im Rahmen dieser Arbeit verwendete Literatur darf grundsätzlich in drei Lager eingeteilt werden. In eines sind zum Beispiel solch Publikationen zu verorten, die sich mit Kinder- und Jugendliteratur im Allgemeinen sowie deren soziologischen Aspekten beschäftigen. In ein weiteres Lager können Untersuchungen eingeteilt werden, die sich explizit auf Harry Potter beziehen und dessen teils verborgene Struktur/Thematik offenlegen. Den letzten Literaturkomplex bilden Arbeiten, die sich mit den Themen Rassenideologie und NS-Regime auseinandersetzen. Werke, die eine Überschneidung zweier Themenschwerpunkte aufweisen, mag es durchaus zwischen dem ersten und zweiten Lager geben, doch Untersuchungen über Harry Potter im Kontext einer tiefer greifenden Rassismusforschung existieren derweil kaum – lediglich grobe Paralleldarlegungen zwischen beiden Bereichen sind in manchen Arbeiten auszumachen und Werke, die über solch Ansätze hinausgehen, sind vielmehr als Populär- und weniger als Wissenschaftsliteratur anzusehen.19 Ein Umstand, der die Analyse einerseits erschwert, andererseits aber auch deren Reiz ausmacht: Wie sind die Parallelen zwischen Drittem Reich und Zaubererwelt konzipiert? Wie werden rassistische Ansichten in Harry Potter übernommen? Und wie wäre die Absicht Rowlings zu deuten, diese als ein Leitthema für ihre Bücher zu nutzen? Antworten auf einige dieser Fragen erscheinen ohne konkreter Stellungnahme der Autorin nicht gänzlich klärbar, lassen sich allerdings – wie die folgende Arbeit zeigen soll – durchaus in ein schlüssiges Deutungsmuster bringen. Zudem sind in Werken wie in Moderne Kinder- und Jugendliteratur von Carsten Gansel und in Die Philosophie bei Harry Potter von Gregory Bassham über Kinder- und Jugendliteratur im Allgemeinen sowie über Harry Potter im Besonderen bereits einige aufschlussreiche und sozialpädagogische Untersuchungsergebnisse zu finden.

Vorweg sei darauf hingewiesen, dass die Analysen stets mit dem Bewusstsein erfolgen, dass Harry Potter als ein rein fiktionales Werk anzusehen ist: Auf Formulierungen im Konjunktiv und Hinweisen bezüglich der komplizierten Übertragung von Theorien wird zugunsten des Leseflusses verzichtet, die Differenz zwischen realer Entwicklung und fiktiver Nach- beziehungsweise Neuzeichnung jedoch keineswegs ausgeblendet. Ausgeblendet werden jedoch sämtliche Erweiterungen und Zusatzwerke rund um die Hauptreihe von Harry Potter sowie die nun bereits neun Verfilmungen. Zwar mögen in Publikationen wie in Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind durchaus interessante Erläuterungen gegeben sein, doch da diese Werke erst nach der eigentlichen Harry-Potter-Reihe erschienen sind, nicht zwangsläufig von Rowling konzipiert wurden und (auch) in erster Linie mit dem Hintergedanken der Profitmaximierung verfasst sein könnten, wird von diesen Publikationen bewusst keine Notiz genommen.

2 Rassismus aus heutiger Sicht

Seit den 1930er-Jahren haben sich insbesondere in Europa viele verschiedene Formen von Rassismus bilden können, was neben der Pluralisierung von Rassismus auch eine grundsätzliche Debatte über diesen Begriff und dessen Verwendung nach sich zog.20 Um die folgenden Untersuchungen in einem vertragbaren Rahmen zu halten, wird deshalb der klassisch-zoologisch, sprich biologisch, begründete Rassismus in den Vordergrund gerückt: Modelle, die auf der Annahme einer Vererbung „besserer“ beziehungsweise „schlechterer“ Gene fußen und von ihrem einst wissenschaftlichen Diskurs gelöst und idealisiert wurden, sollen die Leitlinie darstellen, um zu klären, inwieweit Rassismus in Harry Potter aufgegriffen beziehungsweise thematisiert wird.

