Die beiden Diplomarbeiten, die sich in dem Schuber befinden, beinhalten jeweils eine eigenständige und allein funktionierende Theoriearbeit. Die Kombination der beiden Arbeiten gibt einen weitreichenden Überblick über die Themen Musikvideoproduktion und Musikfernsehen, wobei das Spektrum von der technischen Entwicklung, über die praktische Umsetzung bis zur Vermarktung und den heutigen Stellenwert im Musikbusiness reicht. Der gemeinsam mit Michael Kara verfasste DVD-Dokumentationsteil veranschaulicht den Herstellungsprozess des Musikvideos von der Ideenfindung, über technische und filmische Details, bis hin zur fertigen DVD, die in der online Version nicht beiliegt. Wo in diesem Teil eine Arbeitsaufteilung stattfand, ist durch die in Klammer stehenden Initialen, die sich aus den Anfangsbuchstaben des jeweiligen Vor-, und Nachnamens zusammensetzen erkennbar. Da die Videoproduktion viel Teamarbeit erforderte, bedeutet diese Aufteilung nicht, dass die einzelnen Punkte ausschließlich von einer Person erarbeitet wurden. Sobald in der Wir-Form geschrieben wird, handelt es sich immer um Prozesse, die gemeinsam entwickelt und umgesetzt wurden
Inhaltsverzeichnis
1. Das Musikvideo
1.1. Begriffsdefinition
1.2. Geschichtliches
1.2.1. Zeitleiste
1.3. Arten der Musikvideos
1.3.1. Das narrative Video
1.3.2. Das Performance-Video
1.3.3. Das abstrakte Video
2. Betrachtung dreier Musikvideos
2.1. Auswahl der Musikvideos
2.2. Thriller – Michael Jackson, 1983
2.2.1. John Landis
2.2.2. Der Song und das Video
2.2.3. Erfolgsgeschichte
2.2.4. Plot
2.2.5. Analyse
2.2.6. Abschließendes
2.2.7. Beurteilung
2.3. Nirvana – Smells Like Teen Spirit, 1991
2.3.1. Samuel Bayer
2.3.2. Der Song und das Video
2.3.3. Erfolgsgeschichte
2.3.4. Plot
2.3.5. Analyse
2.3.6. Abschließendes
2.3.7. Beurteilung
2.4. Fatboy Slim – Weapon of Choice, 2001
2.4.1. Spike Jonze
2.4.2. Der Song und das Video
2.4.3. Erfolgsgeschichte
2.4.4. Plot
2.4.5. Analyse
2.4.6. Abschließendes
2.4.7. Beurteilung
2.5. Fazit
3. Werksdokumentation
3.1. Vorproduktion – Preproduction
3.1.1. Band, Songwahl (MK)
3.1.2. Ideenfindung (SW)
3.1.3. Konzept (SW)
3.1.4. Treatment (SW)
3.1.5. Storyboard (SW)
3.1.6. Moodboards (MK)
3.1.7. Location Scouting (MK)
3.1.8. Requisiten (MK)
3.1.9. Casting (MK)
3.1.10. Budget (MK)
3.1.11. Equipment (SW)
3.1.12. Dreherlaubnis, Infrastruktur (SW)
3.2. Dreharbeiten
3.2.1. Drehtag 1 (MK)
3.2.2. Drehtag 2 (MK)
3.2.3. Drehtag 3 (SW)
3.2.4. Drehtag 4 (SW)
3.3. Postproduktion – post-production
3.3.1. Schnitt (MK)
3.3.2. visuelle Effekte – visual effects (vfx) (SW)
3.3.3. Farbkorrektur – color correction (cc) (SW)
3.3.4. Sound (sfx) (MK)
3.3.5. DVD/Buch Produktion (MK/SW)
Zielsetzung & Themen
Die Diplomarbeit untersucht das Medium Musikvideo als technisches und gestalterisches Instrument zur Vermarktung von Künstlern. Dabei wird analysiert, wie sich das Genre von reinen Werbemaßnahmen hin zu einer eigenständigen Kunstform entwickelt hat und welche Faktoren – wie Storytelling, technische Umsetzung und Bildgestaltung – den Erfolg eines Musikvideos maßgeblich beeinflussen.
- Historische Entwicklung des Musikvideos seit den Anfängen bis heute.
- Kategorisierung in narrative, Performance- und abstrakte Videos.
- Analyse und Interpretation dreier einflussreicher Musikvideos (Michael Jackson, Nirvana, Fatboy Slim).
- Dokumentation einer eigenständigen Musikvideoproduktion inkl. Pre- und Post-Produktion.
- Diskussion über den Einfluss von technischen Innovationen und Marketingstrategien auf das Medium.
