Was ist das Kind, das trauert?


Hausarbeit, 2011
37 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

1 Einleitung

2 Anthropologie des Menschen

3 Die kindliche Vorstellung vom Tod
3.1 Die Vorstellung vom Tod in verschiedenen Altersstufen
3.2 Tod – theologisch betrachtet

4 Trauer
4.1 Trauer – was ist das eigentlich?
4.2 Kinder trauern anders
4.3 Trauerphasen bei Kindern

5 Trauer in Verbindung mit Rúach, Néfesch und Bazár
5.1 Trauer im christlichen Glauben
5.2 Rúach (Wind, Atem, Geist)
5.3 Néfesch/ Nefesh/ Naephaesch (Seele)
5.4 Bazár/ Basar (Körper, Fleisch)

6 Trauerbegleitung in der Sozialen Arbeit
6.1 Kinderliteratur
6.1.1 Abschied von Rune
6.1.2 Abschied von der kleinen Raupe
6.2 Wenn das Haustier stirbt

7 Resümee

Abkürzungsverzeichnis

Literaturverzeichnis

Anhang

Vorwort

„Von guten Mächten wunderbar geborgen

erwarten wir getrost, was kommen mag,

Gott ist bei uns am Abend und am Morgen

Und ganz gewiss an jedem neuen Tag.“1

1 Einleitung

Was heißt es, wenn Kinder trauern? Ist die Trauer der Kinder mit der Trauer der Erwachsenen gleichzusetzten? Oder zeigen Kinder völlig andere Reaktionen bei dem Umgang mit Trauer?

Das Erleben von Verlusten unterschiedlichster Art gehört zu den kindlichen Erfahrungen, welche nicht immer einfach zu bewältigen sind. Aber dennoch gehören Abschied, Trennung, Verlust, Trauer und Tod zu den elementarsten Erfahrungen in unserem Leben, welche uns von Geburt an bis zum Tod begleiten. Abschied, Verlust und Tod sind keine Erfahrungen die an ein Alter oder einen Wissensstand gebunden sind, sie ragen in das Leben von Kindern ebenso herein wie in das Leben von Erwachsenen. Es ist eine Herausforderung mit Verlust und Tod umzugehen, Verlust und Tod müssen individuell betrauert werden können, damit jedes Kind und jeder Erwachsene schmerzfrei weiterleben kann. Voller Lebensfreude und Leidenschaft.2

Da ich selbst viel mit Kindern arbeite und wöchentlich eine Gruppenstunde mit Kindern im Alter von sechs bis zehn Jahren leite, wurde ich bereits mehrfach mit dem Thema Tod und Trauer bei Kindern konfrontiert. Motiviert durch diese lebensnahen Erfahrungen im pädagogischen Alltag war mein Interesse an dem Thema „Was ist das Kind, das trauert?“ geweckt.

Im Hinblick auf meine pädagogische Arbeit stellen sich mir somit mehrere Fragen. Wie verstehen Kinder den Tod? Wie verhalte ich mich Kindern gegenüber die traurig erscheinen? Woran erkenne ich, dass Kinder in Trauer sind? Was muss ich über Kindertrauer wissen? Was bedeutet es, den Trauerweg der Kinder zu begleiten? Welche Möglichkeiten gibt es, den Kindern angemessen zu helfen?

Diese Arbeit soll zu einer Beantwortung der Fragen beitragen und helfen ein Bewusstsein für Kinder in Trauer zu entwickeln. Ziel dieser Arbeit soll es daher sein, herauszufinden, wie Kinder auf den Verlust eines geliebten Menschen reagieren.

Wie sie sich dabei fühlen, wie diese Reaktion beeinflusst werden kann und wie Hilfestellungen für trauernde Kinder aussehen können.

In einem ersten Teil wird es allgemein um die Anthropologie des Menschen gehen und was genau hierunter zu verstehen ist. Im zweiten Teil wird ein Blick auf den Tod geworfen und wie dieser von Kindern in unterschiedlichen Entwicklungsstufen verstanden wird. Es ist notwendig, die Entwicklung des kindlichen Todesverständnisses zu kennen, um einschätzen zu können, wie Kinder den Tod verstehen und diesem begegnen. Sind Kinder überhaupt in der Lage nachzuvollziehen, was es heißt, tot zu sein? Was beeinflusst das kindliche Todesverständnis? Desweiteren wird auf den Tod aus theologischer Sichtweise eingegangen.