Grundsätzlich gilt, dass der Begriff Rassismus genutzt wird, den Vorgang einer ungerechtfertigten Klassifizierung bestimmter Menschengruppen sowie deren Bevorzugung/Benachteiligung zu verdeutlichen.21 Klassifizierungsmodelle eines Rassismuskonzeptes greifen häufig phänotypische Unterschiede auf, gründen jedoch stets in (pseudo-)genotypischen Annahmen, die als ein inneres biologisches Äquivalent angesehen werden22 und erzeugen Überlegenheitsgefühle, Vorurteile, Ablehnung und Feindseligkeit sowie soziale Ausgrenzung.23 Dieser sowohl soziale als auch politische Rassismus übersieht beziehungsweise leugnet dabei fortwährend, dass Anlagen und Fähigkeiten eines Menschen erst durch dessen Umwelt geformt sind und „jegliche Form der Einteilung und Abgrenzung in Rassen willkürlich, konstruiert und wissenschaftlich nicht belastbar ist.“24

Mit dem Terminus Rassismus sind viele weitere (teilweise überholte und stark konnotierte) Begrifflichkeiten wie etwa Rasse und Ethnizität verknüpft. An beiden Beispielen wird die Tragweite der Rassismus-Debatte deutlich, denn diese wird je nach Wissenschaft auf verschiedenen Ebenen geführt25 und unterliegt durch den Aufgriff weiterer Modelle und Aspekte einem besonders starken zeitlichen Wandel.26 Zudem sind sich Forscher nach wie vor uneinig, wie die genauen Kriterien zur Unterscheidung der einzelnen Erklärungsgegenstände gefasst werden sollten.27

Auch Begriffe wie Rassismus und Rassenideologie weisen solch Deklarationsschwierigkeiten auf, was häufig durch eine gewisse Dreiteilung an Rassismusformen zu verdeutlichen versucht wird. Dieser allgemeinen Theorie zufolge ist Rassismus entweder als der Ausdruck einer rassistischen Ideologie, welche mit Doktrinen, Weltsichten und Philosophien angereichert ist, eines Vorurteils, welches wiederum in Verbindung mit ethnischen Klischees, „umgemünzt als Meinungen und Überzeugungen“28, auf die persönliche Empfänglichkeit abzielt, oder einer Diskriminierung, die ein beobachtbares, kollektives Verhalten mit messbaren Auswirkungen umschreibt, zu deuten.29 Mit der Einteilung in einen Rassismus als Ideologie, einen Rassismus als Vorurteil und einen Rassismus als diskriminierende Praxis ist demnach eine erste Klassifizierung erbracht, kann jedoch zwecks Abgrenzung zum Begriff Rassenideologie noch durch weitere Elmente ergänzt werden, zumal besagte Dreiteilung nicht selten als „Haarspalterei“30 erachtet wird.

Weiterhin gilt etwa, dass Rassismus in erster Linie aus physischen und somit leicht erkennbaren Merkmalen hervorgerufen wird, wohingegen eine Rassenideologie vielmehr auf – optisch nicht zwingend ersichtlichen, geschweige denn überhaupt bestehenden – biologischen Faktoren fußt.31

Während Rassismus außerdem durch Ignoranz hervorgerufen, sowohl bewusst als auch unbewusst ausgeübt und durch den medialen Aufgriff gar zu einer Normalisierung psychischer sowie physischer Gewalt führen kann,32 impliziert eine Rassenideologie eine weitaus tiefer reichende Auseinandersetzung mit (konstruierten) Differenzen.33 Der Begriff Rassismus umschreibt demnach Vorgang und Resultat einer Diskriminierung, der der Rassenideologie eine klassenorientierte Denkweise. Beide Begriffe implizieren dabei die Absicht einer Gesellschaftsteilung in „bessere“, „hochwertigere“ Gruppen, wobei eine „Ideologie, durch die die Diskriminierung, Verfolgung einer bestimmten Rasse [oder] ethnischen Gruppe gerechtfertigt werden soll“,34 noch expliziter den Punkt der Klassenteilung aufgreift.35 Anzumerken ist hierbei, dass sowohl Praxis als auch Ideologie nach der Existenztheorie sogenannter Push- und Pull-Faktoren unabhängig voneinander bestehen, denn „rassistische Praxen sind denkbar, ohne dass sie in jedem Fall rassistisch legitimiert werden müssen [und] umgekehrt müssen rassistische Ideologien nicht unbedingt zu rassistischen Praxen führen“,36 sodass beide Typen letztendlich in eine gegenseitig festigende Wechselbeziehung treten können.37

