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Touristifizierung und touristische Erlebniswelten am Beispiel Dubais

Title: Touristifizierung und touristische Erlebniswelten am Beispiel Dubais

Seminar Paper , 2004 , 15 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Christopher Späth (Author)

Tourism - Miscellaneous
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Die Eignung einer Region für den Tourismus hängt nicht mehr nur von den natürlichen Gegebenheiten, wie geographische Lage, Vegetation oder Bevölkerung ab. Bei vielen neuen Tourismusprojekten wird nicht nach den vorhandenen Elementen gestaltet, sondern die Landschaft wird dem geplanten Projekt angepasst.
Besonders bei der Konstruktion von touristischen Erlebniswelten spielt die Qualität der Umwelt nur eine untergeordnete Rolle. Die Natur bietet nur noch den Baugrund. Sämtliche Faktoren, die den Touristen in die Region, bzw. in die Einrichtung locken sollen, sind in der Anlage installiert. Ziel ist, dass sich der Urlauber zuhause an die ihm gebotenen schönen Erlebnisse erinnert, an eine paradiesische Welt in der es keine Unzufriedenheit und keine bösen Überraschungen gibt.
Der Nutzer der Anlage wird schnell die ihn umgebende natürliche Landschaft vergessen und nur die für ihn inszenierte Welt wahrnehmen.
Was neue Tourismusprojekte angeht, so richtet die Welt ihren Blick verstärkt auf Dubai. Das kleine Emirat am Persischen Golf errichtet eine Erlebniswelt nach der Anderen. Anfangs erreichte man Aufmerksamkeit durch den Bau riesiger Luxushotels, die neue Qualitätsstandards setzten. Angetrieben durch die Idee, aus Dubai ein Tourismuszentrum zu machen, gaben die Verantwortlichen immer größere Projekte in Auftrag. Mit dem Bau von „The Palm“, zwei riesigen, ins Meer ragenden künstlichen Inseln in Palmenform, auf denen die Reichsten dieser Welt ihren Urlaub in Luxushotels verbringen sollen oder sich gleich ihre eigene Villa kaufen können, schien die Grenze des möglichen erreicht. Doch mit „The World“, ein 5 Kilometer vor der Küste entstehender Nachbau aller Kontinente, geformt aus kleinen Inseln, ist ein noch gigantischeres Projekt in Planung.
Es wird im Folgenden auf die Touristifizierung durch Erlebniswelten eingegangen. Das Beispiel Dubai soll die Ergebnisse veranschaulichen und den momentanen Stand der Entwicklung dieser Art des Tourismus darstellen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Touristifizierung durch Erlebniswelten

1. Nutzung von für den Tourismus ungeeigneten Räumen

2. Wirkung der Erlebniswelten auf den Touristen

III. Dubai: Vom Ölstaat zum Erlebnisstaat

1. Geschichte und Gegenwart

2. Neue Einnahmequellen nach der Ölförderung

3. Tourismusprojekte

IV. Zusammenfassung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht den Prozess der "Touristifizierung" durch die Schaffung künstlicher Erlebniswelten und analysiert, wie moderne Tourismusprojekte natürliche Gegebenheiten durch inszenierte Räume ersetzen. Am Beispiel Dubais wird erforscht, wie ein ehemaliger Ölstaat durch die gezielte Entwicklung touristischer Superlative versucht, eine zukunftsfähige, vom Öl unabhängige Identität zu etablieren.

  • Definition und Wirkungsweise touristischer Erlebniswelten.
  • Die Entkoppelung von touristischer Attraktivität und natürlichen Standortfaktoren.
  • Die historische und ökonomische Transformation Dubais.
  • Analyse spektakulärer Tourismusprojekte (Burj al Arab, The Palm, The World).
  • Auswirkungen der "Hyperrealität" auf Urlauber und Regionen.

Auszug aus dem Buch

1. Geschichte und Gegenwart Dubais

Die Küstenstadt Dubai, die durch den Al Khor, den Dubai Creek in die Stadtteile Bur-Dubai und Deira geteilt wird, bildet zusammen mit sechs weiteren Emiraten, (Abu Dhabi, Schardscha, Adschman, Umm Al Kaiwain, Ras Al Chaima und Fudschaira) die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE). Mit seinen 737.000 Einwohnern ist Dubai nach Abu Dhabi das bevölkerungsreichste Emirat und mit 3.885 Quadratkilometer das zweitgrößte. Gelegen auf 25° nördlicher Breite im altweltlichen Trockengürtel, ist Dubai ein Ungunstraum. (Lavergne, Dumortier, 2000, S 46)

Im 18.Jh. versuchte die britische Ostindische Kompanie, den Seeweg im persischen Golf zu kontrollieren. Zuerst widersetzten sich die einheimischen Piraten, 1853 jedoch schlossen die lokalen Herrscher einen Friedensvertrag mit Großbritannien und das Gebiet der heutigen VAE unterstand als „Befriedetes Oman“ britischer Oberhoheit. 1971 wurde das Gebiet für unabhängig erklärt und sechs der Scheichtümer schlossen sich zu den Vereinigten Arabischen Emiraten zusammen. 1972 schloss sich auch Ras Al Chaima der Vereinigung an. 1975 wurde eine endgültige Verfassung entworfen.

Als Hafenstadt war Dubai in der Vergangenheit ein Handelsplatz zu den arabischen Nachbarregionen und ein Zentrum der Perlenfischerei. Die Tradition wurde gewahrt, und heute ist Dubai ein Umschlagplatz für Re-Exporte und Freihandelszone, in der sich multinationale Unternehmen ansiedeln. Der Hafen erfüllt Lager- und Transitfunktionen. (Lavergne, Dumortier, 2000, S. 46)

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Phänomen ein, dass Tourismusregionen nicht mehr durch natürliche Gegebenheiten, sondern durch gezielt installierte Erlebniswelten definiert werden.

II. Touristifizierung durch Erlebniswelten: Hier wird der theoretische Rahmen abgesteckt, wie Orte unabhängig von ihrer Lage zu touristischen Zielen umgestaltet werden und welche psychologischen Wirkungen dies auf Touristen hat.

III. Dubai: Vom Ölstaat zum Erlebnisstaat: Dieses Kapitel analysiert die historische Entwicklung Dubais von der Perlenfischerei zum modernen Handelszentrum und die strategische Neuausrichtung hin zum Tourismus.

IV. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung resümiert, dass der Erfolg Dubais als Modell für eine globale touristische Entwicklung dient, bei der das Erlebnis den physischen Ort zunehmend entwertet.

Schlüsselwörter

Touristifizierung, Erlebniswelten, Dubai, VAE, Tourismusprojekte, Hyper-Raum, Hyperrealität, Ökonomische Transformation, Infrastruktur, Künstliche Inseln, Burj al Arab, The Palm, The World, Freizeitparks, Kulturgeographie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Transformation des Tourismus durch die Schaffung künstlicher Erlebniswelten, die ortsunabhängig gestaltet werden und natürliche Standortvorteile ersetzen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die theoretische Fundierung von Erlebniswelten, die wirtschaftliche Umstrukturierung Dubais und die Auswirkungen der "Enträumlichung" im modernen Tourismus.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, am Beispiel Dubais aufzuzeigen, wie ein Staat durch den Bau gigantischer, künstlicher Projekte eine neue touristische Identität schafft, um die wirtschaftliche Zukunft nach dem Erdöl zu sichern.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine kulturgeographische Analyse, die auf Literaturrecherche und der Untersuchung aktueller Tourismusprojekte in Dubai basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die Definition von Erlebniswelten, die historische Entwicklung Dubais sowie die Analyse spezifischer Megaprojekte wie das Burj al Arab, "The Palm" und "The World".

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Touristifizierung, Erlebniswelten, Hyperrealität, Dubai und ökonomische Transformation.

Wie unterscheidet sich der aktuelle Tourismus in Dubai von traditionellen Formen?

Im Gegensatz zu traditionellen Formen, die auf natürlichen Ressourcen basieren, ist der Tourismus in Dubai "konstruiert" – er basiert auf künstlichen Attraktionen, die eine in sich geschlossene "Paradieswelt" bieten, unabhängig von der umgebenden Wüstenlandschaft.

Welche Rolle spielt die "Hyperrealität" in Dubais Tourismus?

Der Begriff beschreibt den Zustand, in dem die künstlichen Inseln und Hotelkomplexe eine Welt simulieren, die von der Realität abgekoppelt ist und in der keine negativen Aspekte des echten Lebens existieren.

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Details

Title
Touristifizierung und touristische Erlebniswelten am Beispiel Dubais
College
LMU Munich  (Institut für Geowissenschaften)
Course
Proseminar: Kulturgeographie
Grade
2,0
Author
Christopher Späth (Author)
Publication Year
2004
Pages
15
Catalog Number
V50660
ISBN (eBook)
9783638468428
ISBN (Book)
9783638818063
Language
German
Tags
Touristifizierung Erlebniswelten Beispiel Dubais Proseminar Kulturgeographie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christopher Späth (Author), 2004, Touristifizierung und touristische Erlebniswelten am Beispiel Dubais, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/50660
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