Diese Bachelorarbeit soll darlegen, welche Hürden es bei Künstleragenturen gibt, ökologische Nachhaltigkeit zu integrieren. Dazu wurde die folgende Forschungsfrage gestellt: Welche Hindernisse existieren aus Sicht von Künstleragenturen bei der Umsetzung von ökologischer Nachhaltigkeit?
Die wöchentlichen Demonstrationen der Friday-For-Future-Bewegung haben medial, politisch und gesellschaftlich eine Nachhaltigkeitsdebatte angestoßen. Aufgrund des Klimawandels ist ein Umdenken in allen Bereichen nötig, sodass auch der Musikveranstaltungssektor hinterfragt werden muss. Dass Tourneen und Konzerte verantwortlich sind für hohe Treibhaus-Emissionen, zeigen unter anderem die Messungen der Band Radiohead, sodass gerade Künstleragenturen als Schaltzentrale zwischen Veranstaltern und Künstlern, eine gewichtige Rolle innehaben.
Zur Beantwortung der Forschungsfrage wurden zwei Experteninterviews und zehn Interviews mit Künstleragenturen geführt, die durch eine qualitative Inhaltsanalyse ausgewertet und analysiert wurden. Aus den Daten wurde deutlich, wie vielschichtig und umfassend die bestehenden Hindernisse sind und dass diese sowohl externe als auch interne Aspekte umfassen. Beim Versuch die verschiedenen Hindernisse zu strukturieren, konnten die Kategorien Bewusstsein – Wissen – Handeln – Umfeld gebildet werden und somit die Dimensionen dargestellt werden, die die Umsetzung von ökologischer Nachhaltigkeit verhindern.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Ausgangssituation
1.2 Problembeschreibung
1.3 Zielsetzung
1.4 Methoden und Aufbau der Arbeit
2. Theoretischer Teil
2.1 Einleitung
2.2 Die Musikbranche
2.2.1 Musikveranstaltungssektor
2.2.2 Arbeitsfeld Künstleragenturen
2.3 Leitbild Nachhaltigkeit
2.3.1 Definition von Nachhaltigkeit
2.3.2 Nachhaltigkeitsmodelle
2.4 Ökologische Nachhaltigkeit im Live-Sektor
2.4.1 Green Events, Green Clubs & Festivals
2.4.2 Nachhaltigkeit aus Künstlerperspektive
2.4.3 Ökologische Nachhaltigkeit bei Künstleragenturen
2.4.4 Hindernisse von ökologischer Nachhaltigkeit
2.4.5 Schlussfolgerung aus der Theorie
3. Methodischer Teil
3.1 Einleitung
3.2 Forschungsziel
3.3 Forschungsdesign
3.4 Fallauswahl
3.4.1 Experten
3.4.2 Künstleragenturen
3.5 Vorbereitung und Datenerhebung
3.6 Datenauswertung und -analyse
4. Ergebnisse
4.1 Einleitung
4.2 Experten
4.3 Künstleragenturen
4.4 Fazit der Ergebnisse
5. Diskussion & Interpretation
5.1 Einleitung
5.2 Interpretation der Forschungsergebnisse
5.3 Einordnung der Forschungsergebnisse
5.4 Limitationen
5.5 Ausblick
6. Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Ziel dieser Bachelorarbeit ist es, die bestehenden Hürden bei der Integration ökologischer Nachhaltigkeit in die Geschäftsprozesse von Künstleragenturen zu identifizieren und zu analysieren, um Grundlagen für zukünftige nachhaltige Entwicklungen im Musikveranstaltungssektor zu schaffen.
- Analyse der Rolle von Künstleragenturen im Live-Sektor der Musikwirtschaft.
- Erforschung der Barrieren und Hindernisse bei der Umsetzung ökologischer Nachhaltigkeit aus Sicht der Agenturen.
- Strukturierung der Hindernisse in die Kategorien Bewusstsein, Wissen, Handeln und Umfeld.
- Untersuchung von Zusammenhängen zwischen ökologischem Anspruch und ökonomischen Interessen.
Auszug aus dem Buch
2.4.4 Hindernisse von ökologischer Nachhaltigkeit
Trotz eines unbestreitbaren Interesses an einer nachhaltigen Entwicklung scheinen immer noch Gründe zu bestehen, die die Akteure daran hindern ökologische Nachhaltigkeit in ihr Geschäftsmodell zu integrieren. Das Wort „Hindernis“ beschreibt eine Schwierigkeit oder einen Umstand, der das Erreichen eines Ziels erschwert. Im Pferdesport und der Leichtathletik stellen Hindernisse Objekte dar, die es gilt zu überspringen oder zu meistern (vgl. Pfeifer et al. 1993).