Ähnlich wie die allgemeine Differenzierung von Rassismus (drei) unterschiedliche Formen hervorbringt, sind auch unter den damit verbundenen Konsequenzen Unterschiede festzustellen. Wird Rassismus etwa „von oben“ getätigt, sprich von einer Regierung inszeniert/geleitet, ist von einem institutionellen Rassismus die Rede, der mitunter die absoluteste Konsequenz fordert: das Ausrotten bestimmter Gruppen. Schwächere Formen eines institutionellen Rassismus können allerdings auch lediglich den Ausschluss bestimmter Gruppen implizieren und diese dennoch zum Vorteil einer herrschenden Masse in das wirtschaftliche System einer Gemeinschaft einbeziehen.38 In dieser Beziehung spielen auch Aspekte wie Alters- und Geschlechtsdiskriminierung eine Rolle, da diese meist auf einer Form unterschwelliger und – im Vergleich zu dem offen propagierten Vernichtungsrassismus – verdeckter Rassenideologie beruhen und sich dabei zumeist in Form von Beleidigungen, teils auch gewalttätigen Handlungen äußern.39 Bei diesen Typen handelt es sich demnach nicht um Massenphänomene in dem Sinne, als dass sich ganze Gruppen für das Erreichen ihrer rassistischen Ziele vereinen und diese demonstrativ kundtun, sondern um einen eher individuell und häufig unabhängig wirkenden Rassismus.40

3 Über Rassismus im Dritten Reich

Die genaue Form der Rassenideologie, die sich die Nationalsozialisten zunutze machten, beruhte auf der Überzeugung von der Überlegenheit des Homos Europeus.41 Der Arier sei zum „Führermensch“ geboren, ließe „sich durch Gesetze regieren“42 wie keine andere Rasse und sei somit für die Aufrechterhaltung von Ordnung und Sitte besonders befähigt sowie dazu bestimmt, nicht nur die „heimischen Territorien“43, sprich Europa, sondern die ganze Welt zu beherrschen. Eine Ideologie also, deren Legitimation auf der Vorstellung vererbbarer Anlagen beziehungsweise Blutlinien fußte, wobei der Erfolg der Verbreitung nicht nur aus der Plausibilität der Ideologie resultierte: Ein tief greifendes Zusammenspiel mit einer hochgradig professionalisierten Propaganda, die nicht zuletzt durch technische Fortschritte besonders durchdringend war, galt ebenfalls als entscheidend.44 Ein zentraler Bestandteil dieser Propaganda war „die unablässige Wiederholung einzelner grundsätzlicher Doktrinen“,45 die sowohl häufig zu einer regelrechten Verblendung führte als auch systemstabilisierend wirkte.46 Rassismus, wie er im Dritten Reich herrschte, war also ohne Frage institutioneller Natur und durchzog sämtliche Gesellschaftsklassen, wobei sich die Mittelschicht als besonders empfänglich für diese Ideologie sowie Praxis des Rassismus erwies und folglich auch dessen hauptsächliche Stütze ausmachte.47

Erstaunlich an der Präzision, mit der die Nationalsozialisten ihre Kampagnen aufstellten, erscheint dabei, dass es diesen bis zum Zerfall des Dritten Reiches nicht gelang, ein geschlossenes Konzept des Begriffs der Rasse aufzustellen.48 So wurden zwar alle Wissenschaftsbereiche zu der Implementierung des Begriffes der Rasse verpflichtet, was wiederum zu den unterschiedlichsten Abzweigen der Wissenschaft führte,49 doch Fragen wie die, was eine Rasse ausmache und wie diese zu schützen sei, konnten nicht beantwortet werden.50 Dennoch waren und sind die Grundzüge der arischen Rassenideologie weitläufig bekannt: Groß, blond und blauäugig soll der beziehungsweise die perfekte Deutsche sein. Mit dieser Umschreibung ist jedoch nur ein kleiner Teil der komplexen Ideologie erfasst, denn die Idee der arischen Rasse entsprang nicht erst den Gedanken der Nationalsozialisten, sondern wurde bereits vor ihrer Machtergreifung ausformuliert. Insbesondere zwei Persönlichkeiten, der Publizist, Biologe und Gesellschaftsforscher Houston Stewart Chamberlain, und der Schriftsteller sowie Diplomat Arthur Comte de Gobineau, werden als Wegbereiter der später aufkeimenden Rassenideologie angesehen, doch genauer betrachtet fallen Zuschreibungen wie die der „Vordenker des Nationalismus“ insbesondere aufgrund unmittelbarer Beziehungen zu kurz gefasst aus.51

