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Der Kapitalisierungszinssatz in der Unternehmensbewertung. Ist seine Ableitung im Niedrigzinsumfeld noch marktgerecht?

Titel: Der Kapitalisierungszinssatz in der Unternehmensbewertung. Ist seine Ableitung im Niedrigzinsumfeld noch marktgerecht?

Bachelorarbeit , 2017 , 99 Seiten , Note: 1,2

Autor:in: Tim-Lucas Jäger (Autor:in)

BWL - Rechnungswesen, Bilanzierung, Steuern
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Ziel dieser Arbeit ist es, die Relevanz des Basiszinses im Gesamtkonstrukt der Unternehmensbewertung zu zeigen und einzuordnen. Es soll eine Einschätzung erfolgen, ob die angewandte Methode derzeit noch sachgerecht ist und Empfehlungen und Lösungsvorschläge diskutiert werden, wie der Basiszinssatz im Niedrigzinsniveau abgeleitet werden kann.

Um genanntes Ziel zu erreichen werden zunächst die Grundlagen der Unternehmensbewertung, angewendete Verfahren sowie die zugehörigen Kapitalisierungszinssätze vorgestellt, und die Relevanz der Kapitalisierungszinssätze in den verschiedenen Bewertungsverfahren erörtert. Außerdem werden die Äquivalenzgrundsätze sowie die Berücksichtigung des Risikos zur Bestimmung des Kapitalisierungszinssatzes beleuchtet. Im weiteren Verlauf werden Anforderungen des Instituts der Wirtschaftsprüfer an den Kapitalisierungszinssatz aufgezeigt, bevor der Basiszins eingeordnet und seine Bedeutung aufgezeigt wird.

In Kapitel zwei werden besonders die bisher theoretisch möglichen Verfahren zur Ableitung des Zinses und das in der Praxis verbreitetste Verfahren fundiert aufgezeig,t sowie ergänzende Vorschriften des AKU sowie des FAUB bezüglich der Ableitung des Basiszinssatzes vorgestellt. Hierauf liegt ein Schwerpunkt, da sich fast ausschließlich alle Bewertungsgutachten an den berufsständischen Empfehlungen orientieren.

Im dritten Kapitel wird diskutiert, ob die derzeit angewandte Methodik in Niedrigzinszeiten sachgerecht erscheint. Hierzu wird der Basiszinssatz zum Stichtag der Vergabe dieser Arbeit, dem 28. November 2016 ermittelt. Anschließend werden die Auswirkungen der Krisen auf den Basiszinssatz aufgezeigt. Dies soll Anregung bieten, die Ableitung im aktuellen Niedrigzinsumfeld zu debattieren. Dies schließt die Umrechnung in einen einheitlichen Zins, die Diskussion ob eine Durchschnitts-bildung den Stichtagszins maßgeblich verzerrt sowie die Ermittlung des ewigen Basiszinssatzes im Niedrigzinsumfeld ein. Im Folgenden werden mögliche Lösungsansätze zur Ermittlung des Zinses vorgestellt, diskutiert und weiterentwickelt.

Abschließend wirdein Fazit gegeben, indem die Untersuchungsergebnisse zusammengefasst werden, um eine Empfehlung auszusprechen zu können und um einen Blick in die Zukunft zu wagen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Unternehmensbewertung und Bewertungsanlässe

