Management von Zinsrisiken

Analyse, Messung und Steuerung von Zinsrisiken


Seminararbeit, 2019
26 Seiten, Note: 1,3
Anonym

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1.Einleitung

2.Einordnung und Identifikation des Zinsrisikos
2.1.Begriffsbestimmungen und Einordung
2.2.Zinsstrukturkurve
2.3.Quantifizierung des Zinsrisikos

3.Instrumente zur Steuerung des Zinsrisikos
3.1.Kategorisierung der Zinsinstrumente
3.2.Klassische Instrumente
3.2.1.Variable Zinsvereinbarungen
3.2.2.Festzinsvereinbarung
3.3.Derivative Instrumente
3.3.1.Forward Rate Agreement
3.3.2.Zinsfutures
3.3.3.Zinsswaps
3.3.4.Optionen
3.3.5.Zinscaps, Zinsfloors und Zinscollars
3.3.6.Swaptions
3.3.7.Steepener und Flattener

4.Schlussbemerkung

Literaturverzeichnis

Anhang A

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Zinsentwicklung EURO-Zone vs. USA

Abbildung 2: Kategorisierung Zinsinstrumente

Abbildung 3: Beispiel Forward Rate Agreement

Abbildung 4: Funktionsweise Kuponswap

Abbildung 5: Die vier Grundpositionen bei Optionen

Abbildung 6: Gewinn- und Verlustdiagramme bei Optionen

Abbildung 7: Beispiel des Zinsverlaufs bei einem Collar-Darlehen

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

In den vergangenen Jahrzehnten hat das unternehmerische Risikomanagement stark an Bedeutung gewonnen und ist seit Ende der 1990er Jahre auch Gegenstand gesetzlicher Anforderungen in Deutschland. Hierfür ausschlaggebende Faktoren sind zum einen, die zunehmende Internationalisierung der Unternehmungen und der damit einhergehenden komplexeren Risiken sowie die allgemein erhöhte Dynamik an den globalen Güter- und Finanzmärkten. Vor allem die Entwicklungen in den letzten beiden Dekaden an den internationalen Finanzmärkten führten zu einer hohen Volatilität von Devisenkursen, Aktienpreisen und Zinssätzen. Hierbei besonders hervorheben ist, dass durch die jüngste Finanzmarktkrise ab dem Jahr 2007 und der darauffolgenden Staatsschuldenkrise in Europa die Europäische Zentralbank den Leitzins am 10.03.2016 auf ein historisch niedriges Niveau von 0,00% p.a. senkte, wie die Abbildung 1: Zinsentwicklung EURO-Zone vs. USA zeigt. Die Auswirkungen sind sowohl bei den kurzfristigen Zinsen am Geldmarkt wie ebenso bei den langfristigen Zinsen am Kapitalmarkt bis heute zu spüren.1

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Zinsentwicklung EURO-Zone vs. USA2

Die ungewisse Entwicklung der Zinsen birgt auch erhebliche finanzielle Risiken für Unternehmen. Das Management von Zinsrisiken gewann deshalb in den letzten Jahrzehnten ebenfalls vermehrt an Bedeutung und kann als ein wesentlicher Bestandteil des Finanz- und Risikomanagements von Unternehmen eingeordnet werden. Doch wie können diese Risiken analysiert, gemessen und gesteuert werden? Und welche Maßnahmen können in der betrieblichen Praxis ergriffen werden, um Zinsrisiken abzusichern oder einzugrenzen?

Vor diesem Hintergrund beschäftigt sich die vorliegende Seminararbeit mit dem Management von Zinsrisiken. Dabei werden im folgenden Abschnitt grundlegende Begrifflichkeiten wie Risiko, Zinsrisiko sowie Zinsstrukturkurve kurz dargestellt. Im dritten Kapitel dieser Studienarbeit erfolgt die Erläuterung von Instrumenten, die für das Management des Zinsrisikos eingesetzt werden können. Abschließend werden die Erkenntnisse in der Schlussbemerkung zusammengefasst.

