Auswirkungen der wirtschaftlichen Entwicklung Chinas auf die internationale Arbeitsteilung


Seminararbeit, 2005

35 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 PROBLEMSTELLUNG UND VORGEHENSWEISE

2 CHINAS AUßENWIRTSCHAFTLICHE ENTWICKLUNG

3 ERKLÄRUNGSANSÄTZE ZUR INTERNATIONALEN ARBEITSTEILUNG
3.1 THEORIE KOMPARATIVER VORTEILE
3.2 DAS GÄNSEFLUG MODELL
3.3 GLOBALE AUFTEILUNG DER WERTEKETTE

4 AUSWIRKUNGEN AUF DIE INTERNATIONALE ARBEITSTEILUNG
4.1 HORIZONTALE ARBEITSTEILUNG
4.2 VERTIKALE ARBEITSTEILUNG
4.3 DIREKTINVESTITIONEN
4.4 ANWENDBARKEIT DES GÄNSEFLUGMODELLS
4.4.1 ANWENDBARKEIT AUF CHINA
4.4.2 ANWENDBARKEIT INNERHALB DER GRENZEN CHINAS

5 AUSBLICK

6 FAZIT

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Chinas Stärken und Schwächen 2002

Tabelle 2: Exporte und Importe 2002

Tabelle 3: Handelsstruktur nach Fertigungsstufen

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Anteil am Welthandel in % 22

Abbildung 2: Ausländische Direktinvestitionen 22

Abbildung 3: Gänseflugmodell (1) 23

Abbildung 4: Gänseflugmodell (2) 23

Abbildung 5: Zwischenprodukthandel 24

Abbildung 6: Entwicklung komparativer Vorteile 1980-1997 25

Abbildung 7: Entwicklung komparativer Nachteile 1980-1997 25

Abbildung 8: Entwicklung komparativer Vor- und Nachteile 1967-2002 26

Abbildung 9: Handelsbilanzsaldo 27

1 Problemstellung und Vorgehensweise

Der wirtschaftliche Aufstieg Chinas ist mit Auswirkungen auf die internationale Arbeitsteilung verbunden. Einerseits werden andere am Außenhandel beteiligte Länder beeinflusst, andererseits schlägt sich Chinas Entwicklung in seinem eigenen Handelsmuster nieder. Während der erste Aspekt hier ausgeklammert wird, gilt der Fokus dieser Arbeit Chinas eigener Handelsstruktur. Zielsetzung ist es, die Rolle Chinas in der internationalen Arbeitsteilung und die mit seiner wirtschaftlichen Entwicklung verbundenen Änderungen seines Handelsmusters aufzuzeigen.

Nach einem kurzen Überblick über den Reformprozess und die aktuelle Wirtschaftslage in China werden theoretische Begriffe wie horizontale und vertikale Arbeitsteilung, inter- und intrasektoraler Handel sowie das Prinzip des komparativen Vorteils erklärt, an denen später das chinesische Handelsmuster beschrieben wird. Im Anschluss wird ein Zusammenhang zwischen Handelsmuster und Direktinvestitionen präsentiert. Ferner wird ein speziell auf den südostasiatischen Raum bezogenes, bei uns wenig bekanntes, Entwicklungsmodell vorgestellt und seine Anwendbarkeit auf China diskutiert. Das vorletzte Kapitel behandelt potentielle Entwicklungen und ihre Auswirkungen auf den chinesischen Außenhandel. Abschließend wird ein Fazit aus den vorangegangenen Beobachtungen gezogen.

2 Chinas außenwirtschaftliche Entwicklung

Die steigende chinesische Beteiligung am Welthandel (Abb. 1) hat China 2004 zur drittgrößten Handelsnation der Welt (2003: 4. Platz)1 hinter den USA und Deutschland gemacht.2 Chinas Außenhandel erreichte 2004 einen Gesamtzuwachs von 35,7 %, das Handelsvolumen betrug 1,15 Billionen US-Dollar.3 Der Anteil an den weltweiten Exporten betrug 2003 5,9 %,4 davon waren die meisten Exporte aus dem verarbeitenden Gewerbe. Laut offiziellen Statistiken betrug das jährliche Wirtschaftswachstum seit 1979 durchschnittlich 9 %.5 Die Direktinvestitionen nach China sind in den letzten 15 Jahren rapide gewachsen (Abb. 2). Betrugen die Direktinvestitionen 1990 noch 3,4 Mrd. US-Dollar,6 so erreichten sie im Jahr 2004 eine Rekordsumme von 60 Mrd. US-Dollar7 und machen China weltweit zu einer der wichtigsten Destinationen für international operierende Unternehmen. All diese Zahlen sind Ergebnis eines seit zwei Jahrzehnten andauernden Reform- und Entwicklungsprozesses, der im Folgenden kurz aufgerissen wird.

