Die vegane Ernährung ist umstritten wie keine andere Ernährungsweise. Es wird viel darüber diskutiert und unterschiedlich argumentiert, ob die vegane Ernährung gesund für den menschlichen Körper sei. Zu bedenken ist etwa, dass kontinuierlicher Konsum von veganen Produkten Nährstoffmangel verursachen kann. Es geht hierbei um Calcium, Eisen, Proteine und Zink. In unserer Gesellschaft wird der Veganismus meistens auf eine Ernährungsweise oder Konsum reduziert, für Veganer ist es aber weit mehr. Sie sprechen vielmehr von einem Lebensstil. Die Ernährungsweise hat ihren Ursprung aus dem früher entstandenen Vegetarismus. Genau gleich wie Vegetarier verzichten Veganer auf Fleisch. Darüber hinaus konsumieren sie keine Produkte, die von Tieren stammen. Als vegan lebende Person muss man daher sehr vorsichtig und aufmerksam sein und sich strikt an die Vorgaben halten. Allerdings existieren im Vegetarismus wie im Veganismus verschiedene Formen mit Eigenheiten. Die «Bio-vegane» Ernährung besteht auf den ausschliesslichen Konsum von Lebensmitteln, die unter strengen ökologischen Regeln produziert worden sind. Die «frugale» Ernährung beschränkt sich auf Früchte von Nahrungspflanzen, deren Konsum nicht die Vernichtung der Pflanze zur Folge hat. Die letzte Form wird als «vegane Rohkost» bezeichnet. Nach ihr ist ausschliesslich der Verzehr von Rohprodukten erlaubt. Viele vegan lebende Personen begründen ihre Lebensweise damit, dass sie aus ethischen und ökologischen Gründen keine Produkte, die Substanzen von Tieren enthalten, verwenden oder zu sich nehmen. Eine weitere wichtige Begründung hängt mit der Antibiotikaresistenz zusammen: Vielen Konsumenten ist wahrscheinlich nicht bekannt oder nicht wirklich bewusst, dass in der Tiermast massiv Antibiotika eingesetzt werden, die letztlich ins Fleisch gelangen. Mit dem Genuss von Fleisch werden zugleich Antibiotika konsumiert. Die Gefahr, dass der menschliche Körper resistent wird gegen Antibiotika, ist durchaus real.
Inhaltsverzeichnis
1. Präsentation Team und Auftrag
2. Planung nach der IPERKA-Methode
3. Vorwort
3.1. Zielsetzungen
3.2. Erwartungen
4. Einleitung in das Thema Veganismus
5. Entwicklung des Veganismus
5.1. Geschichtlicher Hintergrund
5.2. Heutiger Trend
6. Die 4 Ps des Marketing-Mix
6.1. Produktpolitik (Product)
6.2. Preispolitik (Price)
6.3. Distributionspolitik (Place)
6.4. Kommunikationspolitik (Promotion)
7. Interview
7.1. Auslöser für den Veganismus
7.2. Lebenseinstellung als Veganer
7.3. Persönliches Wohlbefinden
7.4. Einschränkungen im Alltag
7.5. Finanzieller Aspekt
8. Selbstversuch
8.1. Gesichtspunkte
8.2. Auswertung
8.2.1. Vorbereitung
8.2.2. Wochenrückblick
8.2.3. Probleme und Schwierigkeiten
8.2.4. Menü-Variationen
8.2.5. Fazit
9. Schlussfolgerung
Zielsetzung & Themen
Ziel dieser Arbeit ist es, den wachsenden Trend des Veganismus unter wirtschaftlichen, ökologischen und gesellschaftlichen Gesichtspunkten zu beleuchten und durch einen eigenen Selbstversuch praktisch erfahrbar zu machen.
- Analyse der Marktentwicklung und des Konsumverhaltens bei veganen Produkten
- Untersuchung der Marketingstrategien im Schweizer Detailhandel und der Gastronomie
- Darstellung der ethischen und gesundheitlichen Motive für einen veganen Lebensstil
- Evaluation von Preisunterschieden und ökologischen Auswirkungen (Import/Transport)
- Praktische Erprobung der veganen Ernährung und Dokumentation der Alltagsherausforderungen
Auszug aus dem Buch
6.1. Produktpolitik (Product)
Die Schweiz hat im Moment eine Bevölkerung von rund 8‘300‘000 Einwohner. Davon sind 69% Fleischesser, 17% Flexitarier, 11% Vegetarier und 3% Veganer. Unter den 250‘000 Einwohner, die sich vegan ernähren, befinden sich 65% Männer und 35% Frauen. Aufgrund des nachhaltigen Denkens und Handelns der Gesellschaft steigt der Anteil an Veganern jährlich um mehrere tausend Personen. Für rund 70% der gesamten Einwohner sind die sozialen und ökologischen Ansichten bei ihrer Kaufentscheidung von grosser Bedeutung, was diesen Anstieg auch erklären dürfte.
