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Mehrsprachigkeit im Fremdsprachenunterricht. Eine interkomprehensive Unterrichtsreihe im Fach Spanisch

Titel: Mehrsprachigkeit im Fremdsprachenunterricht. Eine interkomprehensive Unterrichtsreihe im Fach Spanisch

Masterarbeit , 2015 , 112 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Viktoria Jung (Autor:in)

Romanistik - Didaktik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese kulturelle und sprachliche Vielfalt ist schon lange Teil der europäischen Identität. Darin begründet sich auch die Forderung der Europäischen Union, dass jeder europäische Bürger neben seiner Muttersprache zwei weitere Fremdsprachen beherrschen sollte. Im Widerspruch zu dieser Forderung zeigt eine aktuelle Umfrage, dass diesem Ideal nur 25% der europäischen Bürger gerecht werden. Um der Forderung nach Mehrsprachigkeit im Rahmen des FSU gerecht werden zu können, bedarf es einer regelmäßigen Integration mehrsprachigkeitsdidaktischer Ansätze im Schulalltag. Die zentrale Fragestellung, die sich in diesem Zusammenhang ergibt, lautet folglich: Wie lässt sich die Mehrsprachigkeitsdidaktik- bzw. IK-Didaktik in die Unterrichtspraxis des FSU implementieren?

Die heutige Gesellschaft ist geprägt durch multilinguale und multikulturelle Einflüsse. Sprachen stellen in dieser vielfältigen Welt den Schlüssel zu den Türen anderer Länder dar. Sie tragen nicht nur zum verbesserten Verständnis anderer Kulturen bei, sondern dadurch bedingt auch zur Friedenssicherung. Im Zuge der Globalisierung und der zunehmenden Mobilität haben viele Menschen die Chance, in andere Länder zu reisen und deren Kulturen kennenzulernen. Durch Sprachen wird hier Kommunikation zwischen Angehörigen unterschiedlicher Kulturen möglich.

Sprachen ermöglichen zudem, neue Arbeitschancen wahrzunehmen und ein neues Leben in einem anderen Land aufzubauen, wodurch Arbeitslosigkeit innerhalb von Europa und der Welt entgegengewirkt werden kann. In dieser globalisierten Welt, in der zunehmend Menschen unterschiedlicher Muttersprachen aufeinandertreffen oder auch ein Land, eine Stadt gemeinsam besiedeln, gewinnt das Sprachenlernen zunehmend an Bedeutung.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Mehrsprachigkeitsdidaktik

