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Transkulturelle und hybride Identitätsbildungsprozesse in Isaac B. Singers "Eine Kindheit in Warschau"

Title: Transkulturelle und hybride Identitätsbildungsprozesse in Isaac B. Singers "Eine Kindheit in Warschau"

Term Paper (Advanced seminar) , 2019 , 24 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Sophia Steinort (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Summary Excerpt Details

Das Werk "Eine Kindheit in Warschau" von Isaac Bashevis Singer ist der interkulturellen Literatur zuzuordnen. Es konfrontiert den Leser mit kulturell Fremdem, führt zu Alteritätserfahrungen und kulturellen Differenzen, baut diese jedoch gleichzeitig ab, indem es dem Leser das Ungewohnte und Unbekannte erklärt und näherbringt. Diese Arbeit befasst sich mit der Identitätsentwicklung des Protagonisten. Ganz besonders im Fokus steht die Frage danach, ob sich bei dem jungen Isaac transkulturelle Identitätsbildungsprozesse und die Entwicklung zu einer hybriden Identität feststellen lassen. Unter anderem mithilfe von Hofmanns Überlegungen zur interkulturellen Literatur, Welschs Verständnis von Transkulturalität und Homi Bhabhas Grundlagen zur Theorie hybrider Identitäten werden grundlegende Analyse- und Arbeitsbegriffe geklärt.

Im Hauptteil dieser Arbeit werden zum einen verschiedene inhaltliche Aspekte des Werkes in den Blick genommen - so nehmen Personen, Weltanschauungen, lebensweltliche Räume und unterschiedliche Kulturen, mit denen Isaac in Kontakt kommt, durchgehend eine bedeutsame Rolle für die Entwicklung seiner Identität ein - zum anderen werden erzähltheoretische Aspekte wie die Erzählperspektive und der strukturelle Aufbau der einzelnen Erzählungen auf den Aspekt der Identitätsbildungsprozesse untersucht. In einem Fazit werden noch einmal alle Ergebnisse zusammengeführt und die Frage beantwortet, ob bei der Identitätsentwicklung des Protagonisten von der Herausbildung einer transkulturellen und/oder hybriden Identität die Rede sein kann.

Das exakte Alter Isaacs in den verschiedenen Erzählungen wird häufig nicht explizit genannt, jedoch weist ein Kommentar zu Beginn des Werkes darauf hin, dass es sich um die ersten 14 Lebensjahre des Protagonisten handelt. Um Isaacs Identitätsentwicklung innerhalb der Erzählungen genauer in den Blick nehmen zu können, ist es also erforderlich, zuerst allgemeiner herauszuarbeiten, wie sich Identitäten innerhalb von Kindheit und Adoleszenz herausbilden und welche Faktoren diese Prozesse beeinflussen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Allgemeine Aspekte der Identitätsentwicklung

3. Kulturelle Identitätsbildungsprozesse

3.1 Der Begriff der transkulturellen Identität

3.2 Die Herausbildung hybrider Identitäten

3.3 Unterschiede der Konzepte Transkulturalität und Hybridität

4. Folgerungen aus den bisherigen Ergebnissen

5. Der Einfluss kultureller Räume auf Isaacs Identitätsentwicklung

5.1 Isaacs Lebenswelt

5.2 Die Bedeutung der Streifzüge Isaacs aus seinem Schtetl

6. Der Einfluss sozialer Beziehungen auf Isaacs Identitätsentwicklung

6.1 Der Einfluss der Familienmitglieder und ihrer Weltanschauungen

6.2 Der Einfluss weiterer intradiegetischer Figuren

7. Hinweise Erzähltheoretischer Stilmittel auf die Identitätsentwicklung Isaacs

7.1 Das Verhältnis von Protagonist und Erzähler

7.2 Hinweise im strukturellen Aufbau der Erzählungen

8. Fazit – Isaac: Eine transkulturelle und hybride Identität?

9. Literatur

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Identitätsentwicklung des Protagonisten Isaac in Isaac Bashevis Singers „Eine Kindheit in Warschau“ mit dem Ziel zu klären, ob sich bei ihm transkulturelle Identitätsbildungsprozesse sowie eine hybride Identität nachweisen lassen.

