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"Participatory Foresight" als Anwendung eines partizipativ-deliberativen Demokratiemodells

Neue Möglichkeiten für die Foresight-Praxis

Titel: "Participatory Foresight" als Anwendung eines partizipativ-deliberativen Demokratiemodells

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2019 , 21 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Luana Luisa Heuberger (Autor:in)

Politik - Sonstige Themen zur Internationalen Politik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die vorliegende Seminararbeit setzt sich mit dem Thema ‘Participatory Foresight‘ auseinander. Darin wird untersucht, inwieweit die Inklusion von zivilgesellschaftlichen Akteuren einen Mehrwert für die Foresight-Praxis generieren kann. Dazu wird ein partizipativ-deliberatives Demokratiemodell aus der Literatur erarbeitet und auf die praktische Participatory Foresight-Arbeit umgelegt. So können Möglichkeiten, Institutionalisierungsformen, Qualitätskriterien, Vorgehensweisen und Schwierigkeiten im partizipativen Foresight-Prozess diskutiert werden. Die Inklusion zivilgesellschaftlicher Akteure birgt durch die große Menge unterschiedlicher Sichtweisen und Kenntnisse des zu bearbeitenden Gebietes sowie des Austausches ein großes Potenzial für die Foresight-Arbeit, aber auch Herausforderungen.

In den letzten Jahren wird medial und im wissenschaftlichen Diskurs immer wieder von Demokratiekrise oder Politikverdrossenheit gesprochen. Die politischen und globalen Problemstellungen werden immer komplexer und die sozioökonomischen Bedingungen verändern sich schnell. Trotzdem scheint das Interesse der Zivilgesellschaft an Politik vorhanden zu sein, denn sie sind zur Partizipation bereit. Participatory Foresight bietet Menschen die Möglichkeit sich mit aktuellen Problemen zu beschäftigen sowie zukünftige Lösungsvorschläge und Visionen zu erarbeiten. Neue AkteurInnen bringen neue Ansichten und Zukunftsvorstellungen in den Foresight-Prozess ein und ihre Einbindung könnte zu einer größeren Beteiligung an Foresight-Prozessen in der Gesellschaft führen.

Die Forschungsfrage meiner Arbeit wird wie folgt lauten: Welche potenziellen neuen Möglichkeiten ergeben sich für ‚Participatory Foresight‘ durch die Verortung in einem partizipativ-deliberativen demokratietheoretischen Modell? Es wird davon ausgegangen, dass es bei einer qualitativ hochwertigen Umsetzung eine Bereicherung für Participatory Foresight durch deliberative Verfahren geben kann. Darüber hinaus wird angenommen, dass durch die breitere Inklusion von zivilgesellschaftlichen Akteuren die Foresight-Kultur und die Partizipationskultur im Allgemeinen verstärkt werden kann.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG

2 DEFINITIONEN

3 PARTIZIPATIV-DELIBERATIVE DEMOKRATIETHEORIE

4 PARTICIPATORY FORESIGHT

5 ANWENDUNG DES DEMOKRATIETHEORETISCHEN MODELLS AUF DIE PRAKTISCHE PARTIZIPATIVE FORESIGHT-ARBEIT

5.1 POTENZIELLE NEUE MÖGLICHKEITEN DURCH ENTLEHNUNG AUS DELIBERATIVEN VERFAHREN

5.1.1 Spezifika des Foresight-Prozesses und Innovation

5.1.2 Zusammenfassung der Schwierigkeiten im Prozess

5.2 BEDEUTUNG VON PARTICIPATORY FORESIGHT ALS ANREIZ FÜR PARTIZIPATION UND DIE SCHAFFUNG EINER FORESIGHT-KULTUR

6 ZUSAMMENFASSUNG

7 AUSBLICK

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht das Potenzial von ‚Participatory Foresight‘ durch dessen Verortung in einem partizipativ-deliberativen demokratietheoretischen Modell. Ziel ist es zu analysieren, inwiefern die praktische Foresight-Arbeit durch die gezielte Einbindung zivilgesellschaftlicher Akteure sowie die Anwendung deliberativer Methoden bereichert werden kann, um sowohl die Qualität der Ergebnisse als auch die allgemeine Foresight- und Partizipationskultur nachhaltig zu stärken.

  • Grundlagen deliberativer Demokratietheorien nach Habermas und Fishkin.
  • Analyse der Funktionsweisen und Methoden von Participatory Foresight.
  • Transfer deliberativer Qualitätskriterien auf die Foresight-Praxis.
  • Herausforderungen und Möglichkeiten der Institutionalisierung von Bürgerbeteiligung.
  • Die erzieherische und legitimationsstiftende Rolle von Foresight-Prozessen.

Auszug aus dem Buch

4 Participatory Foresight

Die Definition von Foresight durch Gavigan et al. (2001), die im zweiten Kapitel eingangs präsentiert wurde, kann auf fünf Kernelemente heruntergebrochen werden, die für Foresight essentiell sind: strukturierte Prognosen von sozio-ökonomischen Langzeitentwicklungen, partizipative Methoden mit einer Vielzahl an Stakeholdern, Netzwerkbildung und strategische Visionen, die explizite Implikationen für heutige Handlungen haben (vgl. Gavigan et al. 2001, 4).

Innerhalb der Foresight-Arbeit gibt es zwei divergierende Herangehensweisen: Erstens kann der top-down-Zugang unterschieden werden, der durch wenig Interaktion gekennzeichnet ist, da die Foresight-Arbeit hauptsächlich von einem kleinen Expertenkreis durchgeführt wird. Es werden oft große Datenmengen und standardisierte Methoden angewandt. Das Gegenteil von top-down- stellen bottom-up-Verfahren dar, die versuchen den Kreis der Beteiligten möglichst vielfältig zu halten und verschiedenste Methoden verwenden. Ein Problem dieser Vorgangsweise ist die schwere Kontrollierbarkeit des Prozesses, daher ist die richtige Planung essentiell. Darauf wird ausführlich im folgenden Kapitel dieser Arbeit eingegangen. Neben diesen beiden großen Unterscheidungen gibt es auch viele Verfahren, die einen Mix aus beiden darstellen (vgl. Gavigan et al. 2001, 20).

