Nachdem in Direktoriumskreisen im Jahre 1797 die Idee für eine mögliche französische Intervention in Ägypten aufkam, die laut Cronin schon 1777 durch den Ägyptenbesuch de Totts geboren worden war, wurde diese Idee immer wieder verworfen und neu geplant.
Am 26. März 1798 erhielt der Minister des Innern jedoch einen endgültigen Beschluss des Vollziehungsdirektoriums sowie ein an ihn persönlich gerichtetes Begleitschreiben, in dem auf einer unfangreichen Liste die Namen der Bürger vermerkt waren, deren besondere berufliche Qualifikation, wie beispielsweise Ingenieure, sie unentbehrlich für die Ägyptenexpedition machten. Neben den „ Spezialisten“ wie Wissenschaftlern (167) und Ingenieuren sollte eine ausgesuchte Truppe von 40. 000 Mann, zusammengestellt aus Infanterie, Kavallerie aber auch schwerer Artillerie, die erste „ Ägyptische Expedition“ bilden, für deren Auffrischung eine gesicherte Nachschublinie sorgen sollte.
Der Oberbefehl über die „ Armee gegen England“ wurde Napoleon Bonaparte am 5. März 1798 übertragen, da dieser sein militärisch- strategisches Können im Verlauf des Ersten Koalitionskrieges ( 1792- 1797) wiederholt unter Beweis gestellt hatte. In dem Beschluss erörtert das Direktorium die Dringlichkeit eines Eingreifens im Nahen Osten das durch die „ innigsten Verbindungen [ der Beys] mit den Engländern“ und durch die „ offenbarsten Feindseligkeiten und die schrecklichsten Grausamkeiten gegen die Franzosen“ die unvermeidbare Reaktion der französischen Außenpolitik sein müsse, die damit nur auf eine Reihe britischer Provokationen und unfreundlicher Akte reagiere.
Gliederung
1. Die Planungen für den Feldzug
2. Die Erste Phase des Feldzuges
3. Die Zweite Phase / Wende
4. Napoleons Rückkehr nach Paris
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit analysiert die historische Entwicklung, die strategischen Zielsetzungen und den militärischen Verlauf von Napoleons Ägyptenfeldzug zwischen 1798 und 1799. Dabei wird insbesondere untersucht, wie sich die französische Expansionspolitik zwischen einer militärischen Intervention zur Schwächung Großbritanniens und einem wissenschaftlich-kolonialen Sendungsbewusstsein bewegte.
- Strategische Planung und die Bedeutung der ägyptischen Route für den britisch-französischen Konflikt.
- Militärischer Fortschritt und die entscheidende Zäsur durch die Schlacht von Abukir.
- Die ambivalenten Auswirkungen der französischen Präsenz auf die einheimische Verwaltung und Kultur.
- Napoleons Rückzug aus Ägypten und dessen Einfluss auf seine politische Karriere in Frankreich.
- Die wissenschaftliche Komponente und das Erbe der Expedition („Description de l'Égypte“).
Auszug aus dem Buch
1. Die Planungen für den Feldzug
Nachdem in Direktoriumskreisen im Jahre 1797 die Idee für eine mögliche französische Intervention in Ägypten aufkam, die laut Cronin schon 1777 durch den Ägyptenbesuch de Totts geboren worden war, wurde diese Idee immer wieder verworfen und neu geplant.
Am 26. März 1798 erhielt der Minister des Innern jedoch einen endgültigen Beschluss des Vollziehungsdirektoriums sowie ein an ihn persönlich gerichtetes Begleitschreiben, in dem auf einer unfangreichen Liste die Namen der Bürger vermerkt waren, deren besondere berufliche Qualifikation, wie beispielsweise Ingenieure, sie unentbehrlich für die Ägyptenexpedition machten. Neben den „Spezialisten“ wie Wissenschaftlern (167) und Ingenieuren sollte eine ausgesuchte Truppe von 40.000 Mann, zusammengestellt aus Infanterie, Kavallerie aber auch schwerer Artillerie, die erste „Ägyptische Expedition“ bilden, für deren Auffrischung eine gesicherte Nachschublinie sorgen sollte.
