Das vorliegende Portfolio umfasst die Ausarbeitungen zum Modul VII, Handlungsformen und Handlungsfelder der Sozialpädagogik. Zunächst erfolgt die Ausarbeitung des Hilfeplanungsseminars. Im Rahmen der Reflexion des Hilfeplanspiels, werden Die gewonnen theoretischen Kenntnisse werden dargestellt, ebenso wie das erfolgte Hilfeplanspiel. Hauptaugenmerk wird sodann auf die Reflexion des Hilfeplanspiels gelegt.
In einem nächsten Schritt folgen die Ausführungen zum Erlebnispädagogikseminar. Auch hier wird der Fokus auf der Partizipation, damit einhergehenden Chancen und Problemen liegen. Die sich anschließende Abschlussreflexion dient der Evaluierung sowohl meines Handelns in den Seminaren als auch der für mich gewonnenen Erfahrungen beziehungsweise Erkenntnisse.
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
II. Hilfeplanseminar
1. Reflexion zum konkreten Hilfeplanspiel
2. Allgemeine Reflexion im Hinblick auf die Partizipation von Betroffenen unter Einbezug der Machtasymmetrien- und Balancen sowie dem Widerspruch zwischen Hilfe und Eingriff im Rahmen von professionellen Handeln
III. Erlebnispädagogikseminar
IV. Abschlussreflexion
Zielsetzung & Themen
Das Portfolio verfolgt das Ziel, die Bedeutung von Partizipation als zentrales Qualifikationskriterium in der Hilfeplanung und der Erlebnispädagogik theoretisch zu fundieren und anhand praktischer Simulationserfahrungen kritisch zu reflektieren, um das Spannungsfeld zwischen professioneller Hilfe und notwendigem Eingriff besser zu verstehen.
- Partizipation als konstitutives Element sozialpädagogischen Handelns
- Umgang mit Machtasymmetrien und Machtbalancen in professionellen Prozessen
- Das Spannungsfeld zwischen Hilfeleistung und hoheitlichem Eingriff
- Rolle von Gesprächsführung und Rhetorik in der Hilfeplanung
- Erlebnispädagogik als Methode zur Persönlichkeitsförderung und sozialen Kompetenzentwicklung
- Bedeutung transdisziplinärer Kenntnisse (Psychologie, Soziologie) für die professionelle Arbeit
Auszug aus dem Buch
2. Allgemeine Reflexion im Hinblick auf die Partizipation von Betroffenen unter Einbezug der Machtasymmetrien- und Balancen sowie dem Widerspruch zwischen Hilfe und Eingriff im Rahmen von professionellen Handeln
Das Verfahren der Hilfeplanung ist gesetzlich in § 36 SGB VIII geregelt. Dieses stellt ein dialogisches Verfahren bezüglich eines Rechtsanspruches auf sozialpädagogische Hilfeleistung durch das zuständige Jugendamt dar. „Es regelt den Weg zur Erstellung eines für den Einzelfall 'maßgeschneiderten' Hilfeplans, der Entscheidungsfindung, der Ausgestaltung und der Überprüfung einer Hilfe“.
Gemäß § 36 I S.1 SGB VIII beginnt die Hilfeplanung mit einer informativen Beratung. Diese, vor der Entscheidung über die Inanspruchnahme von erzieherischer Hilfe stattfindende Maßnahme, soll der Vorbereitung auf eine spätere Auseinandersetzung dienen. Zudem soll Transparenz bezüglich möglicher Hilfeformen und deren Folgen sowohl für das betroffene Kind beziehungsweise den Jugendlichen und den Personensorgeberechtigten geschaffen werden. Den Betroffenen soll also ermöglicht werden, sich unter Zugrundelegung aller notwendigen Informationen, selbstverantwortlich zur Inanspruchnahme einer voraussichtlich längerfristige Hilfen gemäß 27 SGB VIII entschließen zu können. Das Hilfeplanverfahren wird sodann von der zuständigen Fachkraft des Allgemeinen Sozialdienstes des Jugendamtes, durch Antragsstellung, eingeleitet.
