Modernisierung der Schifffahrtswege. Ökonomische und ökologische Auswirkungen der Globalisierung auf die Binnenschifffahrt Deutschlands


Hausarbeit, 2016
21 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Gliederung:

Einleitung

1. Definition
1.1 Binnenschifffahrt
1.2 Globalisierung

2. Geschichte und Entwicklung der Binnenschifffahrt und ihrer Wege
2.1. Heutiger Verkehrsnetzausbau und Wirtschaftliche Bedeutung

3. Auswirkungen der Globalisierung auf die Logistik

4. Probleme in der Binnenschifffahrt
4.1 Ökonomische Probleme
4.2 Ökologische Probleme

5. Anforderungen an die moderne Binnenschifffahrt

6. Lösungsansätze & Strategien

7. Persönliches Fazit

Quellen:

Tabellen & Zitate

Anhang

Einleitung

Die Schifffahrt gibt es bereits seit der Frühzeit der Menschheitsgeschichte und ist bis heute ein wichtiges Instrument im Transport von Menschen und Gütern. Der Fortschritt der Globalisierung und Entwicklung der Wirtschaft führte zu einem erhöhten Güteraufkommen, welches nur durch Umstrukturierung der Wasserstraßen zu bewältigen war.

In dieser Arbeit betrachte ich die durch die ökonomische Entwicklung verursachten Veränderungen in der Binnenschifffahrt Deutschlands und damit einhergehend der Umgestaltung der Wasserstraßen.

Dazu beleuchte ich die ökonomischen Folgen der Modernisierung der Binnenschifffahrt und ihrer Schifffahrtswege und die Auswirkungen auf das Ökosystem im Nahbereich der Flüsse. Das Ziel ist eine nachhaltige Lösung zu entwickeln, um eine Balance zwischen den wirtschaftlichen Zielen und der gleichzeitigen Erhaltung der Flora und Fauna zu finden.

Zuerst definiere ich die Begriffe Binnenschifffahrt und Globalisierung, um im Anschluss auf die geschichtliche Entwicklung der Binnenschifffahrt und ihrer Kanäle in Deutschland zu kommen. Im Folgenden erläutere und analysiere ich die Ökonomischen und Ökologischen Probleme der Binnenschifffahrt und ihrer Transportwege. Da nun der Zusammenhang und die Probleme vorliegen, arbeite ich heraus welche Anforderungen an das Wassertransportnetz gestellt werden und gehe speziell auf die Lösungen bzw. Lösungsvorschläge und Ansätze ein. Dazu betrachte ich mögliche Maßnahmen und erläutere Möglichkeiten die Entwicklung der Binnenschifffahrt in die richtige Richtung zu lenken.

Zu guter letzt werde ich den gesamten Umfang der Lösungen reflektieren und mit einem persönlichen Fazit die Arbeit abzurunden.

1. Definition

1.1 Binnenschifffahrt

Die Binnenschifffahrt bezeichnet die Beförderung bzw. den Transport von Menschen und Gütern in nationalen Gewässern und ist von der Seeschifffahrt abzugrenzen, die auf internationalen Gewässern ihre Zuständigkeit findet.

1.2 Globalisierung

Der Begriff Globalisierung beschreibt die weltweite Vernetzung und auch Verflechtung vieler Bereiche, wie z.B. Politik, Wirtschaft, Umwelt oder Gesellschaft und hat somit direkten oder indirekten Einfluss auf die Lebensweise jedes einzelnen Menschen. Der Grund hierfür besteht in erster Linie durch den Fortschritt der Informations- & Kommunikationstechnologie, sowie die globale Zusammenarbeit von Staaten und Wirtschaftszweigen.

2. Geschichte und Entwicklung der Binnenschifffahrt und ihrer Wege

Der erste Kanalbau in Deutschland wurde im Jahre 793 n.chr. durch Karl dem Großen initiiert und beabsichtigte die Verbindung des Rheins mit der Donau. Vergrößerte "Einbäume" sollten Güter mit einem Gewicht bis zu 1 Tonne transportieren können. Leider scheiterte dieser Versuch, da die zu steile Böschungen am Flussufer durch Regenfälle immer wieder abrutschten und so das Projekt zerstörten.

