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Mädchenkriminalität. Ursachen bei adoleszenten Mädchen und spezifische Präventionsmaßnahmen

Title: Mädchenkriminalität. Ursachen bei adoleszenten Mädchen und spezifische Präventionsmaßnahmen

Term Paper , 2015 , 24 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Diana Johanna Volkmer (Author)

Social Work
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Kommt es Ihnen bekannt vor? Ein Spaziergang durch die Stadt und Sie sehen sich anschreiende, sich schubsende oder schlagende weibliche Jugendliche. Vielleicht haben die Mädchen nur einen Streit aufgrund einer Meinungsverschiedenheit? Das Mädchen mit dem Gips daneben, ist ihre Verletzung durch einen Unfall oder durch Gewalt entstanden? Was passiert, wenn Sie sich mit diesem Thema auseinander setzen? Stellen Sie sich die Frage: Haben Mädchen einen ebenso gleichmäßig hohen Anteil an Gewaltpotenzial und -kriminalität wie Jungen und wenn ja, wie scheint dies begründbar?

Ich habe zum Beginn des Semesters mein Wunschseminar "Jugendkriminalität" belegen dürfen und mich im Verlauf dessen, dazu entschlossen, ein für mich relevantes Thema zu wählen, die Mädchenkriminalität. Insbesondere durch meine Arbeit in der stationären Jugendhilfe, die sich hauptsächlich auf eine Mädchenwohngruppe beläuft und in der Gewalt temporär ein präsentes Thema war, habe ich mich intensiv mit diesem Thema auseinander gesetzt. Die Relevanz im Fachbereich ist im Vergleich zur Jungenkriminalität in der Vergangenheit geringer gewesen. Mädchenkriminalität ist zu einem immer präsenteren Thema geworden, welches durch Studien immer weiter erforscht wird.

In der vorliegenden Hausarbeit soll das Thema Mädchenkriminalität mit dem Fokus auf gewalttätige Handlungen, hinsichtlich verschiedener Aspekte beleuchtet werden. Dabei wird besonders Bezug zu möglichen Ursachen von adoleszenter weiblicher Gewalt genommen und mit dem Gegengeschlecht verglichen. Einleitend wird der theoretische Hintergrund mit relevanten Begriffen definiert. Der empirischen Forschung bzw. der Bezug zu Statistiken wird der aktuellen polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) von 2013 zugrunde gelegt, die spezifische Unterschiede im Vergleich zur männlichen Adoleszenz herstellt. Augenmerk hinsichtlich Jugendkriminalität bzw. Mädchenkriminalität stellt das Deliktfeld Körperverletzung dar.

Im zweiten Abschnitt werden die Entwicklung und Ursachen delinquenten Verhaltens in der weiblichen Adoleszenz, vorwiegend durch Bruhns, Kirchmair, Neumaier und Silkenbeumer thematisiert. Dazu werde ich mich im Mittelpunkt auf zwei Theorien konzentrieren und mit diesen mögliche Erklärungsansätze für weibliche Gewalthandlungen untersuchen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Begriffserklärung und theoretischer Hintergrund

2.1 Adoleszenz

2.2 Delinquenz

2.3 Gewalt

2.4 (Mädchen-)kriminalität

3 Empirische Forschung/Statistiken

3.1 Ubiquität von Jugendkriminalität 2013

3.2 Mädchen vs. Jungen – Deliktfeld Körperverletzung

3.3 Häufigkeit im geschlechtlichen Vergleich

4 Entwicklung und Ursachen delinquenten Verhaltens in der weiblichen Adoleszenz

4.1 Differenzen zwischen Mädchen- und Jungenkriminalität

4.2 Theorien möglicher Entstehungsgründe

4.2.1 Individualitätstheorie

4.2.2 Psychosozialer Faktor – Peer-Groups

5 Präventionsarbeit

5.1 Konfrontative Gewaltprävention

5.2 Anti-Aggressivitäts-Training (AAT)

5.3 Coolness Training (CT)

6 Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen der Mädchenkriminalität mit einem besonderen Fokus auf gewalttätige Handlungen. Ziel ist es, die Ursachen für weibliche Gewalt in der Adoleszenz zu identifizieren, diese in den theoretischen Kontext einzubetten und geeignete präventive Ansätze für die pädagogische Praxis aufzuzeigen.

  • Analyse von Ursachen für Gewalt bei adoleszenten Mädchen
  • Vergleich zwischen Mädchen- und Jungenkriminalität
  • Theoretische Fundierung durch Individualitäts- und psychosoziale Theorien
  • Vorstellung der Konfrontativen Pädagogik
  • Bewertung von Anti-Aggressivitäts-Training (AAT) und Coolness Training (CT)

Auszug aus dem Buch

4.2.1 Individualitätstheorie

Die Individualitätstheorie ist nach Beck (2006) als „kritische Gegenwartsdiagnose“ der Gesellschaft zu verstehen, die besonders auf die veränderten Lebensumstände zurückzuführen sind. Damals waren Lebenswege vorbestimmt und festgelegt. Diese haben sich seit der Vergangenheit verändert, sodass in der heutigen modernen Zeit immer mehr eine unabhängige, individuelle und allein zu verantwortende Lebensführung vorherrschend geworden sei (vgl. Neumaier, 2011, S. 113). Die veränderten gesellschaftlichen Strukturen werden nach Beck anhand von drei differenten Individualisierungsschüben charakterisiert.