  • Identitätsentwicklung im Kontext von Kindheit und Adoleszenz
  • Transkulturalität und Hybridität als theoretisches Analyseinstrumentarium
  • Einfluss kultureller Räume (Schtetl vs. Warschauer Großstadt)
  • Rolle sozialer Beziehungen und familialer Weltanschauungen
  • Analyse erzähltheoretischer Merkmale und ihrer Bedeutung für die Identitätskonstruktion

Auszug aus dem Buch

5.1 Isaacs Lebenswelt

Die Erzählungen des Werkes „Eine Kindheit in Warschau“ beginnen mit dem Umzug des dreijährigen Protagonisten Isaac und seiner Familie vom kleinstädtischen Radzymin in das jüdische Viertel der polnischen Großstadt Warschau im Jahr 1908. Er wächst in einer Zeit politischer Umbrüche und instabiler gesellschaftlicher Verhältnisse auf.

„1914 brach der erste Weltkrieg aus. 1915 […] besetzten die Deutschen Warschau. 1917 hörte ich die unglaubliche Nachricht, daß Zar Nikolaus II. gestürzt worden sei. […] [Es] herrschten in Warschau Hunger und Typhus. Die Deutschen verschleppten Leute von offener Straße weg zu Zwangsarbeit. Wir waren am Verhungern.“ (13)

Das Werk beschäftigt sich jedoch hauptsächlich am Ende der Erzählungen mit den Einflüssen politischer Unruhen auf Isaacs Kindheit. In großen Teilen wird diese vor dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges beschrieben. Plastisch stellt der Erzähler seinen Umzug und sein Leben im jüdischen Schtetl in Warschau dar. Dieser jiddische Begriff ist eine Verkleinerungsform des Begriffes „schtot“ (Stadt) und kann verstanden werden als „überraschend widerstandsfähiges soziales Gebilde.“ Auf engstem Raum lebten Juden unterschiedlichster religiöser Auffassungen in einer fast autarken Gemeinschaft zusammen. Die Bevölkerung der Schtetl war zwar nicht wirtschaftlich unabhängig von der polnischen Bevölkerung, doch es handelte sich dennoch um eine Art Parallelgesellschaft, in der eigene Ordnungen, Wahrheiten, Werte und tägliche Rituale praktiziert wurden. „Wir kamen nur wenig mit Christen in Berührung. Der einzige Christ in unserem Hause war der Hausmeister.“ (50) Geprägt waren Schtetl von tiefer religiöser Frömmigkeit und einem zutiefst traditionsverhafteten Charakter. Nicht nur die Lebensform selbst bildete ein eigenes System, auch die Sprache wurde in den Schtetln unabhängig der Nationalsprache verwendet.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Identitätsentwicklung in Singers Werk unter Einbezug literaturtheoretischer Konzepte wie Transkulturalität und Hybridität.

2. Allgemeine Aspekte der Identitätsentwicklung: Theoretische Fundierung der Identitätsbildung unter Berücksichtigung von Eriksons psychosozialem Modell sowie modernerer Patchwork-Identitätsansätze.

3. Kulturelle Identitätsbildungsprozesse: Theoretische Auseinandersetzung mit den Begriffen Kultur, Transkulturalität und Hybridität sowie deren Abgrenzung.

4. Folgerungen aus den bisherigen Ergebnissen: Zusammenfassung der Analysefaktoren und Formulierung der Hypothesen für die Untersuchung von Isaacs Identität.

5. Der Einfluss kultureller Räume auf Isaacs Identitätsentwicklung: Analyse der Bedeutung des Schtetls und der Warschauer Umgebung für die Formung von Isaacs Identität.