Wesentlich unabhängiger erscheint die Schrift Politische Anthropologie (1904) Ludwig Woltmanns, welche ihre sozialwissenschaftliche Relevanz aus einer Symbiose von Erbforschung und Rassentheorie schöpfte52 und in zentralen Bereichen Variationen erkennen ließ: Zusammen mit neo-darwinistischen Gedanken beispielsweise floss noch die Theorie der Panmixie in die arische Rassenideologie Woltmanns ein.53 Dieser Kernpunkt vereinte die Idee der „physischen Auslese“,54 welche durch technische Fortschritte und der Arbeitsteilung der Gesellschaft unterdrückt werde und einzelne Organe zu rudimentäre Überbleibsel verkommen lasse, indem sich die „besten Organe zur Fortpflanzung“55 mit minderwertigeren Organen verbinden würden. Folglich sei es notwendig, aktive Maßnahmen gegen solch eine Vermischung der Gene zu unternehmen.56 Die Ansicht, Erbströme beeinflussen und eine „systematische Züchtung“57 betreiben zu müssen, wurde folglich bereitwillig von den Nationalsozialisten aufgenommen.58

Allerdings war diesem Ansatz nach der Erbfeind des Christentums, das Judentum, keine weitere Bedrohung für die „eigentliche Kulturrasse Europas“,59 sodass der Antisemitismus, ähnlich wie die Betonung der „Schönheit“60 beziehungsweise „vollkommenen physischen Erscheinung“,61 nachträglich in diese Ideologie eingebracht wurde.

Erstaunlich erscheint in diesem Zusammenhang die Vorstellung, dass sich sehr wohl eine arische Führerschaft durchsetzen lasse, solange verschiedenen Völkern ein eigener und abgegrenzter Raum zugesprochen werde, denn entgegen der weitläufigen Meinung, es habe bereits von Anfang an die Vernichtung aller minderwertigen Menschen im Fokus der NS-Ideologie gestanden, wurden in der Entstehungsphase des Dritten Reiches durchaus Konzepte erarbeitet, die vielmehr auf die Trennung und weniger auf die Ausrottung von Rassen abzielten.62 Wenige Teile der nationalsozialistischen Bewegung vertraten sogar die Ansicht, dass Juden und andere verhasste Ethnizitäten durchaus von den Säuberungsaktionen verschont bleiben und lediglich Menschen, die eine Mischung aus arischem und minderwertigem Erbgut in sich trügen, zum Ziel der Verfolgungen werden sollten.63

Ungeachtet dessen verlieh die grundsätzliche Rassenideologie dem Führungs- und Vernichtungsapparat eine Legitimation, enthielt allerdings auch eine zukunftsweisende Komponente: Mit der propagierten Ausweitung des Dritten Reiches gen Osten samt des Gewinns an neuem Lebensraum im Rahmen des „Germanenzugs“ wurde bei Weitem kein schlichter Landgewinn angestrebt.64 Denn mit dem, von Heinrich Himmler bereits früh konzipierten, jedoch nur teilweise umgesetzten, Generalplan Ost sollten einerseits Urfeinde der Deutschen zu einem Großteil ausgelöscht,65 andererseits aber auch als Arbeitskräfte eingesetzt, deren Ländereien als Siedlungsraum genutzt werden und Plünderungen der Kriegsfinanzierung dienen.66 Es wurde also von der totalen Vernichtungspolitik partiell abgesehen und selbst „Urfeinde“ wie die slawische Bevölkerung in das wirtschaftliche System eingebunden. Ähnlichkeiten zu noch heute existierenden rassistisch ausgerichteten Systemen sind demnach durchaus gegeben, wenn auch die Haltung zu dieser „wirtschaftlich bedeutsamen Restbevölkerung“67 wesentlich brutalerer Natur war und nicht als ein „defensiver rassistischer Überlegenheitsdünkel“68 zu deuten ist. Der hochgradig professionalisierte Vernichtungs- und Verfolgungsapparat, der sich durch weitaus mehr Haftstätten als durch das allgemein bekannte System des Konzentrationslagers auszeichnete, zeugt von dieser Brutalität schließlich wie kaum eine andere Auffälligkeit des NS-Regimes.69

[...]


1 Bak, Sandra: Harry Potter. Auf den Spuren eines zauberhaften Bestsellers, in Europäische Hochschulschriften, Reihe 1, Deutsche Sprache und Kultur, Frankfurt am Main 2004, S. 34.

2 Vgl. Bak: Harry Potter. Auf den Spuren eines zauberhaften Bestsellers, 2004, S. 27.

3 Startete der erste Band mit einer Auflage von 500 Exemplaren, gehören mittlerweile sämtliche Bände zu den meist verkauften Werken des Literaturbetriebs. Vgl. Bak: Harry Potter. Auf den Spuren eines zauberhaften Bestsellers, 2004, S. 61.

