Diese Seminararbeit behandelt die Frage, inwiefern sich die soziale Lage von Kindern und Jugendlichen auf deren Ernährung auswirkt und ob die Ernährung von Kindern und Jugendlichen nach sozialer Schicht unterschiedlich stark von einer gesundheitsförderlichen Ernährungsweise abweicht. Des Weiteren sollen hierfür Erklärungsansätze gefunden sowie abschließend Maßnahmen der Prävention aufgezeigt werden. Die aktuelle "Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland" (KiGGS), die im Rahmen des Gesundheitsmonitorings vom Robert Koch-Institut durchgeführt wird, legt hier einen Grundstein für eine solide Datenbasis.
"Kinder und Jugendliche benötigen für ihre körperliche und geistige Entwicklung, ihre Konzentrations- und Leistungsfähigkeit sowie für die Stärkung ihrer Immunabwehr eine optimale Versorgung mit allen Nährstoffen. Eine ausgewogene Ernährung ist in der Wachstumsphase von besonderer Bedeutung." Ungünstige Ernährungsgewohnheiten stehen in einem engen Zusammenhang mit Erkrankungen wie Diabetes Typ 2, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Adipositas sowie vereinzelten Krebsarten.
Deshalb ist eine ausgewogene und nährstoffreiche Ernährung, die bereits im Kindesalter ansetzt, von großer Bedeutung und zählt als beste Voraussetzung dafür, um die Förderung und die Erhaltung der physischen und der psychischen Gesundheit zu gewährleisten. Das im Laufe der Kindheit entwickelte Ernährungsverhalten wird oft im Erwachsenenalter beibehalten und beeinflusst damit die Gesundheit und das Wohlbefinden im späteren Alter. Daher sollte die Elternkompetenz in Ernährungsfragen von Anfang an gestärkt werden.
Aufgrund der mit den ernährungsabhängigen Krankheiten verbundenen steigenden Kosten im Gesundheitswesen sowie der starken gesundheitlichen Unterschiede entlang des sozialen Gradienten könnte die Prävention eine wichtige und bedeutsame Aufgabe darstellen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Soziale und gesundheitliche Ungleichheit
2.1 Soziale Ungleichheit und sozioökonomischer Status
2.2 Gesundheitliche Ungleichheit
2.3 Erklärung von gesundheitlicher Ungleichheit
3 Gesundheitliche Ungleichheit bei Kindern und Jugendlichen
3.1 Bedeutung
3.2 Aktuelle Datenlage
3.3 Allgemeiner Gesundheitszustand
4 Ernährungsverhalten
4.1 Definition
4.2 Soziale Ungleichheit und Ernährung bei Kindern und Jugendlichen
4.3 Erklärung sozialer Ungleichheit im Ernährungsverhalten
5 Prävention
5.1 Definitionen
5.2 Mögliche präventive Maßnahmen
6 Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den Einfluss des sozialen Umfelds auf das Ernährungsverhalten von Kindern und Jugendlichen in Deutschland und analysiert, inwieweit soziale Ungleichheit zu gesundheitlichen Unterschieden führt, um daraus präventive Ansätze abzuleiten.
- Zusammenhang zwischen sozioökonomischem Status und Ernährungsqualität
- Einfluss der Familie und Peer-Groups auf das Essverhalten
- Datenanalyse der KiGGS-Studie zur gesundheitlichen Situation
- Entwicklung von Strategien zur Prävention in verschiedenen Lebensphasen
Auszug aus dem Buch
4.2 Soziale Ungleichheit und Ernährung bei Kindern und Jugendlichen
Kinder und Jugendliche gelten als eine besonders sensible und deshalb speziell zu beobachtende und zu begleitende Gruppe, da sie in ihrer Nahrungsmittelversorgung auf ihr soziales Umfeld angewiesen sind. Kinder haben einen höheren Bedarf an Nährstoffen als Erwachsene, weshalb sie eine nährstoffdichtere Nahrung benötigen, um die Entwicklung eines gesunden Immunsystems zu ermöglichen. Eine fundierte Datengrundlage über das Ernährungsverhalten von Kindern und Jugendlichen liefert die EsKiMo-Studie (Ernährungsstudie als KiGGS-Modul), die vom Robert Koch-Institut und der Universität Paderborn als Teil von KiGGS durchgeführt und vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz finanziert wurde. Von Januar bis Dezember 2006 wurde das Ernährungsverhalten von 6- bis 17-jährigen Kindern und Jugendlichen erfasst.
An der Studie haben 2.506 Kinder und Jugendliche teilgenommen, wobei je nach Alter der Teilnehmer zwei unterschiedliche Erhebungsmethoden zum Einsatz kamen: Bei den 6- bis 11-Jährigen führten die Eltern zusammen mit ihrem Kind für drei Tage ein Ernährungsprotokoll, wobei hingegen mit den 12- bis 17-Jährigen ein Ernährungsinterview durchgeführt wurde.
Im Folgenden wird der Verzehr von Lebensmitteln bei Kindern und Jugendlichen dargestellt. Die Verzehrgewohnheiten wurden mit den optimiX-Empfehlungen des Forschungsinstitutes für Kinderernährung in Dortmund verglichen. OptimiX steht für die „Optimierte Mischkost“ und ist ein wissenschaftlich begründetes Konzept für die Ernährung von Kindern und Jugendlichen im Alter von 1 bis 18 Jahren. Entwickelt wurde dieses Konzept vom Forschungsinstitut für Kinderernährung Anfang der 1990er Jahre und wird seitdem immer wieder an neue wissenschaftliche Erkenntnisse angepasst.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung stellt die Bedeutung einer ausgewogenen Ernährung für die kindliche Entwicklung dar und führt in die Fragestellung zur sozialen Ungleichheit im Ernährungsverhalten ein.
2 Soziale und gesundheitliche Ungleichheit: Dieses Kapitel definiert soziale Ungleichheit sowie den sozioökonomischen Status und erläutert deren wissenschaftlich belegten Zusammenhang mit der gesundheitlichen Ungleichheit.
3 Gesundheitliche Ungleichheit bei Kindern und Jugendlichen: Das Kapitel beleuchtet die besondere Relevanz der Lebensverhältnisse für Kinder und Jugendliche und wertet aktuelle Daten zur gesundheitlichen Lage aus.
4 Ernährungsverhalten: Hier werden Definitionen des Ernährungsverhaltens gegeben, soziale Unterschiede analysiert und die Einflussfaktoren wie Familie und Peer-Groups detailliert betrachtet.
5 Prävention: Dieses Kapitel definiert Präventionsansätze und leitet daraus konkrete Maßnahmen für verschiedene Entwicklungsstufen eines Kindes ab.
6 Schlussbetrachtung: Die Arbeit resümiert die Ergebnisse und betont die Notwendigkeit kontinuierlichen Monitorings sowie gezielter Prävention zur Verbesserung der Ernährungslage.
Schlüsselwörter
Soziale Ungleichheit, Gesundheit, Ernährung, Kinder, Jugendliche, sozioökonomischer Status, KiGGS, EsKiMo, Prävention, Ernährungsverhalten, Adipositas, Essstörungen, Gesundheitsförderung, Familienkompetenz, Ernährungserziehung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Seminararbeit befasst sich mit dem Zusammenhang zwischen der sozialen Lage von Kindern und Jugendlichen in Deutschland und deren individuellen Ernährungsverhalten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die gesundheitliche Ungleichheit, die Rolle des sozioökonomischen Status, die Bedeutung des sozialen Umfelds sowie präventive Ansätze zur Ernährungsverbesserung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie soziale Schichten die Ernährungsqualität beeinflussen, und mögliche politische sowie pädagogische Interventionsmaßnahmen zu identifizieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine Literaturarbeit, die auf Basis repräsentativer Daten, insbesondere der KiGGS-Studie des Robert Koch-Instituts, analysiert wird.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Definitionen von Ernährungsverhalten, die statistische Datenlage zu Ernährungsmustern sowie die Ursachen für ungleiche Ernährungsbedingungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Soziale Ungleichheit, Ernährungsverhalten, KiGGS-Studie, Prävention und sozioökonomischer Status.
Welche Rolle spielt die Familie beim Ernährungsverhalten?
Die Familie fungiert als primärer Sozialisationsort, an dem Ernährungsgewohnheiten erlernt und verfestigt werden, was die Ernährungsqualität maßgeblich prägt.
Warum sind Peer-Groups für die Ernährung von Jugendlichen relevant?
Peer-Groups bieten soziale Orientierung und setzen Verhaltensnormen, die oft zu einem starken Anpassungszwang führen, welcher das Konsumverhalten beeinflusst.
Wie unterscheidet sich die Ernährung in verschiedenen sozialen Schichten?
Personen aus sozial benachteiligten Schichten konsumieren häufiger energiedichte und preisgünstige Lebensmittel, während bei höheren Schichten eine kalorienbewusstere Ernährung dominiert.
Welche konkreten präventiven Maßnahmen werden vorgeschlagen?
Vorgeschlagen werden u.a. Angebote durch Hebammen, gesunde Schulverpflegung, Ernährungsbildung in der Schule sowie eine Regulierung von Lebensmittelwerbung.
- Arbeit zitieren
- Felicia Ripsam (Autor:in), 2016, Soziale Ungleichheit und Gesundheit. Einfluss des sozialen Umfelds auf die Ernährung von Kindern und Jugendlichen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/506708