Veganes Essen wird immer beliebter, folgerichtig setzt der Schweizer Detailhandel immer stärker auf vegane Produkte. Insgesamt ist diese Entwicklung für den hiesigen Detailhandel eine wahre Goldgrube. Die Hauptprodukte, mit denen der grösste Umsatz erzielt wird, sind der vegane Ersatz von Milch und Fleischprodukten. Nebenprodukte wie vegane Kleidung, Pflegeprodukte, Putzmittel etc. sind bereits auf dem Markt, befinden sich aber noch in der Einführungsphase und verkaufen sich bis jetzt nur schwach. Das Durchschnittsalter der Veganer in der Schweiz liegt zwischen 15 und 34 Jahren. Von den 250‘000 Leuten, die sich vegan ernähren, sind 65% Männer. Dies ist der Hauptgrund für das enorm grosse Sortiment an Fleischersatzprodukten. Die Hersteller wollen die Bedürfnisse der heutigen Generation so gut wie möglich befriedigen. Gemäss diversen Studienberichte sind 80% der Produktverpackungen veganer Lebensmittel biologisch abbaubar. Die Hersteller gestalten ihre Verpackungen überwiegend in grüner Farbe und platzieren wahrheitsgetreue Bilder der Produkte. Rund 40% aller nicht veganer Produkte sind heute im Detailhandel auch vegan erhältlich. Damit bietet sich den Veganern die Möglichkeit, ohne grossen Zeitaufwand ihre Einkäufe zu erledigen und sie vermögen ihren Alltag wie jeder anderer zu gestalten.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Präsentation Team und Auftrag: Vorstellung der Verfasser und Definition des Projektziels im Rahmen der kaufmännischen Grundausbildung.
2. Planung nach der IPERKA-Methode: Strukturierte Darstellung der Arbeitsschritte von der Informationsbeschaffung bis zur Auswertung.
3. Vorwort: Erläuterung der Themenwahl und der persönlichen Motivation der Autoren bezüglich des Trends Veganismus.
4. Einleitung in das Thema Veganismus: Abgrenzung des Begriffs vom Vegetarismus und Einführung in verschiedene vegane Ernährungsformen.
5. Entwicklung des Veganismus: Historischer Rückblick auf die Ursprünge und Analyse des aktuellen Trends, besonders unter Jugendlichen.
6. Die 4 Ps des Marketing-Mix: Detaillierte Untersuchung des veganen Marktes hinsichtlich Produkt, Preis, Distribution und Kommunikation.
7. Interview: Erfahrungsbericht eines vegan lebenden Interviewpartners zu Motiven, Alltag und persönlichem Wohlbefinden.
8. Selbstversuch: Dokumentation und Reflexion des einwöchigen Experiments der Autoren, sich rein vegan zu ernähren.
9. Schlussfolgerung: Fazit der Autoren über die Zukunftsfähigkeit des Veganismus und die gewonnenen Erkenntnisse.
Schlüsselwörter
Veganismus, Ernährung, Marketing-Mix, Detailhandel, Fleischersatzprodukte, Trend, Nachhaltigkeit, Selbstversuch, Influencer, Konsumverhalten, Gastronomie, Gesundheit, Ethische Gründe, Schweizer Markt, Lebensstil.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Phänomen Veganismus, dessen zunehmende Bedeutung als gesellschaftlicher Trend und wie dieser Markt wirtschaftlich durch den Schweizer Detailhandel und die Gastronomie erschlossen wird.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung des Veganismus, der Anwendung des Marketing-Mix-Modells auf vegane Produkte, einem Experteninterview und einem einwöchigen Selbstversuch der Autoren.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, durch theoretische Analyse und praktische Erprobung ein fundiertes Verständnis über den veganen Lebensstil und dessen Einfluss auf den heutigen Markt zu gewinnen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es wurde eine Kombination aus Literaturrecherche, der Anwendung des Marketing-Mix-Modells, einem qualitativen Interview und einem Selbstversuch mit anschließender Auswertung genutzt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil wird der Veganismus unter den Aspekten Produktpolitik, Preisgestaltung, Distributionskanäle und Werbestrategien beleuchtet, ergänzt durch die Ergebnisse des Interviews und des Selbstversuchs.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Veganismus, Marketing-Mix, Nachhaltigkeit, Konsumverhalten und Selbstversuch am besten beschreiben.
Warum spielt Social-Media-Marketing eine so große Rolle für vegane Online-Shops?
Wie die Autoren feststellen, nutzen Online-Shops Influencer, um kostengünstig und gezielt eine junge Zielgruppe anzusprechen, da diese als Botschafter für Produkte fungieren und Glaubwürdigkeit vermitteln.
Welche Erkenntnisse lieferte der Selbstversuch bezüglich der Kosten?
Die Autoren stellten fest, dass eine bewusste vegane Ernährung zwar das Budget durch teurere Ersatzprodukte punktuell belasten kann, aber durch den Fokus auf Grundnahrungsmittel oder den Wegfall von Fleisch auch Einsparungen möglich sind.
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- Loris Gross (Author), Gian Knutti (Author), Abishan Arumugavel (Author), 2018, Veganismus im Aufwind, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/506296