Die Anforderungen an pädagogische Fachkräfte in Kindertageseinrichtungen steigen immer weiter an. Dies erfordert ein Umdenken im Bereich der frühkindlichen Bildung, Erziehung und Betreuung. Ein Begriff, der in diesem Kontext immer wieder fällt, ist Professionalisierung.
Doch wodurch zeichnen sich pädagogische Fachkräfte aus, die für eine qualitativ hochwertige Arbeit in Kindertageseinrichtungen stehen? Wie kann man eine professionelle Ausbildung erreichen? Und ist eine Akademisierung des Arbeitsfeldes notwendig?
Der Autor Mathias Bregenzer skizziert Schlüsselkompetenzen für pädagogische Fachkräfte. Anhand von aktuellen Kompetenzdiskursen und Modellen erläutert Bregenzer, wie sich eine Professionalisierung in der Elementarpädagogik vollziehen könnte. Dabei fordert er vor allem ein Umdenken in der Politik.
Aus dem Inhalt:
- Kompetenzkanon;
- Professionalisierung;
- Kindertagesbetreuung;
- Elementarpädagogik;
- Inklusion
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Problemaufriss
2.1 Wo stehen wir?
2.2 Historischer Abriss
3 Begriffsdefinitionen, professions- und kompetenztheoretische Hintergründe
3.1 Begriffe und Definitionen
3.2 Aktuelle Diskussionsstränge und theoretische Verortungen
4 Schlüsselkompetenzen für heute und morgen
4.1 Verortung in aktuellen Kompetenzmodellen
4.2 Ein Kompetenzkanon für die Kindheitspädagogik
5 Fazit und Diskussion
5.1 Zusammenfassung der Ergebnisse
5.2 Diskussion der Ergebnisse
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die notwendigen Schlüsselkompetenzen für pädagogische Fachkräfte in der deutschen Kindertagesbetreuung, um den gestiegenen Qualitätsanforderungen in einem sich wandelnden Berufsfeld gerecht zu werden. Die Arbeit verfolgt das Ziel, basierend auf aktuellen fachwissenschaftlichen Diskursen und Kompetenzmodellen, einen fundierten Kompetenzkanon zu entwickeln und zu begründen.
- Aktuelle Herausforderungen und Rahmenbedingungen der Kindertagesbetreuung
- Grundlagen der Professionalisierung und Akademisierung
- Analyse und Strukturierung von Kompetenzmodellen
- Identifikation und theoretische Herleitung zentraler Schlüsselkompetenzen
- Diskussion zur Notwendigkeit einer Akademisierung der Ausbildung
Auszug aus dem Buch
Der forschende Habitus
Eine starke zentrale Rolle bei der Entwicklung, Beschreibung und Weiterentwicklung im noch jungen Feld kindheitspädagogischer Diskussionen und Fachdiskurse zum Themenkomplex Professionalisierung wird dem sogenannten forschenden Habitus beigemessen. Zunächst einmal scheint es notwendig, sich diesem nicht ganz alltäglichen Begriffskonstrukt von der sprachlichen Seite zu nähern. Dabei scheint dem Verfasser die erste bedeutungskonstituierende Komponente des Begriffskonstrukts (‚forschend‘) weniger mit Verständnisschwierigkeiten behaftet als der Begriff ‚Habitus‘. Das DUDEN Fremdwörterbuch gibt als Synonyme für ‚Habitus‘ die Bedeutungsebenen ‚Erscheinung‘, ‚Haltung‘ und ‚Gehaben‘ zurück (Wermke et al., 2000, S. 371). Die Bedeutungsebene einer Haltung scheint dem Verfasser in diesem Zusammenhang adäquat zu sein, näher kommt dem im Folgenden Dargestellten jedoch der Begriff eines ‚Gehabens‘ mit seiner nach Ansicht des Verfassers deutlich aktiveren Begriffskonnotation. Denn es soll nicht um eine ledigliche Haltung, eine Einstellung gehen, sondern um deutlich mehr: Eine Schlüsselkompetenz mit kognitiven, motivationalen u.a. Anteilen.
Um sich im Zusammenhang mit dem Thema Professionalität in der Kindheitspädagogik dem Begriff des forschenden Habitus als erster und grundlegender Schlüsselkompetenz zu nähern und den Begriff mit Anschaubarkeit zu erfüllen, soll hier in einem ersten Literaturverweis auf die Ausführungen von Dörte Weltzien verwiesen werden. „Der forschende Habitus wurde im Orientierungsrahmen der Robert Bosch Stiftung (2008) als Querschnittsaufgabe ausgearbeitet und gilt als bedeutsamer Faktor für die Kompetenzentwicklung zukünftiger Kindheitspädagoginnen“ (Weltzien, 2014, S. 207). Mit dieser Aussage und der Beschreibung des forschenden Habitus als quasi Querschnittsaufgabe und bedeutsamem Faktor für Professionalisierung ist schon viel über dessen zentrale Bedeutung im fachlichen Diskurs in Form einer Kern-Schlüsselkompetenz gesagt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung umreißt den Wandel im Bereich der frühkindlichen Bildung in Deutschland, stellt die Forschungsfrage nach den Schlüsselkompetenzen pädagogischer Fachkräfte und legt den Aufbau der Arbeit dar.