6. Der Einfluss sozialer Beziehungen auf Isaacs Identitätsentwicklung: Untersuchung des Einflusses der Familie und externer Identifikationsfiguren auf das Weltbild des Protagonisten.

7. Hinweise Erzähltheoretischer Stilmittel auf die Identitätsentwicklung Isaacs: Analyse der Erzählperspektive und des strukturellen Aufbaus als Indikatoren für Identitätsbildungsprozesse.

8. Fazit – Isaac: Eine transkulturelle und hybride Identität?: Zusammenführung der Ergebnisse zur Bestätigung der transkulturellen und hybriden Identitätsentwicklung Isaacs.

9. Literatur: Verzeichnis der verwendeten Primär- und Sekundärquellen.

Schlüsselwörter

Identitätsentwicklung, Transkulturalität, Hybridität, Isaac Bashevis Singer, Eine Kindheit in Warschau, Schtetl, Kultur, Identität, Interkulturelle Literatur, Adoleszenz, Religiosität, Autofiktion, Weltanschauung, Sozialbeziehungen, Erzähltheorie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die Identitätsentwicklung des Protagonisten Isaac in Isaac Bashevis Singers autobiografisch inspiriertem Werk „Eine Kindheit in Warschau“.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Zentrum stehen die Konzepte der Transkulturalität und Hybridität sowie deren Einfluss auf die Identitätsbildung eines Jungen im kulturellen Umfeld des jüdischen Warschau des frühen 20. Jahrhunderts.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, festzustellen, ob sich bei dem Protagonisten Isaac transkulturelle Identitätsbildungsprozesse nachweisen lassen und ob er als hybride Identität betrachtet werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es wird eine literarische Werkanalyse durchgeführt, die sowohl inhaltliche Aspekte (soziales Umfeld, Kulturräume) als auch erzähltheoretische Mittel einbezieht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der kulturellen Räume, den Einfluss sozialer Beziehungen (Familie und Vorbilder) sowie die Untersuchung der Erzählweise und der strukturellen Gestaltung der Erzählungen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Identitätsbildung, Hybridität, Transkulturalität, jüdisches Schtetl und autobiografische Erzählweise charakterisiert.

Welche Bedeutung hat das Schtetl für Isaacs Entwicklung?

Das Schtetl fungiert als kultureller Raum, der einerseits Sicherheit und Tradition bietet, andererseits aber durch Isaacs stetige Ausflüge in die Welt außerhalb zum Ort der kulturellen Differenz und Identitätssuche wird.

Wie beeinflusst die Erzählstruktur die Analyse der Identität?

Die Wahl der Erzählweise (autofiktional, Distanz zwischen erzählendem und erlebtem Ich) ermöglicht dem Erzähler eine reflektierte Rekonstruktion seiner Identität, die den Prozess des Aushandelns verschiedener Kultureinflüsse sichtbar macht.

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Details

Title
Transkulturelle und hybride Identitätsbildungsprozesse in Isaac B. Singers "Eine Kindheit in Warschau"
College
University of Education Ludwigsburg  (Institut für Sprachen - Abteilung Deutsch)
Course
Hybride Identitäten in Literatur und Film
Grade
1,0
Author
Sophia Steinort (Author)
Publication Year
2019
Pages
24
Catalog Number
V506474
ISBN (eBook)
9783346053985
ISBN (Book)
9783346053992
Language
German
Tags
Transkulturalität Hybridität Hybride Identität Transkulturelle Identität Eine Kindheit in Warschau Isaac B. Singer Welsch Homi Bhabha Interkulturelle Literatur Interkulturelle Literaturwissenschaft
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sophia Steinort (Author), 2019, Transkulturelle und hybride Identitätsbildungsprozesse in Isaac B. Singers "Eine Kindheit in Warschau", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/506474
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