Die Arbeit beschreibt was genau unter dem Begriff Covenants verstanden wird und wie sie sich im genauen von den normalen AGBs in einem Kreditvertrag unterscheiden. Des Weiteren wird im ersten Kapitel auf die unterschiedlichen Arten und Möglich-keiten der Vereinbarungen eingegangen. Dabei wurde sich auf die drei Hauptgruppen (Information, General und Financial Covenants) beschränkt.
Für die wichtigste Art der Covenants, die Financial Covenants werden die wichtigsten Kennzahlen aufgeführt und erklärt. Aufbauend auf das erste Kapitel wird im Zweiten Kapitel die Funktionen aus Sicht des Gläubigers, im meisten Fall ein Kreditinstitut, erläutert. Auch die damit zusammenhängenden Grenzen eines Covenants im Kreditvertrag werden beschrieben. Als letzten Punkt sind die möglichen Sanktionsmaßnahmen für einen Covenant-Bruch aufgelistet. Alle Kapitel werden anhand einer Studie von Roland Berger Strategy Consultants auf Ihre Tauglichkeit in der Praxis überprüft und die Veränderungen in den letzten Jahren, die sich aus den unterschiedlichen Wirtschaftslagen ergeben, versucht zu erläutern. Es wurden die Studien aus 2009 und 2014 verwendet, um zu prüfen inwieweit sich die Sicht der Banken auf Covenants verändert hat.
Im Zuge der Wirtschaftskrise 2007, die in Amerika begann und sich zu einer internationalen Krise innerhalb kurzer Zeit entwickelte, hatten Kreditinstitute mit enormen Abschreibungen und Forderungsausfällen zu kämpfen. Dies führte zu einem höheren Risikobewusstsein und dem Verständnis notwendige Vereinbarungen bereits im Kreditvertrag festzulegen. Um diese Krise zu verhindern, versprachen die Banken Besserungen in den Vereinbarungen für Firmenkredite. Die sogenannten Covenants, die eine Frühwarnung für Verschlechterungen und den Banken mehr Eingriffsmöglichkeiten geben sollen. Jedoch zeigen aktuelle Berichte, dass die Banken auf Grund des hohen Wettbewerb Druckes untereinander die Kreditkonditionen beständig weiter auflockern zu sogenannten "Covenant Lite" Krediten. "Es gibt Statistiken, die sehen den Anteil von Covenant-Lite-Deals heute bei 80 Prozent, vor einigen Jahren waren es nur 30 Prozent", lautet eine Aussage der Finanzierungsspezialistin der Firma Muzinich & Co.
Inhaltsverzeichnis der Arbeit
1. Einleitung
2. Covenants
2.1. Definition und Abgrenzung
2.2. Arten Covenants
2.2.1. Information Covenants
2.2.2. General Covenants
2.2.3. Financial Covenants
3. Covenants in Kreditverträgen
3.1. Funktionen Covenants aus Sicht des Kreditgebers
3.2. Grenzen
3.3. Sanktionen bei Kreditverletzungen
4. Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit untersucht die Bedeutung von Covenants in Kreditverträgen als Instrumente der Risikominimierung für Kreditgeber. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie sich diese Nebenbestimmungen in der Praxis, insbesondere unter Berücksichtigung von Wettbewerbsdruck und wirtschaftlichen Entwicklungen, auf die Vertragsgestaltung und die Beziehungen zwischen Banken und Unternehmen auswirken.
- Definition und systematische Einordnung von Covenants
- Differenzierung zwischen Information, General und Financial Covenants
- Analyse der Funktionen von Covenants aus Gläubigersicht
- Bewertung der Grenzen und praktischen Herausforderungen von Kreditklauseln
- Untersuchung von Sanktionsmechanismen bei Covenant-Verletzungen
Auszug aus dem Buch
2.1. Definition und Abgrenzung
Der Begriff Covenants stammt von dem lateinischen Wort Conventia ab und heißt übersetzt übereinkommen, Vereinbarung oder auch Vertrag. Im Anglo-amerikanischen wurden Covenants ursprünglich als eine formlose Einigung zwischen zwei Rechtparteien bezeichnet, bei der im Falle einer Rechtsverletzung, eine Klage auf Schadenersatz ermöglicht wird. Mittlerweile haben sich aus den losen Vereinbarungen schriftliche Verträge entwickelt. Heutzutage werden Covenants in der Praxis als kreditvertragliche Nebenbestimmungen verstanden, die Verhaltens- und Informationspflichten für den Schuldner umfassen und ihn zu deren Erfüllung verpflichtet.