1.1.1 Die Unternehmensbewertung

1.1.2 Problemstellung

1.1.3 Zielsetzung der Arbeit

1.2 Wissenschaftliche Einordnung

2 Kapitalisierungszinssatz in der Unternehmensbewertung

2.1 Der Kapitalisierungszinssatz in der Unternehmensbewertung

2.1.1 Bewertungsverfahren

2.1.2 Kapitalisierungszinssätze in der Unternehmensbewertung

2.1.2.1 Kapitalisierungszinssätze der Verfahren

2.1.3 Äquivalenzprinzipien im Kapitalisierungszinssatz

2.1.4 Capital Asset Pricing Model

2.1.4.1 Portfolio-Selection-Theorie

2.1.4.2 Berücksichtigung von Risiko im CAPM

2.1.4.3 Formale Berechnung des CAPM als Eigenkapitalkosten

2.2 Anforderungen und Empfehlungen des IDW an den Kapitalisierungszinssatz

2.3 Bedeutung und Funktion des Basiszinssatzes im Kapitalisierungszinssatz

2.4 Bestimmung des Basiszinssatzes

2.4.1 Mögliche Verfahren zur Ableitung des Basiszinses

2.4.1.1 Vergangenheitsorientierte Ableitung des Basiszinssatzes

2.4.1.2 Kapitalmarktorientierte Ableitung des Basiszinssatzes

2.4.2 Svensson-Methode

2.4.3 Freiheitsgrade bei der Ermittlung des Basiszinssatzes

2.4.3.1 Datenbasis

2.4.3.2 Glättung der Zinsstrukturkurve

2.4.4 Ewiger Basiszins zur Fortschreibung der Zinsstrukturkurve

2.4.4.1 Extrapolation der Svensson-Methode

2.4.4.2 Forward-Rates

2.4.4.3 Hypothetische Spot Rate

2.4.5 Ermittlung eines barwertäquivalenten Basiszinssatzes

2.4.5.1 Definition einheitlicher Basiszinssatz

2.4.5.2 Einzubeziehende Laufzeiten

2.4.5.3 Wachstum der finanziellen Überschüsse

2.4.5.4 Ermittlung des einheitlichen Basiszins ohne Berücksichtigung des Risikos

2.4.5.5 Ermittlung des einheitlichen Basiszins unter Berücksichtigung des Risikos

2.4.5.6 Rundung

2.4.6 Empfehlungen und Anforderungen des IDW zum Basiszins

2.4.6.1 Empfehlungen zur Ableitung einer aktuellen Zinsstrukturkurve

2.4.6.2 Fortschreibung der Zinsstrukturkurve für Laufzeiten größer 30 Jahre

2.4.6.3 Ermittlung eines barwertäquivalenten einheitlichen Basiszins

3 Ableitung des Basiszinses in Niedrigzinszeiten

3.1 Basiszinssatz zum Stichtag 28.November 2016

3.2 Auswirkung der Krise auf den Basiszins

3.3 Kritische Würdigung der aktuellen Ableitung des Basiszinssatzes in Niedrigzinszeiten

3.3.1 Umrechnung in einen barwertäquivalenten einheitlichen Basiszinssatz

3.3.2 Verzerrung der aktuellen Zinsstruktur aufgrund von Glättung

3.3.2.1 Aktuelle Situation unter Anwendung eines drei-monats Durchschnitt

3.3.2.2 Zinsstrukturkurve auf Basis eines dreißig-Tages Durchschnitt

3.3.2.3 Empfehlung auf Basis des Vergleichs

3.3.3 Ermittlung ewiger Basiszinssatz für Laufzeiten länger als 30 Jahre

3.3.3.1 Letzte Spot Rate als bester Schätzer

3.3.3.2 Alternative bestehende Methoden zur Fortschreibung des Basiszinses

3.4 Lösungsansätze in Niedrigzinszeiten

3.4.1 EIOPA - Ansatz

3.4.2 Annäherung der Spot Rates an die Forward Rate

4 Fazit

4.1 Zusammenfassung der Ergebnisse

4.2 Empfehlungen zur Ableitung des Basiszinssatzes in Niedzigzinszeiten

4.3 Ausblick in die Zukunft

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Arbeit untersucht die Relevanz des Basiszinssatzes innerhalb der Unternehmensbewertung unter den besonderen Bedingungen der Niedrigzinsphase. Das primäre Ziel ist es, die bestehende Methodik zur Ableitung des risikofreien Zinssatzes kritisch zu hinterfragen, Schwachstellen zu identifizieren und Empfehlungen zur Anpassung in einem anhaltenden Niedrigzinsumfeld zu entwickeln.

  • Analyse der theoretischen Grundlagen der Unternehmensbewertung und der Rolle des Kapitalisierungszinssatzes.
  • Kritische Würdigung der IDW-Methodik zur Ableitung des Basiszinssatzes in der Niedrigzinsphase.
  • Empirische Untersuchung der Auswirkungen von Krisen auf die Zinsstrukturkurve und den Basiszinssatz.
  • Evaluierung alternativer Lösungsansätze zur Zinsermittlung und Fortschreibung bei unendlichen Laufzeiten.

Auszug aus dem Buch

2.4.1.2 Kapitalmarktorientierte Ableitung des Basiszinssatzes

Die Zinsstrukturkurve kann auch aus Kapitalmarktdaten ermittelt werden. Hierbei wird die Kurve aus den Renditen von zum Stichtag verfügbaren risikofreien Anleihen abgeleitet. Möglich ist dies mit verschiedenen Verfahren, unter anderem der direkten Ermittlung aus Separate Trading of Registered Interests and Principal Securities (STRIPS), der Schätzung der Zinsstrukturkurve aus Zinsswaps oder die Schätzung anhand der Svensson-Methode.142

Aus den Kursen von Nullkuponanleihen beziehungsweise STRIPS können die Zinssätze für die entsprechende Laufzeit im Vergleich einfach ermittelt werden, da die laufzeitspezifische Rendite ablesbar ist. Dies ist der Fall, da die Zinszahlung der Papiere lediglich zum Ende der Laufzeit erfolgt. Gäbe es einen vollkommenen Kapitalmarkt und eine risikolose Nullkuponanleihe wäre für jede Fristigkeit notiert, könnte man eine kontinuierliche Zinsstrukturkurve direkt beobachten. Die direkte Verwendung der Renditen der Nullkuponanleihen des Staates als risikolose Anleihen stellt theoretisch das geeignetste Verfahren dar. Jedoch sind in der Praxis nur eine relativ geringe Anzahl solcher Nullkuponanleihen emittiert. Abhilfe schaffen die seit 1997 durch die Deutsche Bundesbank zum STRIP-Handel freigegebenen Staatsanleihen, welche einen getrennten Handel der Kapitalansprüche einer Anleihe vorsehen.143 Hierdurch entstanden zwar eine Vielzahl von zusätzlichen Titeln mit dem Charakter einer Nullkuponanleihe, die Liquidität dieser Papiere im Vergleich zu traditionellen Anleihen und damit die Aussagekraft ist jedoch als gering einzuschätzen. 144 Aufgrund dessen wird das Verfahren der direkten Ermittlung der Zinsstrukturkurve in der Praxis der Unternehmensbewertung als nicht anwendbar angesehen.145

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Grundlagen der Unternehmensbewertung ein, definiert die Problematik der Niedrigzinsphase und legt die Zielsetzung sowie den Aufbau der Arbeit dar.