2. Einordnung und Identifikation des Zinsrisikos

2.1. Begriffsbestimmungen und Einordung

Von zentraler Bedeutung sind in dieser Seminararbeit die Begriffe Risiko und Zinsrisiko. Deshalb erfolgen an dieser Stelle kurze Begriffsdefinitionen sowie deren Einordnung in die unternehmerische Praxis.

Als Risiko wird in der Statistik die Verteilung einer zufallsabhängigen Variablen um ihren Mittel- bzw. Erwartungswert benannt. Bezogen auf betriebswirtschaftliche Sachverhalte, kann unter dem Begriff Risiko die Streuung der Ergebnisse von Entscheidungen um erwartete oder angestrebte Werte verstanden werden. Während diese Begriffsdefinition sowohl positive als auch negative mögliche Abweichungen umfasst (Risiko als Volatilität), wird in der betrieblichen Praxis der Begriff Risiko in der Regel als negative Abweichung eines tatsächlich realisierten ökonomischen Wertes von einem erwarteten Wert, daher auch als Verlustgefahr, verstanden (Downside Risk).3

In der betrieblichen Praxis gibt es unterschiedliche Arten von Risiken. Das Zinsrisiko wird der Gruppe der Marktpreisrisiken zugeordnet und kann auch als Zinsänderungsrisiko beschrieben werden. Das Zinsrisiko umfasst zum einen, dass durch Veränderung von Marktzinssätzen der Zinsertrag niedriger bzw. der Zinsaufwand höher als erwartet ausfällt (Cash-Flow-Risiko, Barwertrisiko, Wiederanlagerisiko). Weiterhin lässt sich darunter auch das zinsinduzierte Kursänderungsrisiko (Marktwertrisiko) subsumieren, das beispielsweise sichtbar wird, wenn der Kurs einer börsennotierten Festzinsanleihe fällt, aufgrund von einem gestiegenen Marktzinsniveau. Zusätzlich ist das Opportunitätskostenrisiko anzuführen, das z. B. entsteht, wenn eine Zinsvereinbarung über einen längeren Zeitraum bei einem Darlehen fixiert wurde, sich aufgrund von geänderten Marktzinsen inzwischen aber eine günstigere Zinsvereinbarung am Markt abgeschlossen werden könnte, diese Opportunität aufgrund der Zinsfixierung jedoch nicht genutzt werden kann. Denn sowohl bei der Aufnahme von Fremdkapital als auch bei der Anlage von Liquidität müssen innerhalb des Unternehmens Entscheidungen darüber getroffen werden, ob diese Verträge mit einer variablen, kurz- oder langfristigen Zinsbindung eingegangen werden sollen, die dann risikobehaftet sind. So bergen beispielsweise auf der Aktivseite im Unternehmen die Positionen Kasse- und Bankguthaben, verzinsliche Wertpapiere des Anlage- und Umlaufvermögens sowie verzinsliche Beteiligungen Zinsrisiken. Auf der Passivseite können sich unter anderem aus den Bilanzpositionen wie Pensionsrückstellungen, Kredite zur Liquiditätssicherung sowie kurz-, mittel- und langfristige Investitionskredite oder emittierte Wertpapiere durch Zinsänderungen beeinflusst werden.4

2.2. Zinsstrukturkurve

Eine Zinsstrukturkurve ist eine grafische Darstellung der jeweils geltenden Kassa-Zinssätze (Spot Rates) im Zeitverlauf und gibt Auskunft über die erwartete Zinsentwicklung am Markt. Die langfristigen Zinsen liegen bei einer normalen Zinsstruktur über den entsprechenden kurzfristigen Zinsen, was mit einer Risiko- oder Illiquiditätsprämie erklärt wird. Eine flache Kurve hingegen impliziert die Erwartung fallender Zinsen am Kapitalmarkt. Im Falle der inversen Zinsstrukturkurve sind die die Zinsen mit zunehmender Laufzeit geringer. Diese eher selten auftretende Struktur weist darauf hin, dass in Zukunft deutlich fallende Zinsen erwartet werden und gilt häufig auch als Vorbote einer Rezession.5 Zu beachten ist, dass unterschiedliche Zinsstrukturkurven existieren, wie bspw. die Geldmarkt-, Kupon- oder Swap-Kurve.6

