Die folgende Arbeit geht der Frage nach, welche beruflichen Interventionsmöglichkeiten für den täglichen Alltag bei Menschen mit Borderline-Persönlichkeitsstörung entwickelt werden können, um deren Arbeitszufriedenheit zu erhöhen.
Menschen mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung (im Folgenden kurz: BPS) haben einen großen Leidensdruck.
Soziale Interaktionen sind erschwert, berufliche Entwicklungen teilweise verzögert und gehemmt.
Die Motivation zum Schreiben dieser Arbeit ergab sich für den Verfasser aus eigener Erfahrung mit einer Mitarbeiterin, bei der eine BPS diagnostiziert ist
Zur Quellenlage kann konstatiert werden, dass die BPS in der Forschung noch offensiv untersucht wird. Selbst die Pathologie ist nicht abschließend geklärt. Therapieverfahren sind in vielversprechenden Ansätzen vorhanden und werden immer weiterentwickelt. Zum Themenkomplex der BPS in der Arbeitswelt und den daraus abgeleiteten Interventionsmöglichkeiten zur Förderung der Arbeitszufriedenheit bestehen aus Sicht des Verfassers noch weitere Forschungsschwerpunkte.
Durch die persönliche Erfahrung des Verfassers und dem vorgegebenen Umfang dieser Arbeit werden zunächst in Kapitel zwei die beruflichen Anforderungen einer EG6 Stelle TVöD dargestellt, um dann darauf aufbauend in Kapitel drei nach einer kurzen Annäherung an den Begriff der "Persönlichkeit", die BPS zu erklären und im Hinblick auf die beruflichen Anforderungen ausgewählte Symptome zu beschreiben. Abschließend werden dann einige Therapieansätze vorgestellt. In Kapitel vier sollen dann betriebliche Maßnahmen zur ausgewählten Symptomatik aus den therapeutischen Ansätzen abgeleitet werden, die Mitarbeitern auf einer EG6 Stelle TVöD mit einer BPS Unterstützung zu geben vermögen, um ihre Arbeitszufriedenheit zu verbessern.
Ein Ausblick mit persönlichen Erkenntnissen für die Arbeit mit Mitarbeitern mit BPS schließt die Arbeit ab.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Eingruppierung und berufliche Anforderungen bei einer Bearbeiterstelle gemäß EG6 TVöD
3 Borderline-Persönlichkeitsstörung
3.1 Persönlichkeit
3.2 Begriffsklärung und ausgewählte Symptomatik der Borderline-Persönlichkeitsstörung nach ICD-10 und DSM-5
3.3 Therapeutische Ansätze zur ausgewählten Symptomatik
4. Resümee: Abgeleitete berufliche Maßnahmen zur Förderung der Arbeitszufriedenheit
5. Ausblick
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit zielt darauf ab, Interventionsmöglichkeiten für den beruflichen Alltag zu identifizieren, die geeignet sind, die Arbeitszufriedenheit von Menschen mit Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS) in einer Bearbeiterstelle gemäß Entgeltgruppe 6 TVöD zu steigern.
- Anforderungen an Bearbeiterstellen im öffentlichen Dienst (EG6 TVöD)
- Psychologische Grundlagen der Persönlichkeit und Charakteristika der BPS
- Symptomatik der Borderline-Persönlichkeitsstörung nach ICD-10 und DSM-5
- Übertragbarkeit therapeutischer Ansätze (z.B. DBT) auf den Arbeitskontext
- Praktische betriebliche Maßnahmen zur Unterstützung betroffener Mitarbeiter
Auszug aus dem Buch
3.3 Therapeutische Ansätze zur ausgewählten Symptomatik
In der Therapie der BPS werden unterstützend auch medikamentöse Ansätze verfolgt, welche die weiteren Therapiebemühungen stabilisierend und begleitend ergänzen. Ein alleiniges wirksames Medikament, das die BPS heilt oder zumindest die Symptomatik komplett unterdrückt, gibt es nicht. In Anlehnung zum Themengegenstand dieser Arbeit wird daher auch nicht weiter auf medikamentenbasierte Therapieansätze eingegangen.
