Das Ziel der Arbeit ist es, den Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) als Maßgabe guter Governance zu beurteilen. Hierfür wird eine Reihe relevanter Studien angeführt, deren Ergebnis die Forschungsfrage zu beantworten vermag. Dabei wird untersucht, ob überhaupt ein nachweisbarer Zusammenhang zwischen Corporate Governance und Unternehmenserfolg beziehungsweise Unternehmenswert besteht.
Die Arbeit unterteilt sich in drei große Sinnabschnitte. Der erste Sinnabschnitt bildet das theoretische Fundament der Arbeit. Es erfolgt zunächst eine Definition und Abgrenzung des Begriffs der Corporate Governance, bevor im Anschluss daran die wichtigsten Governance-Systeme und Ansätze kurz erläutert werden. Nachdem der inhaltliche Rahmen der Studienarbeit festgelegt und die Leitplanken für das weitere Vorgehen gesetzt wurden, beschäftigt sich der zweite Sinnabschnitt mit dem eigentlichen Untersuchungsgegenstand - dem Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK). In diesem Kontext wird auf die Entwicklung und den Aufbau des Kodex sowie dessen Ziele und Grundannahmen eingegangen. Der letzte Sinnabschnitt beantwortet zeitgleich die zugrundeliegende Forschungsfrage nach der Relevanz des DCGK als Maßgabe guter Governance. Dabei wird zunächst ein Überblick der relevanten Studien gegeben, bevor anschließend die Forschungsergebnisse zusammengefasst und interpretiert werden. Dabei bildet die Kodexakzeptanzstudie von Rapp und Wolff den Kern der Betrachtung, welcher durch Studienergebnisse anderer Autoren ergänzt wird.
Transnationale Unternehmen, die sowohl für öffentliche als auch private Akteure von größter Relevanz sind, erlauben es sich, durch immer neue Governance-Skandale Milliardenschäden anzurichten. Gezielte Falschinformation, Unterschlagung, Korruption. Wie kann es sein, dass trotz einer breiten interessierten Öffentlichkeit und vieler weiterer Stakeholder Fehlentwicklungen erst nach dem Zusammenbruch erkannt werden? Staaten und Regierungen gehen dieser Problemstellung schon seit Jahren auf den Grund. In Großbritannien war es das Chadbury-Comitee, in Amerika der Sarbanes-Oxley-Act und in Deutschland die Baums-Kommission. Sie alle versuchen, eine Maßgabe guter Governance zu erarbeiten, um künftigen Skandalen vorzubeugen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Begriffsdefinitionen und -abgrenzungen
2.1 Corporate Governance
2.1 Corporate Governance-Systeme
3 Der Deutsche Corporate Governance Kodex
3.1 Entwicklung und Aufbau
3.2 Ziele und Grundannahmen
4 Kritische Würdigung des DCGK als Maßgabe guter Corporate Governance
4.1 Übersicht relevanter Studien
4.2 Analyse und Interpretation der Studienergebnisse
4.2.1 Kodexakzeptanz nach Rupp/Wolff
4.2.1 Ergänzende Studien
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Das primäre Ziel dieser Arbeit besteht darin, den Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) auf seine Eignung als Maßstab für eine gute Unternehmensführung zu prüfen. Dabei wird insbesondere untersucht, inwieweit ein empirisch nachweisbarer Zusammenhang zwischen der Einhaltung des Kodex und dem Erfolg bzw. dem Wert eines Unternehmens besteht.
- Grundlagen der Corporate Governance und Definition der Systemtypen (Insider vs. Outsider).
- Historische Entwicklung und regulatorische Struktur des Deutschen Corporate Governance Kodex.
- Analyse der Kodexakzeptanz auf Basis der Studien von Rapp, Strenger und Wolff.
- Messung der Governance-Qualität mittels verschiedener Indizes (Transparenz, Überwachung, Anreizsysteme, Diversität).
- Bewertung der Kapitalmarktrelevanz durch Einbeziehung weiterer wissenschaftlicher Studien.
