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Winckelmann und die Geschmackstheorien seiner Zeit

Title: Winckelmann und die Geschmackstheorien seiner Zeit

Essay , 2009 , 4 Pages

Autor:in: Wolfgang Nedobity (Author)

Cultural Studies - GLBT / LGBTIQ
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Seit der Aufklärung ist der „Geschmack“ einer der Schlüsselbegriffe der Ästhetik, mit dem sich durchwegs Ansprüche der Erkenntnis, Moral und sozialer Differenzierung verbinden. Der Begriff des Geschmacks war, seiner Herkunft aus dem Bereich der Sinneswahrnehmungen entsprechend, eng mit dem Begriff der Empfindung und Empfindsamkeit verknüpft. Ursprünglich der Vernunft untergeordnet, wurde der Empfindung als der primären Instanz der Verarbeitung sinnlicher Wahrnehmungen im 18. Jahrhundert zunehmend größere Bedeutung zugewiesen. Dennoch blieb dieser Begriff mehrdeutig und schillernd; so wurde er u.a. auch für die Kennzeichnung der sexuellen Orientierung verwendet.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Diese wissenschaftliche Untersuchung analysiert die Bedeutung des Begriffs „Geschmack“ als zentrales ästhetisches und philosophisches Konzept in der Aufklärung sowie dessen spezifische Ausprägung und Anwendung im Kontext von Johann Joachim Winckelmann und seinem Umfeld. Die Forschungsfrage fokussiert dabei auf die Interdependenz zwischen rationaler Erkenntnistheorie, gesellschaftlicher Normsetzung und künstlerischer Praxis.

  • Die Entwicklung des Geschmacksbegriffs im 18. Jahrhundert zwischen Sinnlichkeit und Vernunft.
  • Die Rolle des Geschmacks als Instrument sozialer Differenzierung und moralischer Erziehung.
  • Winckelmanns Wirken und sein Einfluss auf die ästhetische Theoriebildung seiner Zeit.
  • Der Diskurs um den „guten Geschmack“ zwischen den nationalen Kunsttheorien (Frankreich, England, Deutschland).
  • Die Transformation des Geschmacksbegriffs durch den Übergang vom Rokoko zum Neoklassizismus.

Auszug aus dem Buch

Die Entwicklung des Geschmacksbegriffs in der Aufklärung

Seit der Aufklärung ist der „Geschmack“ einer der Schlüsselbegriffe der Ästhetik, mit dem sich durchwegs Ansprüche der Erkenntnis, Moral und sozialer Differenzierung verbinden. Der Begriff des Geschmacks war, seiner Herkunft aus dem Bereich der Sinneswahrnehmungen entsprechend, eng mit dem Begriff der Empfindung und Empfindsamkeit verknüpft. Ursprünglich der Vernunft untergeordnet, wurde der Empfindung als der primären Instanz der Verarbeitung sinnlicher Wahrnehmungen im 18. Jahrundert zunehmend größere Bedeutung zugewiesen. Geschmack zu haben hieß für den Künstler, mit dem Wissen um die anerkannten Qualitätskriterien und ästhetischen Regeln zu schaffen, für den Kenner, auf der Grundlage dieser Regeln zu urteilen. Geschmack war das Resultat von Erziehung und Erfahrung einerseits sowie eines irrationalen Sensors für gesellschaftliche Trends andererseits.

In England ist es vor allem Shaftesbury, der den Geschmack zu einem Grundbegriff ästhetischen Philosophierens macht. Anthony Ashley Cooper, Third Earl of Shaftesbury, (1671-1713) setzt Geschmack und Tugend in eine fixe Korrelation und postuliert, dass die Gesellschaft nicht nur durch Prinzipien und Regeln regiert wird, sondern in gleicher Weise durch den "Geschmack". Dieser stellt nichts anderes dar, als die Fähigkeit einer Gesellschaft, das Gute, Schöne und Richtige zu erkennen.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung und theoretischer Rahmen: Das Dokument erörtert die historische Etablierung des Geschmacksbegriffs in der Aufklärung als Verbindung von Erkenntnis, Moral und Kunsttheorie.

Internationale Perspektiven und künstlerische Praxis: Es wird der Vergleich zwischen nationalen Kunsttheorien in Frankreich und England sowie die praktische Umsetzung ästhetischer Ideale durch Persönlichkeiten wie Winckelmann und Mengs dargestellt.

Schlüsselwörter

Aufklärung, Ästhetik, Geschmack, Johann Joachim Winckelmann, Kunsttheorie, Neoklassizismus, Empfindung, Vernunft, Shaftesbury, Immanuel Kant, Anton Raphael Mengs, Kunstgeschichte, Sozialgeschichte, Urteilskraft, Rokoko

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die historische und philosophische Bedeutung des Geschmacksbegriffs im 18. Jahrhundert und dessen Einfluss auf die Kunsttheorie der Aufklärungszeit.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung der Ästhetik, der moralischen Funktion des Geschmacks in der Gesellschaft und den Einflüssen bedeutender Denker wie Kant und Winckelmann.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Geschmack von einer rein sensorischen Empfindung zu einem komplexen philosophischen Konstrukt zur Bewertung von Kunst und Gesellschaft aufstieg.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine kunsthistorische und ideengeschichtliche Analyse, die auf der Auswertung zeitgenössischer Quellen und philosophischer Schriften basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die theoretischen Fundamente des Geschmacks, den nationalen Vergleich sowie das Wirken von Winckelmann und Mengs.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie Aufklärung, Ästhetik, Geschmack, Winckelmann und Kunsttheorie geprägt.

Welche Bedeutung hatte der „gute Geschmack“ für die Künstler des 18. Jahrhunderts?

Er fungierte als Richtschnur für die Qualität ihrer Werke und als notwendiges Wissen, um sich in der anerkannten Kunstwelt zu behaupten.

Wie veränderte sich die Sicht auf den Geschmack durch Immanuel Kant?

Kant verankerte den Geschmack erkenntnistheoretisch in der Kritik der ästhetischen Urteilskraft, wodurch er zur Grundlage einer methodisch fundierten ästhetischen Praxis wurde.

Inwiefern beeinflusste das englische Umfeld die künstlerische Entwicklung der Zeit?

England bot durch ein neoklassizistisches Förderumfeld unter Georg III. bessere Bedingungen für Künstler, was zur Ansiedlung vieler europäischer Künstler in Rom und London führte.

Was besagt die „Schutzbehauptung“ Winckelmanns gegenüber Casanova?

Winckelmann distanzierte sich gegenüber Casanova von einer sexuellen Fehlinterpretation seines Geschmacksbegriffs, wobei moderne Forschung belegt, dass diese Aussage eine literarische Anleihe war.

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Details

Title
Winckelmann und die Geschmackstheorien seiner Zeit
Author
Wolfgang Nedobity (Author)
Publication Year
2009
Pages
4
Catalog Number
V506699
ISBN (eBook)
9783346061423
Language
German
Tags
winckelmann geschmackstheorien kunstgeschichte queer studien
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Wolfgang Nedobity (Author), 2009, Winckelmann und die Geschmackstheorien seiner Zeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/506699
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