Durch solche Maßnahmen wird versucht aus Sicht des Kreditgebers das Risiko, vereinbarte Zahlungen nicht fristgerecht oder zum vollen Betrag zu erhalten, zu mindern. Unsicherheiten über die wirtschaftliche Entwicklung in der Zukunft und die Schwierigkeiten der Einschätzung von Verhalten der Kreditnehmer machen die Maßnahmen zu Extra Vereinbarungen in Kreditverträgen erforderlich. Im Gegensatz zu den Covenants umfasst das Recht des Gläubigers für den Risikofall einer Insolvenz Anspruch auf einen exklusiven Zugriff auf bestimmtes Vermögen, das der Befriedigung eigener Ansprüche des Kreditgebers dient.
So sind bereits in klassischen Kreditvereinbarungen die Befriedigungschancen sehr hoch, jedoch wird die Eintrittswahrscheinlichkeit des Risikofalls dadurch nicht reduziert. Die Covenants hingegen zielen aus Sicht des Kreditgebers, durch festgelegte Verhaltens- und Informationspflichten, auf die Reduktion des Risikos ab. Diese Reduktion des Risikos erfolgt über regelmäßige Kontrollen und frühzeitige Informationen über den Kreditnehmer, welche in Covenants festgehalten wurden. Im Gegensatz dazu steht das Interesse des Kreditnehmers seine Entscheidungs- und Entwicklungsfreiheit zu schützen und dabei seine wirtschaftlichen Verhältnisse abzusichern, sodass keine Konsequenzen durch einen Vertragsbruch drohen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Kontext von Covenants vor dem Hintergrund der Finanzkrise und erläutert die Zielsetzung sowie die methodische Vorgehensweise der Arbeit anhand von Expertenstudien.
2. Covenants: In diesem Kapitel werden der Begriff Covenants definiert und die drei Hauptarten – Information, General und Financial Covenants – detailliert beschrieben und voneinander abgegrenzt.
3. Covenants in Kreditverträgen: Dieses Kapitel analysiert die Funktionen von Covenants aus der Sicht des Kreditgebers, thematisiert die Grenzen der Klauseln und erläutert mögliche Sanktionsmaßnahmen bei Verstößen.
4. Fazit: Das Fazit fasst die wesentlichen Ergebnisse zusammen, reflektiert die Veränderungen der Kreditpraxis zwischen 2009 und 2014 und schließt mit einem Ausblick auf die zukünftige Bedeutung dieser Instrumente.
Schlüsselwörter
Covenants, Kreditverträge, Risikominimierung, Financial Covenants, Banken, Unternehmenskredit, Liquiditätssicherung, Principal-Agenten-Theorie, Sanktionen, Covenant-Lite, Kreditrisiko, Finanzmanagement, Roland Berger, Bonität, Vertragsgestaltung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Rolle von Covenants als kreditvertragliche Nebenbestimmungen, die dem Gläubiger als Instrument zur Risikosteuerung und Frühwarnung bei der Kreditvergabe an Unternehmen dienen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Felder umfassen die Definition und Systematik von Covenants, ihre spezifischen Funktionen für Kreditinstitute sowie die Herausforderungen bei der Anwendung und Sanktionierung in der unternehmerischen Finanzierungspraxis.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die Wirkungsweise und Bedeutung von Covenants in der modernen Unternehmensfinanzierung zu erklären und aufzuzeigen, wie Banken diese nutzen, um das Kreditausfallrisiko zu mindern.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Untersuchung verwendet?
Die Arbeit stützt sich primär auf eine literaturbasierte Analyse sowie auf den Vergleich von zwei empirischen Studien der Roland Berger Strategy Consultants aus den Jahren 2009 und 2014.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Covenant-Arten (Information, General, Financial) und eine praxisorientierte Untersuchung der Funktionen, Grenzen sowie der Konsequenzen bei Vertragsverletzungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?
Wichtige Begriffe sind Covenants, Finanzmanagement, Risikominimierung, Kreditverträge, Covenant-Lite, Principal-Agenten-Theorie und finanzielle Kennzahlen.
Welche Rolle spielt die Principal-Agenten-Theorie in diesem Kontext?
Sie dient als theoretische Basis, um die Informationsasymmetrie zwischen Schuldner und Gläubiger zu erklären und zu begründen, warum Covenants als disziplinarisches und kontrollierendes Instrument notwendig sind.
Wie hat sich laut der zitierten Studie die Sanktionskultur verändert?
Die Analyse zeigt einen Wandel von eher harten Maßnahmen wie einer pauschalen Anpassung der Kreditkonditionen hin zu moderateren Ansätzen wie der "Waiver Fee", was teilweise auf den zunehmenden Wettbewerb unter den Banken zurückzuführen ist.
Warum wird die Eignung von Financial Covenants kritisch hinterfragt?
Da sie oft auf Daten vergangener Perioden basieren, spiegeln sie nicht immer die aktuelle Situation des Unternehmens wider und vernachlässigen bilanzunabhängige Faktoren wie das Management-Know-how oder die Marktstellung.
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- Franziska Scharbach (Author), 2019, Covenants in Kreditverträgen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/506302