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Liberaler oder impliziter Familialismus? Die Entwicklung der Pflegereformen in Großbritannien seit 1990

Title: Liberaler oder impliziter Familialismus? Die Entwicklung der Pflegereformen in Großbritannien seit 1990

Term Paper (Advanced seminar) , 2019 , 18 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Jana Cordes (Author)

Sociology - Politics, Majorities, Minorities
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Die Arbeit thematisiert die Entwicklung der Pflegereformen in Großbritannien und zeigt, warum diese seit 1990 eine sozialpolitische Neuerung innerhalb des liberalen Wohlfahrtsstaats darstellen. Die wichtigsten Pflegereformen von 1990 werden beschrieben, die im Rahmen des NHS Community Care Acts verabschiedet wurden. Großbritannien stellt im europäischen Kontext den Idealtyp des liberalen Wohlfahrtsstaates dar. Die Pfadabhängigkeit des liberalen Wohlfahrtsstaat wird gewahrt, obwohl es zunehmend mehr konservative Elemente in den Pflegereformen gibt.

Der demographische Wandel und seine Folgen werden ein zunehmend wichtiges politisches Thema und spielen gerade in den europäischen Ländern eine große Rolle. 2012 lag der Anteil der 65-Jährigen in Großbritannien bei 16,6 % und der Anteil der 80-Jährigen bei 4,3 %. 2050 werden 24 % der Bevölkerung über 65 Jahren und 10 % über 80 Jahren alt sein. Dies sollte ein alarmierender Trend für die europäischen Wohlfahrtsstaaten sein, um die Pflegemaßnahmen auszubauen und somit die (zukünftige) Pflegeversorgung sicherstellen zu können.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1.0 Einleitung

2.0 Theoretischer Zugang

2.1 Esping- Andersens Wohlfahrtsstaatsmodell

2.2 Leitners Familialismusmodell

3.0 Entwicklung der Pflegereformen seit 1990

3.1 Wichtige Begriffserklärungen

4.0 Analyse der Pflegereformen

4.1 Ausbau der defamilialisierenden Strukturen und Zugang

4.2 Bedeutung der Familie und Carer’s Allowance

4.3 Attendance Allowance

4.4 Direct payments

4.5 Zuordnung zu Leitners Typologie

4.6 Abweichungen von der Typologie

5.0 Pfadabhängigkeit, Pfadbruch oder Hybridisierung?

5.1 Verortung der Ergebnisse in bisherige Literatur und Reflexion der Vorgehensweise

6.0 Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, inwiefern die Pflegereformen in Großbritannien seit 1990 eine sozialpolitische Neuerung innerhalb des liberalen Wohlfahrtsstaates darstellen, und analysiert, ob diese Reformen auf einen Pfadbruch hindeuten oder die bestehende liberale Logik bestätigen.

  • Analyse des liberalen Wohlfahrtsstaatsmodells nach Esping-Andersen
  • Anwendung des Familialismusmodells von Sigrid Leitner auf das britische Pflegesystem
  • Deskriptive Untersuchung der Entwicklung zentraler Pflegereformen (Attendance Allowance, Carer’s Allowance, Direct payments)
  • Bewertung der Konzepte Pfadabhängigkeit, Pfadbruch und Hybridisierung im Kontext der britischen Sozialpolitik
  • Diskussion der Auswirkungen auf die informelle und formelle Pflege sowie Versorgungslücken

Auszug aus dem Buch

1.0 Einleitung

Der demographische Wandel und seine Folgen werden ein zunehmend wichtiges politisches Thema und spielen gerade in den europäischen Ländern eine große Rolle. 2012 lag der Anteil der 65-Jährigen in Großbritannien bei 16,6% und der Anteil der 80-Jährigen bei 4,3%. 2050 werden 24% der Bevölkerung über 65 Jahren und 10% über 80 Jahren alt sein (Colombo 2013). Dies sollte ein alarmierender Trend für die europäischen Wohlfahrtsstaaten sein, um die Pflegemaßnahmen auszubauen und somit die (zukünftige) Pflegeversorgung sicherstellen zu können.