2.3. Quantifizierung des Zinsrisikos

Zinsänderungsrisiken können sowohl auf Einzelpositionsebene als auch auf Gesamtportfolio- bzw. Gesamtbilanzebene berechnet werden. Es existieren in der Praxis verschiedene Konzepte zur Quantifizierung der Zinsänderungsrisken.7 Eine ausführliche Darstellung aller Konzepte würde den vorgesehen Rahmen dieser Seminararbeit übersteigen, deshalb sei an dieser Stelle lediglich die Duration und modifizierte Duration sowie der Value-at-Risk-Ansatz kurz vorgestellt.

Die modifizierte Duration ist eine Sensitivitätskennzahl und wird aus der Duration nach Macaulay abgeleitet. Die Duration nach Macaulay gibt die durchschnittliche Kapitalbindungsdauer einer Anlage in einem festverzinslichen Wertpapier an. Sie wird als gewichtetes arithmetisches Mittel aller mit dem Marktzins auf den Anfangszeitpunkt diskontierten zukünftigen Zahlungsansprüche eines Zinsinstrumentes berechnet. Die Duration ist deshalb als Maßgröße für die optimale Bindungsdauer eines festverzinslichen Wertpapieres anzusehen. Dabei werden die Annahmen unterstellt, dass eine flache Zinsstrukturkurve herrscht, eine einmalige Änderung des Marktzinsniveaus unmittelbar nach Erwerb der Anleihe erfolgt, die Wiederanlage der Kuponzahlungen zum Marktzins vollzogen wird und keine Transaktionskosten und Steuern existieren. Die Modifizierte Duration (modified duration) gibt an, um wie viel Prozent sich der Kurs einer Anleihe ändert, wenn sich der Marktzins um einen Prozentpunkt ändert und kann deshalb sehr gut zur Messung des Zinsänderungsrisikos herangezogen werden. Die Modifizierte Duration errechnet sich wie folgt:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten8

Jedoch ist bei Anwendung der Modified Duration zu beachten, dass je größer die Zinsänderung und Restlaufzeit des Papiers ist, desto ungenauer deren die Ergebnisse werden.9

Der Value-at-Risk-Ansatz kann daneben zur Quantifizierung der Verlustpotentiale als weitere Möglichkeit genutzt werden. Im Bankenbereich wird dieser bereits als Standard eingesetzt und findet seit einiger Zeit verstärkt auch in Industrie- und Handelsunternehmen Anwendung. Dabei wird, auf der Basis eines bestimmten Wahrscheinlichkeitsniveaus, der maximale Verlust berechnet, der sich im Verlauf einer festgelegten Periode aufgrund der historischen bzw. einer angenommenen Preis- bzw. Zinsvolatilität aus den offenen Positionen des Unternehmens ergeben kann.10