4 Mittlerweile gibt es in deutscher Sprache auch eine Hörbuchreihe von Felix von Manteuffel, doch die größten Erfolge feierte unverkennbar Rufus Beck. Vgl. Freund, Wieland: Der ganze Harry Potter wird neu gelesen, veröffentlicht am 31.10.2008 auf Welt.de, zu finden unter https://www.welt.de/kultur/article2656201/Der-ganze-Harry-Potter-wird-neu-gelesen.html. Zuletzt aufgerufen am 02.12.2016 sowie Pilarczyk, Hannah: Hilfe, Harry Potter verliert die Stimme. Streit ums neue Hörbuch: Wird Sprecher Rufus Beck ersetzt?, veröffentlicht am 08.11.2003 auf Der Tagesspiegel. Zu finden unter http://www.tagesspiegel.de/medien/hilfe-harry-potter-verliert-die-stimme/463472.html. Zuletzt aufgerufen am 02.12.2016.

5 Vgl. Bak: Harry Potter. Auf den Spuren eines zauberhaften Bestsellers, 2004, S. 62.

6 Vgl: Stubenwoll, Caroline: Was interessiert LeserInnen an Harry Potter? Fallstudien zur Roman-Rezeption von drei LererInnen einer Familie, aus: Garbe, Christine/Philipp, Maik (Hrsg.): Harry Potter – Ein Literatur- und Medienereignis im Blickpunkt interdisziplinärer Forschung, Hamburg 2006, S. 213.

7 So wird etwa von vielen erwachsenen Lesern angegeben, die Reihe sei „spannend“, „einfallsreich“, „humorvoll“ und „moralisch bedeutsam“ konzipiert, wobei auch der Mix aus Abenteuerroman, Internatslektüre und Fantasywerk große Beliebtheit hervorzurufen scheint. Vgl. Lexe, Heidi: „Alohomora!“ Ergebnisse des ersten Wiener Harry-Potter-Symposiums, in: Seibert, Ernst/Malina, Peter (Hrsg.): Kinder- und Jugendliteraturforschung in Österreich. Veröffentlichungen der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendliteratur, Band 2, Wien 2002, S. 94 sowie Bak: Harry Potter. Auf den Spuren eines zauberhaften Bestsellers, 2004, S. 72.

8 Vgl. Mattenklott, Gundel: Zauberkreide. Kinderliteratur seit 1945, Frankfurt am Main 1995, S. 97.

9 Bei Platon waren dies akademische Einrichtungen, bei Dumbledore war es die Schule für Hexerei und Zauberei Hogwarts. Weitere Schnittpunkte bilden die Bestreben, eine ideale Gesellschaft zu entwerfen und der Verführung von Macht zu widerstehen. Vgl. Bassham, Gregory (Hrsg.): Die Philosophie bei Harry Potter, übersetzt von Wegberg, T.A., Weinheim 2010, S. 135 – 137.

10 Das Thema der Selbstaufopferung aus Nächstenliebe beispielsweise wird sowohl am Anfang als auch am Ende der Reihe aufgegriffen. Vgl. HP VII, S. 746. Sowie Macor, Laura Anna: Harry Potter und die Heiligtümer der Philosophie. Nahkampf mit dem Tod, Würzburg 2003, S. 53 – 55.

11 Um den Lesefluss zu vereinfachen, ist im Folgenden lediglich von „Zauberern“ und nicht von „Zauberern und Hexen“ die Rede. Selbige Generalisierung ist auch in dem Werk zu finden. Vgl. HP VII, S. 576.

12 Vgl. HP I, S. 88 – 89.

13 HP II, S. 117.

14 HP VII, S. 216.

15 So wird zum Beispiel über Voldemort berichtet, dass dieser bereits in seiner Jugend als Anführer Talent hatte, dieser „weiter als alle anderen“ ging und dennoch seinen beruflichen Wunsch als Lehrer an der Schule Hogwarts nicht verwirklichen konnte. Vgl. HP VI, S. 499 sowie S. 505. Bei Hitler war es die Ablehnung an der Kunstakademie Wien, die ihn von seinem Traumberuf als Zeichner und Architekt abbrachte. Auch das bereits früh vernichtete Tagebuch Voldemorts birgt Ähnlichkeiten, wenn auch dort vielmehr mystische Elemente und weniger Protokollierungen/Idealisierungen wie in Mein Kampf vorherrschten und auch keine Einzelheiten bezüglich der Gestaltung eines Rassenkonzeptes wie etwa der Zuteilung von Lebensräumen festgehalten waren. Vgl. Neumann, Boaz: Die Weltanschauung des Nazismus. Raum. Körper. Sprache, in: Brunner, José (Hrsg.): Schriftenreihe des Minerva Instituts für deutsche Geschichte der Universität Tel Aviv, Band 30, übersetzt von Lemke, Markus, Göttingen 2010, S. 81 sowie Maser, Werner: Adolf Hitlers Mein Kampf. Geschichte – Auszüge – Kommentare, 10. überarbeitete Auflage, Esslingen 2002, S. 96.

