Grüne Technologien in der Textilbranche. Ökologische Nachhaltigkeit entlang der Textilkette


Hausarbeit, 2018
22 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungen

Graphikverzeichnis

1 Einführung

2 Umweltauswirkung der Textilindustrie

3 Alternativen entlang der Textilkette
3.1 Ökologische Rohstoffgewinnung und Fasererzeugung
3.1.1 Leinen
3.1.2 Nutzhanf
3.1.3 Recycelte Stoffe
3.2 Textilveredelung
3.2.1 Enzymtechnologie
3.2.2 Textile Behandlung mit überkritischen Kohlendioxid
3.2.3 PFC-freie Outdoortextilien
3.3 Recycling
3.3.1 Neue Technologien zur Trennung von Mischgebewebe

4 Ökosiegel Global Organic Textile Standard

5 Kritikpunkte und Anstoß für die Zukunft

Literaturverzeichnis

Abstrakt

Die Textilindustrie wird immer mehr durch rechtliche aber auch durch freiwillige Vorgaben im Bereich des Herstellungsprozesses von Textilien beschränkt. Trotz allem reichen diese Maßnahmen nicht aus, um wirkliche ökologische Nachhaltigkeit entlang der Textilkette zu garantieren. Die Umweltverschmutzung, die durch die Herstellung von Textilien verursacht wird ist enorm. Jedoch besteht aus Unternehmersicht selten ein Anreiz negative Folgen für die Umwelt zu verhindern. Vorliegende Arbeit beschäftigt sich daher speziell mit ökologischen Prozessschritten, um ein nachhaltiges Endprodukt für den Verbraucher zu garantieren. Durch den Einsatz von „Green Technologies“ sollen Alternativen zur herkömmlichen Textilherstellung aufgezeigt werden. Diese werden bereits in der Praxis als umweltfreundliche und bewährte Maßnahmen in verschiedenen Bereichen angewandt.

Abkürzungen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Graphikverzeichnis

Abbildung 1: Schritte der Textilkette

Abbildung 2: Austrocknung des Aralsees

Abbildung 3: Blüten der Flachspflanze

Abbildung 4: Flachsfasern

Abbildung 5: Hanfpflanze

Abbildung 6: Hanffasern

Abbildung 7: Recyclingprozess einer PET-Flasche

Abbildung 8: Funktionsschema einer Anlage zur Färbung mit überkritischen Kohlenstoffdioxid

Abbildung 9: Technologie von Ecorepel

1 Einführung

„Der gesamte deutsche Textilhandel verursacht in einem Jahr 21,1 Milliarden Euro an Umweltkosten.“1 Diese Berechnung des Otto-Konzern beschreibt die gewaltigen Folgen der Textilproduktion für die Umwelt.2 Doch wenn man einmal den „ökologischen Rucksack“ eines jeden Produkts untersucht, ist diese Gesamtsumme gar nicht mehr so überraschend. Die größten Umweltschäden stellen die Rohstoffgewinnung und Verarbeitung dar.3 So trägt allein ein schlichtes T-Shirt weit mehr als 50 Badewannen voll mit Wasser mit sich herum.4 Auch Greenpeace gibt immer wieder Einblicke wie stark die Textilindustrie Gewässer mit gefährlichen Chemikalien verschmutzt.5 Aufgrund der Aktualität dieses Themas beschäftigt sich diese Seminararbeit mit dem Thema grüner Technologien die Alternativen zur herkömmlichen Textilproduktion aufzeigen soll. In der Einleitung wurde bereits auf die negative Bilanz im Bereich der Textilgewinnung hingewiesen. Diese wird im nächsten Kapitel ausführlicher beschrieben und kurz auf die verschiedenen Produktionsschritte der Textilkette eingegangen. Der Hauptteil der Arbeit analysiert neben den Möglichkeiten zu einer ökologischen Rohstoffgewinnung auch technologische Lösungsansätze zur herkömmlichen Textilveredelung. Des Weiteren wird auf die Bedeutung von Ökosiegeln eingegangen und schlussendlich die Ergebnisse der Arbeit kurz zusammengefasst und mit einem Ausblick für die Zukunft beendet.