Der Oberbefehl über die „Armee gegen England“ wurde Napoleon Bonaparte am 5. März 1798 übertragen, da dieser sein militärisch-strategisches Können im Verlauf des Ersten Koalitionskrieges (1792-1797) wiederholt unter Beweis gestellt hatte. In dem Beschluss erörtert das Direktorium die Dringlichkeit eines Eingreifens im Nahen Osten das durch die „innigsten Verbindungen [der Beys] mit den Engländern“ und durch die „offenbarsten Feindseligkeiten und die schrecklichsten Grausamkeiten gegen die Franzosen“ die unvermeidbare Reaktion der französischen Außenpolitik sein müsse, die damit nur auf eine Reihe britischer Provokationen und unfreundlicher Akte reagiere.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Die Planungen für den Feldzug: Dieses Kapitel erläutert die strategischen Motive Frankreichs sowie die Vorbereitungen zur Entsendung von Wissenschaftlern und Truppen nach Ägypten.
2. Die Erste Phase des Feldzuges: Hier wird der erfolgreiche Beginn der Unternehmung, die Einnahme Maltas sowie der Vormarsch nach Kairo und der Sieg in der Schlacht bei den Pyramiden behandelt.
3. Die Zweite Phase / Wende: Das Kapitel beschreibt den Wendepunkt durch die Niederlage in der Schlacht von Abukir und die schwierige Lage des französischen Heeres in Syrien.
4. Napoleons Rückkehr nach Paris: Es wird analysiert, warum Napoleon das Kommando abgab, um in Frankreich die politische Macht zu übernehmen, und wie die Expedition nach seinem Weggang endete.
Schlüsselwörter
Napoleon Bonaparte, Ägyptenfeldzug, Direktorium, Frankreich, Großbritannien, Schlacht von Abukir, Mamelucken, Syrien, Kolonialismus, wissenschaftliche Expedition, Institut d'Égypte, Talleyrand, Orient, Levantehandel, Geschichte.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit untersucht die Hintergründe, den Verlauf und die Folgen des Ägyptenfeldzuges von Napoleon Bonaparte gegen Ende des 18. Jahrhunderts.
Welche zentralen Themenfelder stehen im Fokus?
Zu den Schwerpunkten zählen die militärische Strategie gegen das British Empire, die Organisation der wissenschaftlichen Forschung in Ägypten sowie der politische Wandel in Frankreich.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen dem militärischen Unterfangen und dem wissenschaftlichen Anspruch der Expedition sowie deren Scheitern zu beleuchten.
Welche Methode wird angewandt?
Die Arbeit stützt sich auf eine historische Analyse unter Verwendung zeitgenössischer Quellen und historischer Fachliteratur zur napoleonischen Ära.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich chronologisch in die Planung, die erste erfolgreiche Phase, die Wende durch die Niederlage in Abukir und das Ende der Expedition.
Welche Keywords charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Napoleon Bonaparte, Ägyptenfeldzug, französische Expansionspolitik, Schlachten von Abukir und die wissenschaftliche Erforschung Ägyptens.
Wie bewertet der Autor den Feldzug in seinem Resümee?
Der Autor unterscheidet zwischen dem militärischen Scheitern, das durch mangelnde Nachschubplanung vorprogrammiert war, und dem bleibenden wissenschaftlichen Erbe der Expedition.
Warum war der Untergang der Flotte bei Abukir so entscheidend?
Der Verlust der Flotte unterbrach die Versorgungslinie nach Europa und isolierte die französische Armee in Ägypten, was die strategische Wende zu Ungunsten Napoleons einleitete.
Welche Rolle spielte das "Institut d'Égypte"?
Es wurde von Napoleon gegründet, um den wissenschaftlichen Austausch seiner Forscher vor Ort zu institutionalisieren und bildet heute noch die Grundlage für die historischen Berichte der Expedition.
- Citation du texte
- B.A. Malte Gaier (Auteur), 2004, Der Ägyptenfeldzug Napoleons, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/50589