Im Kontext der nachhaltigen Entwicklung, können Hindernisse metaphorische Hürden gesehen werden, die es gilt zu überwinden, um das Leitbild Nachhaltigkeit umzusetzen. Dabei sind sich sowohl Vertreter der ökologischen Ökonomie, als auch modernere Ansätze der neo-klassischen Ökonomik einig, dass neben der schlichten Notwendigkeit, rationale Gründe bestehen, Nachhaltigkeit zu integrieren. Beispiele sind Kostenreduktionen, staatliche Regulierungen oder ein erhöhtes Bewusstsein von Konsumenten und Kunden (vgl. Hitchcock und Willard 2015: S. 5-11; Epstein und Buhovac 2014: S. 4; Corsten und Götzelmann: S. 151-152; ; Rogall und Oebels 2009: S. 5-6). Dennoch halten sich weiterhin Gegenargumente, die ein nachhaltiges Wirtschaften verhindern (vgl. Kuckartz 1998: S. 52; Corsten und Götzelmann 1993: S. 151; Maaß et al. 2014: S.3). Pufé (2017: S. 32-33) nennt im Unternehmenskontext die folgenden Gründe:
Befürchtung der Unvereinbarkeit wirtschaftlicher und ökologischer Ziele und Interessen.
Angst, deshalb Trade-Offs in Kauf nehmen zu müssen, die zulasten des Profits gehen.
Mangelnde Operationalisierbarkeit aufgrund der Komplexität.
Mangelndes Wissen und Personal.
Mangel an Rückhalt in Politik und Gesellschaft.
Verklärung, Gutmenschen-, Heile-Welt- und Pseudo-Weltuntergangs-Thema.
Trittbrettfahrermentalität; keiner will den ersten Schritt tun.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung der Ausgangslage, Problematik der klimaschädlichen Auswirkungen von Musik-Tourneen sowie Darlegung der Forschungsziele und Methodik.
2. Theoretischer Teil: Fundamentale Einführung in die Musikbranche, das Konzept der Nachhaltigkeit, Nachhaltigkeitsmodelle und den Stand der Umsetzung ökologischer Ansätze im Live-Sektor.
3. Methodischer Teil: Beschreibung des qualitativen Forschungsdesigns, der Auswahl der Experten und Künstleragenturen sowie des Prozesses der Datenerhebung und inhaltlich-strukturierenden Analyse.
4. Ergebnisse: Präsentation der empirischen Befunde aus Experten- und Agenturinterviews, kategorisiert nach Hindernissen und Hindernisdimensionen.
5. Diskussion & Interpretation: Einordnung der Forschungsergebnisse in den wissenschaftlichen Kontext, Diskussion der identifizierten Dimensionen (Bewusstsein, Wissen, Handeln, Umfeld) und Reflexion der Limitationen.
6. Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der identifizierten Hindernisse und Ausblick auf zukünftige Handlungsempfehlungen für die Praxis der Künstleragenturen.
Schlüsselwörter
Ökologische Nachhaltigkeit, Künstleragenturen, Musikveranstaltungssektor, Live-Sektor, Klimawandel, Tournee-Planung, Green Touring, qualitative Inhaltsanalyse, Experteninterviews, Hindernisse, Umweltmanagement, CO2-Emissionen, Musikindustrie, Unternehmensführung, Nachhaltigkeitsmanagement.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Hindernisse, mit denen Künstleragenturen bei der Umsetzung von ökologischer Nachhaltigkeit in ihrer täglichen Arbeit und bei der Tourneeplanung konfrontiert sind.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Arbeit verknüpft die Bereiche Musikwirtschaft, Nachhaltigkeitstheorie und empirische Sozialforschung, um die Diskrepanz zwischen ökologischem Bewusstsein und dem praktischen Handeln bei Künstleragenturen zu beleuchten.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die explorativ identifizierten Hürden und Hemmnisse zu benennen und zu strukturieren, um Anhaltspunkte für eine zukünftige nachhaltigere Ausrichtung der Branche zu liefern.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?
Der Autor führt eine qualitative Forschung durch, bestehend aus Experteninterviews und leitfadengestützten Interviews mit zehn Künstleragenturen, die mittels inhaltlich-strukturierender Inhaltsanalyse ausgewertet werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung des Standes der Nachhaltigkeit in der Musikbranche sowie den methodischen und empirischen Teil, in dem die Ergebnisse der Experten- und Agenturinterviews dargestellt und interpretiert werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind unter anderem ökologische Nachhaltigkeit, Künstleragenturen, Live-Sektor, CO2-Emissionen, Green Touring und qualitative Forschung.
Welche vier Hauptkategorien von Hindernissen wurden identifiziert?
Die Hindernisse konnten in die vier Dimensionen Bewusstsein, Wissen, Handeln und Umfeld unterteilt werden, die das komplexe Geflecht der Nicht-Umsetzung von Nachhaltigkeit erklären.
Welche Rolle spielen externe Faktoren wie politische Maßnahmen?
Die Arbeit stellt fest, dass fehlende politische Anreize, Förderungen und eine begrenzte Verfügbarkeit nachhaltiger Infrastrukturen (z.B. klimaneutrale Transportmittel) die Umsetzung für Agenturen massiv erschweren.
- Arbeit zitieren
- Friedemann Bauknecht (Autor:in), 2019, Ökologische Nachhaltigkeit im Kulturmanagement umsetzen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/506086