2 Umweltauswirkung der Textilindustrie

Um das Problem der Umweltverschmutzung in der Textilproduktion anzugehen müssen die verschiedenen Stufen der Textilkette betrachtet werden. Zwar hat die steigende Bedeutung der Textilbranche in den letzten Jahren zu einer negativen Bilanz für die Umwelt und deren Beschäftigten geführt. Allerdings hängt die Schwere der Verschmutzung von den Stufen der textilen Kette ab. Als besonders schädlich für die Umwelt stellt sich der Anbau und die Produktion der Rohstoffe heraus.6

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Schritte der Textilkette 7

Das prominenteste Beispiel für eine negative Umweltbilanz ist der der Aralsee, der einst das viertgrößte Gewässer auf der Erde war. Durch eine übermäßige Baumwollproduktion hat er ca. zwei Drittel seines gesamten Volumens verloren.8

Zusätzlich wird bei dem Baumwollanbau eine enorme Menge an Pestizid- und Mineraldünger eingesetzt, was über 10 Prozent weltweit eingesetzter Agrochemikalien entspricht. Durch das Versickern dieser Pestizide und Dünger leidet die Wasserqualität enorm.9 Die Auswirkungen nach Austrocknung des Aralsees sind beunruhigend: Denn es bleibt nicht nur Staub zurück, sondern auch hochgiftige Konzentrationen von Salz und Pestiziden wie DDT, Toxaphen und Phosalon, die alle krebserregende Substanzen enthalten.10

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Austrocknung des Aralsees 11

Für die Herstellung von Chemiefasern werden jährlich nicht-erneuerbare Ressourcen wie Erdöl verwendet; was etwa 0,8 Prozent des gesamten geförderten Erdöls darstellt.12

Doch auch die Veredelung stellt die Textilbranche vor ein großes Problem. Schließlich gelangen bei diesem Prozess große Mengen an Chemikalien in die Umwelt und stellen wiederum eine große Belastung für die Umwelt dar. Als Folge für Lebewesen sind Gesundheitsschäden nicht auszuschließen, da die Stoffe durch Blut, Gewebe und Organe aufgenommen werden. Auch die Auswirkungen von Handel und Vertrieb aufgrund des hohen Energiebedarfs und Emissionen machen einen Großteil der Umweltbelastung aus. 13

3 Alternativen entlang der Textilkette

„Wir brauchen ganz dringend Entwürfe für positive, in vollem Sinne lebenswerte, ökologisch nachhaltige Lebensstile. Es gibt solche Entwürfe, und deshalb wird auch ein Wandel nicht ausgeschlossen sein.“14 Dieses Zitat von Hans- Peter Dürr zeigt auf, dass der Fokus für einen Wandel nicht nur auf den aktuellen Problemen sondern auf neuen Technologien zur Problemlösung liegen soll. Durch den Einsatz von Green Technologies sollen Alternativen zur herkömmlichen Textilherstellung aufgezeigt werden.

3.1 Ökologische Rohstoffgewinnung und Fasererzeugung

Im Folgenden werden exemplarisch zwei pflanzliche Naturfasern und zum Schluss eine neue Alternative aus recycelten Stoffen vorgestellt. Sie stellen Gegenentwürfe zur konventionellen Textilgewinnung dar und leisten einen Beitrag zum Umweltschutz und zur Ressourcenschonung.

3.1.1 Leinen

Aufgrund der geringen Kosten der Baumwollproduktion gerieten traditionelle Fasern wie Leinen völlig aus dem Blickfeld der Produzenten. Allerdings ist die Kulturpflanze, früher auch Flachs genannt, ökologisch unbedenklicher als Synthetik- und Baumwollfasern.15 Zudem kann die Nutzpflanze in Europa und auch Deutschland angepflanzt werden und punktet damit mit seiner Regionalität. Doch nicht nur die geringen Transportwege tragen zu einer positiven Umweltbilanz bei.16 Flachs benötigt nur eine geringe Menge an Nährstoffen. Übermäßiges Düngen zum Beispiel mit Stickstoff führt zu einer schlechten Qualität der Fasern.17 Zudem entstehen durch den Anbau keine Monokulturen, da die Pflanze lediglich alle sieben Jahre auf demselben Feld angepflanzt werden kann.18 Von der Gewinnung der Fasern bis zum Verarbeitungsprozess zeichnet sich Leinen besonders aus, da kaum Chemikalien verwendet werden und er so ein ökologisch unbedenklicher Rohstoff zur Textilverwertung ist.19

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Blüte der Flachspflanze 20

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4: Flachsfasern 21

3.1.2 Nutzhanf

Auch Hanf überzeugt mit seiner positiven Umweltbilanz. Der Anbau der Pflanze ist ökologisch verträglich und anspruchslos; zudem sie schnell nachwächst. Ihr Wasserverbrauch ist aufgrund ihrer tiefreichenden Wurzeln sehr gering. Somit kann Hanf auch auf nährstoffarmen Böden wachsen.22 Trotzdem hat die Pflanze einen zwei bis dreimal so hohen Ertrag wie Baumwolle. 23 Auch der Einsatz von Pestiziden ist kaum notwendig, da die Pflanze sich durch eigene Abwehrmechanismen gegen Unkraut und Umwelteinflüsse schützt. Der Vorteil von Hanf gegenüber Baumwolle: „Pro Hektar Anbaufläche nimmt Hanf etwa doppelt so viel CO2 auf wie Baumwolle.“24

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 5: Hanfpflanze 25

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 6: Hanffasern 26

3.1.3 Recycelte Stoffe

Eine weitere schonende Alternative ist der Kunststoff Polyethylenterephthalat (PET). Dieser wird aus Plastikflaschen gewonnen, die nicht mehr zu befüllen sind. In einem aufwändigen Verfahren wird der Kunststoff zuerst geschreddert, erhitzt und zu Fäden verarbeitet, um daraus anschließend Fasern zu gewinnen.27 Laut dem Textilhersteller Puya, der auch Outdoor-Kleidung produziert, beträgt „der Energieverbrauch sowie der CO2-Ausstoß [bei der Verarbeitung von PET] jeweils nur ein Fünftel im Vergleich zur ursprünglichen Polyestergewinnung.“28 Zudem wird kein Rohöl verwendet und auch die Menge des Abfalls ist vergleichsweise gering. Das System funktioniert nach dem Grundsatz „Cradle to Cradle“ das von dem deutschen Chemiker Michael Braungart und dem US- amerikanischen Architekten William McDonough ins Leben gerufen wurden.29 Ziel ist es, dass alle Stoffe dauerhaft in natürlichen in geschlossenen Kreisläufen verbleiben.30 Immer mehr Firmen schließen sich deshalb diesem Grundsatz an und investieren in Recycling-Textilien.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 7: Recyclingprozess einer PET-Flasche 31

[...]


1 Nicolai, 2015.

2 Vgl. Nicolai, 2015.

3 Vgl. Nicolai, 2015.

4 Vgl. Le Monde diplomatique, 2015, S.64.

5 Vgl. Greenpeace, 2010.

6 Vgl. Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit, 2016.

7 Vgl. Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit, 2015.

8 Vgl. Le Monde diplomatique, 2015 S.64.

9 Vgl. Agbahey, 2015, S.10.

10 Vgl. Synott, 2015.

11 Vgl. Sudelu, 2013.

12 Vgl. Umwelt Bundesamt, 2018.

13 Vgl. Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit, 2016.

14 Dürr, 2008.

15 Vgl. Roesner, 2016.

16 Vgl. Roesner, 2016.

17 Vgl. Olbrich-Majer 2009.

18 Vgl. Lohse, 2010.

19 Vgl. Roesner, 2016.

20 Vgl. Rössle, 2016.

21 Vgl. Ellensohn, 2008.

22 Vgl. Wagener, 2017.

23 Vgl. Meret, 2015.

24 Wagener, 2017.

25 Vgl. Grancy, 2018.

26 Vgl. Goldscheider, 2016.

27 Vgl. Bohlmann, 2007.

28 Lukatsch, 2013.

29 Vgl. Lukatsch, 2013.

30 Vgl. Aachner Stiftung, 2015.

31 Vgl. Magedanz, 2007.

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Grüne Technologien in der Textilbranche. Ökologische Nachhaltigkeit entlang der Textilkette
Hochschule
Hochschule für angewandte Wissenschaften Augsburg
Note
2,0
Autor
Jahr
2018
Seiten
22
Katalognummer
V505871
ISBN (eBook)
9783346063564
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Green Technologies
Arbeit zitieren
Katia Corinne (Autor), 2018, Grüne Technologien in der Textilbranche. Ökologische Nachhaltigkeit entlang der Textilkette, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/505871

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