Es werden die Grundlagen der Fourieranalyse sowie deren Approximationseigenschaften dargelegt. Zusätzlich wird die Programmierung eines Rechteck- und eines Dreiecksignals in MATLAB erörtert und die Darstellung von Spektrallinien erarbeitet.
Diagnose von Herzrhythmusstörungen, Bildbearbeitung durch beispielsweise Weichzeichnen oder Kantenerkennung oder auch Spracherkennung durch eine Analyse akustischer Signale. Diese drei Beispiele haben auf den ersten Blick keinen direkten Zusammenhang. Die Gemeinsamkeit dieser Beispiele liegt allerdings in der Anwendungsmethode, also in der Technik, wie alle diese Dinge durchgeführt werden. In allen drei Bereichen wird die Fourier-Transformation zur Um- und Berechnung frequenzabhängiger Signale eingesetzt.
Bereits 1822 von Physiker Joseph Fourier entwickelt, findet die Fourier-Analyse heutzutage, wie oben bereits ersichtlich, in diversen Branchen Anwendung. Die Grundidee von Fourier besagt, dass sich sämtliche periodische Schwingungen als Summe von harmonischen Schwingungen mit unterschiedlichen Amplituden und Frequenzen darstellen lässt. Mit der Fourier-Analyse können auf Basis dieses Grundgedankens auch komplizierte Funktionen und Probleme in übersichtlichere, einfacher zu berechnende Funktionen transformiert und nach entsprechender Lösung wieder zurücktransformiert werden.
Ziel dieser Arbeit ist es, die Entwicklung und Berechnung der Fourier-Analyse darzustellen und in mehreren Anwendungsbeispielen mithilfe von Programmierungen in MATLAB® zu verdeutlichen. Dabei sollen auch mögliche fehlerhafte Effekte oder Ungenauigkeiten analysiert werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Konzeptionelle Grundlagen der Fourier-Zerlegung
2.1 Entwicklung und Aufbau von Fourier-Reihen
2.2 Approximationseigenschaften der Fourier-Analyse
3 Lösung der Aufgabenstellungen
3.1 Fourier-Zerlegung eines Rechtecksignals
3.2 Berechnung einer Dreieckfunktion aus den Fourierkoeffizienten
3.3 Berechnung der Spektrallinien
4 Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit widmet sich der theoretischen Darstellung und praktischen Implementierung der Fourier-Analyse. Das primäre Ziel besteht darin, die mathematischen Grundlagen von Fourier-Reihen sowie der Fourier-Transformation zu erläutern und deren Anwendung anhand von Programmierbeispielen in MATLAB zu demonstrieren, wobei insbesondere auf Genauigkeitsaspekte und Fehlerquellen eingegangen wird.
- Theoretische Grundlagen und Entwicklung von Fourier-Reihen
- Approximationseigenschaften und Konvergenzverhalten
- Praktische Fourier-Zerlegung von Rechteck- und Dreiecksignalen
- Berechnung von Spektrallinien mittels Diskreter Fourier-Transformation
- Analyse von MATLAB-basierten Algorithmen und Fehlerquellen wie dem Leakage-Effekt
Auszug aus dem Buch
2.1 Entwicklung und Aufbau von Fourier-Reihen
Eine Abwandlung der Fourier-Reihen wurde zum ersten Mal zur Vorhersage von astronomischen Ereignissen und 1733 von D. Bernoulli zur Beschreibung einer schwingenden Saite eingesetzt. In der Elektrotechnik wurde sie schließlich von Joseph Fourier 1822 entscheidend weiterentwickelt. Er setzte die Reihen als Hilfsmittel zur Lösung der Wärmeleitungsgleichung ein.