Chinas fortschreitende wirtschaftliche Entwicklung begann mit der politischen Öffnung im Jahr 1978 unter Deng Xiaoping. Zahlreiche Reformen wie die Liberalisierung des Handels, die Öffnung gegenüber ausländischem Kapital, und die Bildung eines privaten Sektors verbinden marktwirtschaftliche Elemente mit einem strengen politischen Regime.8 Seit 1984 wurden im Süden vier Sonderwirtschaftszonen mit ausgebauter Infrastruktur errichtet, welche ausländisches Kapital und damit auch Wissen und Technologie angezogen haben.9 Graduell wurden Importzölle gesenkt, bis 2010 sollen die mittleren Zollsätze auf 9,8 % sinken.10 Der private Sektor hat dazu beigetragen, dass China den Wandel von einer Mangelwirtschaft zu einer Wirtschaft mit Handelsbilanzüberschüssen geschafft hat. Die makroökonomische Stabilität ist für ein Entwicklungsland hoch, und die Politik der Regierung bietet genug Sicherheit für Unternehmen, Investoren und Konsumenten marktgerechte Entscheidungen zu treffen.11

Der Beitritt Chinas zur Welthandelsorganisation (WTO) am 11. Dezember 2001 wird als wichtigstes Ereignis seit Chinas Öffnung angesehen.12 Der Beitritt bedeutet für China eine weitgehende Liberalisierung des Warenhandels in Verbindung mit der Abschaffung der Quotenregelung im Textilsektor, die Öffnung des Dienstleistungssektors für ausländische Unternehmen und Verpflichtungen im Rahmen des Schutzes des geistigen Eigentums.

Schließlich wurde im März 2004 das „Recht auf privates Eigentum“ in der Verfassung verankert.13 Obwohl darauf ein einklagbarer Rechtsanspruch als zweifelhaft gilt, so ist dieser Schritt doch ein grundlegender Wandel in der Politik der Kommunistischen Partei Chinas.14

3 Erklärungsansätze zur internationalen Arbeitsteilung

Im Folgenden werden theoretische Konzepte der internationalen Arbeitsteilung vermittelt, die die Grundlage für die Betrachtung der chinesischen Handelsstruktur in Kapitel 4 bilden.

Arbeitsteilung ist jede Form der Aufteilung der Produktion von Gütern in unterschiedliche Teilprozesse, die von verschiedenen Wirtschaftseinheiten durchgeführt und später durch eine Form der Arbeitsvereinigung wieder zusammengeführt werden.15 Die internationale Arbeitsteilung besteht in der „Aufteilung der Arbeit zwischen den Volkswirtschaften, wobei sich die einzelnen Länder auf die Erstellung bestimmter Leistungen spezialisieren“.16 Die Vorteile der internationalen Arbeitsteilung liegen in der Steigerung der Produktivität, und einer besseren Versorgung der Verbraucher.17 Insbesondere Lemoine18 unterscheidet hier zwischen einer horizontalen und einer vertikalen Spezialisierung der Länder, wobei der Begriff der Spezialisierung in diesem Zusammenhang als Synonym für Arbeitsteilung angewandt wird. Die Spezialisierung unterschiedlicher Länder auf die Herstellung bestimmter Produkte ist die horizontale Arbeitsteilung.19 Diese Form der Arbeitsteilung wird in der klassischen Außenhandelstheorie beschrieben. Die vertikale Arbeitsteilung stellt auf die Spezialisierung der Länder auf einzelne Fertigungsstufen des Herstellungsprozesses ab.20

Die Funktion der Arbeitsvereinigung bei der internationalen Arbeitsteilung übernimmt der Außenhandel. Zwei wesentliche Gründe verursachen Außenhandel: Zum einen führen Unterschiede in der Ressourcenausstattung (Heckscher - Ohlin)21 oder in der Produktivität der Länder (Ricardo) zu Spezialisierung auf die jeweils relativ vorteilhaftesten Sektoren, so begründet es die klassische Außenhandelstheorie. Zum anderen bieten Skalenerträge Anreize, auch mit Ländern ähnlicher Ressourcenausstattung Handel zu betreiben.22