2.1 Definition von Mehrsprachigkeit

2.2 Die europäische Forderung nach Mehrsprachigkeit

2.3 Von der Einsprachigkeit zur Mehrsprachigkeit

2.4 Das Konzept der Mehrsprachigkeitsdidaktik

2.5 Stand der Mehrsprachigkeitsdidaktik in Theorie und Praxis

3. Interkomprehensionsdidaktik

3.1 Definition von Interkomprehension

3.2 Das Konzept der Interkomprehensionsdidaktik

3.2.1 Ziele der Interkomprehensionsdidaktik

3.2.2 Prinzipien des interkomprehensiven Unterrichts

3.3 Stand der IK-Didaktik in Forschung und Praxis

3.4 Grundlagen der interkomprehensiven Erschließung

3.4.1 Schlüsselrolle des Transfers und Gefahr der Interferenz

3.4.2 Transferbasen

3.4.3 Begriff der Brückensprache

3.4.4 Brückensprachen im Hinblick auf das Spanische

3.4.5 EuroComRom: Die sieben Siebe

3.5 Konzeption interkomprehensiver Lernszenarien

4. Konzeption und Durchführung der Unterrichtsreihe

4.1 Thema der Unterrichtsreihe

4.2 Themen der einzelnen Unterrichtsstunden

4.3 Lehr- und Lernvoraussetzungen der Kurse

4.4 Didaktische Begründung des Themas

4.5 Sachanalyse

4.6 Didaktische Transformation des Themas

4.7 Lehr- und Lernziele und Kompetenzorientierung

4.8 Didaktisch-methodische Begründung der einzelnen Lehr- und Lernschritte

4.9 Reflexion nach Durchführung

5. Feedback-Fragebogen der Schüler

5.1 Hauptfragestellung und untersuchte Aspekte

5.2 Methode: Konzeption und Auswertung

5.3 Ergebnisse

5.4 Diskussion

6. Fazit und Ausblick

7. Bibliographie

8. Webliographie

9. Anhang

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht, wie mehrsprachigkeits- und interkomprehensionsdidaktische Ansätze effektiv in den schulischen Fremdsprachenunterricht (FSU) der Oberstufe implementiert werden können, um das vorhandene Sprachvorwissen der Lernenden für den Erwerb weiterer Sprachen zu nutzen. Ziel ist es, durch die Konzeption und praktische Erprobung einer Unterrichtsreihe am Beispiel des Spanischen aufzuzeigen, wie Sprachbewusstsein und rezeptive Lesekompetenz durch gezielte Transferstrategien gefördert werden können.

  • Integration mehrsprachigkeitsdidaktischer Konzepte in den FSU
  • Methoden der Interkomprehensionsdidaktik (insbes. EuroComRom)
  • Rolle von Transfer, Interferenz und Brückensprachen
  • Konzeption interkomprehensiver Lernszenarien im Themenfeld voyage
  • Analyse der Schülerperspektive durch Feedback-Fragebögen

Auszug aus dem Buch

3.4.1 Schlüsselrolle des Transfers und Gefahr der Interferenz

Der Transfer gilt in der IK-Didaktik als das wohl wichtigste lernpsychologische Konzept (vgl. Meißner/Reinfried 1998, 15). Daher wird die IK-Didaktik des Öfteren auch als Transferdidaktik bezeichnet (vgl. Meißner 2005a, 84). Unter „Transfer wird allgemein die Übertragung von Elementen (Strukturen, Lexik, Verhaltensweisen usw.) von einem Kontext bzw. einer Situation auf eine(n) andere(n) verstanden“ (Bär 2009, 45f.). Dabei ist der Begriff grundsätzlich wertneutral und impliziert gleichermaßen den positiven wie den negativen Transfer. Die Interkomprehension im didaktischen Sinne nutzt den ‚positiven Transfer’ als Hauptlernstrategie.

Der ‚negative Transfer’ wird in der Literatur als ‚Interferenz’ bezeichnet. Lange Zeit fand in der Fremdsprachenforschung nur der negative Transfer Berücksichtigung, um zukünftig durch missglückte Schlüsse entstandene Fehler zu vermeiden. Im Bereich des Spracherwerbs konzentriert sich die Interferenzforschung daher überwiegend auf die Fehleranalyse, vor allem im Bereich der Lexik (vgl. Reissner 2007, 72). Eine besondere Form der Interferenz sind die sogenannten ‚falschen Freunde’. Hierbei handelt es sich um Worte, die trotz ähnlicher Form eine unterschiedliche Bedeutung haben. So bedeutet créer im Französischen ‚erschaffen’, wohingegen creer im Spanischen ‚glauben’ bedeutet. Reissner (2007) betont, dass der Relevanz der falschen Freunde oftmals eine zu große Bedeutung zugeschrieben wird und der Erfolg des positiven Transfers für den rezeptiven Spracherwerb deutlich überwiegt (vgl. ebd., 76f.). Auch Schöpp (2013a) schließt sich dieser Meinung an und betont, dass angesichts der Vielzahl an, wie er es nennt, ‚vrais-amis’, die vergleichsweise wenigen ‚faux-amis’ nicht überbewertet werden dürfen (vgl. Schöpp 2013a, 156). Der Nutzen des positiven Transfers auf rezeptiver Basis kann also als deutlich größer eingeschätzt werden, als der oftmals befürchtete Schaden durch Interferenz, der ohnehin durch Kontextualisierung minimiert oder gar verhindert werden kann (vgl. Klein 2004a, 23).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Bedeutung von Mehrsprachigkeit in einer globalisierten Welt und stellt die Forschungsfrage nach der Implementierung mehrsprachigkeitsdidaktischer Ansätze in den Fremdsprachenunterricht.

2. Mehrsprachigkeitsdidaktik: Dieses Kapitel definiert Mehrsprachigkeit und diskutiert das didaktische Konzept sowie den aktuellen Stand in Theorie und Praxis im deutschen Schulwesen.

3. Interkomprehensionsdidaktik: Es werden die theoretischen Grundlagen der Interkomprehension, wie Transfer, Interferenz und Brückensprachen, sowie die EuroComRom-Methodik erläutert.