3. Instrumente zur Steuerung des Zinsrisikos

3.1. Kategorisierung der Zinsinstrumente

Es gibt eine Vielzahl von Zinsinstrumenten, daher ist es sinnvoll diese vorab zu kategorisieren. Als mögliches Unterscheidungskriterium wird die Zuordnung eines Zinsinstrumentes zum Kassa- oder Terminmarkt herangezogen. Bei Geschäften am Kassamarkt fallen Vertragsabschluss und -erfüllung zeitlich zusammen bzw. mit einer Abweichung von nur wenigen, oftmals maximal sieben Tagen. Als Termingeschäfte werden Vertragsabschlüsse bezeichnet, deren Erfüllung erst nach mehreren Tagen, Wochen, Monaten oder sogar Jahren erfolgt. Dabei gibt es bedingte Termingeschäfte, bei denen der Käufer ein Recht auf Ausführung hat, der Verkäufer aber eine Verpflichtung eingeht. Bei unbedingten Termingeschäften gehen sowohl Käufer als auch Verkäufer eine Verpflichtung zur Vertragserfüllung ein. Die Abbildung 2: Kategorisierung Zinsinstrumente zeigt die Einteilung der einzelnen Zinsinstrumente, die in den folgenden Absätzen näher beschrieben werden.11

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Kategorisierung Zinsinstrumente12

3.2. Klassische Instrumente

3.2.1. Variable Zinsvereinbarungen

Bei der variablen Zinsvereinbarung ist die Verzinsung eines Schuldverhältnisses nicht während dessen Laufzeit fest, sondern ändert sich üblicherweise gemäß den vorher vereinbarten Modalitäten. Hierzu dienlich sind z. B. Zinsanpassungs- bzw. Zinsgleitklauseln oder die Orientierung an einem Marktzins, der als Referenzzinssatz herangezogen wird, wie beispielweise den EONIA13 oder EURIBOR14.15

Als Beispiel aus der Praxis für Instrumente mit variabler Verzinsung können sogenannte Tagesgeld- oder Cash-Konten bei Banken angeführt werden, bei denen Unternehmen kurzfristig überschüssige Liquidität einzahlen können. Die Verzinsung kann seitens der Bank üblicherweise täglich geändert werden.16 Bei kurzfristigen Liquiditätsbedarf können Unternehmen täglich fällige Kreditlinien oder Kontokorrentkredite bei Banken mit in Anspruch nehmen, deren Zinskonditionen ebenso angepasst werden können.17 Bei variabel verzinsten, längerfristigen Krediten wird der Zinssatz des Darlehens angepasst, wenn sich der zugrunde liegende Referenzzinssatz verändert.18 Eine besondere Form ist der Roll-over-Kredit, der einen mittel- bis langfristiger Kredit mit spezieller Zinsvereinbarung darstellt. Der Zinssatz wird periodisch an den gültigen Referenzzinssatz angepasst. Die Kreditlaufzeit wird in Zinsperioden, wie beispielsweise ein oder drei Monate, untergliedert während dieser Zeit bleibt der Zinssatz konstant. Nach Ablauf dieser Roll-over-Periode findet eine Anpassung gemäß der gültigen Zinsanpassungsvereinbarung für die nächste Zinsperiode statt.19 Bei diesen vorgestellten variablen verzinsten Anlagemöglichkeiten bzw. Finanzierungsmöglichkeiten ist neben den Referenzzins in der Regel noch eine Marge für die Bank einkalkuliert. Bei Krediten kommt zusätzlich noch ein Risikoaufschlag hinzu, der sich an der Einschätzung der Bank über die Bonität des Unternehmens bzw. der Qualität der Sicherheiten orientiert. Dabei gilt, je besser die Zahlungsfähigkeit des Unternehmens bzw. die Sicherheitenstellung, desto geringer der Risikoaufschlag. Das Risiko bzw. die Chance einer Zinsänderung trägt bei den vorgestellten, variablen verzinsten Anlagemöglichkeiten bzw. Finanzierungsmöglichkeiten das Unternehmen.