Auszug aus dem Buch
4.2.1 Kodexakzeptanz nach Rupp/Wolff
Prof. Dr. Rapp und Prof. Dr. Wolff, beide Co-Direktoren des Center for Corporate Governance der Handelshochschule Leipzig (HHL) analysieren die Entsprechungserklärungen deutscher Kapitalmarktunternehmen. Dabei werden zunächst die Entsprechungserklärungen von DAX und MDAX unternehmen analysiert, bevor im zweiten Schritt das Complianceverhalten der Unternehmen beleuchtet wird. Das Ziel der Studie ist es, „der interessierten Öffentlichkeit und den handelnden Akteuren ein aktuelles und detailliertes Bild der Kodexentsprechung zu vermitteln“38. Dabei unterteilt sich die Studie in fünf Ergebniskategorien. Zunächst erfolgt die Analyse der Kodexakzeptanz, welche zusätzlich den Anteil der Unternehmen mit einer mehr als zehnprozentigen Abweichung der Kodexempfehlung untersucht. Im nächsten Schritt werden die Entsprechungsraten im Detail analysiert, welche aufzeigen, in welchen Kapiteln und Kodexziffern die größten Abweichungen bestehen. Anschließend wird das Complianceverhalten, also die Governance-Qualität mittels vier Indizes gemessen, bevor im nächsten Schritt eine detaillierte Abweichungsanalyse durchgeführt wird. Im letzten Schritt geben die Autoren einen Ausblick auf die Änderungsvorschläge der Kodexkommission.39
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Relevanz von Corporate Governance angesichts zahlreicher Unternehmensskandale und definiert die Zielsetzung sowie den Aufbau der Hausarbeit.
2 Begriffsdefinitionen und -abgrenzungen: Dieses Kapitel liefert eine theoretische Fundierung durch die Definition des Begriffs Corporate Governance sowie eine Unterscheidung zwischen Insider- und Outsider-Systemen.
3 Der Deutsche Corporate Governance Kodex: Das Kapitel erläutert die historische Entstehung, den Aufbau sowie die Ziele und Grundannahmen des Kodex, insbesondere das Comply-or-Explain-Prinzip.
4 Kritische Würdigung des DCGK als Maßgabe guter Corporate Governance: Hier erfolgt die Kernanalyse, in der Studien zur Kodexakzeptanz und Governance-Qualität ausgewertet werden, um den Einfluss auf den Unternehmenserfolg zu prüfen.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass zwar positive Effekte auf Kennzahlen existieren, aber kein direkter, eindeutiger Zusammenhang zwischen Kodexbefolgung und individuellem Unternehmenserfolg belegbar ist.
Schlüsselwörter
Corporate Governance, DCGK, Kodexakzeptanz, Unternehmensführung, Compliance, Comply or Explain, Stakeholder, Shareholder Value, Insider-System, Outsider-System, Entsprechungserklärung, Kapitalmarkt, Governance-Qualität, Transparenz, Rapp/Wolff-Studie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) und analysiert, ob dieser als valider Maßstab für eine "gute" Unternehmensführung dienen kann.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit behandelt die theoretischen Grundlagen der Unternehmensführung, die Entstehungsgeschichte des DCGK, die Einhaltung (Compliance) des Kodex durch börsennotierte Unternehmen sowie deren Auswirkungen auf den Unternehmenserfolg.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, zu beurteilen, ob der DCGK als Maßgabe guter Corporate Governance fungiert, indem untersucht wird, ob ein nachweisbarer Zusammenhang zwischen der Kodexbefolgung und dem Erfolg beziehungsweise Wert eines Unternehmens besteht.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine Literatur- und Studienanalyse. Die Arbeit wertet primär die empirischen Ergebnisse der Studien von Rapp und Wolff (HHL) aus und ergänzt diese durch weitere relevante Forschungsergebnisse.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Definition der Corporate Governance, eine detaillierte Betrachtung des DCGK und eine kritische Auswertung von Studienergebnissen zu Compliance-Verhalten und Governance-Qualität.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Corporate Governance, DCGK, Kodexakzeptanz, Compliance, Kapitalmarkt, Stakeholder-Interessen und Unternehmensführung.
Wie bewerten die Autoren den Einfluss der Unternehmensgröße auf die Kodexerfüllung?
Die Ergebnisse zeigen, dass größere Unternehmen in der Regel höhere Entsprechungsquoten aufweisen, wodurch die Unternehmensgröße als ein relevanter Einflussfaktor für die Kodexerfüllung identifiziert wird.
Was besagt das "Comply or Explain"-Prinzip im Kontext dieser Arbeit?
Das Prinzip ermöglicht Unternehmen eine flexible Handhabung: Sie sind nicht zur strikten Einhaltung verpflichtet, müssen jedoch Abweichungen von den Kodex-Empfehlungen jährlich in der Entsprechungserklärung begründen.
Findet eine direkte Durchsetzung durch den Kapitalmarkt statt?
Dies wird in der Arbeit kontrovers betrachtet; während einige Studien positive Korrelationen mit dem Unternehmenswert finden, kommen Forscher wie Nowak zu dem Schluss, dass eine direkte Durchsetzung durch den Kapitalmarkt empirisch nicht nachweisbar ist.
- Quote paper
- Christos Fotiadis (Author), 2018, Der Deutsche Corporate Governance Kodex als Maßgabe guter Corporate Governance? Historische Entwicklungen und Forschungsergebnisse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/506899