16 HP VII, S. 27.

17 HP V, S. 138.

18 HP V, S. 252.

19 So haben etwa Claudia Linzer und Anja Knapp mit „Mudbloods“ und „Half-Breeds“: Rassismus und Identitätszuschreibung in den Harry-Potter-Romanen beziehungsweise mit Rassistische Tendenzen bei den Harry Potter Antagonisten? Eine sozialpädagogische Studie zu den Harry Potter Büchern durchaus Publikationen mit dem Blickpunkt auf rassistische Elemente in Harry Potter erarbeitet, diese jedoch vielmehr als eine Art „Lesebegleitung“ oder „Lektüreschlüssel“ für den interessierten Leser konzipiert.

20 Vgl. Taguieff, Pierre-André: Die Macht des Vorurteils. Der Rassismus und sein Double, übersetzt von Geese, Astrid, Hamburg 2000, S. 23.

21 Vgl. Schubert, Klaus/Klein, Martina: Das Politlexikon. Begriffe – Fakten – Zusammenhänge, 6. überarbeitete Auflage, Bonn 2016, S. 251.

22 Gemeint ist hiermit die Zuschreibung physischer sowie psychischer Eigenschaften einzig und allein aufgrund des äußeren Erscheinungsbildes. Vgl. Leiprecht, Rudolf: Alltagsrassismus. Eine Untersuchung bei Jugendlichen in Deutschland und den Niederlanden, in: Gogolin, Ingrid/Krüger-Potratz, Marianne (Hrsg.): Interkulturelle Bildungsforschung, Band 9, Münster/New York/München u.w. 2001, S. 27.

23 Vgl. Schubert: Das Politlexikon, 2016, S. 251.

24 O.A.: Rassismus, veröffentlicht auf der Webseite der Bundeszentrale für politische Bildung, zu finden unter http://www.bpb.de/nachschlagen/lexika/politiklexikon/18092/rassismus. Zuletzt aufgerufen am 02.12.2016.

25 Starke Differenzen bestehen etwa in soziologischer und biologischer Hinsicht. Vgl. Bös, Mathias: Rasse und Ethnizität. Zur Problemgeschichte zweier Begriffe in der amerikanischen Soziologie, Wiesbaden 2005, S. 19 – 20.

26 Vgl. Bös: Rasse und Ethnizität, 2005, S. 19 – 20.

27 Im Falle von Rasse und Ethnizität etwa herrscht keineswegs Einigkeit darüber, ob sich Rasse in erster Linie auf die biologische und phänotypische Ebene beziehen und Ethnizität vielmehr kulturelle Hintergründe wie Bräuche und Sprachen umschreiben sollte, oder nicht. Vgl. Bös: Rasse und Ethnizität, 2005, S. 23 sowie S. 25. Sogar die Ansicht, der Begriff Rassismus sei aufgrund seiner Vielseitigkeit lediglich in der Pluralform zu verwenden, wird von manchen Wissenschaftlern vertreten. Vgl. Leiprecht: Alltagsrassismus, 2001, S. 25.

28 Taguieff: Die Macht des Vorurteils, 2000, S. 215.

29 Vgl. Taguieff: Die Macht des Vorurteils, 2000, S. 215.

30 Taguieff: Die Macht des Vorurteils, 2000, S. 231.

31 Viele Rassenideologien greifen schließlich Aspekte auf, die unlängst als pseudowissenschaftlich eingestuft sind und teilweise sogar Widersprüche in ihrer Argumentation erkennen lassen. So wurde zum Beispiel (insbesondere) im Dritten Reich die Ansicht vertreten, dass Juden die Welt durch Finanzaktionen zu kontrollieren versuchen, hierbei aber aus „Instinkt“ handeln würden und somit im Grunde genommen gar nicht zu verurteilen seien. Vgl. Bös: Rasse und Ethnizität, 2005, S. 256 sowie Bialas, Wolfgang: Moralische Ordnungen des Nationalsozialismus, in: Heydemann, Günther (Hrsg.): Schriften des Hannah-Arendt-Instituts für Totalitarismusforschung, Band 52, Göttingen 2014, S. 89 sowie S. 93.

32 Vgl. Adamawan, Afrasan (Verantwortlicher): Was ist Rassismus, veröffentlicht auf NeRaS.de, zu finden unter http://www.neras.de/html/rassismus.html. Zuletzt aufgerufen am 02.12.2016.