Im Mittelalter lagen viele Ortschaften aus Verkehrs- und Landwirtschaftlichen Gründen an Flüssen und wuchsen zunehmend zu Städten heran. Durch das Transportaufkommen wurden Wasserstraßen als Handelswege immer bedeutender, was schließlich 1398 zur Errichtung des "Stecknitz-Kanals" führte. Dieser bildete den ersten funktionsfähigen Kanal für die Salzflotte von Lüneburg und ging später im Elbe-Lübeck-Kanal auf.

Bis zur Erfindung der Dampfmaschine 1820 wurden die Schiffe aufgrund der regionalen Unterschiede der Gewässer, in Bezug auf Wassertiefe oder Flussbettbeschaffenheit, in unterschiedlicher Bauweise hergestellt und regionalspezifisch eingesetzt. Flussabwärts bewegten sich die Kähne und Flöße mit der Strömung oder mithilfe von Segelmasten fort. Flussaufwärts mussten die Transportvehikel "getreidelt", d.h. durch Menschen oder Pferde entlang des Flussufers gezogen werden. Um dies zu ermöglichen mussten sogenannte Treidelpfade entlang des Ufers errichtet werden, sodass es einfacher war, die Last zu ziehen und zudem die Hindernisse entfernt wurden, die die Arbeit behindern könnten.

Ab 1775 wurden die Flüsse und Bäche gezielt und im größeren Umfang für den Verkehr auf dem Wasser gefördert. Mithilfe von Wehren und Schleusen wurde es nun möglich auch kleinere Gewässer befahrbar zu machen. So entstanden auch die ersten Kanäle um Berlin, um die Elbe über die Havel und der Spree mit der Oder zu verbinden.

Erfindung der Dampfmaschine und Beginn der Industrialisierung um 1820 wird die Treidel- und Segelschifffahrt abgelöst. Das erste in Deutschland gebaute dampfbetriebene Schiff benannt nach "Prinzessin Charlotte von Preußen" wurde 1818 von Stapel gelassen. Ab 1829 wurden die Dampfschiffe als Schlepper für Kähne eingesetzt und steigerten somit die Transportmenge von Gütern erheblich. Diese Art des Gütertransportes wurde bis zum Zweiten Weltkrieg fester Bestandteil der Binnenschifffahrt.

Durch das nun starke Anwachsen der Bevölkerung (zwischen 1852 und 1895 von 36Mio auf 52Mio Einwohner) und das damit verbundene Transportaufkommen mussten die Verkehrswege zu Land, als auch zu Wasser ausgebaut werden.

So entstanden bis zum Ersten Weltkrieg eine Vielzahl von Großprojekten zur Erweiterung des Verkehrsnetzes und der Befahrbarkeit der Wasserstraßen.

Darunter z.B.:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

[*1]

Nach dem Zweiten Weltkrieg brach die große Zeit der Motorschifffahrt an und führte zu einem erheblichen Wirtschaftlichem Aufschwung, da zum einen die Anschaffungskosten der Motoren geringer war, die Leistung und damit die Geschwindigkeit höher, dadurch weniger Personal benötigt wurde um das Schiff zu betreiben und zum anderen immer größere Gütermengen transportiert werden konnten.

2.1. Heutiger Verkehrsnetzausbau und Wirtschaftliche Bedeutung

Das Verkehrsnetz der Binnenschifffahrtswege in Deutschland hat eine Gesamtlänge von ca. 6.550 km. Diese werden in drei Kategorien unterteilt: Zum einen entfallen 34% der Wege auf frei fließende Gewässer, 42% auf Staugeregelten Flussstrecken und ca. 24% auf Kanäle. Laut dem BDB kommen zudem noch " [...] rund 350 Schleusenanlagen, rund 300 Wehranlagen, vier Schiffshebewerke, acht Sperrwerke und rund 1.000 Brücken." [*2] hinzu. [Siehe Grafik 2 Anhang] Aufgrund des hohen Verkehrs von jährlich über 200.000 Schiffen und einem Gesamtanteil von 80% des gesamten Gütertransports, stellt der Rhein die wichtigste Wasserstraße Europas dar. Auf allen Schifffahrtswegen Deutschlands zusammen werden rund 301Mio Tonnen Güter transportiert. Dies entspricht jedoch nur ca. 6,7% des Gesamtgüterverkehrs Deutschlands und wird in der Folgenden Grafik verdeutlicht.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

[*3]

Man versuchte in den letzten Jahren durch Modernisierung der Wasserstraßen die Transportkapazität auf das Wasser zu verlagern und damit die Binnenschifffahrt anzukurbeln. Diese Maßnahmen verliefen jedoch erfolglos und der Güterverkehr auf deutschen Flüssen stagnierte weiterhin bis heute.