4. Konzeption und Durchführung der Unterrichtsreihe: Dieses Kapitel beschreibt die Planung und Durchführung einer vierstündigen Unterrichtsreihe im Fach Französisch, die auf das rezeptive Erschließen des Spanischen ausgerichtet ist.

5. Feedback-Fragebogen der Schüler: Die Ergebnisse der Schülerbefragung zur Akzeptanz und Motivation bezüglich der interkomprehensiven Unterrichtseinheiten werden hier analysiert und diskutiert.

6. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und gibt Empfehlungen für eine stärkere Verankerung der Mehrsprachigkeitsdidaktik in Lehrplänen und Lehrerbildung.

Schlüsselwörter

Mehrsprachigkeitsdidaktik, Interkomprehensionsdidaktik, Transfer, Interferenz, Brückensprache, EuroComRom, rezeptive Kompetenz, Sprachenbewusstheit, Sprachlernbewusstheit, Französischunterricht, Spanisch, Schülerperspektive, Unterrichtskonzeption, Fremdsprachenunterricht, Lernerautonomie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Mehrsprachigkeits- und Interkomprehensionsdidaktik und untersucht, wie man Schüler im Französischunterricht dazu befähigen kann, ihr Vorwissen zu nutzen, um Texte in einer anderen romanischen Sprache wie Spanisch rezeptiv zu erschließen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Themen sind die Förderung von Mehrsprachigkeit durch den Transfer zwischen Sprachen, die didaktische Aufbereitung von Sprachvergleichen im Unterricht und die empirische Untersuchung der Schülerperspektive zu diesen Methoden.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das primäre Ziel ist die Konzeption und Erprobung einer Unterrichtsreihe, die zeigt, dass Sprachlernende durch gezielte Interkomprehensionsmethoden (wie die sieben Siebe von EuroComRom) eine rezeptive Lesekompetenz für eine bislang unbekannte romanische Sprache entwickeln können.

Welche wissenschaftliche Methode wurde für die empirische Analyse verwendet?

Es wurde eine Befragung der Schüler mittels Fragebögen durchgeführt, wobei quantitative Daten mittels SPSS ausgewertet und offene Antworten mittels qualitativer Inhaltsanalyse nach Mayring kategorisiert wurden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im theoretischen Teil wird die Mehrsprachigkeits- und Interkomprehensionsdidaktik wissenschaftlich fundiert. Im praktischen Teil folgt die konkrete Planung, Durchführung und Auswertung einer Unterrichtsreihe für die gymnasiale Oberstufe (Klasse 10).

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Mehrsprachigkeitsdidaktik, Interkomprehensionsdidaktik, Transfer, Brückensprache, Sprachbewusstheit sowie die rezeptive Lesekompetenz.

Welche Rolle spielt Französisch als Brückensprache?

Französisch dient als „Brückensprache“, da aufgrund der romanischen Sprachverwandtschaft ein Großteil des spanischen Wortschatzes durch Rückgriff auf das Französische transferiert werden kann, was den Erwerb rezeptiver Kompetenzen erheblich beschleunigt.

Warum wird die „Hypothesengrammatik“ im Unterricht eingesetzt?

Sie dient als Instrument, mit dem Schüler angeleitet werden, grammatische Gesetzmäßigkeiten zwischen Französisch und Spanisch selbstständig zu entdecken, statt diese lediglich passiv zu lernen.

Welches Ergebnis liefern die Feedback-Fragebögen der Schüler?

Die Schüler bewerten den interkomprehensiven Unterricht überwiegend positiv; sie empfinden die Methode als motivierend und sind nach den Stunden zuversichtlicher, unbekannte romanische Texte erschließen zu können.

Ende der Leseprobe aus 112 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Mehrsprachigkeit im Fremdsprachenunterricht. Eine interkomprehensive Unterrichtsreihe im Fach Spanisch
Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz  (Romanisches Seminar)
Veranstaltung
Masterarbeit
Note
1,3
Autor
Viktoria Jung (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2015
Seiten
112
Katalognummer
V506226
ISBN (eBook)
9783346123060
ISBN (Buch)
9783346123077
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Mehrsprachigkeit Interkomprehension Spanisch Französisch Interkomprehensionsdidaktik Mehrsprachigkeitsdidaktik
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Viktoria Jung (Autor:in), 2015, Mehrsprachigkeit im Fremdsprachenunterricht. Eine interkomprehensive Unterrichtsreihe im Fach Spanisch, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/506226
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