Daraus ergibt sich die Fragestellung, welche Pflegereformen durchgesetzt wurden und in welche Richtung sich diese entwickeln. Zur diesbezüglichen Analyse bietet sich Großbritannien an, weil es zum einen im europäischen Kontext den Idealtyp des liberalen Wohlfahrtsstaates darstelle (Esping-Andersen 1998: 44) und zum anderen seit den 1990ern besonders in den Fokus wissenschaftlicher Untersuchungen gerückt sei (Daly; Lewis 1998: 281). Dabei soll auf die wichtigsten Pflegereformen von 1990 eingegangen werden, die im Rahmen des NHS Community Care Acts verabschiedet wurden, weil diese Auth zufolge „den Höhepunkt der wohlfahrtsstaatlichen Umgestaltungsprozesse“ darstellen (Auth 2017: 133). Außerdem basiert die heutige Pflegesituation Großbritanniens auf diesen Reformen.

Zusammenfassung der Kapitel

1.0 Einleitung: Einführung in die demographische Problematik und die Relevanz der Pflegereformen in Großbritannien seit 1990 als Gegenstand der Analyse.

2.0 Theoretischer Zugang: Vorstellung der theoretischen Rahmenmodelle nach Esping-Andersen und Leitner zur Einordnung von Wohlfahrtsstaaten und Familialismus.

3.0 Entwicklung der Pflegereformen seit 1990: Darstellung der administrativen und finanziellen Veränderungen im Pflegesystem sowie Definition grundlegender Begriffe.

4.0 Analyse der Pflegereformen: Detaillierte Untersuchung der verschiedenen Reforminstrumente hinsichtlich ihrer Auswirkung auf Familialismus und Defamilialisierung.

5.0 Pfadabhängigkeit, Pfadbruch oder Hybridisierung?: Theoretische Einordnung der Reformergebnisse in die sozialwissenschaftlichen Logiken der Politikentwicklung.

6.0 Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Bewertung, dass Großbritannien seine liberale Logik weitgehend beibehält und sich in Richtung eines impliziten Familialismus entwickelt.

Schlüsselwörter

Großbritannien, Pflegereformen, Wohlfahrtsstaat, Familialismus, Defamilialisierung, Pfadabhängigkeit, Altenpflege, Sozialpolitik, NHS Community Care Act, Attendance Allowance, Carer’s Allowance, Direktzahlungen, demographischer Wandel, Pflegeversorgung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Entwicklung der Pflegereformen in Großbritannien seit 1990 und bewertet deren Auswirkungen auf die soziale Sicherung im Kontext des liberalen Wohlfahrtsstaates.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die Konzepte des Familialismus und der Defamilialisierung, die ökonomische Ausrichtung der Pflegeversorgung und der Einfluss staatlicher Reformen auf die familiäre Pflegetätigkeit.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Die Forschungsfrage lautet, inwiefern die Pflegereformen Großbritanniens seit 1990 eine sozialpolitische Neuerung innerhalb des liberalen Wohlfahrtsstaats darstellen und ob sie einen Pfadbruch oder eine Pfadabhängigkeit bedeuten.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?

Die Autorin nutzt einen deskriptiven und analytischen Ansatz, basierend auf der theoretischen Rahmung durch das Wohlfahrtsmodell von Esping-Andersen und das Familialismusmodell von Sigrid Leitner.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert spezifische Instrumente wie Carer’s Allowance, Attendance Allowance und Direct Payments und diskutiert, wie diese zur (De-)Familialisierung beitragen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Schlagworte sind Großbritannien, Pflegereformen, Wohlfahrtsstaat, Familialismus, Defamilialisierung und Pfadabhängigkeit.

Wie ordnet die Autorin das britische Pflegesystem ein?

Großbritannien folgt primär der Logik des liberalen Wohlfahrtsstaates und zeigt Anzeichen einer Entwicklung hin zum impliziten Familialismus, bei dem der Staat weniger Verantwortung übernimmt.

Gibt es einen klaren „Pfadbruch“ in der britischen Pflegepolitik?

Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass es keinen radikalen Pfadbruch gibt, sondern das System weiterhin dem liberalen Pfad der Pfadabhängigkeit folgt.

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Details

Title
Liberaler oder impliziter Familialismus? Die Entwicklung der Pflegereformen in Großbritannien seit 1990
College
University of Göttingen
Grade
1,0
Author
Jana Cordes (Author)
Publication Year
2019
Pages
18
Catalog Number
V506125
ISBN (eBook)
9783346051561
ISBN (Book)
9783346051578
Language
German
Tags
Esping-Andersen Großbritannien Familialismus Pflegereformen NHS Community Care Acts
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jana Cordes (Author), 2019, Liberaler oder impliziter Familialismus? Die Entwicklung der Pflegereformen in Großbritannien seit 1990, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/506125
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