Weitere Instrumente sind Wertpapiere mit variablem Zins (z. B. Commercial Papers oder Floating Rate Note). Diese können für Unternehmen zur Anlage von liquiden Mitteln genutzt werden oder durch Emission solcher Anleihen als Finanzierungsmöglichkeit. Zwei Ausgestaltungen sind bei Floating Rate Notes denkbar, zum einen der klassische Floater, dessen Verzinsung regelmäßig, beispielsweise halbjährlich oder jährlich, angepasst wird und sich an einem Referenzzins orientiert. Deshalb werden Marktzinsänderungen bei einem Floater keine gravierenden Kursschwankungen auslösen. Des Weiteren ist der Reverse-Floater zu nennen. Bei dieser besonderen Ausgestaltungsform steigt die Höhe der Kuponzahlungen, wenn der vereinbarte Referenzzinssatz fällt, und umgekehrt.20 Deshalb ist bei dieser Sonderform mit volatileren Kursen zu rechnen bei Änderungen im Marktzinsniveau.

Grundsätzlich lässt sich an dieser Stelle konstatieren, dass variabel verzinste Instrumente im Falle einer Geldanlage eingegangen werden sollen, wenn steigende Zinsen erwartet werden. Im Falle der Kreditaufnahme eignen sich variabel verzinste Finanzierungsformen, wenn von fallenden Zinsen in der Zukunft ausgegangen wird.

3.2.2. Festzinsvereinbarung

Bei Anlage von länger zur Verfügung stehender freier Liquidität eignen sich für Unternehmen Festgelder bzw. Termingeldeinlagen bei Banken. Diese haben bei Abschluss ein fixes Fälligkeitsdatum sowie einen festen Zinssatz, die Zinszahlung erfolgt bei Fälligkeit. Der Zinssatz bei Abschluss orientiert sich üblicherweise an den zu diesem Zeitpunkt gültigen Terminzins für die vereinbarte Anlagedauer abzüglich einer Marge für die Bank. Je länger die Laufzeit desto höher ist üblicherweise die Verzinsung bei einer normalen Zinsstrukturkurve. Die Anlagedauer umfasst üblicherweise mehrere Monate, i. d. R. jedoch mindestens 30 Tage.21

Entscheiden sich Unternehmen bei Krediten für Festzinsvereinbarung, ist eine Veränderung der Zinssätze vor Ablauf der Festzinsperiode nicht möglich. Je kürzer die Festzinsperiode ist, desto mehr nähert sich der vereinbarte Zins materiell einer Finanzierung mit variablem Zins an.22 Auch hier finden die bei Abschluss gültigen Marktzinsen für die jeweils vereinbarte Laufzeit Anwendung erhöht um die Marge sowie den Risikoaufschlag der Bank.

Weitere Instrumente sind festverzinsliche Wertpapiere mit unterschiedlichen Laufzeiten. Festverzinsliche Anleihen können für Unternehmen zur Anlage von liquiden Mitteln genutzt werden oder als Finanzierungsmöglichkeit durch Emission solcher Bonds. Bei Änderung des Zinsniveaus während der Laufzeit ist mit entsprechenden Kursschwankungen zu rechnen. Dabei gilt, steigen die Marktzinsen, sinkt der Kurs der Festzinsanleihe und fällt das Zinsniveau so steigt der Kurs des Wertpapiers (cet. par.).

Zusammenfassend kann man festhalten, dass sich eine Festzinsvereinbarung im Falle der Geldanlage eignet bei einem erwarteten fallenden Zinsniveau. Bei Finanzierungen hingegen, sollten Unternehmen bei einer Erwartung von steigenden Zinsen in der Zukunft fixe Zinsen vereinbaren.

3.3. Derivative Instrumente

3.3.1. Forward Rate Agreement

Ein Forward Rate Agreement (FRA) gehört zu den unbedingten Termingeschäften. Ein FRA ist eine außerbörsliche Vereinbarung zwischen zwei Vertragsparteien um feste Zinssätze für künftige Kapitalanlagen (Aktivseite der Unternehmensbilanz) oder Verbindlichkeiten (Passivseite), die erst in der Zukunft vorgenommen werden. Zu tatsächlichen Kapital- und Zinszahlungen kommt es dabei nicht, sondern nur zu Ausgleichszahlungen (cash settlement) zwischen den beiden Vertragsparteien. Der Betrag, welcher an dem in der Zukunft vereinbarten Zeitpunkt zu zahlen ist, errechnet sich aus der Differenz des vereinbarten Vertragszinssatzes (FRA-Satz) und dem zukünftigen Marktzinssatz (Referenzzinssatz). Als Referenzzinssätze werden üblicherweise LIBOR23 und EURIBOR herangezogen.24

[...]