33 Vgl. Leiprecht: Alltagsrassismus, 2001, S. 27.

34 O.A.: Rassenideologie als Definition, veröffentlicht auf Duden.de, zu finden unter http://www.duden.de/rechtschreibung/Rassenideologie. Zuletzt aufgerufen am 02.12.2016.

35 Vgl. Leiprecht: Alltagsrassismus, 2001, S. 27.

36 Leiprecht: Alltagsrassismus, 2001, S. 27.

37 So können etwa Redewendungen (Praxen) verstärkend auf die Haltung gegenüber einzelnen Gruppen (Ideologien) wirken. Vgl. Leiprecht: Alltagsrassismus, 2001, S. 27.

38 So wurden beziehungsweise werden zum Beispiel vielen Siedlerkolonien Afrikas die Züge solch eines „zivilisatorischen Triumphalismus“ zugeschrieben. Doch auch der andauernde Konflikt zwischen Farbigen und Weißen in den USA darf als ein Ausdruck dieses „defensiv rassistischen Überlegenheitsdünkels“ angesehen werden. Vgl. Marx, Christoph: Siedlerkolonien, veröffentlicht am 16.07.2015 auf Europäische Geschichte Online, zu finden unter http://ieg-ego.eu/de/threads/europa-und-die-welt/herrschaft/christoph-marx-siedlerkolonien#InsertNoteID_64. Zuletzt aufgerufen am 02.12.2016.

39 Vgl. Leiprecht: Alltagsrassismus, 2001, S. 29.

40 Mit „unabhängig“ ist hier die nicht zwingende Mitgliedschaft in gleichsam orientierten Bewegungen oder der Kontakt mit Personen, die solch einen Rassismus hegen, gemeint.

41 Vgl. Schütz, Marco: Rassenideologien in der Sozialwissenschaft, in: Gallo-germanica, Band 11, Bern/Berlin/Frankfurt am Main u.w. 1994, S. 157 – 159.

42 Schütz: Rassenideologien in der Sozialwissenschaft, 1994, S. 160.

43 Schütz: Rassenideologien in der Sozialwissenschaft, 1994, S. 160.

44 Der Volksempfänger beispielsweise ermöglichte eine noch umfangreichere Beeinflussung. Vgl. Pohlmann, Friedrich: Ideologie und Terror im Nationalsozialismus, Pfaffenweiler 1992, S. 122.

45 Pohlmann: Ideologie und Terror im Nationalsozialismus, 1992, S. 122.

46 Vgl. Pohlmann: Ideologie und Terror im Nationalsozialismus, 1992, S. 122 – 123.

47 Vgl. Bialas: Moralische Ordnungen des Nationalsozialismus, 2014, S. 80.

48 Vgl. Bialas: Moralische Ordnungen des Nationalsozialismus, 2014, S. 63.

49 Zu nennen sind hier etwa die Rassenkulturkunde, die Erbgesundheitslehre, die Erbcharakterkunde, die Rassenseelenkunde, die Kulturbiologie und die Psycho-Anthropologie. Vgl. Bialas: Moralische Ordnungen des Nationalsozialismus, 2014, S. 63.

50 Vgl. Bialas: Moralische Ordnungen des Nationalsozialismus, 2014, S. 63.

51 So bestanden etwa enge persönliche Kontakte zwischen diesen „Sehern des Dritten Reiches“ und dessen Führungspersönlichkeiten. Zudem ist man heutzutage der Ansicht, die rassistischen Ansichten der Nationalsozialisten würden der „… sehr viel differenzierteren Haltung Chamberlains nicht vollständig gerecht“ werden und sich die Theorien Gobineaus auf Fehlinformationen, wie etwa auf einen falsch gedeuteten Stammbaum, beziehen. Vgl. Bermbach, Udo: Houston Stewart Chamberlain. Wagners Schwiegersohn – Hitlers Vordenker, Stuttgart 2015, S. 1 sowie Mosse, George L.: Die Geschichte des Rassismus in Europa, in: Pehle, Walter H.: Die Zeit des Nationalsozialismus. Eine Buchreihe, übersetzt von Burau, Elfriede/Holl, Hans Günther, Frankfurt am Main 2006, S. 77 – 82.

52 Vgl. Schütz: Rassenideologien in der Sozialwissenschaft, 1994, S. 199 sowie S. 203.

53 Der Neo-Darwinismus richtet sich gegen die Theorie vererbbarer Eigenschaften und entstand in erster Linie aus einer Abspaltung gegenüber dem klassischen Darwinismus und beruht vielmehr auf der Überlegung der Keimplasmatheorie als auf der der natürlichen Selektion. Vgl. Schütz: Rassenideologien in der Sozialwissenschaft, 1994, S. 200 – 201.