2 Problemaufriss: Dieses Kapitel analysiert die aktuellen gesellschaftlichen, politischen und organisatorischen Rahmenbedingungen der Kindertagesbetreuung sowie die historische Entwicklung des Berufsfeldes.
3 Begriffsdefinitionen, professions- und kompetenztheoretische Hintergründe: Hier werden zentrale Fachbegriffe wie Profession, Professionalisierung und Kompetenz theoretisch geklärt und in den aktuellen wissenschaftlichen Diskurs eingeordnet.
4 Schlüsselkompetenzen für heute und morgen: Der Hauptteil definiert den Kompetenzkanon und erläutert zentrale Schlüsselkompetenzen wie den forschenden Habitus, die Beziehungskompetenz, Selbstreflexivität und selbstregulatorische Kompetenzen.
5 Fazit und Diskussion: Das Kapitel fasst die zentralen Ergebnisse zusammen und diskutiert kritisch die Notwendigkeit einer Akademisierung der Ausbildung pädagogischer Fachkräfte.
Schlüsselwörter
Kindheitspädagogik, Professionalisierung, Schlüsselkompetenzen, Kompetenzmodell, Forschender Habitus, Beziehungskompetenz, Selbstreflexivität, Selbstregulatorische Kompetenz, Akademisierung, Frühpädagogik, Berufsfeld, Bildungsqualität, Erziehungswissenschaft, Personalentwicklung, Kindertagesbetreuung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, welche spezifischen Schlüsselkompetenzen pädagogische Fachkräfte in Kindertageseinrichtungen benötigen, um professionell und qualitativ hochwertig handeln zu können.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Felder sind die aktuelle Situation der Frühpädagogik, die Definition professioneller Handlungslogiken, die wissenschaftliche Einordnung von Kompetenzen und die Entwicklung eines Kanons von Kernkompetenzen.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist es, ein theoretisch fundiertes Konstrukt von Schlüsselkompetenzen zu erarbeiten, das als Orientierung für eine qualitativ hochwertige pädagogische Praxis und die akademische Ausbildung dienen kann.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?
Der Autor führt eine theoretische Aufarbeitung und strukturierte Analyse aktueller fachwissenschaftlicher Diskurse und Kompetenzmodelle aus der Kindheitspädagogik sowie benachbarter Disziplinen durch.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil (Kapitel 4) werden verschiedene Kompetenzmodelle (Struktur-, Stufen- und Matrixmodelle) vorgestellt und die vier identifizierten Schlüsselkompetenzen detailliert hergeleitet.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Publikation?
Die wichtigsten Begriffe sind Professionalisierung, Kindheitspädagogik, Forschender Habitus, Beziehungskompetenz, Selbstreflexivität und Akademisierung.
Warum ist der forschende Habitus so wichtig?
Der forschende Habitus ist eine Querschnittskompetenz, die es Fachkräften ermöglicht, pädagogische Konzepte kritisch zu reflektieren und den eigenen Berufsalltag methodisch fundiert zu analysieren.
Welche Rolle spielt die Beziehungskompetenz im Kita-Alltag?
Beziehungskompetenz ist das elementare Handwerkszeug, da pädagogische Arbeit stets Arbeit am Menschen ist und eine professionelle Beziehungsgestaltung die Basis für Bildungsprozesse bildet.
Warum plädiert der Autor für eine Akademisierung?
Der Autor argumentiert, dass die Komplexität des Berufsfeldes und die Anforderungen an eine wissenschaftlich-methodische Reflexion nur durch eine Anhebung des Qualifikationsniveaus auf Hochschulebene dauerhaft bewältigt werden können.
Wie soll Selbstregulationsfähigkeit Burnout entgegenwirken?
Durch einen bewussten Umgang mit den eigenen Ressourcen und Distanzierungsfähigkeit hilft die Selbstregulationskompetenz, langfristig die psychische Funktionsfähigkeit und Arbeitskraft im Beruf zu erhalten.
- Arbeit zitieren
- Mathias Bregenzer (Autor:in), 2020, Professionalisierung in der Elementarpädagogik. Was sind die Schlüsselkompetenzen von pädagogischen Fachkräften?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/505905