3.1 Theorie komparativer Vorteile

Der klassische Ansatz der Theorie komparativer Vorteile geht auf den englischen Ökonomen David Ricardo zurück. Sein Modell führt Außenhandel ausschließlich auf die unterschiedlichen Arbeitsproduktivitäten in den beteiligten Ländern zurück.23 Bei der Herstellung von Gütern wird sich ein Land auf dasjenige Gut spezialisieren, bei dem es im Vergleich zu anderen Ländern einen komparativen Vorteil hat. Ein Land besitzt auf einem Gebiet dann einen komparativen Vorteil, wenn die Opportunitätskosten für die Produktion eines Gutes in diesem Land geringer sind als in anderen Ländern.24 Dabei zeigt Ricardo, dass selbst Länder mit hohen Löhnen oder Länder mit geringer Produktivität international wettbewerbsfähig sein können25 und vom internationalen Handel profitieren. So kommt es auch zum Handel zwischen Ländern mit absoluten Vor- bzw. Nachteilen in bestimmten Branchen. Ricardo zeigt auch, dass Außenhandel im Vergleich zu Autarkie immer wohlfahrtssteigernde Wirkungen hat.26

Die unrealistischen Annahmen dieses Modells (undifferenzierte Produkte, einheitliche Technologien, Vernachlässigung von Skalenerträgen)27 machen deutlich, dass dieser Ansatz zu einseitig ist, da Ricardos Modell nur Handel von Gütern unterschiedlicher Industrien erfasst. Dieser sog. intersektorale Handel spiegelt komparative Vorteile eines Landes wider. Einen beachtlichen Anteil am Außenhandel nimmt jedoch der wechselseitige Austausch von differenzierten Gütern innerhalb der gleichen Branche ein, der sog. intrasektorale Handel.28 Dieser begründet sich aus Skalenerträgen, die mikroökonomisch mit sinkenden Herstellungsstückkosten bei steigendem Output erklärt werden.29

Obgleich die klassischen Modelle unzureichend sind, um die realen Handelsströme und Muster abzubilden, wurden die zwei Hauptaussagen Ricardos empirisch bestätigt:30 erstens, dass Produktivitätsunterschiede eine wichtige Rolle im Außenhandel spielen, und zweitens, dass nicht die absoluten, sondern die komparativen Vorteile ausschlaggebend sind. Da eine statische Sichtweise von komparativen Vorteilen unzureichend ist, wird nun ein Modell vorgestellt, das die dynamische Perspektive beinhaltet.

3.2 Das Gänseflug Modell

Das Handels- und Entwicklungsmodell von Akamatsu Kaname für den südostasiatischen Raum hat sich ursprünglich auf die japanische Textilindustrie bezogen. Nach diesem Modell beruht wirtschaftliche Entwicklung immer darauf, dass ein führendes Industrieland auslaufende Industrien und das entsprechende Know- how an Länder der nächsten Entwicklungsgeneration weitergibt.31 Entwickelte Länder mit kapitalintensiven Industrien verlieren ihren komparativen Vorteil in arbeitsintensiven Sektoren und transferieren diese in weniger entwickelte Länder mit reichlich Arbeitskräften und niedrigeren Löhnen. Die „Leitgans“ gibt ihre arbeitsintensiven Industrien ab, um sich auf die Produktion von Investitionsgütern zu spezialisieren und diese zu exportieren.32 So kommt es zu einem wirtschaftlichen Aufholprozess der weniger entwickelten Länder. Diese regionale Arbeitsteilung kann sowohl horizontal (gesamte Industrie wird transferiert) als auch vertikal (nur einige Fertigungsprozesse werden transferiert) stattfinden.33

Aus Sicht des Entwicklungslandes lässt sich das Modell in drei Phasen gliedern:34

Die erste Phase ist die Phase der Importe von Gütern aus Industrienationen. Akamatsu zeigt, dass der Import ausländischer Güter immer die Voraussetzung für den Aufbau einer eigenen inländischen Industrie ist, weil dadurch der Markt für solche (Konsum-) Güter geschaffen wird.35

Die zweite Phase ist die inländische Produktion dieser Güter, während der sich die Importstruktur verändert. Es werden nun verstärkt Technologien und Kapital (gegebenenfalls auch Rohmaterialien) importiert, die für die Produktion nötig sind.36

Wenn die inländische Produktion soweit fortgeschritten ist, dass sie die inländische Nachfrage übersteigt, beginnt das Land in der dritten Phase diese Konsumgüter zu exportieren. Aufgrund des weiterhin hohen Bedarfs an Anlagen und Maschinen für die Herstellung von Konsumgütern wird das Land Investitionsgüter auch selber produzieren. Dafür muss es sich ein gewisses Maß an Technologie und Know-how aneignen.37 Der Zyklus ist abgeschlossen, wenn das Land Investitionsgüter nun auch in das Industrieland exportiert.38

Aus Abbildung 3 lässt sich der Grund für den Namen dieses Modells ableiten. Die beteiligten Länder sind an der Arbeitsteilung gemäß ihren komparativen Vorteilen beteiligt und wie eine Fluggansformation aufgestellt. Abbildung 4 stellt die sich ändernden komparativen Vorteile der ostasiatischen Länder in den einzelnen Branchen dar: Die am wenigsten entwickelten Länder sind bei der Herstellung einfacher arbeitsintensiver Produkte am wettbewerbsfähigsten, da sie mit reichlich Arbeit ausgestattet sind. Die komparativen Vorteile der entwickelten Länder verschieben sich sequentiell in weniger fortgeschrittene Länder, dies zwingt die am weitesten entwickelten Länder, „sich ständig weiterzubewegen, in Richtung auf immer komplexere Produkte“.39

Akamatsu sieht den Grund für die dynamische Entwicklung der internationalen Arbeitsteilung in den Änderungen der „komparativen Kostenstrukturen“, die durch Innovation verursacht wurden. Er definiert industrielle Entwicklung als „Steigerung von der Herstellung einfacher Güter zu komplexen Gütern“, wobei das Aufkommen neuer Produkte und Industrien nicht - wie in der klassischen Theorie - von Änderungen komparativer Vorteile aufgrund unterschiedlicher Faktorproportionen abhängt, sondern vielmehr die Folge von Nachfrageverflechtungen ist.40 Es sind Komplementärgüter,41 die die Nachfrage schaffen, und so zu wirtschaftlicher Entwicklung führen.42 Diese nachfrageseitige Perspektive wird in der klassischen und in der neuen Außenhandelstheorie vollkommen außer Acht gelassen.

3.3 Globale Aufteilung der Wertekette

Im Zuge der Globalisierung kommt es seit den Achtzigern zu einer weltweiten „Reorganisation der Produktionsprozesse“.43 Dabei wird der Herstellungsprozess eines Endproduktes in unterschiedliche Fertigungsstufen gegliedert, wobei jeder Stufe unterschiedliche Produktionsfunktionen zugrunde liegen.44 So kann ein Land einen komparativen Vorteil in einer Fertigungsstufe haben, während es einen komparativen Nachteil in einer anderen hat. Dies nennt man vertikale Spezialisierung. Ein solches Phänomen wird in der klassischen Außenhandelstheorie nicht berücksichtigt, stellt sie doch auf die Spezialisierung der Länder auf Endprodukte mit komparativen Vorteilen ab. Lemoine45 weist darauf hin, dass gerade Entwicklungsländer ihr Exportwachstum und die Exportvielfalt von gefertigten Waren erhöhen können, wenn sie sich gemäß ihrer komparativen Vorteile auf einzelne Fertigungsstufen spezialisieren. Außerdem biete die Beteiligung an der globalen Aufteilung der Produktionsprozesse für Entwicklungsländer die Möglichkeit, das technologische Niveau ihrer Exporte allein durch die Verwertung importierter Hightech-Produkte zu verbessern.

Die internationale Aufteilung der Wertekette bietet Unternehmen ein Potential zur Stärkung ihrer Wettbewerbsposition. Drei Gründe46 haben die Verbreitung dieses Phänomens ermöglicht:

Erstens, die Modularität von Produkten ermöglicht es, den Herstellungsprozess in technologisch eigenständige, unabhängige Operationen aufzuteilen und die Zwischenprodukte durch einen Montagevorgang zum Endprodukt zusammenzufügen. Zweitens bieten die sinkenden Kommunikations- und Transaktionskosten für die Unternehmen Anreize, eine internationale Beschaffungspolitik zu betreiben, mit dem Ziel die unterschiedlichen komparativen Vorteile der beteiligten Länder bestmöglich zu nutzen, um Kosten zu minimieren und Skalenerträge zu erzielen.47 Drittens spielt die Zoll- und Außenhandelspolitik eines Landes sowie der Öffnungsgrad eine große Rolle für die Art und Tiefe der Beteiligung des Landes an der internationalen Segmentierung des Produktionsprozesses. Importzölle verteuern die Zwischenprodukte und erhöhen somit die Kosten für den Montagevorgang, Importzollsenkungen oder Aufhebungen dagegen fördern diese Aktivitäten.

Die ersten beiden Faktoren haben zu einem steigenden weltweiten Handel an Zwischenprodukten geführt (siehe Abb. 5), denn eine begrenzte Anzahl von standardisierten Komponenten und Zwischenprodukten wird massenweise produziert und durch Montage zu einer breiten Palette an Endprodukten kombiniert.48 Die Montage kann abhängig von der Industrie ein komplexer Vorgang sein oder einfache „Handarbeit“. Lemoine49 argumentiert, dass der Handel mit Zwischenprodukten ein bedeutender Kanal für den Transfer von Wissen und Technologie ist.

4 Auswirkungen auf die internationale Arbeitsteilung

Der steigende Anteil am Welthandel zeigt Chinas zunehmende Einbindung in die internationale Arbeitsteilung. Doch welche Funktion übernimmt China und wie hat es sich spezialisiert? Folgt sein Handelsmuster der klassischen Außenhandelstheorie und die industrielle Entwicklung dem Gänseflugmodell? Wie beeinflussen die Direktinvestitionen das chinesische Handelsmuster?

Yifu50 begründet die erfolgreiche wirtschaftliche Entwicklung der Tigerstaaten (Singapur, Hong Kong, Südkorea, Taiwan) mit der Ausschöpfung ihrer Faktoren gemäß ihrer komparativen Vorteile. Empirische Untersuchungen haben gezeigt, dass auch das chinesische Handelsmuster der klassischen Theorie der komparativen Vorteile weitestgehend folgt, wobei diese bei der Spezialisierung Chinas die größte Bestimmungsgröße darstellen.51 Doch wo liegen diese komparativen Vorteile Chinas, wo die komparativen Nachteile? Um diese Frage zu beantworten wird im Folgenden das Handelsmuster Chinas einer genaueren Betrachtung unterzogen.

4.1 Horizontale Arbeitsteilung

Bei der horizontalen Arbeitsteilung kommt es zur Spezialisierung eines Landes auf das Endprodukt, bei dem das Land im gesamten Herstellungsprozess des Produktes, über alle Fertigungsstufen hinweg, einen komparativen Vorteil hat.52

Um das Spezialisierungsmuster Chinas zu charakterisieren, wird ein Indikator des „offenbarten komparativen Vorteils“ verwendet, der als Differenz zwischen den Export- und Importanteilen eines einzelnen Sektors definiert ist.53 Ein positiver Indikator zeigt einen komparativen Vorteil (Exporte überwiegen), ein negativer Indikator zeigt einen komparativen Nachteil (Importe überwiegen).

[...]


1 Vgl. O. V., China Wirtschaftsbericht (2004), S. 1

2 Vgl. O. V., DerStandard.at vom 11.01.2005

3 Vgl. O. V., Handelsblatt vom 18.03.2005

4 Vgl. Chetan/Xie (2004), S. 50

5 Vgl. UBS Research Focus (2004), S. 8

6 Vgl. Panitchpakdi/Clifford (2002), S. 108

7 Vgl. Handelsblatt vom 25.02.2005 unter Berufung auf Bloomberg

8 Vgl. Saich (2001), S. 52

9 Vgl. Gutjahr/Feldmann (2004), S. 109

10 Vgl. Chetan/Xie (2004), S. 46

11 Vgl. Panitchpakdi/Clifford (2002), S. 22 ff.

12 Vgl. Panitchpakdi/Clifford (2002), S. 3

13 Vgl. FAZ.net vom 18.03.2005

14 Vgl. Wuzhou (2004)

15 Vgl. Lexikon der Wirtschaft (2001), S. 11, vgl. Außenwirtschaftslexikon (1989) S. 236

16 Gabler Kompaktlexikon (2001), S. 18

17 Vgl. Außenwirtschaftslexikon (1989), S. 236

18 Vgl. Lemoine (2000), Lemoine/Ünal-Kesenci (2002, 2003)

19 Vgl. Lemoine/Ünal-Kesenci (2002), S. 11

20 Vgl. Lemoine/Ünal-Kesenci (2002), S. 11 und (2003), S. 9

21 Zum Heckscher-Ohlin-Modell Vgl. Krugman/Obstfeld (2004), S.105 ff.

22 Vgl. Krugman/Obstfeld (2004), S. 214

23 Vgl. Krugman/Obstfeld (2004), S. 40

24 Vgl. Krugman/Obstfeld (2004), S. 39

25 Vgl. Ruffin (1999), S. 3

26 Die Außenhandelsgewinne werden von Krugman/Obstfeld (2004) anhand der erweiterten Konsummöglichkeiten und der höheren Effizienz durch „indirekte Produktion“ aufgezeigt (S. 49)

27 Vgl. Bhalla/Shufang (2004), S. 29

28 Vgl. Krugman/Obstfeld (2003), S. 214

29 Vgl. Fehl/Oberender (2002), S. 178

30 Vgl. Krugman/Obstfeld (2003), S. 64

31 Vgl. Korhonen (1999), S. 1

32 Vgl. Bhalla/Shufang (2004), S. 136

33 Vgl. Bhalla/Shufang (2004), S. 136

34 Vgl. Korhonen (1999), S. 2 ff., vgl. Schröppel/Nakajima (2002), S. 207 ff.

35 Vgl. Korhonen (1999), S. 2

36 Vgl. Korhonen (1999), S. 3

37 Vgl. Schröppel/Nakajima (2002), S. 208

38 Vgl. Korhonen (1999), S. 4

39 Vgl. Korhonen (1999), S. 5

40 Vgl. Schröppel/Nakajima (2002), S. 207

41 Güter, die sich ergänzen und deswegen zusammengehören, z. B. Konsumgüter und die zu deren Produktion erforderlichen Maschinen

42 Vgl. Schröppel/Nakajima (2002), S. 207

43 Vgl. Lemoine (2000), S. 11, Lemoine/Ünal-Kesenci (2002), S. 10, Lemoine/Ünal-Kesenci (2003), S. 9, CEPII (2004), S. 60

44 Vgl. Lemoine/Ünal-Kesenci (2003), S. 9

45 Vgl. Lemoine/Ünal-Kesenci (2003), S. 9

46 Vgl. Lemoine/Ünal-Kesenci (2002), S. 10 ff.

47 Vgl. Lemoine (2000), S. 60

48 Vgl. Lemoine (2000), S. 60

49 Vgl. Lemoine/Ünal-Kesenci (2002), S. 11

50 Vgl. Yifu/Fang/Zhou (1996), S. 93

51 Vgl. Lemoine (2000), S. 55

52 Vgl. Lemoine (2000), S. 11, Lemoine/Ünal-Kesenci (2002), S. 11, Lemoine/Ünal-Kesenci (2003), S. 9

53 Vgl. Lemoine (2000), S. 55

Ende der Leseprobe aus 35 Seiten

Details

Titel
Auswirkungen der wirtschaftlichen Entwicklung Chinas auf die internationale Arbeitsteilung
Hochschule
Universität Bayreuth
Note
1,0
Autor
Jahr
2005
Seiten
35
Katalognummer
V50657
ISBN (eBook)
9783638468398
ISBN (Buch)
9783638731836
Dateigröße
1475 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Diese Arbeit ist nur geringfügig verändert in einem Buchband "Indien und China auf dem Weg zur Weltspitze" 2006 veröffentlicht worden (Hrsg. Prof. P. Oberender). Sie befasst sich im Wesentlichen mit der Entwicklung des Handelsmusters Chinas seit seiner Öffnung. Anhand der Theorie der Arbeitsteilung (horizontale und vertikale Arbeitsteilung, inter-u. intrasektoraler Handel) wird das Handelsmuster untersucht und eine schlüssige Erklärung für die wachsenden Exporte elektronischer Waren gezeigt.
Schlagworte
Auswirkungen, Entwicklung, Chinas, Arbeitsteilung
Arbeit zitieren
Stefanie Bolemant (Autor), 2005, Auswirkungen der wirtschaftlichen Entwicklung Chinas auf die internationale Arbeitsteilung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/50657

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