1 Vgl.: Glaum, M. (2000): Industriestudie Finanzwirtschaftliches Risikomanagement deutscher Industrie- und Handelsunternehmen, S. 9 ff.

2 Vgl.: Ohne Verfasser: Zinsvergleich Eurozone / USA, (Online) http://www.leitzinsen.info/, (Zugriff am 02.06.2019).

3 Vgl.: Glaum, M. (2000): Industriestudie Finanzwirtschaftliches Risikomanagement deutscher Industrie- und Handelsunternehmen, S. 13ff.; Klein, A. (2019): Vorlesung Finanzmanagement Sommersemester 2019 – Risiko, S. 9.

4 Vgl.: Gogarn, J. (2015): Unternehmenssteuerung im Überblick: Themen und Trends – Band 1, S. 230 ff.; Ohne Verfasser: Zinsmanagement, (Online) http://www.daswirtschaftslexikon.com/d/zinsmanagement/zinsmanagement.htm, (Zugriff am 01.06.2019).

5 Vgl.: Budzinski, O., et al. (2018): Zinsstrukturkurve, (Online) https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/zinsstrukturkurve-51182, (Zugriff am 07.06.2019); Hertrich, D. (2018): Flat Curve, (Online) https://www.gabler-banklexikon.de/definition/flat-curve-57967, Zugriff am 07.06.2019); Frankfurter Allgemeine Zeitung: Börsenlexikon: Inverse Zinsstruktur, (Online) https://boersenlexikon.faz.net/definition/inverse-zinsstruktur/, (Zugriff am 07.06.2019); Klein, A. (2019): Vorlesung Finanzmanagement Sommersemester 2019 – Kapitalmarkt, S. 33ff.

6 Vgl.: Buddendick, J. (2018): Management der Zinsstrukturkurve, (Online) https://institutional.union-investment.de/dam/jcr:5c44fc50-50b2-4dba-b4a4-05cacab080b0/RMW18%20Buddendick%20-%20Zinsstrukturkurve.pdf, (Zugriff am 13.06.2019).

7 Vgl.: Schäfer, J.P.: Zinsänderungsrisiko, (Online) http://www.linkfang.de/wiki/Zinsänderungsrisiko, (Zugriff am 13.06.2019).

8

9 Vgl.: Eller, R.; Spindler, C. (1994): Zins- und Währungsrisiken optimal managen: Analyse, Risiko, Strategie, S. 45; Klein, A. (2019): Vorlesung Finanzmanagement Sommersemester 2019 – Kapitalmarkt, S. 51ff.

10 [10] Vgl.: Glaum, M. (2000): Industriestudie Finanzwirtschaftliches Risikomanagement deutscher Industrie- und Handelsunternehmen, S. 28f.

11 Vgl.: Eller, R.; Spindler, C. (1994): Zins- und Währungsrisiken optimal managen: Analyse, Risiko, Strategie, S. 24ff.

12 Eigene Darstellung in Anlehnung an Eller, R.; Spindler, C. (1994): Zins- und Währungsrisiken optimal managen: Analyse, Risiko, Strategie, S. 24.

13 EONIA ist ein auf Basis tatsächlich getätigter Umsätze berechneter Durchschnittszinssatz für Tagesgeld im Euro-Interbankengeschäft. Der EONIA ist für Banken ein wichtiger Referenzzinssatz und dient für Finanzinstrumente wie beispielsweise EONIA-Swaps als Basiswert. Vgl. Metzger, J. (2018): EONIA, (Online) https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/eonia-33691, (Zugriff am 11.06.2019).