Durch die enorme Symptomvielfalt und auch durch die häufige Komorbidität mit anderen Störungen haben sich im Laufe der Zeit eine ganze Reihe von psychotherapeutischen Therapieansätzen zur Behandlung der BPS entwickelt. Im Hinblick auf den Themenschwerpunkt soll zunächst auf die „Dialektisch-Behaviorale Therapie“ der BPS (DBT) eingegangen werden, da sich hieraus gute Ansätze für die Arbeitswelt ableiten lassen. Die DBT setzt sich aus unterschiedlichen Teilen zusammen, welche je nach aktueller Problemstellung bzw. Symptomatik der Patienten angewandt werden. Bestandteile dieser Therapieform sind Gestalt- und Hypnotherapie, kognitive Therapie, Meditation und Verhaltenstherapie.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit beleuchtet die Herausforderungen von Menschen mit BPS im Arbeitsleben und leitet daraus die Fragestellung ab, wie deren Arbeitszufriedenheit durch gezielte Maßnahmen verbessert werden kann.
2. Eingruppierung und berufliche Anforderungen bei einer Bearbeiterstelle gemäß EG6 TVöD: Dieses Kapitel definiert die spezifischen Anforderungsprofile einer EG6-Stelle im öffentlichen Dienst, insbesondere im Hinblick auf Gewissenhaftigkeit, emotionale Stabilität und kognitive Fähigkeiten.
3 Borderline-Persönlichkeitsstörung: Es erfolgt eine wissenschaftliche Annäherung an den Persönlichkeitsbegriff sowie eine detaillierte klinische Beschreibung der BPS-Symptomatik nach ICD-10 und DSM-5 Standards.
4. Resümee: Abgeleitete berufliche Maßnahmen zur Förderung der Arbeitszufriedenheit: Basierend auf therapeutischen Erkenntnissen werden konkrete betriebliche Ansätze wie Rückzugsmöglichkeiten, klare Aufgabenstrukturen und positive Verstärkung für den Arbeitsplatz abgeleitet.
5. Ausblick: Der Verfasser reflektiert seine Erfahrungen in der Praxis und unterstreicht die Notwendigkeit von Führungskräfteschulungen sowie einer kontinuierlichen Anpassung der Arbeitsbedingungen.
Schlüsselwörter
Borderline-Persönlichkeitsstörung, BPS, Arbeitszufriedenheit, EG6 TVöD, Interventionsmöglichkeiten, Dialektisch-Behaviorale Therapie, DBT, Skills, Positive Verstärkung, Emotionale Stabilität, Gewissenhaftigkeit, Arbeitswelt, Führung, Psychische Gesundheit, Symptomatik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den beruflichen Herausforderungen von Menschen mit Borderline-Persönlichkeitsstörung und entwickelt Interventionsmöglichkeiten für den Arbeitsalltag.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind das Anforderungsprofil im öffentlichen Dienst (EG6 TVöD), die klinische Symptomatik der BPS und die Übertragung therapeutischer Ansätze auf betriebliche Maßnahmen.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Arbeit untersucht, wie durch gezielte betriebliche Maßnahmen die Arbeitszufriedenheit von Menschen mit BPS in einer Bearbeiterstelle gesteigert werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich um eine theoretisch orientierte Hausarbeit, die den aktuellen Forschungsstand zur BPS mit den Anforderungen von Stellen im öffentlichen Dienst verknüpft und Handlungsempfehlungen ableitet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Anforderungen an EG6-Stellen, erläutert die BPS-Diagnostik nach ICD-10 und DSM-5 und präsentiert therapeutische Ansätze wie die DBT, die als Basis für betriebliche Interventionen dienen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich maßgeblich durch Begriffe wie Borderline-Persönlichkeitsstörung, Arbeitszufriedenheit, Skills-Training, positive Verstärkung und betriebliches Gesundheitsmanagement charakterisieren.
Warum ist das Setzen von Grenzen im Arbeitsumfeld so wichtig?
Grenzen dienen dem Schutz sowohl der betroffenen Mitarbeiter mit BPS als auch der Kontaktpersonen, indem sie Sicherheit geben und zu zielrelevantem Verhalten beitragen.
Welche Rolle spielt die „positive Verstärkung“ für Vorgesetzte?
Positive Verstärkung wird als effektives Instrument genannt, um erwünschtes Arbeitsverhalten zu fördern, erfordert jedoch eine zeitnahe und konsequente Anwendung durch die Führungskraft.
Kann ein Einzelbüro die Arbeitssituation verbessern?
Ja, ein Einzelbüro fungiert als Rückzugsort, an dem konzentriert gearbeitet und bei Bedarf „Skills“ zur Stressbewältigung angewandt werden können, was besonders für BPS-Betroffene vorteilhaft ist.
- Citar trabajo
- Andy Herrmann (Autor), 2019, Arbeiten an der Grenze. Berufliche Interventionsmöglichkeiten bei ausgewählten Symptomen der Borderline-Persönlichkeitsstörung, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/505907