Eng verbunden mit der genannten Unterscheidung ist die Zielsetzung eines Foresight-Verfahrens. Zum einen gibt es Projekte, die auf konkrete Endprodukte abzielen und zum anderen jene, in denen vorrangig der Prozess im Vordergrund steht. In diesem Prozess können Informationen generiert oder Netzwerke gebildet werden, sodass zukünftige Foresight-Aktivitäten erleichtert werden (vgl. Bourgeois/Sette 2017, 5; Gavigan et al. 2001, 21). Bei der Konzeption einer Foresight-Aktivität sollte im Vorfeld genau festgelegt werden, worauf abgezielt wird.

Zusammenfassung der Kapitel

1 EINLEITUNG: Hinführung zur Problematik der Politikverdrossenheit und Erläuterung der Forschungsfrage hinsichtlich der Bereicherung von Foresight durch deliberative Ansätze.

2 DEFINITIONEN: Klärung der zentralen Begriffe ‚Foresight‘, ‚Participatory Foresight‘, ‚Inklusion‘, ‚Partizipation‘ und ‚Zivilgesellschaft‘.

3 PARTIZIPATIV-DELIBERATIVE DEMOKRATIETHEORIE: Darstellung der theoretischen Grundlagen von Deliberation und Partizipation, insbesondere basierend auf den Ansätzen von Habermas und Fishkin.

4 PARTICIPATORY FORESIGHT: Analyse der Foresight-Grundelemente und Unterscheidung zwischen verschiedenen methodischen Ansätzen (top-down vs. bottom-up).

5 ANWENDUNG DES DEMOKRATIETHEORETISCHEN MODELLS AUF DIE PRAKTISCHE PARTIZIPATIVE FORESIGHT-ARBEIT: Verknüpfung der theoretischen Qualitätsmerkmale mit der praktischen Gestaltung und Evaluierung von Foresight-Prozessen.

6 ZUSAMMENFASSUNG: Fazit zur Relevanz deliberativer Ansätze für die Foresight-Forschung und Praxis sowie deren Potenzial für die Demokratisierung.

7 AUSBLICK: Aufzeigen weiterführender Forschungsbedarfe bezüglich institutioneller Rahmenbedingungen und der Entwicklung deliberativer Zukunftsszenarien.

Schlüsselwörter

Participatory Foresight, deliberative Demokratie, Partizipation, Zivilgesellschaft, Inklusion, Foresight-Kultur, Bürgerbeteiligung, Politikverdrossenheit, politische Legitimation, Netzwerkbildung, Diskursprinzip, deliberative Praxis, Politische Steuerung, Soziale Inklusion, Qualitätskriterien

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie Foresight-Prozesse durch die Einbindung von zivilgesellschaftlichen Akteuren und die Anwendung deliberativer demokratietheoretischer Konzepte qualitativ verbessert werden können.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen die Demokratietheorie, die Praxis der Zukunftsforschung (Foresight) und die Möglichkeiten der Bürgerbeteiligung in politischen Entscheidungsprozessen.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, neue Möglichkeiten für die Foresight-Praxis zu identifizieren, die sich durch die Verortung in einem partizipativ-deliberativen Demokratiemodell ergeben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer wissenschaftlichen Literaturrecherche, kritischen Reflexion und der theoretischen Konzeption sowie deren Anwendung auf praktische Fallbeispiele.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die theoretische Fundierung durch Habermas und Fishkin, die methodische Analyse von Foresight-Prozessen sowie die Herausforderungen und Chancen der praktischen Umsetzung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Participatory Foresight, deliberative Demokratie, Inklusion, Partizipation, Zivilgesellschaft und Foresight-Kultur.

Was unterscheidet den „top-down“- vom „bottom-up“-Ansatz in der Foresight-Arbeit?

Der top-down-Zugang ist durch einen kleinen Expertenkreis und wenig Interaktion gekennzeichnet, während bottom-up-Verfahren auf einen vielfältigen Beteiligtenkreis und partizipative Methoden setzen.

Welche Rolle spielt die „deliberative Mini-Öffentlichkeit“ für die Foresight-Praxis?

Sie ermöglicht es, durch repräsentative Bürgergruppen auf Basis einer Zufallsauswahl, demokratisch-deliberative Prozesse in Foresight-Projekte zu integrieren, um deren Legitimität zu erhöhen.

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten  - nach oben

Details

Titel
"Participatory Foresight" als Anwendung eines partizipativ-deliberativen Demokratiemodells
Untertitel
Neue Möglichkeiten für die Foresight-Praxis
Hochschule
Universität Wien  (Fakultät für Politikwissenschaft)
Veranstaltung
Spezialisierungsseminar Policy-Analyse: Foresight
Note
1,0
Autor
Luana Luisa Heuberger (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2019
Seiten
21
Katalognummer
V506733
ISBN (eBook)
9783346064721
ISBN (Buch)
9783346064738
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Habermas Deliberation Foresight Partizipation Delibertive Demokratie Demokratie Zukunft Partizipative Demokratie Demokratietheorie Policyanalyse Participatory Foresight
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Luana Luisa Heuberger (Autor:in), 2019, "Participatory Foresight" als Anwendung eines partizipativ-deliberativen Demokratiemodells, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/506733
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Leseprobe aus  21  Seiten
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