Neben der Bedeutung für den Waren- und Personenverkehr sind auch weitere Aspekte der Gewässernutzung zu berücksichtigen. Viele Industriezweige speisen mit dem Flusswasser in Ihre Kühlsysteme oder nutzen es durch Durchflusskraftwerke für eine preiswerte und saubere Energiegewinnung. Weiterhin findet das Wasser in Landwirtschaft und der Trinkwassergewinnung Verwendung. Neben der natürlichen Funktion der Wasserabflussregulation bietet sich auch ein großes Spektrum an Freizeitmöglichkeiten für die Bevölkerung an.

3. Auswirkungen der Globalisierung auf die Logistik

Der weltweite Technologische Fortschritt in der Produktionstechnik ermöglicht die Herstellung von kostengünstigeren Gütern in höherer Stückzahl. Des Weiteren kommt es durch die verbesserte Informations- und Kommunikationstechnologie zur Verlagerung von Unternehmen in andere Staaten, meistens in sogenannte Niedriglohnländer und zur zunehmenden Spezialisierung in den einzelnen Produktionsstätten. Es werden immer weniger Fertigwaren produziert, sondern lediglich Halbfertigwaren oder Einzelbauteile, die durch eine strukturierte Logistik zwischen den einzelnen Fertigungsstätten transportiert werden müssen.

Diese Faktoren führen weltweit zu einem erhöhten Gesamttransportaufkommen, da Exporte und Importe der einzelnen Staaten drastisch steigen. Der meiste Teil des Gütertransportes erfolgt über das Straßennetz, das jedoch mittlerweile an die Grenze ihrer Kapazitäten angelangt ist.

4. Probleme in der Binnenschifffahrt

Die Auswirkungen der Globalisierung und der momentane Entwicklungsstand der Binnenschifffahrt führt zu Problemen, die sowohl wirtschaftliche als auch ökologische Folgen mit sich bringen. Diese sind meist nicht klar voneinander zu trennen, da sie meist miteinander verflochten sind und sich gegenseitig beeinflussen.

4.1 Ökonomische Probleme

Die Auswirkungen der Globalisierung und der momentane Zustand des deutschen Binnenschifffahrtverkehrs haben Folgen auf die ökomische Bedeutung des Wasserverkehrs. Das steigende Transportaufkommen überlastet die Straßennetzwerke, sodass eine alternative Steigerung der Nutzung der anderen Verkehrswege, wie Schiene und Wasser, unabdingbar machen, um den quantitativen Beförderungsbedarf der Güter zu bewältigen.

Auf dieses Problem wurde bereits in 2.1 aufmerksam gemacht und bezieht sich auf den geringen Anteil der Güterabfertigung durch den Wasserverkehr am Gesamtaufkommen. Die Gründe dieser unverhältnismäßigen Verteilung liegen unter anderem an der schlechten Einbindung an die allgemeine Verkehrslogistik und demnach am Verkehrsnetz. Hinzu kommen noch die hohen Abfertigungskosten für die Be- und Entladung der Güter, sowie die Anlieferung und Abtransport von und zu den entsprechenden Binnenhäfen. Die mangelnde Flexibilität der Reedereien ist ein bedeutender Abschreckungsgrund für viele Logistikfirmen. Daneben ist zudem eine schwache Infrastruktur im Umfeld der Häfen ein weiterer Grund, für Probleme der Wasserlogistik.

In den letzten Jahren wurde verstärkt auf den Ausbau und Instandhaltung der Wasserstraßen gesetzt, um den Transport zu Wasser attraktiver zu machen. Dabei wurden die Modernisierung und Umrüstung der Schiffsflotte nahezu komplett vernachlässigt. Wozu benötigt man gut ausgebaute Wasserstraßen, wenn die Transportkapazität nicht ausreichend ausgenutzt wird, da die Schiffe nicht den Anforderungen des modernen Gütertransportes entsprechen. [s. Grafik1 Anhang]

Die meisten Frachter sind über 50 Jahre alt und bedürfen einer dringenden Modernisierung bzw. Instandhaltung. Hinzu kommt noch, dass die meisten Schiffe auf den Transport von Schüttgütern, wie Erze, Kohle oder Sand und auf den Transport von Liquiden oder Gasförmigen Güter wie z.B. Mineralöl spezialisiert und entsprechend in ihrer Funktionsweise eingeschränkt sind. Dies führt dazu, dass Sie weder den Kapazitätsanforderungen noch den Anforderungen der Container-Frachtabwicklung der modernen Transportlogistik gewachsen sind.

