Die Arbeit beschäftigt sich mit Termini der Literaturwissenschaft aus einer historischen Perspektive am Beispiel des Begriffes "logos". Die Kenntnis der Geschichte von Methoden und Termini ist unerlässlich für einen präzisen Einsatz derselben und Literatur selbst gleichzeitig ein historisch gewachsenes Konstrukt. Von einem äußerst hohen Stellenwert ist ebenso ein Bewusstsein, dass ein unreflektierter, ahistorischer Gebrauch von Begriffen der Komplexität von Literatur und der Literaturwissenschaft als empirische Disziplin nicht gerecht werden kann. Literaturwissenschaft muss Arbeit am und eben nicht mit dem Begriff sein.
Dabei unterliegen Termini einer permanenten Dynamik und bilden sich in der Auseinandersetzung mit ihnen. Dies jedoch birgt erstens die Gefahr, Literatur auf Begriffe zwängen zu wollen. Und darin liegt zweitens ebenso ein Problem der Literaturwissenschaft, die ihre Gegenstände als nicht feststehend betrachten muss. Der empirische Naturwissenschaftler würde an der Wissenschaftlichkeit der Literaturwissenschaft wohl zweifeln, da in dieser Disziplin die Gegenstände nicht ultimativ definiert werden können. Somit darf die Literaturwissenschaft nicht von feststehenden Begriffen ausgehen, sondern muss mit dem Bewusstsein für die Dynamik und den Konstruktionscharakter von Terminologie arbeiten.
Inhaltsverzeichnis
1. Was ist logos?
2. Analyse des Terminus logos
3. Übersetzungsmöglichkeiten und Bedeutungsfelder
4. Historische und linguistische Perspektiven
5. Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht den zentralen literaturwissenschaftlichen Terminus „logos“ aus einer historisch-dynamischen Perspektive. Ziel ist es, das Bewusstsein für den Konstruktionscharakter und die begriffliche Vielschichtigkeit von Terminologie zu schärfen, anstatt von einer statischen Definition auszugehen.
- Historische Entwicklung und philosophische Einordnung des Begriffs logos.
- Die aristotelische Triade von ethos, pathos und logos.
- Fausts Auseinandersetzung mit dem Johannes-Evangelium und die Bedeutungsdimensionen Sinn, Kraft und Tat.
- Logos im Kontext des antiken Triviums und der modernen Sprachwissenschaft (z.B. Jakobson, Saussure).
- Die Abgrenzung von logos zur Logik und die Bedeutung für empirisches Arbeiten.
Auszug aus dem Buch
Was ist logos?
Die Beschäftigung mit Termini der Literaturwissenschaft aus einer historischen Perspektive ist kein Umweg. Sie führt hingegen zu einem Mehrwert. Schließlich ist die Kenntnis der Geschichte von Methoden und Termini unerlässlich für einen präzisen Einsatz derselben und Literatur selbst gleichzeitig ein historisch gewachsenes Konstrukt. Von einem äußerst hohen Stellenwert ist ebenso ein Bewusstsein, dass ein unreflektierter, ahistorischer Gebrauch von Begriffen der Komplexität von Literatur und der Literaturwissenschaft als empirische Disziplin nicht gerecht werden kann.
Literaturwissenschaft muss Arbeit am und eben nicht mit dem Begriff sein. Dabei unterliegen Termini einer permanenten Dynamik und bilden sich in der Auseinandersetzung mit ihnen. Dies jedoch birgt erstens die Gefahr, Literatur auf Begriffe zwängen zu wollen. Und darin liegt zweitens ebenso ein Problem der Literaturwissenschaft, die ihre Gegenstände als nicht feststehend betrachten muss. Der empirische Naturwissenschaftler würde an der Wissenschaftlichkeit der Literaturwissenschaft wohl zweifeln, da in dieser Disziplin die Gegenstände nicht ultimativ definiert werden können. Somit darf die Literaturwissenschaft nicht von feststehenden Begriffen ausgehen, sondern muss mit dem Bewusstsein für die Dynamik und den Konstruktionscharakter von Terminologie arbeiten.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Was ist logos?: Einleitung in die Problematik literaturwissenschaftlicher Terminologie und Forderung nach einem Bewusstsein für deren historischen Konstruktionscharakter.
2. Analyse des Terminus logos: Betrachtung von logos als gerichtete Spracheinheit und Anwendung der aristotelischen Überzeugungsmittel.
3. Übersetzungsmöglichkeiten und Bedeutungsfelder: Untersuchung der faustschen Interpretation (Sinn, Kraft, Tat) und deren Verbindung zu modernen Theorien wie der Sprechakttheorie.
4. Historische und linguistische Perspektiven: Einordnung von logos in das antike Trivium sowie Bezugnahmen auf die moderne Linguistik und Sprachphilosophie.
5. Fazit: Zusammenfassende Reflexion über die Bedeutung der historischen Perspektive für das empirische Arbeiten in der Literaturwissenschaft.
Schlüsselwörter
Logos, Literaturwissenschaft, Terminologie, Historische Perspektive, Aristoteles, Sinn, Kraft, Tat, Sprechakttheorie, Trivium, Rhetorik, Dialektik, Sprache, Denken, Sprachphilosophie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit thematisiert die Notwendigkeit, literaturwissenschaftliche Fachbegriffe nicht als statisch zu betrachten, sondern deren historische Dynamik zu verstehen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum steht der Terminus „logos“, dessen Bedeutungsspektrum von der antiken Rhetorik bis hin zur modernen Linguistik untersucht wird.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist die Sensibilisierung für einen reflektierten Umgang mit Terminologie, um der Komplexität von Literatur als empirischer Disziplin gerecht zu werden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine historisch-philologische Herangehensweise gewählt, die Begriffe durch Rückgriff auf klassische Quellen und moderne Sprachtheorien kritisch analysiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert die unterschiedlichen Facetten von logos, insbesondere durch die Linsen von Aristoteles, Goethe (Faust), Manfred Kraus und der modernen Sprachwissenschaft.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Logos, Terminologie, historische Dynamik, Rhetorik, Sprechakt und der Konstruktionscharakter von Sprache.
Wie unterscheidet sich die faustsche Interpretation von einer rein linguistischen?
Während die Linguistik oft neutrale oder strukturelle Definitionen sucht, betont Faust die Dimensionen Sinn, Kraft und Tat, was logos eine tiefere, handlungsorientierte Bedeutung verleiht.
Welche Rolle spielen die „artes“ der Antike für das Verständnis von logos?
Die Einordnung in das Trivium (Grammatik, Rhetorik, Dialektik) verdeutlicht, wie logos als Basis für Denken, Sprache und logische Schlussfolgerungen fungiert.
- Citation du texte
- Michael Prestele (Auteur), 2019, Was ist logos? Eine Beschäftigung mit Termini der Literaturwissenschaft aus einer historischen Perspektive, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/506842