1. Entfremdung des Ursprungsmilieu

Die Entfremdung aus dem ursprünglichen Milieu sei auf ein Anstreben nach immer höheren Bildungsabschlüssen und somit auf die verlängerten Ausbildungszeiten zurückzuführen (vgl. Neumaier, 2011, S. 113)

2. Veränderung durch Eintritt in das Arbeitsleben

Individuen würden, aufgrund von „Anforderungen immer höherer Mobilitätsbereitschaft im Berufs-, Orts- und Arbeitsplatzbereichs“, aus ihren traditionellen Lebensverläufen gelöst. Das bedeute eine enorme Selbstorganisation für den Einzelnen (Neumaier, 2011, S. 114)

3. Konkurrenzdruck

Konkurrenzdruck sei unter anderem auf die zunehmende Arbeitslosigkeit und die Abwertung von Bildungsabschlüssen begründet. Diese führe das Individuum in den Zwang, sich von anderen abzuheben, um nicht der Austauschbarkeit zu unterliegen. Dieser Prozess entstehe nun vorwiegend zwischen Personen die gleiche Eigenschaften aufweisen. Individualisierung heiße auch, dass der Lebenslauf der Menschen unabhängig von vorgegebenen Mustern sei und deshalb abhängig von den Entscheidungen der Individuen. Entscheidungen der Einzelnen würden als Konsequenzen empfunden werden, sodass „die Wahrnehmung des Individuums von Unabhängigkeit, Schuldbewusstsein, Angstgefühlen und anderen psychischen Problemlagen“ ihren Ursprung zumeist in gesellschaftlich problematischen Lagen und Strukturen zu begründen seien (Neumaier, 2011, S. 114).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Einführung in das Thema der Mädchenkriminalität, Begründung der Relevanz und Erläuterung des Aufbaus der Arbeit.

2 Begriffserklärung und theoretischer Hintergrund: Definition der zentralen Begriffe Adoleszenz, Delinquenz, Gewalt und (Mädchen-)kriminalität als Basis für die weitere Arbeit.

3 Empirische Forschung/Statistiken: Analyse der Kriminalitätsbelastung von Mädchen anhand aktueller Daten der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) von 2013.

4 Entwicklung und Ursachen delinquenten Verhaltens in der weiblichen Adoleszenz: Untersuchung der Ursachen weiblicher Gewalt mittels Individualitätstheorie und psychosozialer Faktoren.

5 Präventionsarbeit: Darstellung pädagogischer Interventionsmöglichkeiten, insbesondere der konfrontativen Pädagogik mit den Formaten AAT und CT.

6 Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Betrachtung der Forschungsergebnisse und Identifikation weiterer notwendiger Forschungsbedarfe.

Schlüsselwörter

Mädchenkriminalität, Adoleszenz, Gewaltprävention, Delinquenz, Konfrontative Pädagogik, Anti-Aggressivitäts-Training, Coolness Training, Jugendhilfe, Individualisierung, Peer-Groups, Sozialisation, Körperverletzung, Gewaltbereitschaft, Psychosoziale Faktoren, Resozialisierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt das Phänomen der Gewaltkriminalität bei adoleszenten Mädchen und analysiert die Ursachen sowie spezifische pädagogische Präventionsmaßnahmen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die theoretische Definition von Mädchenkriminalität, die empirische Lage in Deutschland, die Entstehungsursachen und die Methoden der konfrontativen Gewaltprävention.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, einen Überblick über den Stand der Forschung zu geben, Entstehungsursachen zu beleuchten und aufzuzeigen, wie gewaltbereite Mädchen in der Praxis unterstützt werden können.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Autorin stützt sich primär auf eine Literaturanalyse bestehender psychologischer und soziologischer Theorien sowie auf die Auswertung der polizeilichen Kriminalstatistik (PKS).

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine empirische Bestandsaufnahme, eine theoretische Analyse der Ursachen (Individualisierung und soziale Faktoren) sowie die Vorstellung von Trainingsprogrammen wie AAT und CT.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Mädchenkriminalität, Adoleszenz, Konfrontative Pädagogik, Prävention und soziale Desintegration charakterisiert.

Welche Rolle spielen Peer-Groups bei der Entstehung von Gewalt?

Peer-Groups fungieren oft als Familienersatz oder Rückzugsort, in denen Gewalt als Mittel zur Anerkennung, Identitätsbildung oder Machtdemonstration eingesetzt wird.

Warum wird das AAT im Schulalltag oft nicht angewendet?

Das AAT ist eine sehr intensive, deliktspezifische Methode für Mehrfachtäter, die für den normalen Schulalltag zu aufwendig ist, weshalb das abgeschwächte Coolness-Training (CT) als Alternative genutzt wird.

Inwiefern beeinflusst der Individualisierungsprozess die Gewaltbereitschaft?

Durch den gesellschaftlichen Druck zur Selbstorganisation und fehlenden sozialen Halt können bei Mädchen psychische Probleme und Aggressionen entstehen, die sich in Gewalt entladen.

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Details

Title
Mädchenkriminalität. Ursachen bei adoleszenten Mädchen und spezifische Präventionsmaßnahmen
College
University of Kassel  (Institut für Humanwissenschaften)
Course
Jugendkriminalität
Grade
2,0
Author
Diana Johanna Volkmer (Author)
Publication Year
2015
Pages
24
Catalog Number
V506512
ISBN (eBook)
9783346058720
ISBN (Book)
9783346058737
Language
German
Tags
Jugendkriminalität Mädchenkriminalität Jugendliche Adoleszenz Ursachen Gewaltkriminalität Mädchen Präventionsmaßnahmen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Diana Johanna Volkmer (Author), 2015, Mädchenkriminalität. Ursachen bei adoleszenten Mädchen und spezifische Präventionsmaßnahmen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/506512
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