Ein weiterer ganz Banaler Grund ist die Begrenztheit der Gewässer. Logischerweise können die Güter nur entlang des "natürlichen" Flussverlaufes bzw. entlang der Kanäle transportiert werden. Dadurch entsteht für viele Dienstleister ein erhöhter Verwaltungsaufwand, da der Transport zum Verschiffungshafen und der Transport vom Entladungshafen zum Zielpunkt organisiert werden muss. Auch die Vorlaufzeit in Bezug auf den Laderaum ist recht lang, da zum einen die Schiffe aus wirtschaftlichen Gründen möglichst voll beladen werden müssen und zum anderen der Transport nur in bestimmten Rhythmen erfolgen. Durch diese häufigere Verladung und der langen Vorlaufzeit der Laderaumreservierung entsteht gleichzeitig ein Nachteil im Zeitmanagement der Unternehmen. Im Gegensatz zu Schiene oder Straße dauert der Transport über die Wasserstraßen im Allgemeinen somit länger. Dadurch fehlen Unternehmen mit kleineren oder gelegentlichem Transportaufkommen der Anreiz und die Grundlage die Dienstleistung der Reedereien in Anspruch zu nehmen.

Auch durch Wetterbedingungen verursachtes Hoch- und Niedrigwasser haben einen erheblichen Einfluss auf die Wirtschaft und die Verkehrsnutzung. Da manche Regionen bei Niedrigwasser nicht befahren werden können, kommt es zu dieser Zeit zu Verspätungen. Aber auch in Bereichen der Energieförderung, sowie der Trinkwassergewinnung kommt es zu Einschränkungen und geringeren Kapazitäten, da nicht genügend Wasser bereitsteht die Maschinen und Turbinen auszulasten. Zudem kann es dazu führen, dass die Landwirtschaft nicht mit ausreichend Wasser versorgt werden kann und somit Ressourcen vertrocknen. Eine weitere Folge wäre die mangelnde Einspeisung der Kühlkeisläufe bestimmter Industrien. Wenn nicht genügend Kühlmittel vorhanden sind, müssen bestimmte Produktionsvorgänge gestoppt werden, um weitere Gefährdungen für Menschen und Material zu verhindern. Diese Auswirkungen führen im Allgemeinen zu Umsatzeinbußen in den betroffenen Industriezweigen. Dies betrifft wiederum alle Personen, egal ob als Arbeitnehmer oder als Endverbraucher. (Die Gründe für die Hoch- und Niedrigwasser- Problematik wird in den folgenden Punkten der ökologischen Probleme behandelt.)

4.2 Ökologische Probleme

Neben den ökonomischen Folgen verursacht die Binnenschifffahrt und in erster Linie die Veränderung der Wasserstraßen eine Vielzahl von negativen Einflüssen auf die Flora und Fauna der Gewässer. Leider stehen die ökonomischen Ziele meist im Gegensatz zu der Ökologie, was die gemeinsame Entwicklung und Verträglichkeit beider Ziele äußerst schwierig gestaltet.

[...]

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten

Details

Titel
Modernisierung der Schifffahrtswege. Ökonomische und ökologische Auswirkungen der Globalisierung auf die Binnenschifffahrt Deutschlands
Hochschule
Fachhochschule Koblenz - Standort RheinAhrCampus Remagen
Note
1,0
Autor
Jahr
2016
Seiten
21
Katalognummer
V506816
ISBN (eBook)
9783346071460
ISBN (Buch)
9783346071477
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Binnenschifffahrt, Logistik, Ökonomie, Globalisierung, Ökologie
Arbeit zitieren
Daniel Otten (Autor), 2016, Modernisierung der Schifffahrtswege. Ökonomische und ökologische Auswirkungen der Globalisierung auf die Binnenschifffahrt Deutschlands, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/506816

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Modernisierung der Schifffahrtswege. Ökonomische und ökologische Auswirkungen der Globalisierung auf die Binnenschifffahrt Deutschlands


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden