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Der Erste Kreuzzug. Das Versprechen von Papst Urban II. auf einen Sündenablass

Title: Der Erste Kreuzzug. Das Versprechen von Papst Urban II. auf einen Sündenablass

Term Paper , 2011 , 13 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Maximilian Konrad (Author)

Theology - Biblical Theology
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Nach den Gesta Francorum ist laut Papst Urban II. die Befreiung der Seele von den Sünden der Lohn für die Teilnahme am Kreuzzug im Jahr 1095 in Clermont. Das Ziel der Arbeit ist es, zunächst die verschiedenen Aussagen Urbans II. zum Ablass in den Jahren 1095 und 1096 darzustellen, um sie anschließend aus der damaligen Dogmatik heraus zu erklären. Dabei wird sich zeigen lassen, dass sich scheinbare Widersprüche und Unklarheiten durch eine genaue Betrachtung der Dogmatik und Terminologie auflösen lassen. Trotz dieser Bemühungen verbleiben Unklarheiten, die bei einer genaueren Betrachtung der Dogmatik jedoch weniger gravierend sind als bisher in der Forschung angenommen. Um die Problematik der Aussagen Urbans II. verstehen und einordnen zu können, ist es zunächst erforderlich, die Dogmatik von Sünde, Schuld, Strafe, Buße und Ablass darzustellen. Diese dogmatische Einführung ist deshalb der eigentlichen Analyse vorangestellt.

In der Wahrnehmung seiner Zuhörer erklärte Urban II. eine vollständige Vergebung der Sünden, was eine enorme Anziehungskraft ausübte. In der Forschung wird dem Ablass sogar eine so wichtige Rolle eingeräumt, dass er als konstitutiv für die Kreuzzüge gilt. Doch war das Versprechen Urbans II. ein echter Ablass? War ein Ablass zu dieser Zeit überhaupt dogmatisch möglich? Die übrigen Quellen aus der Hand Urbans II. deuten auf eine commutatio, und nicht auf den damals neuen Ablass hin. Wie sollte Urban II. die Gläubigen von Ihren Sünden befreien können, ohne die Lehre des Kirchenschatzes, die erst im 13. Jahrhundert entwickelt wurde? Was versprach Urban II. genau? Theologisch-dogmatisch existierte der Ablass in diesem Moment noch nicht, und doch wurde Urban II. in diesem Sinne verstanden. Auch später nahmen die Päpste mit ihren Kreuzzugsablässen auf den Ablass Urbans II. Bezug.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Die Folgen der Sünde

III. Die Entwicklung der Buße

IV. Der Ablass in seiner dogmatisch ausgeprägten Form

V. Der Kreuzzugs“ablass“ in den Quellen Urbans II.

VI. Lösungsansätze

VII. Schlussfolgerungen

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die historische und dogmatische Einordnung der Versprechen Papst Urbans II. anlässlich des Kreuzzugsaufrufs von 1095, um zu klären, ob es sich dabei um einen echten Ablass oder eine klassische Bußumwandlung (commutatio) handelte.

  • Dogmatische Grundlagen von Sünde, Schuld und Strafe
  • Historische Entwicklung des Bußwesens und der Ablasslehre
  • Analyse der Quellen Urbans II. und der zeitgenössischen Terminologie
  • Unterscheidung zwischen commutatio und dem späteren Ablassverständnis
  • Bedeutung des Laienverständnisses für die Begriffsverschiebung

Auszug aus dem Buch

V. Der Kreuzzugs“ablass“ in den Quellen Urbans II.

Der Kreuzzugsaufruf Urbans II. vom 27. November 1095 ist selbst nicht überliefert. Es existieren zwar eine Vielzahl von Berichten von Zeitgenossen, diese enthalten aber keine präzisen dogmatischen Aussagen. Vielmehr lässt sich aus ihnen das laienhafte Verständnis der Zuhörer Urbans II. erkennen, das für die Wirkung des Kreuzzugsaufrufs entscheidend war. Übereinstimmend wird berichtet, dass den Teilnehmern alle Sünden vergeben werden, oder um noch einmal die Worte des einleitenden Zitates zu verwenden, dass sie die Möglichkeit erhalten animam suam saluam facere. Oft ist auch die Rede von der remissio peccatorum, einer Formulierung, die auch in den darauf folgenden Jahrhunderten für den Ablass verwendet wird. Jedenfalls ist die damalige Wahrnehmung eindeutig, nämlich dass für die Teilnahme am Kreuzzug alle Sünden vergeben werden.

Vergleicht man diesen Befund mit den obenstehenden dogmatischen Ausführungen, so wird deutlich, dass sowohl eine Unterscheidung zwischen culpa und pena überhaupt nicht vorgenommen wurde, als auch keinerlei Überlegungen zum Unterschied von auferlegter und aufzuerlegender Strafe angestellt wurden. Vielmehr wurde pauschal die Vergebung „der Sünden“ ohne weiteres Nachdenken angenommen, so dass mit Teilnahme am Kreuzzug der Einzug in das Paradies für gesichert gehalten wurde.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik des Kreuzzugsaufrufs von 1095 ein und stellt die zentrale Forschungsfrage, ob Urban II. bereits einen dogmatisch definierten Ablass versprach.

II. Die Folgen der Sünde: Dieses Kapitel erläutert die dogmatischen Grundlagen, insbesondere die Zweiteilung der Sündenfolgen in Schuld (culpa) und Sündenstrafe (pena).

III. Die Entwicklung der Buße: Hier wird der historische Wandel von der öffentlichen zur privaten Buße sowie die Entstehung der Praktiken commutatio und redemptio dargestellt.

IV. Der Ablass in seiner dogmatisch ausgeprägten Form: Das Kapitel definiert den Ablassbegriff des 14. Jahrhunderts und dessen Abhängigkeit von der Lehre des Kirchenschatzes.

V. Der Kreuzzugs“ablass“ in den Quellen Urbans II.: Diese Sektion untersucht die verschiedenen zeitgenössischen Berichte und Briefe Urbans II. hinsichtlich ihrer terminologischen Genauigkeit.

VI. Lösungsansätze: Es werden Forschungsmeinungen diskutiert, die einen inhaltlichen Wandel in den Äußerungen Urbans II. postulieren, und kritisch hinterfragt.

VII. Schlussfolgerungen: Das Fazit fasst zusammen, dass die begriffliche Verschiebung schneller erfolgte als die dogmatische Entwicklung und dass die Begriffe oft synonym verwendet wurden.

Schlüsselwörter

Kreuzzug, Ablass, Urban II., commutatio, Buße, remissio peccatorum, Dogmatik, Kirchenschatz, Mittelalter, Sündenstrafe, Schuld, culpa, pena, Clermont, Kirchengeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht die dogmatische Natur der Versprechen Papst Urbans II. gegenüber den Teilnehmern des Ersten Kreuzzugs im Jahr 1095.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Schwerpunkten zählen die mittelalterliche Bußtheologie, die Unterscheidung zwischen Sündenschuld und Sündenstrafe sowie die historische Entwicklung des Ablasswesens.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit hinterfragt, ob Urban II. mit seinem Aufruf einen dogmatisch fundierten Ablass oder lediglich eine Bußumwandlung (commutatio) versprach.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine quellenkritische Analyse, die theologische Dogmatik und historische Terminologie miteinander in Beziehung setzt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Entwicklung der Bußpraxis, der Begriffsgeschichte des Ablasses und dem Vergleich der verschiedenen überlieferten Quellen Urbans II.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Zentrale Begriffe sind Kreuzzug, Ablass, commutatio, Bußtheologie und die Rolle des Laienverständnisses im Mittelalter.

Warum wird zwischen auferlegter und aufzuerlegender Strafe unterschieden?

Diese Unterscheidung ist entscheidend, um zu verstehen, warum ein Ablass ohne die erst später entwickelte Lehre des Kirchenschatzes dogmatisch kaum möglich war.

Welche Rolle spielt das „falsche“ Verständnis der Laien?

Das laienhafte Verständnis, dass der Kreuzzug alle Sünden tilge, beeinflusste die terminologische Entwicklung und die spätere Wahrnehmung des „Kreuzzugsablasses“ massiv.

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Details

Title
Der Erste Kreuzzug. Das Versprechen von Papst Urban II. auf einen Sündenablass
Grade
1,0
Author
Maximilian Konrad (Author)
Publication Year
2011
Pages
13
Catalog Number
V506796
ISBN (eBook)
9783346145284
ISBN (Book)
9783346145291
Language
German
Tags
Ablass - Kreuzzug - Clemont - Urban II.
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Maximilian Konrad (Author), 2011, Der Erste Kreuzzug. Das Versprechen von Papst Urban II. auf einen Sündenablass, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/506796
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