2 Kapitalisierungszinssatz in der Unternehmensbewertung: Hier werden die theoretischen Grundlagen der Bewertungsverfahren, die Äquivalenzprinzipien sowie die Bestimmung des Kapitalisierungszinssatzes und des Basiszinssatzes im Detail erörtert.

3 Ableitung des Basiszinses in Niedrigzinszeiten: Der Hauptteil analysiert die Zinsentwicklung, kritisiert die bisherige Ableitung des Basiszinssatzes und diskutiert alternative Lösungsansätze in einem Niedrigzinsumfeld.

4 Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse der Untersuchung zusammen und gibt fundierte Empfehlungen für die künftige Bestimmung des Basiszinssatzes bei anhaltend niedrigen Zinsen.

Schlüsselwörter

Unternehmensbewertung, Kapitalisierungszinssatz, Basiszinssatz, Niedrigzinsphase, Zinsstrukturkurve, Svensson-Methode, Diskontierung, Eigenkapitalkosten, CAPM, Stichtagsprinzip, Barwert, Kapitalmarkt, Finanzkrise, Laufzeitäquivalenz, Risikoäquivalenz.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der kritischen Analyse der Bestimmung des Basiszinssatzes bei der Unternehmensbewertung unter besonderer Berücksichtigung des aktuellen Niedrigzinsumfelds.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen der Kapitalisierungszinssätze, die Ableitung von Zinsstrukturkurven und die methodischen Anforderungen des Instituts der Wirtschaftsprüfer (IDW) an die Bewertung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Ziel ist es zu untersuchen, ob die in der Praxis etablierte IDW-Methodik zur Ableitung des Basiszinses in der Niedrigzinsphase noch sachgerecht ist und welche Modifikationen oder Alternativen zur Verbesserung der Genauigkeit beitragen können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine Kombination aus theoretischer Fundierung, Literaturanalyse und empirischer Auswertung von Marktdaten sowie Fallbeispielen, um die Auswirkungen unterschiedlicher Methoden auf den Unternehmenswert zu illustrieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung der Zinskomponenten, die detaillierte Analyse der Svensson-Methode, die Auswirkungen der jüngsten Wirtschaftskrisen sowie die Diskussion über die Umrechnung in einheitliche Zinssätze.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?

Die wesentlichen Begriffe sind Unternehmensbewertung, Kapitalisierungszins, Basiszinssatz, Zinsstrukturkurve, Svensson-Methode und Niedrigzinsumfeld.

Welche spezifischen Probleme entstehen bei der Fortschreibung für Laufzeiten über 30 Jahre?

Da für Laufzeiten über 30 Jahre am Markt keine direkten Daten verfügbar sind, ist die Wahl der Fortschreibungsmethode (z.B. letzte Spot-Rate vs. Forward-Rates) hochgradig sensibel und kann bei Niedrigzinsen zu signifikanten Verzerrungen führen.

Wie bewertet der Autor die gängige Praxis der Durchschnittsbildung bei der Zinskurve?

Der Autor sieht die dreimonatige Durchschnittsbildung kritisch, da sie das Stichtagsprinzip verletzen kann, und schlägt eine Verkürzung auf 30 Tage als Kompromiss zwischen Glättung und Stichtagsaktualität vor.

Was schlägt der Autor als Alternative zum einheitlichen Basiszins vor?

Der Autor empfiehlt, den einheitlichen Basiszinssatz zugunsten laufzeitspezifischer Spot-Rates aufzugeben, um vermeidbare Bewertungsfehler zu reduzieren, die durch die Diskrepanz zwischen hypothetischen und tatsächlichen Zahlungsströmen entstehen.

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Details

Titel
Der Kapitalisierungszinssatz in der Unternehmensbewertung. Ist seine Ableitung im Niedrigzinsumfeld noch marktgerecht?
Hochschule
Duale Hochschule Baden-Württemberg, Stuttgart, früher: Berufsakademie Stuttgart
Note
1,2
Autor
Tim-Lucas Jäger (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
99
Katalognummer
V506017
ISBN (eBook)
9783346065407
ISBN (Buch)
9783346065414
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Unternehmensbewertung Niedrigzinsen Kapitalisierungszins
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Tim-Lucas Jäger (Autor:in), 2017, Der Kapitalisierungszinssatz in der Unternehmensbewertung. Ist seine Ableitung im Niedrigzinsumfeld noch marktgerecht?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/506017
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