Auszug aus dem Buch
2.4.5. Analyse
Die Eröffnungseinstellung / Establishing-Shot zeigt gleich die zwei Hauptelemente des Musikvideos: Das Szenario ist eine leere, leblose Hotel-Lobby und der Akteur – ein etwas älterer Mann im Geschäftsanzug. Die Inspiration, in einer Hotellobby zu filmen, hatte Spike Jonze durch seinen Vater: „I always thought of my dad, the crazy business travelling style. I wrote that treatment thinking about when I’d visit my dad at a hotel…, those generic sort of Marriott hotels….he’d be in a different city every night, in another one of those hotels…The hotel looks familiar but you don’t know what city you are in. You’re tired....So I sort of wrote it around my dad, thinking about him. Some form of escape for him.”
In der ersten Einstellung, in der noch keine Musik, sondern lediglich Umgebungsgeräusche zu hören sind, ist die Kamera noch relativ weit weg vom Protagonisten und zeigt dafür einen großen Teil des Settings. Interessant ist dabei auch die Gestaltung des Bildauschnitts, der an eine Theaterbühne erinnert. Ein großer, die ganze horizontale Bildfläche ausfüllender Vorhang umrahmt alle wichtigen Elemente – den Geschäftsmann sowie die restliche Bühne und die Requisiten.
In harten Schnitten nähert sich die Kamera dem Darsteller, bis in der dritten Einstellung ca. ¾ der gesamten Person das Bild ausfüllen. In der zweiten Einstellung nach etwa sieben Sekunden beginnt die Musik einzublenden, und erst in der dritten Einstellung wird dem Geschäftsmann die Musik bewusst – er blickt auf, Richtung Reinigungstrolly auf dem ein kleiner Radio steht, von dem offensichtlich die Musik kommt. Nachdem er die Musik bemerkt hat, die nicht nur durch die Lautstärke, sondern auch durch ihre Komposition/Arrangement an sich immer mehr präsent wird, beginnt er seinen Kopf dezent zur Musik mitzubewegen und steht schließlich aus seinem Stuhl auf.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Das Musikvideo: Dieses Kapitel definiert den Begriff Musikvideo und beleuchtet dessen historische Entwicklung von ersten Auftritten im Fernsehen bis hin zur Etablierung als eigenständiges visuelles Medium.
2. Betrachtung dreier Musikvideos: In diesem Abschnitt werden drei maßgebliche Musikvideos – von Michael Jackson, Nirvana und Fatboy Slim – detailliert analysiert, um ihre Bedeutung für das Genre zu bewerten.
3. Werksdokumentation: Dieses Kapitel beschreibt den praktischen Entstehungsprozess eines eigenen Musikvideos, unterteilt in die Phasen der Vorproduktion, der Dreharbeiten und der abschließenden Postproduktion.
Schlüsselwörter
Musikvideo, Musikvideoproduktion, MTV, Performance-Video, narratives Video, abstraktes Video, Regie, Schnitt, Farbkorrektur, visuelle Effekte, Pre-Produktion, Post-Produktion, Storyboard, Bildgestaltung, Vermarktung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundlegend?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Musikvideoproduktion, ihren technischen Entwicklungen und den Hintergründen, die das Medium zu einem wichtigen Instrument der Musikvermarktung gemacht haben.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Schwerpunkte liegen auf der Geschichte des Musikvideos, einer theoretischen Kategorisierung der Videoformen sowie der detaillierten Analyse bekannter Musikvideos.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Das Ziel ist es, ein Verständnis für die Produktion und Wirkung von Musikvideos zu entwickeln und anhand einer eigenen praktischen Produktion die theoretischen Erkenntnisse zu reflektieren.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Autoren nutzen eine Kombination aus Literaturanalyse zur Theoriebildung und einer methodischen Filmanalyse für die gewählten Praxisbeispiele, ergänzt durch eine Werk-Dokumentation.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden nach einer Definition drei wegweisende Musikvideos analysiert und anschließend ein ausführlicher Dokumentationsbericht zur eigenen Videoproduktion dargelegt.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die wichtigsten Schlagworte sind Musikvideoproduktion, Genre-Analyse, visuelle Gestaltung, Schnittdynamik und die praktische Pre- sowie Post-Produktion von Videoclips.
Wie unterscheidet sich das Video von Fatboy Slim ("Weapon of Choice") von anderen Produktionen?
Es zeichnet sich durch einen reduzierten, eleganten Stil und den bewussten Verzicht auf übermäßige Effekte aus, wobei der Tanz von Christopher Walken als zentrales Element fungiert.
Warum wird im praktischen Teil das Modell "Glückskleepflücker" als Band gewählt?
Die Wahl fiel auf eine bekannte Band der Autoren, um den Produktionsprozess – von der Ideenforschung bis zur Postproduktion – direkt und authentisch steuern zu können.
- Quote paper
- Simon Wendler (Author), Michael Kara (Author), 2005, Musikvideoproduktion - Technik, Entwicklung und Hintergründe, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/50671