Der Satz von Fourier besagt dabei, dass „jede periodische Funktion mit einer Periodendauer T […] sich als Summe von Sinus- und Kosinusfunktionen mit ganzzahligen Vielfachen einer Grundfrequenz F = 1/T ausdrücken“ lässt. Mathematisch kann dieser Satz, als Fourier-Reihe, mit der folgenden Formel beschrieben werden:
f(t) = a0 + summe_{k=1}^{unendlich} (ak cos(k*omega*t) + bk sin(k*omega*t)) (1)
Mit omega = 2*pi/T = 2*pi*F als der zu Frequenz F gehörenden Kreisfrequenz. Prinzipiell kann jede T-periodische Funktion, die den drei Dirichletbedingungen genügt als Fourier-Reihe dargestellt werden. Die Funktion f(t) muss beschränkt sein, darf im Intervall [0,T] höchstens endlich viele Unstetigkeitsstellen besitzen und die Ableitung von f'(t) im Intervall [0,T] darf auf höchstens endlich viele Stellen stetig sein.
Zur Vereinfachung der weiteren Betrachtungen wird nun x = omega*t und omega*t = 2*pi gesetzt. Die Fourier-Reihe geht damit über in folgende Formel:
f(x) = a0 + summe_{k=1}^{unendlich} (ak cos(k*x) + bk sin(k*x)) (2)
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz der Fourier-Transformation in verschiedenen technischen Disziplinen ein und definiert die Zielsetzung der Arbeit sowie das methodische Vorgehen.
2 Konzeptionelle Grundlagen der Fourier-Zerlegung: Das Kapitel vermittelt die mathematischen Herleitungen von Fourier-Reihen und erörtert die theoretischen Aspekte der Approximation periodischer Funktionen.
3 Lösung der Aufgabenstellungen: In diesem Hauptteil wird die praktische Umsetzung der Fourier-Zerlegung und -Transformation in MATLAB anhand konkreter Signalbeispiele und Spektralanalysen durchgeführt und bewertet.
4 Fazit: Das Fazit fasst die erzielten Erkenntnisse zusammen und unterstreicht die anhaltende technologische Bedeutung der Fourier-Analyse sowie die Wichtigkeit einer korrekten Parameterwahl bei der digitalen Signalverarbeitung.
Schlüsselwörter
Fourier-Analyse, Fourier-Reihe, Fourier-Transformation, MATLAB, Rechtecksignal, Dreieckfunktion, Spektrallinien, Diskrete Fourier-Transformation, FFT, Gibbsches Phänomen, Approximation, Leakage-Effekt, Windowing, Signalverarbeitung, Harmonische Analyse
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die mathematischen Prinzipien und die praktische Anwendung der Fourier-Zerlegung zur Analyse periodischer Funktionen und zur Umwandlung zeitabhängiger Signale in den Frequenzbereich.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Themen sind der Aufbau von Fourier-Reihen, die Approximation von Funktionen, die Implementierung in MATLAB und die Analyse typischer Fehlerquellen bei der digitalen Signalanalyse.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, die Entwicklung und Berechnung der Fourier-Analyse darzustellen und die Funktionsweise durch praktische Programmierbeispiele in MATLAB zu verdeutlichen, wobei Ungenauigkeiten analysiert werden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine Kombination aus theoretischer mathematischer Herleitung und angewandter Informatik (Programmierung von M-Files in MATLAB) genutzt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil widmet sich der praktischen Fourier-Zerlegung eines Rechtecksignals, der Berechnung einer Dreiecksfunktion aus Fourierkoeffizienten und der Berechnung von Spektrallinien mittels FFT.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit lässt sich am besten durch Fourier-Analyse, MATLAB, Signaldarstellung, FFT, Approximation und Spektralanalyse beschreiben.
Was besagt das Gibbsche Phänomen?
Das Gibbsche Phänomen beschreibt charakteristische Über- und Unterschwingungen an den Unstetigkeitsstellen einer Funktion bei der Annäherung durch eine Fourier-Reihe, die auch bei vielen Summanden bestehen bleiben.
Warum ist die Wahl des Zeitfensters bei der FFT wichtig?
Ein unpassend gewähltes Zeitfenster kann zu unerwünschten Sprungstellen führen, die den sogenannten Leakage-Effekt verursachen und das Frequenzspektrum verfälschen.
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- Jennifer Jäger (Author), 2019, Grundlagen der Fourierzerlegung mit Beispielen in MATLAB, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/505982