Wie § 36 II SGB VIII zeigt, verwendet das Gesetz in Bezug auf die Planung der Hilfe unbestimmte Rechtsbegriffe wie „beraten“, „notwendige Leistungen“, „geeignete und notwendige Hilfe“ oder „erzieherischer Bedarf“ . Die individuelle und fallbezogene inhaltliche Füllung dieser unbestimmten Rechtsbegriffe überlässt der Gesetzgeber den Rechtsanwendern, im vorliegenden Fall also den Fachkräften der Sozialen Arbeit. Hier zeigt sich also ein hoher Handlungsspielraum für die sozialpädagogischen Fachkräfte (vgl. Urban 2004 S.34). Zur Vermeidung von Willkür bei der Auslegung der unbestimmten Rechtsbegriffe und einer einseitigen Entscheidungsfindung, sieht § 36 II S. 2 SGB VIII die Beteiligung mehrerer Fachkräfte vor. Diese sollen durch kollegiale Zusammenarbeit sowohl die fachliche Qualität als auch einen ausdifferenzierten Entscheidungsfindungsprozess sicherstellen (vgl. Merchel 2012 S.191).
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Die Einleitung erläutert die Zielsetzung des Portfolios, die Relevanz der Partizipation in der Sozialen Arbeit sowie die Motivation des Autors, durch die Seminare Theorie und Praxis zu verknüpfen.
II. Hilfeplanseminar: Dieses Kapitel enthält eine Reflexion über ein simuliertes Hilfeplanspiel sowie eine theoretische Auseinandersetzung mit dem Hilfeplanverfahren als Aushandlungsprozess im Spannungsfeld zwischen Hilfe und Eingriff.
III. Erlebnispädagogikseminar: Hier werden die erlebnispädagogische Methode, ihr Potenzial zur Persönlichkeitsentwicklung und die Bedeutung aktiver Partizipation in diesem Arbeitsfeld dargelegt.
IV. Abschlussreflexion: Das abschließende Kapitel evaluiert die persönlichen Lernzuwächse aus beiden Seminaren und betont die Notwendigkeit von rhetorischen Fähigkeiten und transdisziplinärem Wissen für die professionelle Praxis.
Schlüsselwörter
Partizipation, Hilfeplanung, Erlebnispädagogik, Machtasymmetrie, Sozialpädagogik, SGB VIII, Hilfe und Eingriff, Gesprächsführung, Fallarbeit, Professionelles Handeln, Multiperspektivität, Kindeswohl, Transdisziplinarität, Sozialarbeit, Reflexion.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit reflektiert die Rolle der Partizipation von Adressaten in zwei zentralen Bereichen der Sozialpädagogik: dem offiziellen Hilfeplanverfahren und der erlebnispädagogischen Methode.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Felder sind die Bedeutung der Partizipation, der Umgang mit Machtasymmetrien zwischen Fachkräften und Adressaten sowie das Spannungsfeld zwischen helfendem Unterstützen und hoheitlichem Eingreifen.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, das Verständnis von Partizipation über eine rein theoretische Ebene hinaus zu vertiefen und als Qualitätsmerkmal für effektive sozialpädagogische Interventionen zu identifizieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Arbeit nutzt die Methode der Reflexion. Dabei werden theoretische Grundlagen aus der Fachliteratur mit den Erfahrungen aus einem simulierten Hilfeplanspiel und praktischen Übungen aus dem Erlebnispädagogikseminar verknüpft.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Auseinandersetzung mit den Abläufen der Hilfeplanung, die Analyse der Partizipationsmöglichkeiten sowie eine Untersuchung der erlebnispädagogischen Handlungsansätze.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit wird maßgeblich durch die Begriffe Partizipation, Hilfeplanung, Machtasymmetrie und professionelles Handeln charakterisiert.
Welche Rolle spielt das Hilfeplanspiel für die Erkenntnisse des Autors?
Das Hilfeplanspiel diente als entscheidende Schnittstelle, um theoretische Kenntnisse über das Hilfeplanverfahren praktisch zu erproben und die Komplexität der darin enthaltenen Verantwortungsübernahme zu erfahren.
Warum ist laut der Arbeit eine transdisziplinäre Zusammenarbeit wichtig?
Die Arbeit verdeutlicht, dass Kenntnisse aus der Psychologie (für non-verbale Kommunikation) und Soziologie essenziell sind, um einen besseren Zugang zu den Adressaten zu finden und die Wirksamkeit pädagogischer Maßnahmen zu erhöhen.
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- Nana Schwind (Author), 2019, Partizipation als Qualifikationskriterium im Hilfeplanverfahren und der Erlebnispädagogik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/506823