54 Einen weiteren zentralen Punkt der Ideologie Woltmanns machte etwa die Ansicht aus, dass der Arier nicht der „Nordischen Rasse“, sondern der (in Europa verbreiteteren) „Germanischen Rasse“ entsprungen sei und somit auch die Sprache keinen Unterschied auf die Reinheit des Ariers habe. Vgl. Schütz: Rassenideologien in der Sozialwissenschaft, 1994, S. 202.

55 Schütz: Rassenideologien in der Sozialwissenschaft, 1994, S. 201.

56 Zudem seien sogar Krankheiten wie Karies und Kurzsichtigkeit hauptsächlich aus dieser Panmixie entstanden. Vgl. Schütz: Rassenideologien in der Sozialwissenschaft, 1994, S. 201.

57 Schütz: Rassenideologien in der Sozialwissenschaft, 1994, S. 207.

58 Vgl. Schütz: Rassenideologien in der Sozialwissenschaft, 1994, S. 207.

59 Schütz: Rassenideologien in der Sozialwissenschaft, 1994, S. 204.

60 Mosse: Die Geschichte des Rassismus in Europa, 2006, S. 43.

61 Mosse: Die Geschichte des Rassismus in Europa, 2006, S. 43.

62 Als ein gutes Beispiel für diese Überlegung kann etwa der Madagaskarplan angeführt werden, dem zufolge sämtliche Juden auf Madagaskar gebracht werden, wo diese einen eigenen Staat mitsamt eigenen Verwaltungsbereichen und sogar polizeilichen Organisationen errichten sollten.

63 Von solchen Überlegungen distanzierten sich bekanntlich sowohl die Führungsriegen als auch die „einfachen“ Träger des Naziregimes, doch eine Auffälligkeit stellt diese Ansicht allemal dar. Vgl. Schütz: Rassenideologien in der Sozialwissenschaft, 1994, S. 164.

64 Vgl. Müller, Rolf-Dieter: Hitlers Ostkrieg und die deutsche Siedlungspolitik, Frankfurt am Main 1991, S. 7.

65 Der Generalplan Ost wird heutzutage auch als eines der „wichtigsten Schlüsseldokumente der Zeitgeschichte“ angesehen, welches sowohl von der perfiden Vernichtungsstrategie des NS-Regimes als auch von der besonderen Feindgesinnung gegenüber slawischer und baltischer Völker zeugt. Vgl. Müller: Hitlers Ostkrieg und die deutsche Siedlungspolitik, 1991, S. 8.

66 Vgl. Müller: Hitlers Ostkrieg und die deutsche Siedlungspolitik, 1991, S. 8 – 13.

67 Marx, Christoph: Siedlerkolonien, veröffentlicht am 16.07.2015, zu finden unter http://ieg-ego.eu/de/threads/europa-und-die-welt/herrschaft/christoph-marx-siedlerkolonien#InsertNoteID_64. Zuletzt aufgerufen am 02.12.2016.

68 Marx, Christoph: Siedlerkolonien, veröffentlicht am 16.07.2015, zu finden unter http://ieg-ego.eu/de/threads/europa-und-die-welt/herrschaft/christoph-marx-siedlerkolonien#InsertNoteID_64. Zuletzt aufgerufen am 02.12.2016.

69 Zu weiteren Haftstätten können zum Beispiel spezielle Untersuchungsgefängnisse, Zuchthäuser, Gerichtsgefängnisse und Strafgefangenenlagern gezählt werden. Vgl. O.A.: Haftanstalten und Straflager der Justiz (Deutsches Reich), veröffentlicht auf der Webseite des Haftstättenverzeichnis des Bundesarchiv 2010, zu finden unter https://www.bundesarchiv.de/zwangsarbeit/haftstaetten/index.php?tab=23. Zuletzt aufgerufen am 02.12.2016.

Ende der Leseprobe aus 39 Seiten

Details

Titel
Rassismus in Harry Potter. Wie in einer Zauberwelt das Dritte Reich zum Leben erwacht
Hochschule
Universität Duisburg-Essen
Veranstaltung
Literatur in Einzelmedien
Note
1,0
Autor
Jahr
2016
Seiten
39
Katalognummer
V505868
ISBN (eBook)
9783346058645
ISBN (Buch)
9783346058652
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Harry Potter, Rassismus, Drittes Reich, Unterhaltung, Muggel, Arier
Arbeit zitieren
Jan Lauer (Autor), 2016, Rassismus in Harry Potter. Wie in einer Zauberwelt das Dritte Reich zum Leben erwacht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/505868

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