Dem Tod und dem Verlust folgt die Trauer, welche im dritten Abschnitt der Hausarbeit vorgestellt wird. Trauer als eine sehr komplexe Reaktion auf den Tod verlangt nach Erklärungen. Der dritte Abschnitt beleuchtet was Trauer bei Kindern bedeutet und wie diese verlaufen kann. Wie fühlt sich das Kind, welches einen geliebten Menschen verloren hat? Wie verändert sich sein Verhalten und wie wird die kindliche Trauer ausgedrückt? Unübersehbar wirkt sich die kindliche Trauer auf die Seele, die Psyche und den Körper aus, daher erscheint es wichtig, dem Leser im vierten Abschnitt der Hausarbeit zunächst einen Einblick in die Begriffe Rúach, Néfesch und Bazár, welche im Alten Testament der Bibel zu finden sind, zu gewährleisten um diese anschließend in Verbindung mit kindlicher Trauer zu bringen.

Im Anschluss daran stellt der fünfte und letzte Teil pädagogische Hilfestellungen vor und inwiefern Sozialarbeiter oder Erzieher die Kinder in ihrer Trauer unterstützen können. Besondere Aufmerksamkeit wird hier ausgewählter Kinderliteratur zur Trauerbewältigung geschenkt.3

Das Resümee wird diese Arbeit zusammenfassen und auch persönliche Sichtweisen der Autorin zulassen.

2 Anthropologie des Menschen

Die Anthropologie des Menschen behandelt die Frage nach dem Sein des Menschen, die Frage nach seinem Wesen. Die Anthropologie bezieht sich auf das Gedankliche und Universelle und schließt die Selbstreflektion des Menschen ein. Antworten auf die Sein und Wesen Fragen sind abhängig von verschiedenen Epochen und deren vermeintlichen Erkenntnissen und müssen im Zusammenhang mit zusätzlichen spezifischen Wissenschaften gesehen werden, zum Beispiel den Humanwissenschaften, der Psychologie, den Geschichtswissenschaften oder der Pädagogik.

Nach den klassischen Auffassungen über den Menschen war zunächst der Mensch von Göttern geschaffen worden und durch den Geist mit ihnen verwandt. Platon fasste den Menschen mit einer unsterblichen Seele als Streben nach dem Einen, Göttlichen auf. Aristoteles sah den Menschen als Teil der Natur im Zusammenhang mit dem Seelenleben. Als soziales Wesen verwirklichte sich der Mensch durch seine Lebenspraxis. Durch Augustinus wurde das Denken in der Antike mit dem christlich-jüdischen Menschenbild als Ebenbild Gottes in Verbindung gebracht. Mit der physikalischen Wissenschaft verschob sich das Selbstbild des Menschen zum Naturalismus. Die Erklärung des Menschen wurde verbunden mit der Fähigkeit seiner Erkenntnis.

Immanuel Kant gilt als Urvater der philosophischen Anthropologie. Im Zusammenhang mit der Pädagogik galt „Der Mensch kann nur Mensch werden, durch Erziehung. Er ist nichts, als was die Erziehung aus ihm macht.“4 Der Mensch sei zwar auch Tier, aber durch die Vernunft charakterisiert und bestimmt, sich in der Gesellschaft zu kultivieren und zu moralisieren. Der Mensch gilt als eigenständig.5

Das biblisch-christliche Menschenbild versinnbildlicht den Körper, das Bewusstsein, den Geist und die Seele des Menschen als Sein, als Wesen des Menschen.

Typisch für die alttestamentliche Anthropologie ist ein Sprachgebrauch, der mit Organen oder deren Bewegungen bestimmte seelische Eigenschaften verbindet. Als Grundbegriff stellt sich das Wort néfesch, die nährende, empfindende und um sich wissende Seele oder Selbst dar. Néfesch, die Kehle, die notwendig ist um zu Atmen. Rúach, der dem Menschen von Gott gegebene Atem, der Wind-Braus Gottes. In der deutschen Übersetzung der Bibel bedeutet Rúach so viel wie Geist, demnach Denkvermögen, Vernunft und Intelligenz Bezug nehmend auf die Vorfindlichkeit und die Vergänglichkeit werden Menschen und Tiere als bazár, als Fleisch, bezeichnet. In dem vierten Abschnitt wird näher auf die Begriffe néfesch, bazár und rúach eingegangen.6

3 Die kindliche Vorstellung vom Tod

In diesem Kapitel werden entwicklungspsychologische Grundlagen für das kindliche Verständnis vom Tod dargelegt. Alle Kinder machen die Erfahrung von Abschied, Vergänglichkeit und Tod. Sie sehen zum Beispiel die Blumen erblühen aber auch wieder verwelken. Ein Kindergarten- oder Schulfreund zieht in eine andere Stadt, ein Hase liegt tot am Straßenrand. Was wissen Kinder vom Tod? Haben sie eine Vorstellung, was es bedeutet Tod zu sein? Bereits in der Einleitung ist deutlich geworden, dass Kinder dem Tod begegnen und sich damit auseinandersetzen müssen. Deshalb muss genauer betrachtet werden, auf welche Art und Weise sie Sterben und Tod verstehen.

Die Vorstellung vom Tod und das Erleben des Todes berühren verschiedene Entwicklungsbereiche im Kind. Die Zeitwahrnehmung, das Denken und die Gefühle spielen hier eine wesentliche Rolle. Menschen aller Kulturen haben ein Todesbewusstsein und entwickeln daher vielfältige Gedanken, Ängste und Hoffnungen. Sie philosophieren darüber, was nach dem Tod sein könnte. Die Suche nach dem Sinn des Lebens ist somit ein zentrales und elementares Lebensthema. Kleine Kinder aber leben ihr Leben zeitlos und jeden Tag neu, völlig unbeschwert und nur im Hier und Jetzt.7

„Das Wissen um die Endgültigkeit des Todes entwickelt sich mit dem Kind.“8

Kinder erleben den Tod anders als erwachsene Menschen, je nach ihrem Entwicklungsstand nehmen sie dieses Ereignis verschieden auf. Wichtige Hinweise hierfür liefert die Kinder- und Entwicklungspsychologie. Demnach unterscheidet sich das kindliche Denken von dem der Erwachsenen und auch das kindliche Todesverständnis unterscheidet sich im Wesentlichen von dem der Erwachsenen. Kinder denken anders.

3.1 Die Vorstellung vom Tod in verschiedenen Altersstufen

Die inneren Bilder der Kinder vom Tod und damit auch ihre Reaktion auf den Tod eines geliebten Menschen, werden stark von ihrem Alter beeinflusst. Im Folgenden wird eine kleine Übersicht gegeben, wie Kinder in verschiedenen Altersstufen den Tod erleben können. Diese Vorstellungen können jedoch bei jedem Kind unterschiedlich sein und hängen desweiteren von der Einstellung der Bezugsperson oder dem Umfeld ab.9 Die Vorstellung vom Tod entwickelt sich bei Kindern individuell, daher habend die Altersangaben lediglich eine orientierende Funktion.

Kleinkinder bis zwei Jahre haben noch kein ausgeprägtes Zeitempfinden, die Endlichkeit ist für sie nicht vorstellbar. Sie leben ihr Leben zeitlos und halten das Ereignis des Todes für reversibel. Der Tod wird mit einem Versteckspiel in Verbindung gebracht, jemand hat sich versteckt und kann jederzeit wiederkommen.10 Charakteristisch für diese Altersstufe ist eine enge Bindung zu einer bestimmten Bezugsperson und zentral für das Empfinden des Kleinkindes ist die Angst verlassen zu werden. Für diese Kinder bedeutet Tod hauptsächlich Entzug oder Entbehrung dessen, was wichtig ist.11

Erst ab vierten Lebensjahr bekommt es eine begrenzte Vorstellung vom Tod, dennoch ohne besondere Empfindungen. Etwas ist immer noch da, auch wenn man es nicht mehr sehen kann.12 Mit dem Tod wird der Zustand von Dunkelheit und Bewegungslosigkeit verbunden, aber er wird nicht als etwas Endgültiges angesehen. Desweiteren muss der Tod nicht alle Menschen betreffen, so denkt das Kind beispielsweise, dass Mutter und Vater niemals sterben werden.13

Etwa mit dem fünften Lebensjahr verstehen Kinder, dass der Tod etwas Endgültiges hat. Tote Tiere bewegen sich nicht mehr, sind kalt und atmen nicht.

Kinder in diesem Alter stellen viele Fragen zum Tod und sind der Ansicht, dass der Tod etwas mit Alter und Krankheit zu tun hat. Alte Menschen sterben zuerst.

Gegen Ende des Kindergartens und Anfang der Grundschulzeit kommt es dann zu einem wichtigen Schritt in der Entwicklungspsychologie. Das Kind beginnt Gefühlsreaktionen auf den Tod zu zeigen. Kinder erkennen, dass der Tod jeden treffen kann, auch ihnen sehr nahe stehende Menschen.

Mit dem siebten Jahr vertieft sich dieses Verständnis, das Kind zeigt Mitleid mit Sterbenden und Trauernden. Es fängt an darüber nachzudenken, was nach dem Tod kommen könnte, wo die Toten hingehen. Das Kind überlegt, wie es selbst mit diesem Ereignis in Verbindung steht. Ob es Schuld an dem Tod hat, ob der Tod eine Bestrafung ist, weil der Verstorbene böse mit ihm war.14

Mit ungefähr acht oder neun Jahren wird einem Kind klar, dass alle Menschen, es selbst eingeschlossen, irgendwann einmal sterben müssen. Ein Kind dieser Altersstufe sucht nach Gründen für den Tod. Das Kind begreift nun auch was biologisch beim Tod passiert, dennoch bleibt es etwas Unbegreifliches. Der Tod von Verwandten oder Freunden wird als großer Verlust und mit starken Trennungsschmerzen erlebt. Kinder können mitunter auch mit körperlichen Symptomen wie Kopf- oder Bauchweh, Schwindel oder Erbrechen reagieren.15

„Die alterstypischen Vorstellungen vom Tod bilden sich durch innere und äußere Einflüsse, durch persönliche, direkte und indirekte Erfahrungen mit dem Tod und sind eingebettet in den Kontext der individuellen Entwicklung, Gesellschaft, Religion und Kultur“.16 Es kann gesagt werden, dass die kindlichen Todesvorstellungen eine Art Schutz vor noch nicht zu bewältigenden Erfahrungen und Bedrohungen darstellen.

Den Erwachsenen fällt es jedoch nicht immer leicht, sich auf das kindliche Todesverständnis einzulassen. Das Denken und Fühlen der Kinder muss beachtet werden, ansonsten kann es leicht zu Missverständnissen mit pädagogisch problematischen Folgen kommen. Einerseits gilt auch hier, dass wir als Erwachsene ehrlich bleiben sollen und den Kindern keine von uns falsch empfundenen Vorstellungen weitergeben sollen. Andererseits sollte in jedem Fall geprüft werden, welche Vorstellungen, die das Kind selbst äußert, vielleicht für dieses Kind gerade jetzt tröstend und lebenswichtig sind.

„Der Unterschied zwischen erwachsener und kindlicher Logik liegt nicht im Wahrheitsgehalt, sondern in der grundsätzlich verschiedenen Art der Informationsverarbeitung.“17

Kinder spielen beispielsweise „Schießspiele“, bei denen sie mit Leidenschaft töten, wobei es ihnen besonders auf das Erschießen und das anschließende Tot-Umfallen ankommt. Werden Kinder von Erwachsenen angesprochen, dass Schießen und Töten doch etwas Schreckliches seien, antworten sie:„Wieso? Wir spielen doch nur.“ Damit geben sie deutlich zu verstehen, dass sie eine andere Vorstellung von dem Begriff Sterben haben, als die Erwachsenen.18

Der Umgang mit kindlichen Todesvorstellungen ist eine Gratwanderung, doch wenn man weiß welche bedeutende Rolle das Alter und der Entwicklungsstand bei Kindern spielt, so ist es möglich, angemessener auf die Reaktionen der Kinder zu reagieren und sie bestmöglich auf ihrem Weg der Trauer zu begleiten.

3.2 Tod – theologisch betrachtet

Wie kann man Kindern antworten, die nach Sterben oder Tod fragen? Welche Vorstellungen verbindet man selbst mit dem Tod?

Erwartet man den Himmel, in den Gott einlässt oder schweben einem ganz andere Bilder vor? Weiterhin stellt sich die Frage, warum verhindert Gott nicht die „unsinnigste Sache der Welt“ – den Tod?

Bereits die Menschen zurzeit Jesu stellten sich solche oder ähnliche Fragen und bildeten Vorstellungen über den Tod, welche sie mit Gott und ihrem Glauben in Verbindung zu bringen versuchten. Auch zur heutigen Zeit stehen wir vor ein und derselben Herausforderung, an Gott auch im Angesicht des Todes festhalten zu können. Daher kann es uns helfen, die Aussagen der Bibel über den Tod zu kennen. Im Alten Testament begegnen wir der Frage, warum die Menschen sterben müssen und warum es den Tod gibt. Die Bibel ist über viele Jahrhunderte hinweg entstanden und daher kommt es zu unterschiedlichen Anschauungen.

Im ältesten Teil der Bibel hat Gott mit den Toten nichts zu tun. Hier ist Gott ein Gott des Lebens, zu welchem die Toten keine Verbindung mehr haben. Das Leben ist Gottes befristetes Geschenk an den Menschen, das ihm durch den Tod wieder genommen wird. Das Leben wird hier als vergänglich beurteilt.

Doch mit der Frage, ob Gott die Menschen, seine Geschöpfe, wirklich nach dem Tod alleine lässt, ändert sich die Anschauung. In späteren Teilen des Alten Testaments breitet sich die Hoffnung aus, dass die Gemeinschaft mit Gott auch über den Tod hinaus geht.19

An diese Hoffnung auf die Überwindung des Todes und den Glaube an die Auferstehung der Menschen knüpft das Neue Testament an. Was passiert nun mit den Menschen die sterben?

Das Neue Testament beantwortet diese Frage wie folgt: „ Die Menschen müssen immer noch sterben, aber der Tod ist nur noch die Beendigung des irdischen Lebens und nicht das Ende des Menschen als Gottes Geschöpf überhaupt. Der Tod kann nicht mehr über den Menschen herrschen, sondern muss ihn freigeben für ein neues, ein ewiges Leben bei und mit Gott. Gott ist den Menschen im Leben nahe, er bleibt auch im Tod und über den Tod hinaus bei ihnen. Er verlässt sie nicht: Gott erweckt die Menschen von den Toten, weil er in Liebe an ihnen festhält.“20

Auf die Frage warum es den Tod überhaupt gibt und wie es dazu gekommen ist, dass der Tod die Menschen so bedrückt und vor allem den Glauben an Gott so anfechten kann, gibt es sowohl im Alten als auch im Neuen Testament keine Antwort. Wohl deshalb, weil auf diese Frage keine befriedigende Antwort gefunden werden kann.

„Doch gleichzeitig lebt die Gewissheit, dass der Tod von Gott in Jesus Christus überwunden worden ist und für jeden Menschen überwunden werden wird.“21

Gott hält an den Menschen fest, auch wenn sie sterben. Dies gibt den Menschen insofern Kraft, als dass sie sich nicht einfach mit dem Sterben und seiner Endlichkeit abfinden müssen, sondern sicher gehen können, dass Gott sie auferwecken wird. Diese Auferstehung ist Gottes Geschenk an die Menschen und keinesfalls von menschlichen Verdiensten, Leistungen, oder Verhaltensweisen abhängig. Wir sind nicht selbst für unsere Auferstehung oder unser ewiges Leben verantwortlich, dies liegt allein bei Gott. Das zu wissen, kann eine große Entlastung für unser eigenes irdisches Leben sein und uns Hoffnung und Trost für die Zukunft spenden.

Wie die Auferstehung und das ewige Leben konkret aussehen, wird in der Bibel nicht beschrieben. Aber auch wenn wir keine bildliche Darstellung von einem Leben bei Gott haben, können wir uns doch im Leben und auch im Tod in Gottes Händen wissen. Diese Hoffnung kann uns im Leben und auch durch Sterben und Tod tragen.22

[...]


1 Dietrich Bonhoeffer

2 Vgl. Voß (2005) S.17

3 Vgl. Voß (2005) S.13 ff.

4 Kant (1982) S.11

5 Vgl. www.philolex.de

6 Vgl. www.uni-duisburg-essen.de

7 Vgl. Franz (2002) S.56

8 Voß (2005) S.23

9 Vgl. Tausch-Flammer/ Bickel (1998) S.77

10 Vgl. Von Keyserlingk (1997) S.11

11 Vgl. Biesinger/ Gaus (2008) S.58

12 Vgl. Von Keyserlingk (1997) S.11

13 Vgl. Scheilke/ Schweitzer (2005) S.12

14 Vgl. Von Keyserlingk (1997) S.12

15 Vgl. Biesinger/ Gaus (2008) S.59

16 Franz (2002) S.60

17 Joseph Chilton Pearce

18 Vgl. Franz (2002) S.74

19 Vgl. Scheilke/ Schweitzer (2000) S.60ff.

20 Scheilke/ Schweitzer (2000) S.62

21 Scheilke/ Schweitzer (2000) S.63

22 Vgl. Scheilke/ Schweitzer (2000) S.65

Ende der Leseprobe aus 37 Seiten

Details

Titel
Was ist das Kind, das trauert?
Hochschule
Katholische Hochschule NRW; ehem. Katholische Fachhochschule Nordrhein-Westfalen, Abteilung Aachen
Note
1,3
Autor
Jahr
2011
Seiten
37
Katalognummer
V505880
ISBN (eBook)
9783346059178
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Trauer
Arbeit zitieren
Janina Pletziger (Autor), 2011, Was ist das Kind, das trauert?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/505880

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