14 EURIBOR ist ein Durchschnittszinssatz für unbesicherte Euro-Kredite zwischen Banken. Der EURIBOR beruht nicht auf tatsächlichen Umsätzen, sondern auf Angaben über Marktbeobachtungen und wird für Kredite mit unterschiedlichen Laufzeiten berechnet, wie eine Woche, ein, drei, sechs und zwölf Monate. Vgl. Hölscher, R., et al. (2018): EURIBOR, (Online) https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/euribor-32279, (Zugriff am 11.06.2019).

15 Vgl.: Ohne Verfasser: Variable Verzinsung, (Online) http://www.wirtschaftslexikon24.com/d/variable-verzinsung/variable-verzinsung.htm, (Zugriff am 11.06.2019).

16 Ohne Verfasser: Variable Verzinsung, (Online) http://www.wirtschaftslexikon24.com/e/geldmarktkonto/geldmarktkonto.htm, (Zugriff am 08.06.2019).

17 Vgl.: Hölscher, R.: et al. (2018): Kontokorrentkredit, (Online) https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/kontokorrentkredit-39156, (Zugriff am 08.06.2019).

18 Vgl.: Keller, H. (2012): Veränderlicher Sollzinssatz, (Online) https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/veraenderlicher-sollzinssatz-53322, (Zugriff am 08.06.2019).

19 Vgl.: Breuer, W.; et al. (2018): Roll-over-Kredit, (Online) https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/roll-over-kredit-44091, (Zugriff am 08.06.2019).

20 Klein, A. (2019): Vorlesung Finanzmanagement Sommersemester 2019 – Kapitalmarkt, S. 46.

21 Vgl.: Heimann, A.; et al. (2002): Geld- und Vermögensanlagen I, S. 31 ff.

22 Vgl.: Ohne Verfasser: Kreditarten, (Online) http://www.daswirtschaftslexikon.com/d/kreditarten/kreditarten.htm, (Zugriff am 08.06.2019).

23 LIBOR ist ein Referenzzinssatz für viele Finanzinstrumente des Geldmarktes, zu dem international tätige Großbanken Euro-Geldmarktgeschäfte in London abschließen. Er deckt die häufigsten Termingeschäftslaufzeiten ab, wie ein, zwei, drei, sechs und zwölf Monate. Vgl.: Heldt, C. (2018): LIBOR, (Online) https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/libor-40341, (Zugriff am 11.06.2019).

24 Vgl.: Hull, J. C. (2006): Optionen, Futures und andere Derivate, S. 120ff.; Eller, R.; Spindler, C. (1994): Zins- und Währungsrisiken optimal managen: Analyse, Risiko, Strategie, S. 78; Ohne Verfasser: Forward-Rate-Agreement, (Online) https://welt-der-bwl.de/Forward-Rate-Agreement, (Zugriff am 09.06.2019).

Ende der Leseprobe aus 26 Seiten

Details

Titel
Management von Zinsrisiken
Untertitel
Analyse, Messung und Steuerung von Zinsrisiken
Hochschule
Hochschule Coburg (FH)
Note
1,3
Jahr
2019
Seiten
26
Katalognummer
V506806
ISBN (eBook)
9783346061867
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Risikomanagement, Risiko, Zinsen, Zinsrisiko, Unternehmenssteuerung, Finanzierung, Swaps, Derivate, Zinsstrukturkurve, Zinsänderungsrisiko, Zinsinstrumente, Forward Rate Agreement, Unternehmensfinanzierung, Swaption, Cap, Floor, Collar, Euribor, Modified Duration, Duration, Steepener, Flattener, Bank, Corporate Finance, Termingeschäfte, Risikosteuerung, Futures, Finanzmanagement
Arbeit zitieren
Anonym, 2019, Management von Zinsrisiken, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/506806

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